Mehr Experimente im Kundendialog wagen #Streamcamp14

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Livestreaming-Buch

Hannes Schleeh und ich haben schon unsere Autorenexpemplare des Livestreaming-Opus erhalten. Ab dem 4. September können auch die Buchhandlungen und Amazon gestürmt werden, um es zu bestellen. Warum es auch Service-Fachleute kaufen sollten und auch eine Exkursion zum Streamcamp in München am 18. und 19. Oktober erwägen sollten, schildere ich in einer kleinen Hangout-Lesung.

Man sieht und hört sich nächsten Mittwoch bei Bloggercamp.tv, um 20:15 Uhr nach der Tagesschau.

Übrigens:Zwei Drittel der Deutschen laden keine neuen Apps mehr herunter. Schlecht für Service-Apps. Dann doch mehr auf Live-Dialoge setzen.

Siehe auch:

Kundenservice 2.0 – Was ist das überhaupt?

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Über den Untergang der Industriewirtschaft: Wo sind Konzepte für die vernetzte Ökonomie?

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Politikrezepte der Wirtschaftswunder-Zeit greifen nicht mehr

Politikrezepte der Wirtschaftswunder-Zeit greifen nicht mehr

In Deutschland arbeiten im verarbeitenden Gewerbe immer weniger Menschen unmittelbar in der Fertigung, während die Beschäftigung insbesondere bei den für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidenden produktionsnahen Dienstleistungen wie Forschung, Entwicklung, Organisation, Management und Beratung zunimmt. In den exportstarken Branchen wie dem Fahrzeugbau oder dem Maschinenbau war die Entwicklung besonders dynamisch. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

„Auch innerhalb der Branchen findet ein Strukturwandel statt“, sagt DIW-Experte Alexander Eickelpasch.

In den Jahren 2007 bis 2011 ist die Zahl der Industriebeschäftigten, die unmittelbar in der Produktion tätig sind, um 2,5 Prozent gesunken. Dies geht teilweise auf eine steigende Arbeitsproduktivität, teilweise auf den verstärkten Bezug von Vorleistungen, die bisher selbst erstellt wurden, und teilweise auf den verstärkten Einsatz von Leiharbeit zurück. Die Zahl der Personen, die in Industrieunternehmen Dienste erbringen, ist dagegen in diesem Zeitraum um 2,5 Prozent gestiegen. Bei den produktionsorientierten höherwertigen Dienstleistungen ist die Beschäftigung sogar um 4,5 Prozent gestiegen, und hierunter in Forschung und Entwicklung um 5,8 Prozent sowie bei Leitung und organisatorischen Tätigkeiten um 16,0 Prozent.

Dieser Strukturwandel ist Erkenntnissen des DIW in allen Industriebranchen zu beobachten, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. In den international ausgerichteten Branchen mit einer überdurchschnittlichen Exportquote von mehr als 50 Prozent – wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der chemischen Industrie – wächst die Bedeutung dieser Dienste dynamischer als in eher binnenmarktorientierten Branchen wie der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Durch die zunehmende Digitalisierung werden Routinetätigkeiten an Bedeutung verlieren und anspruchsvolle Tätigkeiten an Bedeutung gewinnen – auch in der Fertigung.

So weit, so gut. Wo bleiben aber die ordnungspolitischen Impulse, um uns von der Anachronismen der untergegangenen Industriewirtschaft zu befreien, wie es der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser in seinem Standardwerk “Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945″ ausdrückt. Wo sind klare Konzepte für einen institutionellen Rahmen zu erkennen, um uns auf die Bedürfnisse der nachindustriellen Ära auszurichten? Weder die wirtschaftlichen Eliten noch die öffentliche Meinung waren und sind sich der Realität bewusst, “dass schon Anfang der sechziger Jahre selbst bei stark rohstofforientierten Produzenten, wie der deutschen Großchemie, bis zu zwei Drittel der Wertschöpfung auf der Fähigkeit zur Anwendung von wissenschaftlich basierter Stoffumwandlungsprozesse beruhte”, schreibt Abelshauser in der erweiterten Auflage seines Opus. Seit den neunziger Jahren sind mehr als 75 Prozent der Erwerbstätigen und ein ebenso hoher Prozentsatz der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung durch immaterielle und nachindustrielle Produktion entstanden. Die innere Uhr der politischen Entscheider ist immer noch auf die industrielle Produktion gepolt. Man merkt es an der wenig ambitionierten Digitalen Agenda der Bundesregierung, man erkennt es an den lausigen Akzenten, die in der Bildungspolitik gesetzt werden und man hört es bei den Sonntagsreden der Politiker, wenn es um Firmenansiedlungen geht. Es gibt keine Konzeption für eine vernetzte Ökonomie jenseits der industriellen Massenfertigung aus den Zeiten des Fordismus.

Darüber würde ich gerne einige Fachgespräche via Hangout on Air führen. Wer Lust und Interesse verspürt, soll sich einfach bei mir melden. Hier in den Kommentaren oder per Mail an: gunnareriksohn@gmail.com

Man hört und sieht sich spätestens bei Bloggercamp.tv am Mittwoch, um 20: 15 nach er Tagesschau. Da geht es um Stadtgestaltung und die Zukunft des stationären Einzelhandels.

Siehe auch:

Cyber, Cyber! Die Hymne zur Digitalen Agenda.

DEUTSCHLAND VERLIERT DIE IT-EXPERTISE.

Das Literaturhaus Köln in neuem Domizil

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gsohn:

Sieht gut aus.

Ursprünglich veröffentlicht auf Wortspiele: Ein literarischer Blog:

An diesem Wochenende ist es so weit: Das Literaturhaus Köln bezieht neue Räume und veranstaltet sein Programm nun im Herzen der Stadt Köln. Zurück aus einer längeren blog-freien Zeit, die mich durch den Bayrischen Wald nach Wien und Prag – und von dort zurück nach Köln – führte, sprach ich für die Online-Version des Fachmagazins BuchMarkt aus diesem Anlass mit Bettina Fischer, der Leiterin des Hauses… Im Einvernehmen mit dem Magazin BuchMarkt kann ich dieses Gespräch allen Interessierten auch hier in den „Wortspielen“ vorstellen.

Das Provisorium hat ein Ende - Bettina Fischer, die Leiterin des Literaturhauses Köln, muss selber keinen Entwurf der Hinweistafel mehr halten...

Das Provisorium hat ein Ende – Bettina Fischer, die Leiterin des Literaturhauses Köln, muss selber keinen Entwurf der Hinweistafel mehr halten…

Wolfgang Schiffer: Bettina Fischer, nach vielen Jahren der Ko-Existenz mit dem „Forum für Fotografie“ in der Kölner Südstadt bezieht das Literaturhaus Köln mit seinem Umzug in das älteste Bürgerhaus der Stadt am Großen Griechenmarkt 39 endlich ein eigenes Domizil – und das im Zentrum der…

Original ansehen noch 1.108 Wörter

Tiefenschärfe vom Feinsten! Die Logitech ConferenceCam CC 3000e im Live-Test – Ihr könnt sie beim #StreamCamp14 probieren

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So sieht sie aus, die Bildqualität der Logitech ConferenceCam CC 3000e

So sieht sie aus, die Bildqualität der Logitech ConferenceCam CC 3000e

Bloggercamp.tv-Kollege Hannes Schleeh hat die neue Logitech ConferenceCam CC 3000e für Testzwecke erhalten. Im Hangout on Air haben wir das Gerät schon mal fürs Livestreaming ausprobiert. Erster Eindruck: Eine beachtliche Bildqualität mit einer Tiefenschärfe, die man mit normalen Webcams bislang nicht erzielen konnte.

In meinem Heimstudio und bei Außenveranstaltungen setze ich ja in der Regel die BCC950 von Logitech ein, die mit einem Kugelkopf ausgerüstet ist und 180 Grad-Drehungen mit einer Fernsteuerung ermöglicht. Zoomen geht natürlich auch.

Kompaktes Live-Programm mit wenig Technik

Kompaktes Live-Programm mit wenig Technik

All das kann auch die CC 3000e in wesentlich besser Bildqualität. Auch die Audio-Einheit der Webcam überzeugt durch eine gute Tonqualität. Mit meinem Rode-Mic bin ich im heutigen Hangout nicht besser rübergekommen – schnief.

Für die externe und interne Videokommunikation ist die neue ConferenceCam eine sinnvolle Investition. Beim StreamCamp am 18. und 19. Oktober könnt Ihr die unterschiedlichen Webcams testen. Natürlich auch alle möglichen Varianten von USB-Mics, XLR-Mics (mit Mischpult) und Software. Ihr könnt übrigens auch mit der Technik, die wir zur Verfügung stellen, Formate durchspielen. Fan-TV, Experten-Gespräche, Stammtische, Außenreportagen, Firmen-Events, Podiumsdiskussionen. Bei unserem Barcamp geht es nicht nur um Technik und Software, sondern viel stärker um Inhalte und Anwendungsmöglichkeiten für Blogger, Unternehmen, Verbände, Vereine und Events. Technik betrachten wir nicht als Selbstzweck.

Wir hören und sehen uns dann beim StreamCamp in München.

Wie findet Ihr die neue Logitech?

Technikrevolutionen: Schaut doch einfach ins Kinderzimmer oder beim #StreamCamp14 vorbei

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Von der Radiotheorie zum Livestreaming via Hangout on Air

Von der Radiotheorie zum Livestreaming via Hangout on Air

Für bewegte Bilder und für Audio steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau, ohne Kenntnisse von Ton und Licht sowie ohne schweres technisches Gerät Fernsehen und Hörfunk machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Erfüllen sich nicht die emanzipatorischen Utopien der Schriftsteller Berthold Brecht und Hans-Magnus Enzensberger? Der Rundfunk wäre nach Meinung von Brecht der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.

Der Rundfunk müsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. Seine Gedanken brachte Brecht zwischen 1927 und 1932 und bezogen sich natürlich „nur“ auf den Hörfunk. Er dachte an direkte Interaktion mittels Radio über ein funkbasiertes Telefonkonferenzsystem, das die Enträumlichung der Kommunikation möglich machen sollte und zwar live. Visionäre Gedanken in einer Zeit, wo man über Jedermann-Technologie für den Rundfunk noch nicht einmal in Ansätzen verfügte. Radio und später Fernsehen waren schon aus Kostengründen für Otto-Normalverbraucher unerschwinglich. Ganz abgesehen von den regulatorischen Restriktionen, denn auch das gute alte Radio war schon in den 20er- und 30er-Jahren gebühren- und genehmigungspflichtig. Hauptentscheidungsrecht über Programm, Technik und Wirtschaft besass die Deutsche Reichspost (!). Aber selbst im Jahr 1970, als Enzensberger seinen „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ entwickelte, war man noch weit entfernt von den Bedingungen, die wir heute vorfinden.

Open Channel-Bewegung

Wie auch Brecht fordert er, dass die Distributionsapparate in Kommunikationsapparate umgewandelt werden. Dazu müssten alle Medien offenstehen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ungehindert zu informieren und auszutauschen. Und das gehe nur, wenn man die Trennung zwischen Produzenten und Rezipienten überwindet. Ob die dann produzierten Beiträge dem Gemeinwohl dienen, wie Enzensberger forderte, ist nicht die entscheidende Frage. Der Zugang zu Medien ist wichtiger. Insofern ist Widerspruch angesagt, wenn Medienwissenschaftler wie Joachim Paech die von Brecht und Enzensberger vertretenen Positionen als falsch werten, weil es für die Mehrheit nicht möglich sei, die Technik richtig zu bedienen. Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand diverse TV-Piratensender in den 70er Jahren mit simpler Videorekorder-Technik treiben mussten, um über „Open Channel“ einige Häuser im eigenen Stadtviertel erreichen zu können, wird man den Unterschied zu den Optionen von Diensten wie Hangout on Air schnell erkennen. Damals reichte der Radius nur bis zu regionalen Initiativen, Protestaktionen und Nachbarschaftsfesten. Heute ist beides möglich: Jedermann-TV für die Nachbarschaft – also hyperlokale Formate, die beispielsweise der Marketingexperte Günter Greff für seinen neuen Heimatort Perinaldo in Ligurien plant – und Formate mit internationaler Ausrichtung. Mobil und stationär sind die Möglichkeiten zum Senden und Empfangen von Audio- und Videobeiträgen nahezu unbegrenzt.

Das bekommt auch das klassische Fernsehen zu spüren, nicht nur durch Dienste wie Hangout on Air.Mit Diensten wie Apple TV, Watchever, Netflix oder Amazon wird sich der Niedergang des linearen Fernsehprogramms verstärken. Das TV-Gerät wird wohl auch in Zukunft im Wohnzimmer stehen – also der Bildschirm. Die Inhalte bestimmen aber nicht mehr ARD, ZDF und Co., die Inhalte bestimmen die Zuschauer selber. Die TV-Macher sehen die Gefahr des Niedergangs bislang nicht: Ein Beispiel für Realitätsverdrängung lieferte beispielsweise ZDF-Sprecher Alexander Stock mit Blick auf die Original Channels von YouTube. Hierbei handelt es sich um werbefinanzierte und somit kostenfreie Spartenkanäle.

„Eine Wirkung auf den TV-Markt werden diese webbasierten Plattformangebote nicht haben. Dafür ist die Internetnutzung am TV-Gerät zu gering.“

Die Reaktion von ARD-Programmdirektor Volker Herres geht in die gleiche Richtung:

„Für uns sind neue Themenkanäle keine Konkurrenz. Das Erste werde seine Schwerpunkte anlässlich des Starts des Youtube-Programms nicht verändern.”

Diese Einschätzung könnte sich rächen:

Technikrevolutionen starten im Kinderzimmer

„Es ist besser, eine solche Herausforderung, die zu Beginn nur Teile des eigenen Geschäftsmodells gefährdet, früh anzunehmen und darauf zu reagieren. Denn gerade Werbekunden könnten an den zielgruppenspezifischeren Angeboten der YouTube-Channel einen großen Gefallen finden. Und jüngere Zielgruppen, die bereits heute regelmäßig Youtube nutzen, nehmen das Angebot gerne in Anspruch nehmen. Durch den individuellen Abruf verschiedener Clips kann man nicht nur ein individuelles Spartenprogramm erstellen. Es lässt sich sogar problemlos auf mobilen Geräten wie Handys und Tablet-PCs abrufen – und nicht nur bei Internet-tauglichen Smart-TVs. So besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass sich für immer mehr Nutzer das klassische Lean-Back-TV zu einem Lean-Forward-TV entwickelt. Und man hat den Eindruck, dass beitragsfinanzierten TV-Anstalten darauf nicht vorbereitet sind“, so Professor Ralf T. Kreutzer, Co-Autor des Buches „Digitaler Darwinismus – der (stille) Angriff auf Ihr Geschäftsmodell und Ihre Marke – Welche Macht Social Media wirklich innewohnt“.

StreamCamp Einblick

StreamCamp Einblick

Videokommunikation ist spätestens seit den Erfolgen von Diensten wie Skype oder Google-Hangout ein beherrschendes Thema für Beruf und Freizeit:

„Vor allem die Erfahrungen aus der privaten Nutzung übertragen sich auf die Wirtschaftswelt“, so die Erfahrung von Johannes Nowak, Produktmanager von Aastra, die sich auf Kommunikationstechnologie spezialisiert haben.

Wer wissen will, wie die Kommunikation von morgen aussieht, sollte vor allem einen Blick in die Kinderzimmer werfen oder beim StreamCamp14 vorbeischauen. Dagegen muten viele Büros heute noch altertümlich an. Aber auch das ändert sich. Ausführlich nachzulesen in: Live Streaming mit Hangout On Air: Techniken, Inhalte & Perspektiven für kreatives Web TV. Erscheint im Hanser Verlag http://www.amazon.de/Live-Streaming-mit-Hangout-Air/dp/3446440925/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1409229718&sr=8-1&keywords=Hangout+on+Air

Alle wichtigen Trends der Videokommunikation werden beim StreamCamp am 18. und 19. Oktober in München thematisiert. In Barcamp-Tradition zu niedrigen Preisen ohne Hochglanz-Gequatsche.