
Wir verbringen täglich mehrere Stunden mit dem Smartphone, sind ständig online oder zumindest empfangsbereit. Doch wir bewegen uns auch durch den öffentlichen Raum, fahren Zug, besuchen Fußballstadien, trainieren im Sportverein. Berndt glaubt, dass wir über die Berührungspunkte mit potenziellen Mitarbeiter*innen in der analogen Welt nachdenken müssen.
Berndt betont, dass es wichtig ist, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Er spricht von der Bedeutung des normalen Bewegungsraums, des Vereins, des Kulturellen. Dort wird natürlich auch über Berufe gesprochen. Vielleicht sucht jemand einen neuen Lkwfahrer. Vielleicht sucht jemandes Schwager aus Kroatien dringend einen Job. So entsteht ein Matching.
Der Wirtschaftsmacher glaubt nicht, dass wir das Analoge gegen das Digitale ausspielen sollten. Stattdessen sollten wir beides besser vernetzen. In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Überbetonung des Digitalen erlebt. Berndt glaubt, dass das Analoge wieder mehr in den Blick genommen werden muss.
Berndt und sein Team haben eine Befragung bei gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in der Logistik durchgeführt. Sie fragten, wo sie unterwegs sind und wo sie idealerweise erreicht werden könnten. Der Sportverein wurde oft genannt. Die Leute trainieren, gehen kicken, heben Gewichte im Fitnessstudio. Sie sind dort ansprechbar und unterhalten sich natürlich auch über ihren Job, ihre Zufriedenheit oder ihre Wechselbereitschaft.
Berndt empfiehlt dem Personalmanagement, wieder stärker hinzuschauen. Wie können sie an diesen Berührungspunkten mit ihrer Arbeitgebermarke sichtbarer werden? Wie könnte das operativ aussehen?
Vielleicht schließt man auch einfach Partnerschaften mit Sportvereinen. Nicht nur zu sagen: „Hey, an diesen zwei Tagen machen wir irgendwie SpeedDating und schauen, was dich beruflich voranbringt.“ Sondern eine dauerhafte Sichtbarkeit herzustellen.
Berndt spricht auch über das Thema Diversität. Er ist davon überzeugt, dass die Logistik in diesem Bereich sogar ein bisschen weiter ist als viele andere Branchen, weil sie ein globales Geschäft ist. Waren sausen rund um den Globus. Dadurch ist die Internationalität in der DNA verankert.
Alle Unternehmen, Handel, Industrie, vor allem, müssen anerkennen, dass Logistik teurer werden muss, damit wir die Menschen besser bezahlen können.
Berndt erläutert, dass das Berufsbild des Lkwfahrers weiterentwickelt werden muss. Er vergleicht den Berufskraftfahrer mit einem Facharbeiter und fordert, dass er gehaltlich dort auch eingestuft werden sollte. Was in so einem Cockpit passiert, ist unglaublich. Ein Berufskraftfahrer, der seinen Job gut macht, braucht ein unfassbares Wissen.
Berndt spricht über seine nächsten Projekte. Mit den Wirtschaftsmachern wird er auch auf der Zukunft Personal Nord in Hamburg vertreten sein. Hamburg ist und bleibt der Logistik-Hotspot.
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