Live-Interviews von der #HRmachtNextAct in Köln #ZP17 #StudioZ

Das StudioZ ist schon in Köln und berichtet live vor dem offiziellen Start der Zukunft Personal über die Fachkonferenz #HRmachtNextAct.

Ihr solltet hier im Laufe des Tages regelmäßig vorbeischauen, da ich die Facebook Livestreams hier nach und nach einbetten werde.

Man hört, sieht und streamt sich im Bauwerk Köln.

Advertisements

Ich wähle die Mobilitätswende – nicht Beton und Teer #BTW17

Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius erwartet von der Politik, dass sie ein Konzept für eine mittelständisch geprägte Energiewende vorlegt.

„Die deutsche Solarindustrie ist am ausgestreckten Arm verhungert. Den Bürger Windparks werden alle erdenklichen Steine in den Weg geworfen, den Ausbau machen andere. Also was ist zu tun, um etwa ein bürgerliches und mittelständisches Engagement zu fördern? Ich habe zunehmend den Eindruck, dass solche Fragestellungen viele überfordern.“

Da ist er nicht alleine. Alles werde angeblich der Wettbewerb regeln. Ob Klimaschutz, E-Mobilität, Unternehmensdemokratie oder Breitbandausbau – man überlässt die zentralen Fragen dem Markt, so tönt es seit Jahren aus den Denkzentralen der FDP. Mit Ordo-Liberalismus hat das aber nichts zu tun. Mit Wirtschaftspolitik als Staatskunst schon gar nichts. Der Wettbewerbsgedanke ist eine quasi-religiöse Schimäre. Die Wirklichkeit in planwirtschaftlich organisierten Konzernen sieht anders aus.

Nach außen Marktordnung predigen, nach innen Planwirtschaft organisieren

„Ich fand immer eine besondere Ironie in dem Umstand, dass Unternehmer, die doch gemeinhin als die Fürsprecher der unsichtbaren Hand des Marktes auftreten, in ihren eigenen Organisationen auf die sichtbare Hand des Managers vertrauen“, so Professor Martin Kornberger von der Business School Lyon.

In der Realität setzen die Marktprediger auf Hierarchie, zentrale Planung, Abschottung, Absprachen und Macht. Da werden Pfründe verwaltet, das Brot-und-Butter-Geschäft bis zum bitteren Ende abgeschöpft, Innovationen verhindert und politische Hebel zur Abwehr des Allgemeinwohls eingesetzt. Die res publica geht dabei den Bach runter. Es ist geradezu lachhaft, jene Protagonisten der Autokonzerne, die sich in über tausend „Arbeitsgruppen-Sitzungen“ in zentralen Fragen des PKW-Marktes abgesprochen haben, zu Gralshütern einer Marktordnung zu machen und von ihnen eine ökologisch ausgerichtete Mobilitätswende zu erwarten.

Metaphysisches Erlösungswissen

Alexander Rüstow, einer der Architekten der Sozialen Marktwirtschaft, warnte vor einem Laisser-Faire-Dogmatismus, der von einem theologisch-metaphysischen Erlösungswissen gespeist wird und in der neoklassischen Theorie eine säkularisierte Entsprechung gefunden hat. Es dominiert nicht nur in der FDP der Absolutheitsanspruch einer Marktsteuerung, die in planwirtschaftlichen Planspielen der Konzerne vermodert. Gleichzeitig wird der Ordnungsfaktor Staat als Störfaktor gebrandmarkt. Von den Repräsentanten des Staates muss mehr erwartet werden. Dabei geht es nicht um Interventionismus oder Dirigismus. Es gibt zentrale Gestaltungsfragen für die Zukunft, die wir nicht mehr an die reduktionistischen Ziele von Managern koppeln dürfen. Darauf verweist das D2030-Beiratsmitglied Professor Dirk Helbing.

Volkswirtschaft neu erfinden

„Wir haben noch nicht so richtig begriffen, was diese UN-Agenda 2030 und die Pariser Klimaverträge implizieren. Sie implizieren, dass wir 40 bis 50 Prozent CO2 reduzieren müssen. Warum hat das dramatische Folgen? Weil die Weltbevölkerung quasi proportional zum Erdölverbrauch gestiegen ist. Wenn wir jetzt also CO2 reduzieren und damit auch den Erdölverbrauch, dann ändert sich die Tragfähigkeit der Erde, das heißt, die Anzahl der Menschen, die auf diesem Planeten leben können. Eine Reduktion um ein einziges Prozent bedeutet, 80 Millionen Menschen werden sterben. Sie ahnen also schon, dass diese Frage der Nachhaltigkeit nicht ein Hobby von uns sein wird, sondern da geht es um Leben und Tod. Das müssen wir lösen, und zwar innerhalb von weniger als 15 Jahren. Das ist halb so viel Zeit, wie wir damit verbringen, eine Straße zu planen und zu bauen.“

In diesem Zeitraum müsse man die Volkswirtschaft neu erfinden, und zwar aus zwei Gründen:

„Einerseits, weil viele alte Tätigkeiten von künstlicher Intelligenz und von Robotern übernommen werden, und andererseits, weil wir eine kohlenstoffarme Wirtschaft brauchen. Können Sie sich das vorstellen, was das bedeutet, innerhalb von gut einem Jahrzehnt die halbe Volkswirtschaft umzubauen? Was das für eine gewaltige Herausforderung ist, die selbstverständlich die gesamte Zivilgesellschaft betrifft und einbeziehen muss“, fragt Helbing.

Wenn wir in Zukunft in Freiheit und Demokratie leben wollen, dann müssen wir es schaffen, das Nachhaltigkeitsproblem anders zu lösen.

Teer, Beton und keine Infrastruktur für autonome Mobilität

Von Schwarz-Gelb wird es keine Impulse für die große Transformation geben. Da ergeht man sich eher in Verteidigungsreden des Dieselmotors. Diese Gestern-Orientierung lässt sich auch am Bundesverkehrswegeplan ablesen.

„Da werden bis 2030 fast 300 Milliarden Euro in Teer und Beton investiert. Nur 500 Millionen Euro gehen in die vernetzte Infrastruktur für autonome Mobilität. Da stimmt das Bild nicht“, so D2030-Geschäftsführer Klaus Burmeister.

In einer abendlichen Runde in Berlin haben wir vor ein paar Tagen eine Probeabstimmung zur Bundestagswahl gemacht. Fast alle votierten für die Grünen. Das sollte doch Auftrieb für die letzten Tage des Bundestagswahlkampfes geben.

Siehe auch:

Zukunft des Autos: „2026 kommt das Aus für den Verbrennungsmotor“

Dataisten als Konkurrenten von PR und Marketing

Professor Backhaus rechnet mit den Marktingabteilungen ab

„Wenn Sie marktorientiert werden wollen, müssen Sie als Letztes eine Marketingabteilung gründen“, antwortet Professor Klaus Backhaus von der Uni Münster im Gespräch mit dem prmagazin. Er zählt zu den Pionieren der Marketinglehre in Deutschland. Umso überraschender dürfte seine kritische Analyse des Marketings sein. Jetzt werden die PRler wohl tief durchatmen und sich entspannt zurücklehnen.

Zu früh gefreut. Niemand könne sich heute noch in seinen Abteilungen verkriechen. Alle sind den Gesprächen im Markt ausgesetzt. Das gilt für Redakteure, die sich nicht mehr hinter Redaktionsmauern verschanzen dürfen, wie für Vorstandschef und Manager in unterschiedlichen Funktionen. Coaching und Koordination für die gesamte Organisation seien wichtig. Beim Marketing ist das Defizit am deutlichsten sichtbar.

„Das ist ins rein Operative abgerutscht. Niemand sitzt am Tisch des Vorstandes. Die Vorstände wollen die nicht. Meine Befürchtung ist eher die Machtübernahme durch die Dataisten – also jene, die über die Daten wachen, sie analysieren und für Geschäftsstrategien einsetzen“, erklärt Backhaus.

Wer weiterhin mit mechanistischen Botschaften hausieren geht, wird morgen von Chatbots mit künstlicher Intelligenz ersetzt. Ausführlich in meiner Netzgedanken-Kolumne für das prmagazin nachzulesen – erscheint im Oktober.

Stefan Pfeiffer vom CIO-Kuratorium kommt übrigens zu einem ähnliche Befund.

„Noch immer gibt es die traditionellen Massnahmen wie Newsletter, Intranet-Verlautbarungen oder die berühmten All-Hands-Meetings und -Calls, über die ‚kommuniziert‘ wird. Laut Basham Young findet die wahre Kommunikation und Arbeit unterdessen direkt über informelle Netzwerke statt. Moderne (Social) Collaboration-Werkzeuge hätten Hierarchien niedergerissen und erlaubten es Mitarbeitern, sich unabhängig von formaler Position zu vernetzen.“

#Isso

Zukunftsdiskurse statt lähmender Stillstand in der Politik #D2030 #BTW17

Klaus Burmeister auf der Berliner Pressekonferenz

Ein „Weiter so“ reicht nach Ansicht von D2030-Geschäftsführer Klaus Burmeister nicht aus für die Veränderungen, die Deutschland und den den gesamten Globus betreffen.

„Wir brauchen Experimentierräume, wo wir das, was sich in der Zukunft andeutet, erproben können“, so Burmeister bei der Vorstellung des D2030-Memorandums zur Bundestagswahl.

Was im Bundestagswahlkampf fehlt, machte er an einem Beispiel klar: Es könne nicht sein, wenn Herr Wissmann vom Verband der Automobilindustrie (VDA) sagt, das es „Feinde des Verbrennungsmotor“ gebe. Auf diesem Diesel-Niveau sollte man nicht agieren:

„Es geht nicht um den Diesel. Es geht darum, bis 2030 ein vernetztes Mobilitätssystem zu erfinden, welches intermodal mit allen Verkehrträgern in der Lage ist, weltweit zu konkurrieren. Wie bekommen wir einen Wandel hin“, fragt Burmeister.

Die Gestern-Orientierung von Auto-Lobby und Politik lässt sich auch am Bundesverkehrswegeplan ablesen.

„Da werden bis 2030 fast 300 Milliarden Euro in Teer und Beton investiert. Nur 500 Millionen Euro gehen in die vernetzte Infrastruktur für autonome Mobilität. Da stimmt das Bild nicht“, kritisiert Burmeister in Berlin.

Man müsse Zukunft vernetzt denken. Dafür hat die D2030-Initiative das Memorandum entwickelt. Der lähmende Stillstand in der Politik solle durch Zukunftsdiskurse beendet werden. Das gelinge nur durch die Beteiligung der Gesellschaft.

Hier geht es zum Memorandum. Ihr könnt es mit Eurer Unterschrift unterstützen.

Hier die komplette Aufzeichnung der D2030-Pressekonferenz in Berlin:

Der Wortspiele-Blogger und ehemalige WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer hat dem Memorandum seine Stimme gegeben 🙂

Man hört, sieht und streamt sich übrigens nächste Woche auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal im #StudioZ

DER ZUKUNFT EINE STIMME GEBEN – 11 Uhr Liveübertragung der Berliner Pressekonferenz #D2030

Man hört, sieht und streamt sich um 11 Uhr

Hier könnt Ihr die Pressekonferenz der D2030-Initiative live verfolgen. Der Webplayer erscheint, wenn ich den Livestream starte:

Wenn Ihr Fragen stellen wollt, dann müsst Ihr auf die Facebook-Seite klicken.