Duale Systeme in der Krise? Was bei Gelben Tonnen und Säcken so alles schief läuft

Als Anfang des Jahres mit ELS zum ersten Mal ein Duales System Insolvenz anmeldete, sollte es der Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß retten:

„Was macht ihr? Wie läuft es? Wie verdient ihr Geld? Am ersten Tag bei einem neuen Unternehmen stellt Weiß immer dieselben drei Fragen. Normalerweise hat er dann einen Überblick. Nicht bei ELS. Am Abend sitzt er zu Hause und grübelt, wie die Dualen Systeme Gewinne erwirtschaften“, schreibt die Wirtschaftswoche.

Und da geht wohl einiges schief. Jedenfalls seien es teilweise hochdefizitäre Verträge, so Weiß.

„Der Anteil an den Kosten berechnet sich nach den Marktanteilen. Bei insgesamt 800 Millionen Euro Kosten im Jahr fällt jeder Prozentpunkt ins Gewicht. Einige Duale Systeme rechneten deshalb absichtlich ihren Marktanteil klein“, so die Wiwo.

Und das Spektakel wiederholt sich nun seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit. Gleiches gilt für die Problematik der Trittbrettfahrer – also Firmen, die sich nicht an den Kosten der Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verpackungen beteiligen. Weiteres Problem: Die Kalkulation der Entsorgungskosten nach Materialien – von Alu bis Plastik – entfaltet keine Anreize zur Reduktion von Verpackungsmaterial. Auch dieses Lied trällert die Branche seit den 1990er Jahren.

Nach dem ab dem 1. Januar 2019 geltenden neuen Verpackungsgesetz sollen die Systeme die Händler belohnen, deren Verpackungen besonders gut recycelbar sind. „Doch wie die finanziellen Anreize für solche Bemühungen genau aussehen, das ist bisher unklar“, schreibt die Wirtschaftswoche und zitiert Gunda Rachut von der Zentralen Stelle:

„Es soll einen Bonus für gut verwertbare Verpackungen geben.“

Aber wo landet dieser Bonus? Wer sich den aktuellen Streit zwischen Herstellern und Handelskonzernen anschaut, zweifelt an der Aussagekraft der Lizenzentgelte für das System der Gelben Tonnen und Säcke. Das Verpackungsgesetz würde sich zur Goldgrube für die Händler entwickeln. Mit diesen Worten zitiert die FAZ Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes.

„Immer wieder werden Vorwürfe laut, dass große Handelsunternehmen Lieferanten dazu zwingen, ihre Mengen zu überhöhten Preisen bei einem vom Handel vorgegebenen dualen System anzumelden. Angeblich winken den Handelsunternehmen dafür Rückzahlungen und Rabatte für ihre Eigenmarken und andere Mengen, die sie selbst anmelden“, so die FAZ. Daraus könnte sich ein Fall für das Bundeskartellamt entwickeln, vermutet Bünder.

Der Markenverband erwäge, die Wettbewerbsaufsicht einzuschalten. In dem Schreiben heißt es konkret:

„In diesem Kontext liegen dem Markenverband Informationen über neuerliche Handelsanforderungen zur Lizenzierung über benannte duale Systeme vor, die fragwürdig erscheinen. Um uns ein besseres Bild über Umfang und Stoßrichtung derartiger Anforderungen machen und dies gegebenenfalls gegenüber den Betroffenen und/oder dem Bundeskartellamt aufgreifen zu können, bitten wir Sie, den beigefügten Fragebogen ausgefüllt bis zum 27.07.2018 zurückzusenden.“

Auch das wirft einen langen Schatten auf die Recyclingwirtschaft. Anschreiben und Fragebogen des Markenverbandes liegen mir übrigens vor. Ich werde Euch informieren, wenn Ergebnisse der Umfrage im „Umlauf“ sind.

Siehe auch:

Aufbegehren gegen die Recyclingpolitik der Handelskonzerne

„Netzwerken in digitalen Zeiten“: #BonnerSommerInterview mit @UteBlindert

Es gibt nicht nur das #BerlinerSommerInterview – auch in Bonn machen wir so etwas. Nur anders. Open Space-Prinzip ohne die üblichen Dauer-Talkgäste aus dem Polit-Betrieb:

Den Anfang macht in dieser Sommersaison Ute Blindert:

„Berufseinstieg in einem Kölner Verlag für Karrieremagazine, in dem ich mit Kunden verhandelte und Projekte managte – sieben Jahre lang. Irgendwann wurde es mir zu ‚drüsch‘. Ich wechselte auf die ‚wild side‘ und wurde Unternehmerin. Ich gab nun eigene Karrierezeitschriften heraus, die heute noch als Karriereletter und Businessladys erscheinen. Daneben arbeitete ich als Hochschuldozentin und beriet Unternehmen im (internationalen) Hochschulmarketing. Heute bringe ich kleine Unternehmen, Selbständige oder Solopreneuren mithilfe meines Ansatzes des strategischen Netzwerkens voran. Dazu gebe ich auch Workshops und Seminare und halte Vorträge.“

Am Donnerstag, den 16. August ist sie in Bonn Duisdorf im #BonnerSommerInterview. Ab 19 Uhr. Habt Ihr schon Fragen, die ich im Vorfeld kuratieren kann?

Und dann könnt Ihr natürlich live mitdiskutieren über die Kommentarfunktion von Facebook Live.

Man hört, sieht und streamt sich am Donnerstag.

Mobile Livestreaming-Technik

Das nächste #BonnerSommerInterview folgt am Dienstag, den 21. August.

Livestreaming beim #CaravanSalon in Düsseldorf – Eure Ideen gefragt

Laut Evaluation des Caravan Salon Düsseldorf (CSD) besuchen die Messeteilnehmer den Salon vor allem, um sich über Neuheiten und Trends zu informieren. Außerdem
bereiten sie durch den Besuch ihre Kaufentscheidung vor. Die Interessen liegen dabei auf den Themen Reisemobile und Caravans (>90%) gefolgt von Campingausstattungen, Caravaning-Touristik sowie Outdoor- und Freizeitartikel. All das und viel mehr wollen wir beim diesjährigen Caravan Salon vom 23. August bis 2. September in Düsseldorf im SKPmobil aufgreifen via Livestreaming. Habt Ihr Ideen für Themen und Formate? Etwa wieder so eine Art #Frühschicht und #Spätschicht wie auf der Cebit? Livestreaming via Drohne? Auf der Suche nach dem größten Caravan-Abenteuer? Die lustigsten Anfänger-Fehler?

All das werden wir am Donnerstag, um 15 Uhr via Facebook Live erörtern im Gespräch mit Laura Kohlstetter und Lars Heitmüller von S-Kreditpartner.

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

„Und dann kamen die Russen“: Eine Literaturnacht in Bonn Duisdorf

„Unter den Sternen der letzten Sommernacht meines Lebens ist dann alles nochmal gründlich eskaliert, die Seiten flogen, jemand spielte „Africa“ von Toto, die Polizei kam und dann die Russen, und am Schluss machte jemand dieses Bild mit meinem Auto. Where are you now?“

Gunnar Kaiser beendete seine literarische Grand Tour mit einem denkwürdigen Abend in Bonn Duisdorf:

„Bin 6836 km gefahren. Habe 324 Menschen getroffen. Über Literatur gesprochen und über Bücher, über die Kunst und das Leben. Habe 1287 Minuten lang gelesen. Auf dem Müggelsee, an der Adria, in den Alpen, auf Bierkästen, in Gärten und Biergärten und Vorgärten, in Kneipen, Reformhäusern und Wohnzimmern.“

Hier die Lesung:

Und nun schnell noch eine Bestellung aufgeben für die Sommerlektüre.

Wie sollten Unternehmen auf Kritik in sozialen Medien reagieren?

August Netzgedanken

Das Schadenspotenzial von Kundenbeschwerden im Social Web wird mit Schönwetter-Kommunikation nicht verringert. Im Gegenteil. Man fühlt sich verscheißert und intensiviert die negativen Kommentare. Benno Viererbl sieht eine hohe Motivation der Beschwerdeführer, andere Kunden vor Frust zu schützen und sich für negative Erlebnisse zu rächen. Siehe auch den Sammelband „Vernetzung – Stabilität und Wandel gesellschaftlicher Kommunikation“…

über Wie sollten Unternehmen auf Kritik in sozialen Medien reagieren? Die Zukunft liegt in personalisierter Kommunikation über Messenger —  CIO Kurator