@ZappMM Schnäppchenjäger, Heuschrecken, Rendite-Geier und die Zukunft von @axelspringer

Wie bezeichnet man die Könige des grauen Finanzmarktes richtig? Schnäppchenjäger, Heuschrecken, Rendite-Geier, Vulgärkapitalisten oder einfach nur clevere Geschäftemacher? Gemeint sind Private Equity-Firmen, die auf dem deutschen Markt aktiv wurden, als Beteiligungsgewinne steuerfrei gestellt wurden (von der Schröder-Regierung – ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Wenn diese finanzkapitalistischen Zauberkünstler bei Unternehmen einsteigen, fallen dann Stichworte wie „Angstregime“, „brutale Investoren“ „skelettierte Firmen“: Private-Equity-Gesellschaften seien Preismaximierer, so Henning Gebhardt von der Fondsgesellschaft DWS gegenüber der FAZ. Bei Unternehmen aus Private-Equity-Portfolios sei die Bilanz meist aufgebläht, weil viele Vermögenswerte hochgeschrieben wurden. Beliebt sei zudem das so genannte „Recap“. Dabei ziehen die Firmenjäger aus ihren Beteiligungsfirmen Eigenkapital ab, um es an ihre Investoren auszuschütten. Und die Renditeerwartung der Private Equity-Investoren liegt nach Angaben der Finanzbrache teilweise bei mehr als 20 Prozent.

Bis ein Unternehmen von den Firmenjägern wieder verkauft wird, müssen die Schulden zurückgezahlt werden: „Bootstrapping“, Stiefelschnüren wird diese Technik, ein Unternehmen finanziell auszupressen, in der Private-Equity-Szene genannt. 

Welche Methodik kommt wohl bei Axel Springer zum Einsatz? Wahrscheinlich ein aggressiver Ausbau des Kleinanzeigen-Geschäftes.

Der Bundes-CIO und das ewige Scheitern mit eGovernment-Initiativen @BMI_Bund @anked @BehoerdenNews @DoroBaer #Bundestag

Über allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.

Der Planungsstab für die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte E-Government-Agentur kann bis Ende des kommenden Jahres auf Haushaltsmittel in Höhe von rund 4,9 Millionen Euro zurückgreifen. Das geht aus der Antwort einer Schriftlichen Frage der Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg durch den Bundes-CIO und Staatssekretär im Bundeministerium des Innern (BMI), Klaus Vitt, hervor„, berichtet der Behörden Spiegel.

Die sogenannte Projektgruppe “Konzeption und Aufbau eines Digital Innovation Teams / E-Government-Agentur” sei mit aktuell fünf Mitarbeitern ausgestattet; ein Wert, der sich im Laufe der Projektlaufzeit je nach Bedarf und Erfolg am leergefegten Arbeitsmarkt noch verdoppeln könne.

Die Projektgruppe mit dem Ziel eingerichtet worden sei, die Agentur “als Innovationseinheit der Bundesverwaltung zu konzipieren und aufzubauen.” So habe sich der Aufgabenbereich des neuen Hauses im Vergleich zur Aufgabendefinition im Koalitionsvertrag nicht geändert, obwohl der Name der Agentur im Zweiten Nationalen Aktionsplan der Open Government Partnership nun in “Digital Innovation Team” geändert worden war. So stehe weiterhin “die Unterstützung der Bundesverwaltung bei der Entwicklung innovativer digitaler Lösungen und der Wissenstransfer zu Methoden und Ansätzen aus dem Bereich der agilen Entwicklung, der Innovationsforschung und dem agilen Projektmanagement in die Bundesverwaltung” für den Aufbaustab im Vordergrund.

Anke Domscheit-Berg sieht das kritisch: “Das Digital Innovation Team kann mit seinen fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unmöglich die ursprünglichen Aufgaben und Ansprüche erfüllen. Sie machen auch etwas ganz Anderes, nämlich vor allem Design Thinking Workshops für Behörden und Ministerien – und offensichtlich auch keine Konzeption für eine eGovernment Agentur, wie die Antwort der Bundesregierung nahelegt.” Die Bundestagsabgeordnete war im vergangenen Jahr mit dem Digitalausschuss in Kopenhagen zu Gast gewesen, um die dortige Agentur zu begutachten: “In dieser dänischen Agentur arbeiten 300 Angestellte, die innovative Lösungen entwickeln, darunter das Bürgerportal, das es seit 2007 gibt, das digitale Postfach, das Behörden auf allen föderalen Ebenen nutzen können, einen Identifizierungs- und einen Bezahlservice. Im Portal sind über 2.000 Dienstleistungen elektronisch nutzbar. Das spart am Ende des Tages nicht nur die Fahrt zum Amt, Nerven und Papier, sondern auch Geld: Dänemark spart jedes Jahr geschätzt etwa 300 Mio. Euro durch die digitalisierte Verwaltung.”

Mit der Umbenennung der E-Government-Agentur sieht sie einen Bruch der Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag, nach dem die deutsche Agentur ähnlich arbeiten sollte wie die in Dänemark, nämlich “Standards und Pilotlösungen entwickeln, einen Think Tank beherbergen und einen Incubator für innovative E-Government-Lösungen ansiedeln. So schön waren die Versprechen.”

Trotz der Bekundungen von Bundes-CIO Vitt sieht Domscheit-Berg die Agentur nach aktuellem Stand jetzt schon als gescheitertes Projekt an: “Ohne eine eGovernment – oder Digitalisierungsagentur wie sie Dänemark hat, natürlich mit angemessener Ressourcenausstattung, werden wir die Versprechen des OZG in Deutschland nicht erreichen können, schon gar nicht bis Ende 2022. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

Laber-Rituale und gelbe Zettelchen

Dieses Trauerspiel wiederholt sich nun in schöner Regelmäßigkeit. Kann sich noch irgendeiner an den zweiten IT-Gipfel (mittlerweile heißt diese Tagung ja Digitalgipfel) der Bundesregierung in Hannover vor 12 Jahren erinnern? Damals ernannte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik – den so genannten Bundes-CIO. Er sitzt als Staatssekretär im Bundesinnenministerium und soll die Professionalisierung der Informations- und Kommunikationstechnologie in der Bundesverwaltung vorantreiben.

Der Chief Information Officer leitet die Steuerungsgruppe des Bundes, in der die IT-Beauftragten aller Fachministerien sitzen. Die notwendige Kooperation der Ministerien scheitert an dem Gezerre um Zuständigkeiten und Kompetenzen. Um die Ressorts zu sinnvollen Kooperationen zu bewegen, sind in der Vergangenheit unzählige Kabinettsbeschlüsse erlassen worden, die in den wenigsten Fällen tatsächlich umgesetzt wurden.

„Das Projekt ist einzuführen, es sei denn wirtschaftliche, technische oder organisatorische Gründe sprechen dagegen.“ Auf diesem Niveau verläuft auch die Digitalpolitik der Bundesregierung. Mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck wird die Digitalisierung in den verschiedensten Ministerien nur mit minimaler Sauerstoffzufuhr versorgt. Im Tagesgeschäft blockiert man sich mit Ressort-Eitelkeiten. Das wird sich auch nicht durch Digital-Beauftragte in den Ministerien, Innovations-Evangelisten oder mit der Staatsministerin für Digitales ändern. Es geht wieder nur um interne Koordinierung, um Sitzungen, Konferenzen, Gremien und Posten – Laber-Rituale und gelbe Zettelchen, die an die Wand geklebt werden.

Die elektronische Erreichbarkeit aller öffentlichen Behörden erfordere eine gemeinsame Netzinfrastruktur von Bund, Ländern und Kommunen, hieß es in der Hannoverschen Erklärung, die Merkel zusammen mit der IT-Branche auf dem Gipfel verabschiedete. Man wollte innerhalb von drei Jahren einer der modernsten Verwaltungen in Europa schaffen. Herausgekommen ist reine Placebo-Politik, die nahtlos anknüpfte an das Desaster der eGovernment-Initiative „BundOnline 2005“. An dem IT-Kuddelmuddel des Bundes änderte sich nichts. Das beruht nicht auf der Unfähigkeit der einzelnen Ministerien, die Projekte sinnvoll zu planen und umzusetzen, sondern an der bürokratischen Verwaltung.

Virtuelle Programmzeitschrift für die Next Economy Open vom 26. bis 28. November #NEO19x — #NEO19x Matchen, Moderieren, Managen

Das Programm der diesjährigen Next Economy Open ist fertig. Dienstag, 26. November 2019 10 Uhr: Digitale Business Modelle, Prof. Dr. Dennis Lotter, Hochschule Fresenius Wiesbaden, ISLC – Institut für Sustainable Leadership & Change: 11 Uhr: Characterizing Business Angels: Eine Internationale Studie, Prof. Dr. Richard Geibel, Hochschule Fresenius Köln: 12 Uhr: War die Moderne schon immer […]

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Die Arbeitsorganisation ist der Schlüssel für besseren Klimaschutz @G_Fehrenbach @UweSchneidewind @kkklawitter

Tim Cole und der leider viel zu früh verstorbene Ossi Urchs haben in ihrem Buch „Digitale Aufklärung“ die Dezentralität als „Wertschöpfungsnetzwerk“ beschrieben: Komplexe Aufgaben werden in einfache Module zerlegt und über das Netzwerk an Personen vergeben, die dafür die nötige Kompetenz und Zeit besitzen. So werden einzelne Mitarbeiter, Arbeitsgruppen und sogar ganze Organisationseinheiten projekt- und aufgabenbezogen zu Teams zusammengeführt und bilden damit eine Art virtuelle Organisation auf Zeit. Cole und Urchs sprechen sehr treffend von einer „Cloud-Belegschaft“. Technologisch ist das schon längst umsetzbar und es gibt bereits einige Unternehmen, die das sehr erfolgreich praktizieren.

Magere Homeoffice-Bilanz in Deutschland

Nur Einzelfälle alleine bringen nichts. Der Anteil der Beschäftigten, die im Homeoffice (oder halt dezentral) arbeiten können, stagniert oder wird in manchen Unternehmen zurückgeschraubt. Deutschland liegt nach einer Studie des DIW beim Anteil der Personen mit Homeoffice unter dem EU-Durchschnitt und deutlich hinter anderen Ländern wie Frankreich oder den skandinavischen Ländern zurück. Nur zwölf Prozent aller abhängig Beschäftigten hierzulande arbeiten überwiegend oder gelegentlich von zu Hause aus, obwohl dies bei 40 Prozent der Arbeitsplätze theoretisch möglich wäre. In den meisten Fällen scheitert der Wunsch nach Heimarbeit an den Arbeitgebern. Würden sie umdenken, könnte der Anteil der dezentral Arbeitenden auf über 30 Prozent steigen.

Viele Angestellte fürchten sich davor, dass die eigenen Leistungen über dezentrale Strukturen nicht mehr richtig wahrgenommen werden. Beschäftigte lieber im Büro arbeiten zu lassen, ist auf der Arbeitgeberseite häufig von der Tatsache beeinflusst, dass man Führung über Autorität und weniger über Vertrauen realisiert. Das sind die beiden wichtigsten Angstaspekte: Zum einen die Frage aus Arbeitgebersicht, ob Mitarbeiter ohne Kontrolle überhaupt Ergebnisse leisten und zum anderen, ob Kontrolle außerhalb der Unternehmensgrenzen überhaupt möglich ist.

Pomadiger Breitbandausbau trocknet ländliche Regionen aus

Und dann gibt da noch den pomadigen Breitbandausbau, der sich negativ auf die Verteilung der Arbeitskräfte auswirkt. Der demographische Wandel ist geprägt von Regionen, die durch ihre urbane Struktur überhaupt kein Problem bei qualifizierten Arbeitskräften haben. Aber es gibt immer mehr Regionen, die zurückbleiben. Des Weiteren zeigt sich die Entwicklung, die man landläufig nur für Ostdeutschland vermutet hat, nun auch dramatisch in Westdeutschland.

Es ist also ein generelles Problem, dass manche Regionen regelrecht ausbluten, da die Überalterung zusätzlich damit verbunden ist, dass die jungen und mobilen Leute diese Regionen verlassen. Kritisch wird es vor allem in Regionen, in denen keine angemessene digitale Anbindungs-Konstellation gegeben ist. Gerade für dezentrales Arbeiten benötigt man schnelles Internet. Aber da gibt es einen Teufelskreis. Jene Regionen, in denen Firmen abwandern oder Nachwuchskräfte das Dorf oder den ländlichen Raum verlassen, büßen Steuer- und Gebühreneinnahmen ein. Diese wiederum werden benötigt, um Infrastruktur zu finanzieren.

Starre Arbeitsmodelle schlecht für chronisch Kranke

Auch chronisch Kranke sind von den starren Arbeitsmodellen in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung betroffen. „Für Rheumaerkrankte führt das zu vielen Problemen, etwa wenn Arzttermine anstehen. Rund 81 Prozent der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice geben sollte“, teilte die Deutsche Rheuma-Liga vor der letzten Bundestagswahl mit.

Rund 70 Prozent der Berufspendler fahren mit dem Auto zur Arbeit (Tendenz steigend), versauern im Stau, belasten die Umwelt und ärgern sich über den Verlust an Lebensqualität. Der durchschnittliche Besetzungsgrad im Berufsverkehr liegt nach Analysen des Umweltbundesamtes bei rund 1,2 Personen pro PKW und ist damit der niedrigste aller Fahrtzwecke. 8,5 Millionen sind täglich länger als eine Stunde unterwegs. Rund sechs Millionen fahren mehr als 25 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz. Arbeitgeber stellen Kindergartenplätze, bieten Genderseminare an, bemühen sich um den Betriebssport und legen Programme für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auf. Doch kaum einer macht sich in den Führungsetagen ernsthafte Gedanken, wie man die Belastungen im Berufsverkehr reduzieren könnte.

Dabei stehen für nahezu alle Berufszweige und jede Unternehmensgröße Technologien zur Verfügung, um Arbeit intelligenter zu organisieren. Video und Mobilität sind dabei entscheidende Treiber. Durch die Videotechnologie bekommt die Kommunikation eine persönlichere Qualität. Arbeitszeiten lassen sich leichter von der Rush Hour entkoppeln, die Präsenz in Unternehmen ist seltener notwendig. Beide Aspekte können sich positiv für Berufspendler auswirken.

Wir müssen die Arbeit zu den Mitarbeitern bringen und dürfen Arbeit nicht mit Anwesenheit verwechseln. Jeder nicht gefahrene Kilometer entlastet den Verkehr, senkt die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen um 141 Gramm pro Personenkilometer und macht Menschen stressfreier.

Insofern führt die Subventionierung von E-Autos in die falsche Richtung. Die Bundesregierung sollte massiv Co-Working-Spaces unterstützen und jene belohnen, die dezentral arbeiten. Auch das Pendeln im Zug ist nicht lustig – hab ich rund drei Jahre gemacht. Zermürbt morgens und abends.

Das mit der Schweigeperiode klappt nicht so richtig #Bundespressekonferenz @Lars_Feld @Isabel_Schnabel @AchimTruger @WielandVolker @SVR_Wirtschaft

Jedes Jahr verweisen bedeutungsschwer die Mitglieder des Sachverständigenrats auf die Schweigeperiode bei der Erarbeitung des Jahresgutachtens. In diesem Jahr begann die Periode am 1. Oktober und endet am 6. November (also heute).

Wie kann es dann sein, dass man gestern Abend (also schon am 5. November) in der FAZ folgende Exklusiv-Nachricht präsentiert bekam? „Mit deutlichen Worten haben die ‚Wirtschaftsweisen‘ die Bundesregierung dazu aufgerufen, den Standort Deutschland im globalen Wettbewerb zu stärken. Das geht aus dem mehr als 500-seitigen Jahresgutachten hervor, das das fünfköpfige ökonomische Beratergremium der Regierung an diesem Mittwoch überreichen wird und das der F.A.Z. vorab vorliegt. Dann folgen ausführliche Zitationen aus dem Gutachten, die eigentlich erst heute auf der Bundespressekonferenz den Korrespondenten mitgeteilt werden.

Warum wird denn nun die Schweigeperiode mißachtet? Wer hat das der FAZ vorher geschickt? Und wann bekam die FAZ das komplette Gutachten auf den Tisch? Und warum nur die FAZ?

Was sagt die Bundesregierung dazu?

Auszug aus dem Handelsblatt:

„An diesem Mittwoch werden die Weisen das Gutachten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreichen. Eigentlich tagen sie streng geheim, es herrscht ‚Schweigeperiode‘. Doch an diesem Herbstvormittag darf das Handelsblatt für zwei Stunden dabei sein. Aber, so die Absprache: Inhalte des Gutachtens dürfen vor der offiziellen Präsentation nicht bekannt werden.

Ich werde das also weiter recherchieren.

Update: Auch die SZ wurde vorher bedacht:

Das Handelsblatt ist auch schon vorher versorgt worden.