Bannfluch und Sendelizenz: Sohn & Sohn im Livestream #Medienwächter #MediationimNetz @TandemHQ

Sohn & Sohn haben sich mal wieder zu Wort gemeldet. Hier der Livestream:

Wie Mediation im Netz funktionieren könnte, erklärt Professor Wolfgang Kleinwächter im Interview mit mir.

Ab der Sendeminute 24:22 auf Soundcloud mal reinhören und vielleicht die Gedanken in eigenen Beiträgen vertiefen. Würde mich freuen.

Siehe auch:
LET’S PLAY: Medienanstalten drohen mit Einstellung von Pietsmiet TV

Jeder Streamer braucht eine Lizenz? Nö – Aufregung über #PietSmietTV – TV-Vollprogramm oder nicht?

Bannfluch im Social Web – Denunziantentum mit mittelalterlichen Prangermethoden

Website von Tandem

Troll-Energien für die staatlichen Überwacher

Mein Blog-Motto
Mein Blog-Motto

Bei allen notwendigen und wichtigen Streitigkeiten, die im Netz offen und beherzt ausgetragen werden, sollte die Kehrseite des Ganzen nicht in Vergessenheit geraten.

Die mediale Bestrafung als Diskursform kann sich auch existenzbedrohend niederschlagen:

„Die Trennung zwischen Virtualität und Realität wird aufgehoben. (Verlust des Arbeitsplatzes und zusätzliche Stigmatisierung, so dass es späteren, möglichen Arbeitgebern schwer macht diese Frau wieder einzustellen). Das gleicht dann schon einer Verbannung aus dem Dorf. Und die galt im vorzivilisierten Mittelalter als eine der schlimmeren Bestrafungen, etwas das Edward Snowden auch gerade am eigenen Leib erfahren muss“, schreibt Patrick Breitenbach in seinem Blog.

Man könnte diese Troll-Energien auch umlenken und sich auf die Überwachung der staatlichen Überwacher konzentrieren, statt semantische Stinkbomben in Foren, Kommentaren und Tweets loszulassen. Zudem sollte man nicht die gleichen Methoden im Netz anwenden, wie NSA & Co. – also Denunziantentum. Streiten wir uns, ohne persönlich zu werden.

Oder kauft Euch einfach eine Batman-Mask Replica, um Dampf abzulassen.

Die geheimen Zaubertricks der „Daten-Elite“ – Wahrheiten mit Esels-Ohren

Daten-Fahndung
Daten-Fahndung

Bekanntlich drohen fünf Jahre Knast, wenn man nur darüber spricht, ein sogenanntes National Security Letter von den amerikanischen Geheimdienst-Gichtlingen erhalten zu haben – ohne auf die Inhalte der “Anfrage” einzugehen.

„Wenn es um die nationale Sicherheit geht, können amerikanische Ermittler Konzerne wie Google oder Microsoft per Anordnung zwingen, Daten ihrer Kunden herauszugeben. Die sogenannten National Security Letter verpflichten die Firmen zu absoluter Geheimhaltung: Sie dürfen weder den Betroffenen Auskunft geben noch öffentlich auch nur über die Existenz dieser Geheimanordnungen sprechen“, schreibt Spiegel Online.

Das ist nicht nur paranoid, sondern öffnet Willkür und Denunziantentum Tür und Tor – das gilt nicht nur für die Schnüffler des Staates: Genaue Einblicke gewähren auch die Big Data-Gurus selten bis gar nicht. Es scheint zum Ehrenkodex dieser neuen Daten-Elite zu zählen, die Zahlentricks zwar öffentlich vorzuführen und ein raunendes Publikum zu unterhalten. Jeder gute Zauberer ist einem Ehrenkodex verpflichtet, Trickgeheimnisse zu wahren. Als zulässig wird angesehen, Tricks denen gegenüber zu offenbaren, die selbst aktive Zauberkünstler werden möchten. Das gilt für Geheimdienstler der NSA, Rating-Agenturen, Berater, Wirtschaftsforscher und sonstige Welterklärer.

Wenn Big Data-Algorithmen ohne meine Zustimmung anfangen, mich zu klassifizieren und zu stigmatisieren, automatisch meine Bonität herabstufen, einen Wechsel der Krankenversicherung wegen meines vermeintlich exakt berechneten Gesundheitszustandes verhindern, meine kritischen Beiträge als Vorstufe zum Terrorismus verorten oder Personalberatern die Abweisung meiner Stellenbewerbung empfehlen, dürfte es zu heftigen Gegenreaktionen der Netzgesellschaft kommen – bislang ist das ja nur ein laues Lüftchen. Nachzulesen unter: Big Data im Unsinn-Modus: Die Illusionen der Weltvermesser von NSA bis Rating-Agenturen.

Der NSA-Erklärer
Der NSA-Erklärer

Wenn niemand über die Totalüberwachung reden darf, ohne die Strafjustiz am Hals zu haben, was soll ich dann mit den Beschwichtigungsschwafeleien der deutschen Sicherheitsbehörden anfangen? Das sind Wahrheiten mit Eselsohren – ohne Möglichkeiten zur Gegenprüfung. Als jüngstes Beispiel kann man den Handelsblatt-Gastbeitrag des obersten Verfassungsschützers Hans-Georg Maaßen heranziehen:

„Uns liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die die These einer Wirtschaftsspionage aus dem Westen stützen könnten. Tatsächlich wurde bis zum heutigen Tage in ganz Europa kein einziger Fall amerikanischer oder britischer Wirtschaftsspionage nachgewiesen.“

Vielleicht sagt das mehr über die Dummheit deutscher Sicherheitsdienste als über die tatsächliche Faktenlage. Es sind wohl doch schafsköpfige Einfaltspinsel.

Es gibt also keinen einzigen Fall von amerikanischer oder britischer Wirtschaftsspionage in Europa, Herr Maaßen? Wenn ich einen einzigen Fall finde, darf ich Sie dann einen Lügner nennen? Denn:

„Die Europäer legen hinsichtlich der Zusammenhänge dieser Art der Konfrontation eine gewisse Heuchelei an den Tag. Die Wirtschaftsexperten und Managementspezialisten prangern die Wirklichkeit an, indem sie sie als Verschwörungstheorie verharmlosen. Aber diese Ablehnung, die Wirklichkeit zu akzeptieren, wie sie ist, geht fast schon ins Lächerliche. In Deutschland spricht man höchstens über Wettbewerb zwischen den Marken. Diese Sichtweise ist jedoch zu einseitig und birgt langfristig das Risiko, den Überblick darüber zu verlieren, wie Teile der weltweiten Wirtschaft wirklich funktionieren“, sagt Christian Harbulot, Gründer und Direktor der École de Guerre Économique.

Etwa beim Wettbewerb „Boing versus Airbus“ oder bei der Destabilisierung der Euro-Länder über halbseidene Einstufungen durch die Rating-Agenturen der USA. Auch die gezielten Lauschangriffe auf die politischen Institutionen der EU dienen mit Sicherheit nicht dem Anti-Terrorkampf. Das ist noch kein Beweis. Aber ich suche jetzt mal etwas intensiver.

Wenn ihn finde, könnte der Verfassungsschutzpräsident ja zu uns in die Bloggercamp.tv-Sendung kommen, damit ich den Fund virtuell übergeben kann.

Vielleicht findet man ja auch hier eine Spur: Britischer Geheimdienst zapft Daten aus Deutschland ab.

Was suchen denn die Briten in Deutschland? Britischer Geheimdienst überwacht besonders deutsche Internetnutzer.

Wo ist eigentlich die Rote Linie von Angela Merkel in der Späh-Affäre?