#NextWirtschaftswunder auf der heutigen virtuellen #NextAct

„Ein Virus reißt die Weltwirtschaft in eine Jahrhundertkrise. Schon vor dieser Krise stand die Rezession vor der Tür, hatte Deutschland die niedrigste Innovatorenquote seit Beginn der KfW-Analysen 2002, erlebten Tausende Zombie-Unternehmen Scheinblüte wegen Niedrigstzinspolitik. Schon vor dieser Krise mangelte es der Automobilbranche an Transformation und der Gründerszene an Skalierung“, schreibt Thomas Sattelberger in einem Gastkommentar für das Handelsblatt.

Corona sei Brandbeschleuniger und Katalysator zugleich. „Gewinner sind Digitalfirmen wie Amazon, Zoom und Alibaba. Und Volkswirtschaften mit digitalem Spielbein“, so Sattelberger.

Überraschender Weise zählt die Fähigkeit zur Remote-Fähigkeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu einem Stabilisator in der Krise.

Das wird aber nicht ausreichen, um die größte Weltwirtschaftskrise seit 1929 zu überstehen – schon gar nicht durch JA-ABER-Rückzugsgefechte in Hochschulkreisen, wie bei meiner Kontroverse mit Lars Hochmann und Lutz Becker. Beide sollten noch einmal über ihre Nachhaltigkeitskonzepte und Utopien nachdenken…..

Das Tückische an der Gemengelage:

„Die Post-Corona-Trümmer sind unsichtbar“, so Sattelberger.

Sie werden von einigen Protagonisten sogar in Abrede gestellt – denen mangelt es wohl an der volkswirtschaftlichen Expertise und an der politischen Weitsichtigkeit.

Wer die jetzige Wirtschaftskrise leugnet, verhöhnt die Menschen, die unter der Rezession leiden und befeuert damit den politischen Extremismus.

Was vor uns liegt, gleicht einer Herkulesaufgabe ohne rosa Wünsch-Dir-Was-Wölkchen: „Unsere Wirtschaft steht zudem vor einem doppelten Wendepunkt: Wir müssen die Gesundung meistern und zusätzlich den Übergang vom Industrieparadigma zur digitalisierten Netzökonomie“, schreibt Sattelberger.

Wie einst bei Ludwig Erhards Wirtschaftswunder gehöre die Zukunft wieder Unternehmern, Machern, Gründern. Frauen wie Männern. „Nur dass sie heutzutage neues Wachstum in innovativen Ökosystemen schaffen müssen.“

Sieben Handlungsfelder sieht Sattelberger:

1. Deep-Tech-Republik Deutschland. Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Biotech, Raumfahrt: unsere Zukunftsbranchen.

2. Digitale Freiheitszonen. Shenzhen ist um die Ecke: Frankreich, Polen, Großbritannien nutzen seit Jahrzehnten die Hebeleffekte von Hotspots und Free Enterprise Zones. 

3. Systemrelevante Industrie wieder made in Germany. Puffer- und nahtlose globale Wertschöpfungsketten erweisen sich in der Krise als Mythos.

4. Antitrust & small is beautiful. Nach der Krise fressen die Großen die Kleinen. Da muss gegengesteuert werden. Das zählte übrigens zu den Meisterleistungen von Ludwig Erhard – also das Wettbewerbs- und Kartellrecht.

5. New Deal für Deutschlands digitalen Hoover-Staudamm. Deutschland hat stark entzündete Achillesfersen: Homeschooling, E-Health, E-Government, Homeoffice der öffentlichen Verwaltung. 

6. Bildungsoffensive. Den alten Bildungsmuff mit digitalem Zuckerguss zu überziehen greift zu kurz. 

7. Mit New Work zur Entrepreneurial Society. Das ist weit mehr als Homeoffice und die damit verbundene individuelle Souveränität für abhängig Beschäftigte. Es bedeutet balancierte Freiheits- und Schutzrechte für Freelancer und die wachsende Crowdwork. 

Das sind wichtige Punkte, die ich allesamt unterschreiben kann. Thomas Sattelberger wird sie heute auf der NextAct vorstellen.

Da werden ab 16 Uhr spannende Themen auf Zoom debattiert:

Wer teilnehmen möchte an der Zoom-Konferenz, möge mich jetzt noch schnell kontaktieren via Handy 0177-6204474, über Blog-Kommentar, Direktnachricht auf Twitter oder Facebook-Messenger. Ich schicke Euch dann direkt den Zugangslink. Start 16 Uhr. Ihr solltet es nicht verpassen.

Oder mitdiskutieren via Youtube, Facebook, Periscope/Twitter oder LinkedIn. Wird dann aber nicht so lustig.

16 Uhr – Überraschungstüte:

17 Uhr:

18 Uhr:

19 Uhr:

Das große Finale um 20 Uhr:

Hochschulen sollten sich zur Remote-Avantgarde aufschwingen @larshochmann

Lars Hochmann hat sich über eine Meldung der FAZ aufgeregt. „In manchen Bundesländern ist den Hochschulen die Präsenzlehre wieder erlaubt. Doch sie zögern. Wird die Pandemie für die Aushöhlung der Präsenzuniversität genutzt?“, fragt die FAZ. Schön wäre es. Es gibt bereits Initiativen in anderen Ländern, die in diese Richtung gehen. Macht doch die Hochschulen und die Vorlesungen zur Plattform für digitale Kommunikation – ohne Schranken, ohne Verschlossenheit, anschlussfähig, teilbar und von jedem Menschen nutzbar. Diese Utopie könnten wir sofort realisieren. Das ist kein totalitärer Ansatz, wie Hochmann behauptet, sondern ein Akt der Demokratisierung des Hochschulwesens. Ich finde die Repliken von Lars Hochmann nicht gerade ambitioniert. die ersten Wochen und Monate der Corona-Ausgangsbeschränkungen haben doch mit einem Schlage gezeigt, was möglich ist.

Also ein Lob der Immobilität. Jeder nicht gefahrene Kilometer entlastet den Verkehr, senkt die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen um 141 Gramm pro Personenkilometer und macht Menschen stressfreier. In den vergangenen Monaten war es möglich, die Zahl der PKWs pro Tag um 9 Millionen zu reduzieren, die sich morgens und abends durch den Verkehr quälen – ohne eine einzigen Cent aus dem Steuerhaushalt auszugeben.

Und das gilt auch für den Verzicht auf Fahrten mit Bus und Bahn. Ich bin früher rund drei Stunden pro Tag unterwegs gewesen, um mein Studium an der FU-Berlin in Dahlem zu bestreiten. Ich wäre in den 80er Jahren froh gewesen, über die heutigen technologischen Möglichkeiten zu verfügen.

Wer es ernst meint mit der ökologischen Verkehrswende, der sollte auf unnötige Mobilität verzichten. Das gilt auch für Hochschulprofessoren.

Wir könnten in Deutschland auf zirka 9 Millionen PKWs pro Tag verzichten, die sich morgens und abends durch den Berufsverkehr quälen. 

Stellenanzeigen als Indikator für die Konjunktur #Corona-Krise @AnninaHering @winfriedfelser

In unserem Vodcast „#NextTalk#Indeed Arbeitsmarkt-Update in der #Corona-Krise mit @AnninaHering“ haben wir heute frische Zahlen zu den Stellenausschreibungen bekommen im nationalen und internationalen Kontext, die viele makroökonomische Berechnungen in den Schatten stellen. Ich werde das noch ausführlich in einem Beitrag würdigen. Aber schon mal die Aufzeichnungen im Multstream.

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#Rapunzel-Weisheiten nicht nur in der #Corona-Krise

Alles Müll?

Ralf Fuecks reagiert zurecht kritisch auf die Corona-Ausflüge des Rapunzel-Mannes Joseph Wilhelm. So ein wenig habe ich da ein Déjà vu. In den 90er Jahren recherchierte ich mal intensiv über ein Mehrweg-System der Naturkost-Branche, das sich am Ende als ökologische Eselei herausstellte. Rapunzel war damals nicht sehr auskunftsfreudig. Das war im Jahr 1999.

Rapunzel träumte vom Mehrweg. Genau wie die Zwergenwiese, der Ziegenhof oder der Rosengarten. Alle verkünden bekanntlich hehre Botschaften über ökologischen Landbau, gesunde Ernährung und umweltgerechten Konsum.

“Der ökologische Anspruch und das gute Gewissen müssen genügen, um Käufer in die Bioläden zu treiben”

Eines hatten die Rapunzels nicht bedacht: Mehrwegsysteme sollten hohe Rücklaufquoten erreichen und sind nur bei kurzen Vertriebswegen ökologisch sinnvoll. Daran ist die Naturkostindustrie gescheitert. Dass das mit großen Hoffnungen gestartete brancheneigene Projekt zur Müllvermeidung nicht funktionierte, hatte eine ganze Reihe von Gründen. Einer der wichtigsten: Um bei der Rücklaufquote nochmals zuzulegen, hätten die Hersteller weitere Millionen investieren müssen, resümierte der Naturkostverband in einer Pressemitteilung. Millionenausgaben zugunsten der Umwelt, das ging den Aktivisten zu weit. Es ist ja auch ein wenig viel verlangt, wie Mineralbrunnen oder Brauereien auch noch Geld in moderne Abfüllanlagen, Rücknahmelogistik und intelligente Verpackungen zu investieren.

Die Organisation des Mehrwegsystems der Naturkostfirmen war von Anfang an dilettantisch. Es standen bundesweit kaum Spülstationen zur Verfügung. Es gab keine standardisierten Kästen, häufig wurde überhaupt kein Pfand erhoben und es gab keine dezentrale Erfassung der Gläser. “An den Verbrauchern hat es nicht gelegen”, bestätigte Hans-Josef Brzukalla, der mit seiner Arbeitsgemeinschaft für Abfallvermeidung (Afa) für den Aufbau des Mehrwegsystems verantwortlich war. Die Rücklaufquote der Gläser erreicht nach Angaben der Afa nur 50 Prozent. Nach meinenBerechnungen gingen nur 25 Prozent der Pfandflaschen und Gläser für Ökoprodukte an die Hersteller oder Abfüller zurück. Die restlichen 75 Prozent – das waren rund 7,6 Millionen Biomehrweggläser pro Jahr – landeten im Abfall. Rechnet man die Schäden beim Transport hinzu, erreichte die Naturkost-Branche pro Glas oder Flasche noch nicht einmal zwei oder drei Umläufe.

Aus Mehrweg wurde Einweg. Um schmutzige und ökologisch ausgeschleckte Honiggläser wieder keimfrei sauber zu bekommen, mußten Rapunzel-LKWs bis zu 800 Kilometer zurücklegen.

Diesel und Rußpartikel im Dienst für die Umwelt.

Einige hundert Kilometer Transportweg hatten die Brummis dann noch vor sich, um wieder zum Abfüllbetrieb zu gelangen. Das Ganze war ein Ökoschwindel. Nicht mehr und nicht weniger. Und die Importquoten bei den Nahrungsmitteln, die ich damals so nebenbei recherchierte, lasse ich jetzt mal außen vor. Dazu fehlen mir leider die Belege.

#NextTalk #Indeed Arbeitsmarkt-Update in der #Corona-Krise mit @AnninaHering

Wie können wir die Wirtschaftsentwicklung in einer so wichtigen Zeit wie der Coronakrise möglichst zeitnah und granular beobachten?
Die Entwicklung von Online-Stellenanzeigen kann als Frühindikator für die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt gewertet werden. Die Daten sind hierfür nahezu in Echtzeit verfügbar.

Indeed indexiert und aggregiert Jobangebote von tausenden Karrierewebseiten und einer Vielzahl von Personaldienstleistern und Jobbörsen. Die Analyse von bezahlten und unbezahlten Stellenanzeigen garantiert, dass der Gesamtarbeitsmarkt repräsentiert wird.

Zudem bekommt man für das Konjunkturpaket einen wichtigen Orientierungspunkt für die notwendigen Maßnahmen. In welchen Berufsgruppen und Branchen muss der Staat jetzt aktiv werden? Das leisten die üblichen makroökonomischen Daten nicht wirklich.

Darum geht es bei unserem Vodcast: #Indeed Arbeitsmarkt-Update in der Corona-Krise mit Dr. Annina Hering.

Jede Woche frische Daten fast in Echzeit.

Stellenanzeigen als Konjunkturindikator

Granulare Daten für die Ökonomik, für Medien und Politik.