Wie Mobile Games-Entwickler zu In-App-Käufen “animieren” – Goldsäcke statt Spielstärke

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Clash

Sohn fragt Sohn (also meinen Sohn Constantin) in einer ichsagmal-Podcast-Folge über das deutsche Starcraft-Finale in Köln und über die Abzocker-Methoden von Mobile Games-Anbietern. Wir werden das fortsetzen in unregelmäßigen Abständen.

Habt Ihr Ideen für weitere Podcast-Produktionen? Würde da gerne mehr machen :-)

Na endlich: Vollprogramm via Livestreaming – #RocketBeansTV startet im Januar

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Pressefoto_Rocket_Beans_TV

Etienne Gardé, Simon Krätschmer, Daniel Budimann und Nils Bomhoff von der Produktionsfirma Rocket Beans starten nach eigenen Angaben ab dem 15. Januar 2015 ihren eigenen 24-Stunden-Streaming-Kanal auf Twitch.tv. Das werde in großen Teilen live stattfinden, enthält aber auch andere eigenproduzierte Elemente.

„Fernsehen findet für unsere Fans hauptsächlich im Netz statt. Warum also den Umweg über TV-Sender gehen?“, sagt Etienne Gardé.

Um den Livestreaming-Kanal optisch zu einem Erlebnis zu machen, wurde das Redaktionshaus der vier Gründer zu einem überdimensionalen TV-Studio umgebaut. Auf drei Etagen verlegte man knapp ein Kilometer Kabel und installierte mehrere Dutzend Monitore.

„Wir können damit aus mehreren Räumen eine Live-Sendung fahren. Alles ist mit unserer Live-Regie verbunden, so dass wir jederzeit zwischen den Dreh-Settings hin- und herwechseln können“, so Arno Heinisch, Geschäftsführer von Rocket Beans.

Es werde ein Mix aus echten Live-Shows und zahlreichen aufgezeichneten Live-On-Tape-Formaten geben – ein Mix aus Giga reloaded und Waynes World 2.0.

Weitere Details gibt es am 18. Dezember ab 19 Uhr in der ersten Live-Show “Bohn Jour”.

Natürlich werden Games eine große Rolle bei Rocket Beans TV spielen. “In den vergangenen Jahren haben wir zu selten das gemacht, was uns eigentlich am meisten Spaß macht: Mit der Community und gegen die Community spielen. Live. Wir gegen euch.”, erläutert Budiman. Mit dem eigenen 24-Stunden-Programm habe man genügend Zeit, allen spannenden Themen und Leidenschaften eine eigene Plattform zu bieten. Bin gespannt. Wir sollten die Jungs zu Bloggercamp.tv einladen, Ende Januar.

Endlich gibt es in Deutschland mal ein Livestreaming-Vollprogramm. In unserem Hangout on Air-Buch konnten wir nur auf Beispiele in anderen Ländern eingehen.

One Central Hub for All Your Content

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gsohn:

Sehr praktisch!

Ursprünglich veröffentlicht auf WordPress.com News:

Last week, we announced a few updates to the WordPress.com interface, including faster stats and enhanced site management on both desktop and mobile devices.

Our push to make all WordPress.com sites faster and easier to access and manage continues. This week, we’re thrilled to unveil a few brand-new features that allow bloggers, publishers, and business owners to run their sites and manage their content from one central hub, no matter what device they’re using.

From new blog post and page management tools to Jetpack site integrations, we hope you enjoy the latest additions as much as we do!

Centralized post management

You can now access all your posts from one convenient location, whether you write one personal blog or publish on multiple sites. Quickly sort through published, scheduled, drafted, or even trashed posts for one or all of your sites at once!

manage-all-posts

A visual preview of each blog post lets you…

Original ansehen noch 291 Wörter

Lebendige BWL-Leichen, überforderte Personalmanager und die Neujustierung der Arbeitsorganisation

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Vinewalk

Die Wirtschaftswoche titelt „HR-Abteilungen – Personaler vergraulen Fachkräfte“ und schreibt „Wenn Betriebe gute Leute finden, geschieht es nicht wegen, sondern trotz der Personaler“.

Das Manager Magazin fragt in der November-Ausgabe „Die Bonsai-Manager – wer braucht eigentlich noch HR?“ und nimmt sich damit der Thematik an, dass DAX-Unternehmen aktuell ihre Personalvorstände abschaffen (SAP, Deutsche Post) und HR in vielen Unternehmen in die esoterische Ecke abdriftet.

Das beschreibt die Probleme des Personalmanagements nur an der Oberfläche. Es geht um die Gestaltung einer vernetzten Ökonomie mit neuen Arbeitskonzepten. Auf diesem Feld hört man von klassischen Personalmanagern wenig:

“Es sind bisher die Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte, die sich Gedanken über die Arbeitswelten der Zukunft und den immensen Einfluss von Digitalisierung, Vernetzung und Globalisierung als Treiber machen. Sie vernetzen Teile, Produkte und Anlagen zu selbststeuernder Herstellung. Sie lenken Entwicklungsprozesse und dringen bis in Vertrieb und Distribution. Aber sie blenden die Mitarbeiter im neuen Arbeits- und Führungskontext aus. Es ist die originäre Aufgabe von Personalern, parallel zu dieser technologischen Entwicklung entsprechende neue Formen der sozialen Arbeitswelt zu schaffen. Sie müssen schleunigst an den Start, sonst werden Personalabteilungen reine Reparaturbetriebe. Reparaturarbeit am Menschen aber, den man am Beginn des Fortschritts vergessen hat, behindert die notwendigen und gewollten Veränderungen”, sagt der ehemalige Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im Haufe-Interview.

Zentralistische Führung und Organisationskonzepte aus dem Industriezeitalter haben nach seiner Einschätzung ausgedient, weil die Souveränitätspotenziale des einzelnen Mitarbeiters größer werden.

“Schließlich gibt es ja auch keinen Zentralrechner mehr, sondern die Cloud.In dieser evolutionären Entwicklung, die durchaus größere Sprünge macht, kann nicht mehr zwischen Produktions- und Wissensarbeiter unterschieden werden. Die bisher noch getrennte Hand- und Kopfarbeit rücken zusammen – und deshalb müssen die Führungs- und Arbeitsstrukturen andere werden. Experten nennen das die Demokratisierung der Produktion”, so Sattelberger.

Die Personalabteilungen müssten in dieser Gemengelage Treiber sein, hinken aber noch hinterher.

“Sie wissen zu wenig über die technologischen und sozialen Kräfte der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Viele sind noch in der Logik industrieller Massenfertigung verfangen, normieren und standardisieren Prozesse. Momentan stabilisieren Personaler damit eher die Verhältnisse statt die kreativen Potenziale selbststeuernder ‘Smart Factories’ für den Menschen zu entdecken.”

Machtstrukturen in Großorganisationen würden die Kreativität töten. Ob flexible Arbeitszeiten, demokratisierte Prozessteuerung oder das temporär befristete Mandat, ein Team zu führen – mit den alten Konzepten des Personalmanagements sei eine zukunftsorientierte Entwicklung nicht möglich.

Feste Hierarchien, machtorientierter Führungsstil, Planungs- und Effizienzdenken in starren Strukturen werde scheitern, prognostiziert VEDA-Geschäftsführer Ralf Gräßler.

Eine reduzierte Betrachtung auf das Personalmanagement reicht also nicht aus. Man müsse das ganze Managementsystem hinterfragen und wohl auch die komplette Betriebswirtschaftslehre.

Anlehnen könnte man die Unternehmensorganisation an agilen Methoden, die man aus der Informatik kennt. Früher dominierten Lasten- und Pflichtenhefte beim Bau von neuen IT-Systemen den Arbeitsalltag. Der Nutzer war in diesem Szenario eher ein Störfaktor.

„Agile Programmiermethoden bauen ein IT-System wie einen App-Store mit vielen kleinen Anwendungen darin. CIO, Systemarchitekten und Vertreter der Anwender entscheiden gemeinsam, welche Funktionen das Unternehmen braucht“, erläutert brandeins-Autor Thomas Ramge.

So sinkt die Gefahr, nach einer langen Planung am Reißbrett ein völlig veraltetes System in Betrieb zu nehmen. Bei der agilen Programmierung werde stärker das Unvorhersehbare einkalkuliert, so Ramge. Unmittelbares Feedback sei möglich. Wenn eine Applikation misslingt, kann sie schnell wieder entfernt und verändert werden – ohne große Flurschäden für das gesamte Unternehmen. Siehe auch: Scrum Kompakt.

Was wir auf jeden Fall erleben, ist der Niedergang eines Manager-Kapitalismus, der auf den Prinzipien „Head down and deliver“ beruhen: Schnauze halten und abliefern, was verlangt wird. Führungskräfte definieren sich selbst gerne als Agenten des Wandels.

„In Wahrheit sind sie meist das Gegenteil, nämlich Advokaten des betriebswirtschaftlich optimierten Status quo. Sie sind ökonomische Fossilien einer Zeit vor der Krise. Innovativ sind die Technokraten-Manager nur bei der Gestaltung ihrer PowerPoint-Folien“, kritisiert Benedikt Herles in seinem Opus „Die kaputte Elite: Ein Schadensbericht aus unseren Chefetagen“.

Das theoretische Fundament habe substanziell versagt und sei moralisch verrottet, urteilt Sattelberger:

„Ideologisch gesehen sind die großen Business Schools doch fast alle lebendige Leichen.“

Buff-Banane.

Was das Personalmanagement auf dem Schirm haben muss, beschreibt der Innovationsexperte Stephan Grabmeier:

“Demokratisierung und Flexibilisierung von Organisationsformen, die digitalen Wertschöpfungsprozesse, New Leadership und agile Managementmethoden wie Scrum, Kanban, Design Thinking oder Lean Start Up. Auch Methoden wie Jams oder Social Forecasting dürfen heutzutage in keinem modernen HR-Werkzeugkoffer fehlen.”

Der Wandel zur vernetzten Ökonomie, die von Digitalisierung, Partizipation, Agilität, Netzwerk-Effekten und Transparenz geprägt ist und die Neujustierung des Personalmanagements stehen im Mittelpunkt der ersten Sendung eines neuen Formats unter dem Titel “Kompetenzgespräche”, die ich in Zusammenarbeit mit der Competence Site von Winfried Felser organisiere.

Thema: Von der aussterbenden Spezies des Personalmanagers. Gäste: Dr. Ralf Gräßler, Thomas Eggert und Winfried Felser. Moderation: Gunnar Sohn.

Termin: Am Freitag, den 19. Dezember ab 17 Uhr.

Ihr könnt Euch über die Frage-Antwort-Funktion auf der Google Plus-Eventseite während der Liveübertragung an der Diskussion beteiligen.

Man hört und sieht sich am Freitag :-)

Siehe auch:

Personalwesen: Was heute schief läuft und morgen anders sein sollte.

Hoffentlich geht der jetzt endgültig in den Ruhestand: BER-Chef Mehdorn tritt zurück.

Alltagsrassismus in der bürgerlichen Mitte

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 Jägerzaun

Mach eine einwöchige Schiffsreise mit 35 deutschen Touristen und Du erfährst eine Menge über die Komfortzone des Alltagsrassisten, über die Lebenswelt der stockbürgerlichen Biedermänner und Biederfrauen, die in Großstädten auf die Straße gehen und gegen die Islamisierung Deutschlands protestieren. Unsere persönlichen Erlebnisse sind sicherlich nicht repräsentativ. Die Sommererlebnisse an Bord eines inselhüpfenden Dampfers mit Übernachtungsmöglichkeit brachten aber wie in einem Brennglas Einsichten in die Lebenswelt des moralisch überlegenen Alltagsrassisten, der ohne mit der Wimper zu zucken von Kanaken und Negern redet, die sein deutsches Leben belasten.

Alles, was das Weltbild in Unruhe versetzen kann, wird als Naivität oder moralistisches Geschwätz abgetan. Und es muss doch noch erlaubt sein, vom Neger oder Kanaken zu sprechen. Schließlich arbeitet der Alltagsrassist hart für Staat, Volk und Familie und hält den Wohlstand zusammen. Für den Alltagsrassisten ist das Leben recht simpel.

Am laufenden Band erzählt er Horrorgeschichten

Er entscheidet, wer zu den guten oder schlechten Ausländern zählt. Da gibt es den guten Griechen, den guten Italiener oder den guten Jugo. Alle drei sind prächtige Exemplare im Wahrnehmungskosmos des Alltagsrassisten, mit denen keine Probleme bestehen. Schließlich zählen sie zu den bevorzugten Anlaufstellen, um sich mit scharfen Zwiebeln, Grill-Spezialitäten, gigantischen Pizzen oder Gyros-Komplett-Menüs den rassistischen Wohlstandsbauch anzufuttern. Regelmäßige Pauschalurlaube in der Türkei sind der Beleg für die polyglotte Lebenskunst des Alltagsrassisten.

Die meisten Bediensteten können Deutsch und sind ja nicht zu vergleichen mit den arbeitsfaulen, unberechenbaren, kriminellen und islamistisch-radikalen Kanaken im eigenen Wohnbezirk. Die schleppen doch nur die vom Staat gewährten Leistungen so schnell wie möglich in ihr Heimatland, um den Alltagsrassisten den wohlverdienten Ruhestand zu versauern. Es müsse in Deutschland endlich mal für Recht und Ordnung gesorgt werden, um diesem Gesindel zu zeigen, wo der Hammer hängt. Wer nicht spurt, wird ausgewiesen, da ihm der Alltagsrassist nicht die Gnade gewährt, zu den guten Ausländern gezählt zu werden.

Am laufenden Band erzählt er Horrorgeschichten von bösen Ausländern, die die Bekannte eines Schwagers erlebt hat oder der Freund eines Arbeitskollegen. Alles ganz schrecklich, alles geduldet von einem Staat, der nicht mehr durchgreift, “wie früher”. Da der Alltagsrassist seine Kontakte auf die guten Ausländer und die Konversation auf das Ablesen der Speisekarte des guten Ausländers beschränkt, reduzieren sich die schrecklichen Geschichten auf Schlagzeilen der „Bild“-Zeitung und die vielen Erzählungen von Bekannten, Verwandten und Freunden, die zur Entourage des Alltagsrassisten zählen.

„Aber“

Hier findet er die nicht endende Bestätigung seiner politischen Grundhaltung, die Deutschland vor dem Untergang rettet, wenn endlich die von Brüssel gesteuerte politische Klasse abgesägt wird und ordentliches Personal in die Parlamente kommt. Nur so lässt sich das Leben des Alltagsrassisten wieder ins Lot bringen. Info-Agenten im Auftrag der guten Sache. Schließlich darf sich Deutschland nicht abschaffen.

Fragen nach persönlichen Erlebnissen über den bösen Ausländer in den vielen Lebensjahrzehnten des Alltagsrassisten beantwortet der Befragte erst mit Schweigen. Nach dreimaligen Luftholen gelingt ihm dann doch noch eine faktenreiche Replik: Er habe schlichtweg Glück gehabt. Auch die Zahl der bösen Ausländer in der eigenen Wohngegend beschränkt sich auf die Finger seiner rechten Hand. „Aber“ seine vielen Verwandten, Bekannten und Freunde seien ja der lebende Beweis für die Untaten des bösen Ausländers. Wie diese Erzählungen von meiner serbischen Frau aufgenommen werden, deren Eltern als „Gastarbeiter“ am deutschen Wirtschaftswunder mitwirkten, kommt dem Alltagsrassisten nicht in den Sinn.

„Du bist doch in Deutschland geboren worden und wirkst gar nicht wie eine Ausländerin.“

Im Gedankenkosmos des Alltagsrassisten wird sie zu den guten Ausländern gezählt. Welche Gnade. Was könnte man dem national gesinnten Alltagsrassisten in sein deutsches Stammbuch schreiben?

Nationalismus lehrt Dich, stolz auf Dinge zu sein, die Du nicht vollbracht hast und Menschen zu hassen, die Du nicht kennst. Dem Alltagsrassisten wird das egal sein. Er hat ja seine Verwandten, Bekannten und Freunde, die sein Vorurteilsbiotop immer aufs Neue speisen und sich nun auch noch kollektiv in deutschen Großstädten auf die Straße wagt.

Siehe auch:

Pegida-Faktencheck: Die Angstbürger

Protestmärsche: Pegida-Anführer sind Polizei als kriminell bekannt

“PEGIDA”-Kundgebungen bedienen diffuse Ängste und spielen mit Emotionen. Fakten spielen oft kaum eine Rolle.