
Die nachhaltige Transformation von Industrieprozessen ist eines der zentralen Themen beim Green Monday in Düsseldorf. Wilhelm Mauß, Geschäftsführer der Lorenz GmbH & Co. KG, erläutert im Interview, wie sein Unternehmen seit rund zwei Jahrzehnten erfolgreich Kreislaufwirtschaft betreibt und dabei wirtschaftliche sowie ökologische Erfolge erzielt.
Kreislaufwirtschaft als Antwort auf wirtschaftliche Herausforderungen
„Die Motivation am Anfang war ganz klar wirtschaftliche Not. Diese wollten wir begegnen, indem wir die Materialkosten gesenkt haben durch die Wiederverwendung, und damit alle anderen begleitenden Kosten mehr als überkompensieren konnten“, erklärt Mauß. Besonders die stark gestiegenen Messingpreise und die angespannten Lieferketten haben bei der Produktion der Wasserzähler die Notwendigkeit der Kreislaufwirtschaft unterstrichen.
Herausforderungen und Erfolge
Die größte Herausforderung lag laut Mauß darin, sowohl das eigene Management als auch die Kunden von den Vorteilen der Kreislaufwirtschaft zu überzeugen. „Am Anfang hat’s mich gestört, dass da nicht gleich große Unterstützung da war, aber im Lauf des Prozesses war mir klar: Es ist gut, diese Widerstände jetzt zu überwinden“, so Mauß. Der Erfolg gibt ihnen recht: „Von 1,6 Millionen Wasserzählern haben wir bereits 600.000 komplett im Kreislauf geführt. Von der Million, die noch nicht im Kreislauf ist, erwarten wir, dass bis zu 80 Prozent zurückkommen werden.“
Hidden Champions als Vorbilder
Die Lorenz GmbH & Co. KG zählt zu den Hidden Champions Deutschlands und setzt Standards, die sich viele wünschen. „Wir haben Pfand, wir haben Product as a Service. Letztlich versuchen wir die Kunden zu motivieren, sich mit uns ins Boot zu setzen“, erläutert Mauß. Diese Vorgehensweise wird von den Kunden zunehmend angenommen, was die Rücklaufquote zeigt.
Autarkie und Resilienz
Die Kreislaufwirtschaft bringt nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärkt auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit. „Dadurch, dass die Kunden die Zähler zurückliefern, wird man unabhängiger von Rohstofflieferanten“, sagt Mauß.
Politische und gesellschaftliche Bedeutung
Die Erfolge von Firmen wie Lorenz sollten auch in der Politik Beachtung finden. „Ich könnte mir vorstellen, dass es Robert Habeck auch zur Freude gereichen würde. Entscheidend ist, dass unsere Kunden einsehen, dass wir zusammen die Zukunft gestalten müssen“, so Mauß weiter.
Zukunft der Kreislaufwirtschaft
Digitalisierung und Innovation stehen ebenfalls im Fokus: Mauß berichtet von Forschungsprojekten zur Optimierung von digitalen Produktpässen und der Automatisierung in der Refabrikation. „Die neue Gerätegeneration ist ‚Circular by Design‘ und digitalisiert. Sie wird in neuen Geschäftsmodellen, auch zur Miete mit Servicevertrag, an Wasserversorger, Messdienste und die Immobilienwirtschaft geliefert.“
Fazit
Lorenz zeigt eindrucksvoll, wie Kreislaufwirtschaft nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringt, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. „Ich bin immer wieder begeistert, wenn man auf andere Überzeugungstäter trifft. Ich glaube aber, wir haben noch viel zu tun mit denen, die sich für Veranstaltungen wie dem Green Monday heute noch gar nicht interessieren, aber die werden früher oder später auch kommen“, resümiert Mauß.
Weitere Informationen und Kontakt
Weitere Informationen zur Lorenz GmbH & Co. KG finden sich unter lorenz-meters.de. Wilhelm Mauß ist auch auf LinkedIn präsent und kann dort kontaktiert werden.
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