Wie Software den Journalismus verändert

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Technologie

Schon kleine technische Variationen, Erweiterungen und minimale Änderungen der Rahmenbedingungen können etwas völlig Neues auslösen, konstatieren die Podcast-Pioniere Tim Pritlove und Philip Banse in der von Pritlove produzierten Sendung „Lautsprecher“.

Bei Verlagen, TV und Hörfunk erlebt man allerdings häufig eine ausgeprägte Feindlichkeit gegenüber Technologien und Innovationen. Ohne Buchdruck gäbe es doch den ganzen Journalismus nicht, proklamiert Pritlove. Die gesamte Medienbranche sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Software ein redaktionelles Mittel ist. Heute ist es entscheidend, wie komfortabel man kommentieren und publizieren kann, ob die URL für jeden Beitrag einzeln zur Verfügung steht, um sichtbar zu werden. Wie sich ein System verhält, ist nicht mehr in einer Maschine integriert, die im Keller steht und vor sich hin dampft. Die Technologie ist ein entscheidender Faktor des Journalismus und die Programmierer sollten ein wichtiger Bestandteil von redaktionellen Teams sein. Die Software muss Schritt halten, um moderne Berichterstattung zu garantieren und um Sendungen interaktiv zu präsentieren.

An dieser Stelle scheitern TV, Hörfunk und Verlage, die sich aus dem Joch ihrer IT-Abteilungen nicht befreien und den Herrschaftsansprüchen der CIOs wenig entgegensetzen. Bei Bloggercamp.tv konnten wir das schon häufig erleben. Redakteure prallen an der Firewall ihrer IT ab und müssen die Live-Hangouts nach Feierabend in die eigenen vier Wände verlegen.

Es sind in Deutschland eben doch nur kleine Stellschrauben, die Medienrevolutionen behindern. Ausführlich morgen in meiner The European-Kolumne nachzulesen.

Die digitale Bräsigkeit ist nicht nur auf Politik und Wirtschaft beschränkt.

Kein überraschender Befund: Deutschland fehlt die Vision einer digitalen Gesellschaft. Aber Google Glass als Foto für diese Story zu nehmen, ist schon etwas merkwürdig. Von dieser Vision hat sich ja nun der Mountain View-Konzern sang- und klanglos verabschiedet.

Wenn sich Medien öffnen, wird wohl diese Frage sofort auf den Tisch kommen: Wie hart soll man gegen Trolle vorgehen?

Telekom-Chef Höttges und die industrielle Glaubenskongregation – Wie man die digitale Transformation verpennt #nöcbn

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Ursprünglich veröffentlicht auf Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen:

Käsekuchen-Gespräche

Telekom-Chef Tim Höttges weinte sich vor einigen Wochen in einem Zeitungsinterview die Augen aus, weil der böse Internetkonzern Google so mächtig ist:

„Kein anderes Unternehmen in der Welt sammelt so viele Daten. Und kein anderes Unternehmen der Welt verwertet sie so gewinnbringend“, moniert der Netzbetreiber-Boss gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Das sorge für „erhebliche Wettbewerbsverzerrungen“. Höttges rügt insbesondere den Umgang mit Daten durch Google.

Für Google würden andere Regeln als für die Telekom gelten, die sich an deutsche Datenschutzgesetze halte. Entsprechend müssen jetzt wohl EU, Bundesregierung, NATO, UNO, Polizei oder Feuerwehr aktiv werden, um den Mountain-View-Laden endlich zu regulieren oder gar zu zerschlagen. Um Datenschutz geht es den Telekomikern aber gar nicht.

Die Vertreter der alten Wirtschaftswelt fürchten sich vor dem digitalen Tsunami, der selbst vor Handwerkern der Gas-Wasser-Scheiße-Branche nicht haltmacht. Google und Co. drängen in altehrwürdige Industrien ein mit einer Netzlogik, die von den Wirtschaftskapitänen der Deutschland AG als Bedrohung…

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[DE] Von Excel-Führungskräften, Berichtsorgien und Planungsillusionen – Ein Ergänzung zu @gsohn

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Ursprünglich veröffentlicht auf Digital Naiv:

“Statt auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, verstecken sich die Excel-Führungskräfte hinter Berichtsorgien und Kennzahlen-Management.

Eine Organisation im Optimierungswahn über bürokratische Prozesse fördert die kollektive Dummheit in Unternehmen. Exzellenz, Aufbruchstimmung und visionäres Denken lässt sich nicht verwalten “oder in Listen und Tabellen organisieren – und schon gar nicht aus Vergangenheitsdaten extrahieren”, moniert Dueck. Bestleistungen erzeugt man nicht mit Kontrollen, sondern mit Freude und Leidenschaft.

… Die Excel-Tabelle von heute bildet das Geschehen von gestern ab. Auf der Strecke bleibt die Gegenwart. In einer Excel-Ökonomie aus Ängsten, Planungsillusionen und sinnlosen Kontrollschleifen gedeiht weder Vertrauen noch wirtschaftliche Prosperität.”

via Digitale Bräsigkeit und veraltete Management-Methoden – Über die kollektive Dummheit in deutschen Unternehmen | Ich sag mal.

Gunnar Sohn und mein ebenso geschätzter, ehemaliger Kollege Gunter Dueck sprechen bzw. schreiben mir aus der Seele. Natürlich ist die Problematik vielfältiger und nicht nur auf Deutschland begrenzt. Der Druck, jedes Quartal gute…

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Nutzerzahlen für Facebook, Twitter und Co. in Deutschland gemäß We Are Social

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gsohn:

Gute Datenbasis für’s Social Web

Ursprünglich veröffentlicht auf daniel rehn – digitales & reales:

Kaum eine Frage wird mir von meinen Kollegen so oft gestellt wie “Daniel, hast du Nutzerzahlen für XYZ in Deutschland?”. Dabei ist es unabhängig, ob es sich um Facebook handelt, die wenigstens Zahlen kommunizieren, oder aber Angebote wie Twitter oder Instagram, die einen Teufel tun, um regionale bzw. nationale Zahlen zu nennen. Da bleibt man lieber bei weltweiten Monthly Acitve Users. Das ist okay. Das ist legitim. Sorgt aber immer dafür, dass ich für halbwegs zuverlässige Schätzungen, die nicht auf gänzlich veralteten Zahlen beruhen, diverse Querverweise und -rechnungen aufziehen muss.

Umso dankbarer bin ich für die weltweiten Zahlen zur Lage der digitalen Welt, die We Are Social Singapur regelmäßig via Slideshare veröffentlicht. Erst diese Woche wurde “Digital, Social & Mobile in 2015” publiziert, was zum Jahresanfang wie eine Vermessung des Internets zu verstehen ist. Es ist immer wieder ein Quell der Freude darin zu stöbern und ich…

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WhatsApp Comes To The Desktop

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Ursprünglich veröffentlicht auf TechCrunch:

whatsapp

Are you one of the 600 million people on WhatsApp? Do you grow tired of having to type all of your messages through your phone? Good news!

There’s now a desktop version.

It’s a web app rather than a native client — and for now, at least, it seems to only play friendly with Google Chrome.

But if you’re ready to dive in, you can find the new web-ready version of WhatsApp right over here…

One weird catch: to log in on the desktop, you have to take a picture of a QR code through WhatsApp on your phone. This is necessary, presumably, because WhatsApp uses your phone number and SMS verifications rather than usernames/passwords. This currently works on Android, Windows Phone, and BlackBerry… but “due to Apple platform limitations” (WhatsApp’s words, there — we’re not sure what limitations they mean), iOS users are left out in the cold.

On…

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