Kaspersky warnt mal wieder vor Cyber-Terrorismus: Der sollte einfach die Klappe halten

Eugene Kaspersky fürchtet sich mal wieder vor „Cyber-Terrorismus“. Das berichtet der IT-Dienst Gulli.

Kaspersky proklamierte heute wohl in martialischen Tönen, nur gemeinsame internationale Bemühungen könnten „eine Ära des Cyber-Terrorismus“ verhindern (wahrscheinlich unter Einbeziehung der Sicherheitssoftware seines Unternehmen).

„Als Beleg für diese Theorie nannte Kaspersky unter anderem den kürzlich von seinem Unternehmen „Kaspersky Labs“ entdeckten Spionage-Trojaner Flame“, so Gulli.

„Es ist kein Cyberkrieg, es ist Cyber-Terrorismus, und ich befürchte, es ist nur der Anfang des Spiels… ich befürchte, es wird das Ende der Welt, wie wir sie kennen, sein,“ so Kasperskys orakelnde Worte auf einer IT-Sicherheits-Konferenz in Tel Aviv. „Ich habe Angst, glauben Sie mir.“

Mein Gott Kaspersky, hör auf mit diesem Hosenscheißer-Gewimmere. Es geht Dir ums Geschäft. Ohne jetzt Stuxnet oder Flame verharmlosen zu wollen. Über dieses Cyberwar-Gesabbel habe ich mich ja schon ausgelassen.

Erinnert sei an seine semantischen Eruptionen zur Hacker-Szene:

“Jeder Virus ist ein Verbrechen. Hacker tun Böses. Ich würde auch nie einen einstellen (aber mit ehemaligen KGB-Leuten hat er wohl keine Probleme, gs).”

Dieser Typ geht mir so langsam auf den Sack. Wenig glaubwürdig. Paranoides Geheimdienst-Geflöte. So langsam könnte man das KGB-Vokabular ja in die Mottenkiste packen.

Update: Herr Kaspersky, könnten Sie hier mal eine Schadenbilanz des Cyber-Terrorismus bilanzieren? Aber nicht im Konjunktiv formulieren, sondern, Fakten, Fakten, Fakten.

Обновление: г-н Касперский, может привести к повреждению здесь балансовом счете для кибер-терроризмом? Но не сформулировать сослагательного наклонения, но факты, факты, факты.

Social Media und die Netzwerk-Ökonomie: Unternehmen müssen sich öffnen – Übrigens auch Merkels Internet-Gipfel

Die Zeichen stehen nach einer Studie von IBM auf Öffnung und Transparenz in den Unternehmen. Allerdings, trotz größerer Bereitschaft zur Zusammenarbeit, arbeiten deutsche Unternehmen im weltweiten Vergleich noch eher selten mit externen Partnern beim wichtigen Thema Innovation zusammen:

„Nur 39 Prozent der CEOs in Deutschland verfolgen das Ziel, gemeinsam mit Partnern Innovationen voranzutreiben“, betont Gregor Pillen, Geschäftsführer der IBM Deutschland und Leiter der IBM Unternehmensberatung. „Hier besteht unserer Meinung nach Handlungsbedarf. Denn weltweit schließen sich immer mehr, vor allem der besonders erfolgreichen Unternehmen zu Innovationspartnerschaften zusammen. Laut unserer Studie fast 60 Prozent.“

Weltweit setzen diese besonders erfolgreichen Unternehmen (Outperformer) auch auf eine intensivere Nutzung von sozialen Medien. Doch noch scheinen die digitalen Dialogmöglichkeiten in den Unternehmen nicht wirklich angekommen zu sein.

Heute nutzen weltweit nur 16 Prozent, in Deutschland sogar nur sieben Prozent der CEOs derartige Plattformen, um sich mit anderen auszutauschen. Diese Zahl wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren aber laut Studie auf 57 Prozent erhöhen.

Das deckt sich mit einer Umfrage von Genesys, die ich heute in einem Beitrag für NeueNachricht erwähnt habe: Kontrollillusionen und Verweigerung: Unternehmen über das Social Web kaum ansprechbar.

So spielen soziale Netzwerke und die App-Economy im Kundenservice kaum eine Rolle. Erst 43 Prozent der weltweit befragten Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit der Nutzung von Social Media begonnen. Nur elf Prozent nutzen soziale Netzwerke seit drei Jahren oder länger für die Kommunikation mit Kunden.

Angesichts der allgegenwärtigen Nutzung von Mobilgeräten und Social Media wie Facebook und Twitter sei es alarmierend, dass viele Unternehmen die Relevanz der neuen Kommunikationsformen zu spät erkennen und die Zuständigkeiten nicht geklärt haben, so der Genesys-Vorstandschef Paul Segre.

Führungskräfte seien wohl noch immer der Ansicht, dass sie die Kommunikation im Social Web kontrollieren können, spekuliert die Marketing-Professorin Donna Hoffman von der University of California Riverside.

„Viele gehen so vor, dass sie ein kleines Team für Social Media ernennen und die Situation damit als erledigt betrachten. So ist es nicht.”

Nach der CIO-Umfrage von Harvey Nash gewähren 82 Prozent der IT-Chefs ihren Mitarbeitern Zugriff auf Facebook, Twitter, Youtube und Linkedln. Fast ebenso viele sind davon überzeugt, soziale Netzwerke in gewissem Maße kontrollieren zu können. Letzteres dürfte sich als Illussion herausstellen:

„Die Kontrolle von Social Media ist absoluter Schwachsinn, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Ich verstehe den Wunsch der Kontrolle. Das ist gezielt aber schon technologisch nicht möglich. Die Antwort im Umgang mit Social Media liegt in der Unternehmenskultur. Wir zum Beispiel haben die Nutzung unbeschränkt freigegeben. Der von uns konzipierte Leitfaden ist nur eine Orientierungshilfe. Eine Law & Order-Orientierung ist zum Scheitern verurteilt“, betont Nadolski im Interview mit dem Fachdienst Service Insiders.

Dazu passt ja auch mein Aufreger-Thema für die Absatzwirtschaft: Social-Media-Phobie verhindert Wahlfreiheit auf Kundenseite.

Wenn Offenheit beweisen übrigens die Teilnehmer des so genannten Internet-Gipfels im Kanzleramt. Man habe wohl Vertraulichkeit vereinbart. Na toll. Siehe: Internetgipfel: Merkel und die wilden Acht – Verlauf des Internetgipfels bleibt geheim – Wie funktioniert ein Dialog zwischen Politik und Startups?

Erinnert irgendwie an die Geheimdiplomatie von Metternich. Bei Themen wie Vernetzung und digitale Wirtschaft ist das ja logisch 🙁 Ist mit Frau Merkel auch über die Ökonomie der Beteiligung gesprochen worden? Wenn ja, rückt die Ergebnisse dieser Runde raus.