Der Roboter als Fitnesstrainer – Künstliche Intelligenz stellt sich auf den Menschen ein

Japan ist das Land der Automaten. „Man findet sie sprichwörtlich an jeder Straßenecke, auch in den abgelegensten Winkeln des Inselstaates. Selbst in Tempelanlagen und auf den heiligsten Berg der Japaner, den Fuji-San, sind sie vorgedrungen. Die Rede ist von den stummen, immerbereiten Verkäufern Japans, den Jido-Hanbai-ki“, schreibt Robin Loch in einer Beilage für das Fachblatt Catering Management http://www.catering.de. Dabei entwickeln sich die Automaten immer weiter. „Die berühmt-berüchtigte japanische Erfindungswut treibt die Perfektionierung dieser Spielzeuge ständig gnadenlos voran“, so der Autor. Unter anderem würden die Geräte so konzipiert, dass „Kinder, Ausländer, alte und behinderte Menschen die Geräte gleichermaßen intuitiv bedienen können.“

Doch Japans Automatenlust geht noch viel weiter: Das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology http://www.aist.go.jp/index_en.html plant in Kooperation mit einem Roboterhersteller einen 60 Zentimeter großen humanoiden Roboter, der als Fitnesstrainer agiert. Er soll älteren Menschen verschiedene Gymnastikübungen zeigen, mit denen diese sich fit halten können. Wie Menschen und Maschinen miteinander kommunizieren, fasziniert schon seit Jahrhunderten die Forschung. Und die Geschichte der Roboter, die damit einhergeht, ist älter als man glaubt. Da war der  Trompeterautomat aus dem 19. Jahrhundert, da war Maschinen-Maria aus dem Stummfilmklassiker „Metropolis“ oder der vom Schweizer Henri Maillardet konstruierte Automat, der in der Lage war, Landschaften zu zeichnen und auf Englisch und Französisch zu schreiben.

 

Heute gehört ein Roboter nicht nur zur Grundausstattung vieler Kinderzimmer. Auch Seniorenheime machten bislang positive Erfahrungen. „In Japan wird der künstliche Heuler schon länger in der Altenpflege eingesetzt – jetzt testen auch Heime in Deutschland die Kuscheltiere als Begleiter für ihre Bewohner“, berichtet die Aachener Zeitung http://www.az-web.de über einen Streichelroboter in Robben-Outfit. „Der Unterschied zu einfachen Kuscheltieren sei die künstliche Intelligenz: Der Roboter besitze eine ausgeklügelte Software und werde erst dadurch liebenswert“, zitiert die Zeitung William Banks von der Saint Louis Universität im US-Bundesstaat Missouri. „Die Robotik ist eine Antwort auf die Probleme, die die alternde Gesellschaft mit sich bringt. Und eine Möglichkeit, sich als Exportnation auf dem Weltmarkt zu halten“, beschreibt die Financial Times Deutschland http://www.ftd.de die Verbreitung der Roboter auch auf dem Gesundheitsmarkt.

 

Die Maschinen kommen dem Menschen dabei immer näher und stellen sich auf ihn ein. Das beweist auch die Entwicklung der Sprachtechnik. „Das hat mit mechanischen Mitteln im 18. Jahrhundert schon der Hofrat Wolfgang Baron von Kempelen am Hofe von Kaiserin Maria Theresia unter Beweis gestellt. Die Sprechmaschine von Kempelen folgte den Ideen der Aufklärung und sollte Gehörlosen eine vernehmbare Stimme verleihen. Dabei war Kempelen, wie später Charles Wheatstone oder Alexander Bell, davon überzeugt, dass sich die Konstruktion sprechender Maschinen am Vorbild des menschlichen Artikulationsapparats zu orientieren hätte. Dieser Forschungsansatz hat sich auch heute nicht wesentlich geändert. Softgesteuerte Sprachdialogsysteme müssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will“, resümiert Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de.

Hackerszene treibt iPhone-Entwicklung voran: Experten rechnen mit neuer Mobilfunkstrategie von Apple – Providerbindung schränkt Verkaufserfolg ein

Nach Spekulationen von Ezra Gottheil, Analyst bei Technology Business Research http://www.tbri.com, werde Apple sein Geschäftsmodell für das iPhone aufgeben und die Telefone auch ohne Providerbindung verkaufen. Damit hätte sich auch die Umsatzbeteiligung erledigt, die Apple mit seinen exklusiven Partnern vereinbart hat. Gottheil schließt aus Apples Zuversicht, in diesem Jahr zehn Millionen iPhones zu verkaufen, auf ein ungebundenes Handy. Bislang seien die Verkaufszahlen enttäuschend. Die britische „Times“ berichtete, dass die europäischen Anbieter große Verluste mit dem Apple-Handy machen würden. Die Handyprovider hätten sich gründlich verkalkuliert. So sei man davon ausgegangen, im vergangenen Jahr etwa 500.000 bis 600.000 iPhones in Europa absetzen zu können. Gerade einmal 330.000 Exemplare gingen bis Dezember über die Ladentheken.

 

Die Providerbindung war nach Expertenmeinung von Anfang an ein Fehler. Sie würde nicht der Kundenphilosophie des Steve Jobs-Kozerns entsprechen und wirke sich kontraproduktiv für das Image aus. Apple könnte über Business Process Outsourcing-Verträge das iPhone als eigene Mobilfunkmarke etablieren – als virtueller Netzbetreiber (MVNO). Stattdessen mache man den Kauf des mobilen Endgerätes vom Wechsel des Netzbetreibers abhängig. „Apple könnte als MVNO sogar weltweit auf Outsourcing-Modelle setzen und völlig frei am Markt agieren“, empfiehlt Omar Khorshed, Vorstandschef des Dienstleisters acoreus http://www.acoreus.de in Düsseldorf.

 

Apple habe mit seinen „iProducts“ die Endkundenmärkte kräftig in Bewegung gebracht, weil sie perfekt den „iCustomer“ adressieren. „Der Kunde, der seine Konsumgüterprodukte danach auswählt, wie sie sich in seinen persönlichen Lebensstil einpassen, steht im Fadenkreuz der Produktentwickler von Apple. Wenn Apple nun seinen Kunden abverlangt, seine Produkte nur mit bestimmten Infrastrukturanbietern zu nutzen – ist das nichts als ein Schlag ins Gesicht der Kundschaft, die ja gerade Apple wählt, um ihre individuellen Bedürfnisse zu befriedigen“, kritisiert Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days http://www.voicedays.de  und Co-Autor der Studie „Praxisleitfaden Mobile Marketing“ http://www.absatzwirtschaft.de/mobile-marketing.

 

Die Providerbindung führte mit einem Marktanteil von 10 bis 15 Prozent zu einem florierenden Graumarkt. Besonders die Hackerszene, für die das iPhone als vollwertige Linux-Maschine geradezu ein „must have” darstellt, sah die Providerbindung als Herausforderung an. So wurden die „Hacks” für die freie Verwendung des iPhones schneller veröffentlicht, als die meisten Nutzer das neue Update auf ihr „legales” Gerät herunterladen konnten. Der Graumarkt hat nicht nur negative Effekte, meint der Mobilfunkexperte Steimel: „Die Hackerszene treibt die Entwicklung von Anwendungen für das iPhone voran: Erst ein lebendiges Ecosystem aus einer Fülle von Anwendungen für Geschäfts- und Privatkunden schafft die Basis für Umsätze mit iPhone-Software und könnte so erfolgreich werden wie iTunes.“ Insgesamt sei die Providerbindung falsch, weil Apple künstlich den adressierbaren Markt einschränkt.

 

„Die Providerbindung hat Apple mehr geschadet, als die Umsatzanteile dem Giganten aus Cuperino kurzfristig beschert haben: Denn viele potenzielle Kunden und Multiplikatoren können aufgrund ihrer Vertragslage mit einem anderen Provider nicht auf das iPhone wechseln, weil sie dann einen eventuell noch 22 Monate laufenden Vertrag weiterbezahlen müssen. Deutlich wird der Unsinn, wenn man das Modell auf das MacBookPro überträgt. Die Arbeitsmaschine vieler Kreativer wäre doch vermutlich so unverkäuflich wie ein alter Gummistiefel, dürfte man sie nur mit einem DSL-Vertrag eines speziellen TK-Anbieters nutzen“, so der Einwand von Jens Klemann, Geschäftsführer der Bad Homburger Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de.

 

Apple sollte als virtueller Mobilfunkanbieter mit einem eigenen Mobilfunktarif kostengünstige iTunes-Downloads ermöglichen.Man darf davon ausgehen, dass die Kalifornier bereits intensiv darüber nachdenken, als MVNO mit attraktiven Tarifen an den Markt zu gehen“, spekuliert Klemann. Vor allen Dingen in einer Kopplung mit einem großen Hot-Spot-Anbieter für WLAN würde die Apple-Welt noch stimmiger und nahtloser. Apple käme zudem in den Besitz der Kundendaten und Userprofile, die für die Weiterentwicklung der Produkte und Dienste von höchstem Wert sind.

„Jedes Mal, wenn ein Kunde online geht, wächst sein Service-Anspruch beim Kiosk an der Ecke“

Obwohl die Softwaretechnologie heute alles automatisiert und Routineprozesse abwickelt, sind nach Ansicht des amerikanischen Marketingexperten Don Peppers die meisten Call Center noch zu wenig mit entsprechenden Lösungen ausgestattet – sie sind „unter-automatisiert“:

„Das ist schlecht. Wenn die verfügbare Software aber irgendwann zum Einsatz kommt, passiert Folgendes: Immer mehr Aufgaben und Prozesse, die sich automatisieren lassen, werden online abgewickelt, sie wandern ins Internet. Warum sollte ein Kunde darauf warten, mit jemandem sprechen zu dürfen, wenn er sich auf einer Internet-Seite selber helfen kann? Heute nutzt auch jeder den Geldautomaten und niemand geht mehr an den Geldausgabeschalter zum Bankangestellten. Call Center werden in Zukunft also zunehmend gebraucht, um Ausnahmefälle zu klären, also solche Dinge, die sich im Vorfeld nicht automatisieren lassen, oder Anfragen, die durch das normale Raster fallen“, sagt Peppers im Interview mit der Fachzeitschrift isreport.

Bei den Call Center-Agenten sei deshalb ein gesundes Maß an Urteilsvermögen und Kreativität vonnöten. Man brauche motivierte und entschlussfreudige Mitarbeiter.

„Die Softwaretechnologie kann dabei nur unterstützen. Zukünftig wird es im Call Center weniger Mitarbeiter geben, von denen jeder einzelne aber wichtiger wird“, so der Autor des Buches „Rules to break and laws to follow“ (VCH Wiley-Verlag).

Der steigende Anteil der Automatisierung und die immer intelligenter werdenden Self Service-Angebote werden sich nach Ansicht von Peppers auf die gesamte Wirtschaft auswirken:

„Jedes Mal, wenn ein Kunde online geht und großartigen Kundenservice von Amazon, eBay oder Google bekommt, wächst auch sein Service-Anspruch beim Kiosk an der Ecke.“

Ein Kunde ertrage keinen Verkäufer mehr, der nicht weiß, wo die Ware liegt oder der nicht in seiner Pause gestört werden will.

„Die Exzellenz im klassischen Kundenservice und beim Servicedesign muss in den nächsten Jahren deutlich verbessert werden, sonst werden viele Jobs über die Klinge springen“, prognostiziert Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days.

Der Fachmann für automatische Spracherkennung hält Unternehmen für zukunftsfähig, die komplexe Technik möglichst simpel nutzbar machen, das Plug-and-Play-Prinzip beherrschen, auf Produktästhetik achten und im Kundenservice auf persönliche und individuelle Wünsche eingehen.

„Alles andere läuft über Maschinen besser. Es dauert nicht mehr lange, dann können Automaten auf die Stimmungslage des Benutzers reagieren, einen Griesgram mit Humor freundlich stimmen, den Gestressten zügig bedienen und den Ratsuchenden mit ausführlichen und genauen Informationen versorgen – muffelnde Call Center-Agenten, dümmliche Beratung von der Stange, bürokratische Organisationen, überflutete Wartezimmer beim Onkel Doktor, Terminschlampereien von Kfz-Betrieben, Warteschleifen am Telefon oder genervtes Verkaufspersonal kann sich niemand mehr leisten“, warnt Steimel.

Der Kölner Wissenschaftler Bernd Vorwinkel geht in seinen Analysen sogar noch weiter. Er sieht die künstliche Intelligenz im Alltag und Arbeitsleben unaufhaltsam auf dem Vormarsch.

„Da die künstliche Intelligenz noch nicht über ein eigenes Bewusstsein verfügt, ist sie der menschlichen Arbeitskraft besonders dort überlegen, wo die Tätigkeit auf die Abarbeitung festgelegter Abläufe zurückgeführt werden kann. Damit sind die Bereiche betroffen, in denen keine große Kreativität gefordert wird“, schreibt er in seinem Opus „Maschinen mit Bewusstsein – Wohin führt die künstliche Intelligenz“.

So seien praktisch alle Berufe im Bankenwesen und in der Industrieproduktion im Prinzip schon jetzt durch künstliche Intelligenz ersetzbar. „Selbst bei so anspruchsvollen Tätigkeiten wie der Verwaltung von Aktienfonds haben Computerprogramme in der Regel größeren Erfolg als Menschen…Die Massenproduktion in der Industrie wird schon in naher Zukunft ausschließlich von Computern und Robotern ausgeführt werden können. Auch in der Landwirtschaft werden computergesteuerte Maschinen die Bearbeitung der Nutzflächen bis hin zur Ernte übernehmen“, so die Vorausschau von Vorwinkel. Ähnlich sieht es Steimel:

„Früher brauchte man die Produktion nur auf Masse trimmen, um die Produktivität zu erhöhen. Im Zeitalter der Dienstleistungsökonomie funktioniert das nicht mehr. 70 Prozent der Führungskräfte im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft verbringen ihre Arbeitszeit mit dem Rücken zum Kunden. Das müssen wir umkehren. Heute liegt die Aufgabe darin, im Kundenservice klüger zu arbeiten und sich vom alten Denken des industriekapitalistischen Zeitalters der Massenproduktion zu verabschieden“, fordert Steimel.

Produktivitätssteigerungen könne man bei Dienstleistungen nur über eine Bildungs- und Wissensoffensive erreichen. Wer diese Transformation am besten und schnellsten bewältige, werde das 21. Jahrhundert wirtschaftlich dominieren.

„Das haben viele in unserem Land immer noch nicht begriffen. Erst vor sieben Monaten bescheinigte die OECD dem deutschen Bildungssystem dramatische Mängel. Deutschland war unter 30 Industrienationen abgerutscht von Platz 10 auf Platz 22, viel zu wenig junge Leute studierten. Die heute 45- bis 64-Jährigen weisen bessere Bildungsabschlüsse auf als die 25- bis 34-Jährigen. Der Bildungsstand der Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten zum wichtigsten Faktor für Wohlstand und Wirtschaftswachstum“, resümiert Steimel.

Die Autoren Stefan Bonner und Anne Weiss beschreiben den Bildungsabstieg in ihrem Buch „Generation Doof“ noch drastischer. In der jungen Generation gebe es immer mehr geistige Totalschäden: „Grazile Models, deren Gehirn anscheinend so schlank ist wie ihr Körper, und Schüler, die hart auf eine Hartz IV-Karriere hinarbeiten, sind nur die Ausläufer einer großen Intelligenzschmelze. Die Dummheit geht um in Deutschland.“

Unternehmensberater Jarvis hält Microsoft-Yahoo-Zusammenschluss nicht für sinnvoll: Entscheidungsschlacht um Hoheit des mobilen Internets – Das Handy als Antwortmaschine

Der amerikanische Unternehmensberater Jeff Jarvis http://www.buzzmachine.com hält einen Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo nicht für sinnvoll. Der Gründer von „Entertainment Weekly“ erklärte im Interview mit dem Handelsblatt http://www.handelsblatt.com , dass Microsoft nur versuche, Reichweite zu kaufen. „Das ist die Sicht der Alten Medien: Sie kontrollieren Inhalten, vermarkten ihn, damit Leute herbeikommen, zeigen denen Werbung und verabschieden sie wieder“. Der Google-Weg sei besser. Man müsse seine Inhalte, seine Marke, seine Werbung exportieren und einbetten, so wie es Google mit Adsense, Youtube-Videos oder Google Maps macht. „Ich glaube, Yahoo und AOL sollten beide diesem Beispiel folgen, sie sollten alles, was sie haben, exportierbar machen und eine Plattform werden, auf der Individuen und Unternehmen Inhalte erstellen und vermischen, vielleicht sogar ein neues Geschäft starten“, empfiehlt Jarvis im Handelsblatt-Gespräch.

 

Microsoft versuche sich die Online-Strategie zu kaufen, die sie selbst nicht aufbauen konnten. Das sieht der Düsseldorfer Internet-Analyst und Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel http://www.voicedays.de ganz anders. „Beim Übernahmekampf geht es auch um die Hoheit des mobilen Internets. Die Argumente von Jarvis konzentrieren sich zu sehr auf den Status quo des stationären Internets. Hier können Microsoft und Yahoo gegen Google keinen Blumentopf mehr gewinnen. Die Entscheidungsschlacht spielt sich auf dem Feld des mobilen Internets ab“, erwidert Steimel.

 

Und hier spiele die Technologiekompetenz bei der Sprachsteuerung eine entscheidende Rolle. „Mit dem Handy kommen Menschen ins Internet, die den Weg über den PC nie genutzt haben oder nutzen werden. Aufgrund des Formfaktors, den Screengrößen, Bedienungslimitierungen und verfügbaren Bandbreiten muss die Suche, also der primäre Zugang zu allen Inhalten und Diensten, auf dem Handy erschwerten Anforderungen gerecht werden. Sie muss sich zur Antwortmaschine weiter entwickeln, die aus der Verknüpfung von Web 2.0 und dem Semantischen Web richtige ‚Antworten’ produziert, statt lange Linklisten auszuspucken. Zudem muss die mobile Suche einfach zu bedienen sein“, weiß Steimel.

 

Wer von den Suchanbietern schließlich das Rennen gewinnen werde, hängt nach seiner Auffassung davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten. Und auch bei der Marktmacht hat Google noch die Nase vorn. Auf der ersten Seite der meisten TK-Unternehmen, die ihren mobilen Kunden eine Suche anbieten, steht in der Regel die mobile Google-Suche, nicht die von Yahoo oder Microsoft Live Search“, führt Steimel aus. 

Microsoft habe sicher auch gute Leute, aber auf den Portalen der TK-Unternehmen noch keine relevante Präsenz. „Dafür kommt Microsoft aber über die Betriebssysteme ‚von unten’ in den Markt. Wenn sich der Tanker einmal in Bewegung setzt, ist er schwer zu bremsen. Gelingt es Microsoft, Windows Mobile ähnlich wie Windows XP im PC-Markt zum Quasistandard für Betriebssysteme bei Smart Phones zu machen und die Infrastrukturen mit den Communication Servern flächendeckend zu verbreiten, kann der Redmond-Konzern Google vielleicht noch kontern“, erläutert Steimel. Yahoo habe nicht so gute Karten. „Bei einem Zusammenschluss mit Microsoft würde sich das allerdings schlagartig ändern“, resümiert Steimel.

Mit Mausklick und Spracherkennung ins Rathaus – Automatisierung soll Behördengänge vereinfachen

Über die Hälfte der Deutschen hat einer Forsa-Umfrage zufolge schon einmal die Homepage der eigenen Stadt- oder Gemeindeverwaltung genutzt. 44 Prozent davon hat spezielle Informationen benötigt, 15 Prozent war zum Download von Dokumenten online im Amt. Weitere 9 Prozent haben direkt online Formulare ausgefüllt. Vieles lässt sich inzwischen mit wenigen Mausklicks online erledigen, aber vieles ist auch noch verbesserungsfähig. Fragt man den Deutschland-Chef von Microsoft http://www.microsoft.de, Achim Berg, welche Weiterentwicklung in der Informationstechnik (IT) er herbeisehnt, fällt die Antwort im Sinne vieler Bürger aus: „Dass Verwaltungs- und Behördengänge allesamt online zu erledigen wären“, betont Berg im Interview mit dem Mittelstandsmagazin Impulse http://www.impulse.de.  „Was gestern noch Technikfreaks vorbehalten war, ist morgen für weite Teile der Gesellschaft nutzbar“, so die Erwartung von Berg in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft, durch die immer mehr Geräte – Handy, Kamera, Internet, Fernsehen – verschmelzen. Er ist zudem der Meinung, dass die Gerätesteuerung über Sprache in einigen Jahren zur Regel wird. Ein Computer würde sich dadurch wesentlich intuitiver bedienen lassen. „Nach dem Einschalten ist er sofort einsetzbar. Außerdem ist er die Medienzentrale im Haushalt“, so die Vision des Microsoft-Managers.  Viele Unternehmen, Länder und Kommunen stellen sich unter dem Aspekt der Vereinfachung und Einsparung die Frage nach der Automatisierung von Auskunftsdiensten und Dienstleistungen. Sprachgesteuerte Telefonservices in Berlin oder Augsburg zum Beispiel bieten verschiedene Möglichkeiten wie Informationen zu Kfz-Zulassungen, Ausweisen, Meldewesen und Führungszeugnissen, Lohnsteuerkarten sowie die Weiterleitung zu Sachbearbeitern der Verwaltung. „Die Diskussion um den Einsatz von Sprachcomputern im telefonischen Kundenservice wird häufig auf das Kostenargument verkürzt. Dabei richtet kein Unternehmen und keine Behörde diese Dienste ein, um Geld zu sparen, sondern um den eigenen Service für die Bürger zu verbessern“, so die Erfahrung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.com.  Mittlerweile ließen sich immer mehr Dienste und Geräte über Sprache steuern. Nach Ansicht von Marktexperten wird sich die Sprachtechnik mit natürlicher Spracherkennung in fast allen Wirtschaftsbranchen etablieren. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA http://www.ipa.fraunhofer.de in Stuttgart beschäftigt sich mit dem industriellen Einsatz der Sprachtechnik. Möglichkeiten sieht man bei Instandhaltung, Logistik, Qualitätsmanagement, Reklamationsbearbeitung, Facility-Management und der Unternehmensorganisation. Mit Hilfe von Sprachapplikationen kann der Nutzer freihändig und konzentriert arbeiten. Weil die heutigen Systeme eine natürlich-sprachliche Eingabe erlauben, können Arbeitsprozesse gestrafft werden. So sind Techniker beim Luft- und Raumfahrt-Giganten EADS http://www.eads.com mit einem kleinen Computer und Headset mit Mikrofon ausgestattet. Per Spracheingabe können sie während der Arbeit etwa in einem engen Triebwerk durch das Menü des Rechners steuern und bekommen Anweisungen auf dem PDA angezeigt oder durchgesagt.  Sprachdialogexperte Lupo Pape prognostiziert, dass sich die Intelligenz der Sprachcomputer immer mehr verbessert: „In beruflichen und privaten Angelegenheiten werden sie bald unverzichtbar sein“. Sein Unternehmen arbeitet an entsprechenden Software-Lösungen. Virtuelle persönliche Assistenten sollen dabei nicht nur per Spracherkennung Telefonverbindungen herstellen und das SMS-Diktat auf dem Handy ermöglichen, sondern in Verbindung mit einem Service wie Wikipedia oder Google auf anspruchsvollere Fragen wie „Wer war Simone de Beauvoir?“ oder „Wo ist das nächste Starbucks-Cafe?“ Antwort geben.

Abschied vom Homo oeconomicus: Für Manager der alten Welt ist kein Platz mehr – Die Blase des kurzfristigen Profits platzt

Kein Arbeitgeber kann die Motivation seiner Mitarbeiter juristisch einklagen. Wie will man nachweisen, dass jemand weit unter seinen Möglichkeiten bleibt? Jeden Manager und selbstständigen Unternehmer muss es jedoch brennend interessieren, wie die Leistungsbereitschaft angespornt werden kann. Nach der Devise „Geld regiert die Welt“ meinen viele, die Höhe des Gehalts sei entscheidend für die Motivation der Angestellten. Dass dies keine Allgemeingültigkeit besitzt, zeigt sich unter anderem darin, dass die höchstbezahlten Manager nicht immer die erfolgreichsten sind. 

„Der Homo oeconomicus ist tot. Immaterielle Werte wie Fairness und Vertrauen können die Effizienz der Wirtschaft mehr steigern als strikte Eigennutzorientierung”, sagt Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn http://www.emp.uni-bonn.de/index.php?id=2485 und Leiter des von dem Nobelpreisträger Reinhard Selten gegründeten Laboratoriums für experimentelle Wirtschaftsforschung. Falk ist kein Nobody. Der erst Vierzigjährige hat bereits den Ruf an ausländische Universitäten abgelehnt und publiziert in renommierten internationalen Fachzeitschriften.Für ein breites Publikum hat Falk seine These von der empirischen Haltlosigkeit des Homo oeconomicus jetzt in der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de dargelegt. Motivation der Mitarbeiter, so sein Ausgangspunkt, ist ein zentrales und schwieriges Problem, dem sich das Management eines Unternehmens stellen muss. Denn „Ziel guter Führung sind motivierte Arbeitnehmer“. Variable Entlohnungsschemata und Anreizverträge sind nicht der Weisheit letzter Schluss. „Laborexperimente, groß angelegte und repräsentative Befragungsstudien und neurowissenschaftliche Untersuchungen mit bildgebenden Computertomografie-Verfahren belegen eindrucksvoll die empirische Haltlosigkeit einer uneingeschränkten Eigennutzhypothese“, führt Falk aus.

„Experimente und Studien zeigen statt dessen, dass Arbeitnehmer, die fair behandelt werden, motivierter sind. Wer sich unfair behandelt fühlt, igelt sich ein und sabotiert im schlimmsten Fall die Ziele der Unternehmensführung. Außerdem zeigt Falk auf, dass Misstrauen die Leistungsbereitschaft eingrenzt. Wer finanzielle Anreizsysteme daran koppelt, dass jeder Arbeitsschritt der Mitarbeiter genauestens beobachtet wird, schreckt vor allem die Fleißigen ab“, so Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, Modernes Personalmanagement arbeite nicht ausschließlich mit Anreizsystemen, sondern bemüht sich aktiv darum, den Mitarbeitern Freiräume zu schaffen, ihnen Verantwortung zu übertragen. Dadurch signalisiert man Vertrauen. „Mitarbeiter fühlen sich anerkannt und ‚zahlen’ zurück – in Form von Engagement für die Sache“, so die Schlussfolgerung von Nadolski.

 Fredmund Malik http://www.malik-mzsg.ch hat es einmal folgendermaßen ausgedrückt: Kein echter Liberaler habe jemals Individualismus und Egoismus verwechselt. Der „Verhaltenskrüppel der Wirtschaftswissenschaften“, der Homo oeconomicus, sei erst lange nach Adam Smith geboren worden. Ähnlich sieht es der IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck http://www.omnisophie.com: „Wir sind kein Homo oeconomicus. Wir sind eher eine große Masse von leicht erregbaren Individuen, die wie Lemminge hin und her rasen, je nachdem, wohin der Trend zeigt. Wir finden vor allem das rational, was die anderen tun“, schreibt Dueck in seinem neuen Buch „Abschied vom Homo oeconomicus – Warum für eine neue ökonomische Vernunft brauchen“ (Eichborn Verlag).  Die Führungskräfte von morgen müssten anders agieren. Man brauche Manager, die emotional intelligent sind und Teams begeistern können, anstatt sie auszupeitschen. Produktion nur auf Effizienz zu trimmen, reiche nicht aus. Die Welt der Fließbänder verschwinde mit den Fließbändern zusammen. „Die wirtschaftlich führenden Länder werden Dienstleistungen erbringen, die mehr auf Design, komplexe Lösungen, Schlüsselfertigkeit, Kunstform, Produktästhetik, Kundenservice gerichtet sind. Das Geld wird mit anderen Denkweisen, anderen Methoden und Sichtweisen oder Wahrheiten verdient werden“, prognostiziert Dueck. Die Veränderungen seien so gravierend, dass für die Manager der alten Welt kein Platz mehr sei. „Die heutigen Manager haben die Ökonomie in eine entsetzliche Übertreibung des kurzfristigen Profits hineingetrieben. Diese Blas platze jetzt: „Wir sehen, dass alle Finanztricks ausgenutzt wurden, aber das Langfristige blieb liegen. Es fehlen heute Schiffe, Ölexplorationen, Raffinerien – die Infrastruktur ist alt, die Autobahnbrücken brechen bald. Die Manager werden nun in der Umkehr ganz anders beschimpft, eben als Erbsenzähler, Karrierist, Heuschrecke und wieder als Ausbeuter wie einst“, stellt der IBM-Querdenker fest. Die neuen Herausforderungen sind nach Meinung von Jens Klemann, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de und Mitgründer der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, viel schwieriger zu bewältigen als zu Zeiten des klassischen Industriekapitalismus. „Früher brauchte man die Produktion nur auf Masse trimmen, um die Produktivität zu erhöhen. Heute liegt die Aufgabe darin, klüger zu arbeiten. Wer diese Transformation am besten und schnellsten bewältigt, wird das 21. Jahrhundert wirtschaftlich dominieren“, so das Fazit von Klemann.

Reader, Assistant, Navigator and Travel Manager

Doesn´t this sound like an all too familiar scenario: While driving in your car it suddenly dawns on you that you have not yet made the vitally important phone call to your client. The problem is though that either the number is currently unavailable or you cannot access the directory of your mobile phone without putting yourself at risk. The consequence is that you simply put the call off. At the end of the day this is not just a nuisance but may bring a veritable cost burden for companies in its train. These kind of shortcomings calculated on an annual basis mean that vast numbers of mobile employees are losing valuable and economically costly time. The panacea to effectively remedy this deficit is to come in the shape of ultra-modern voice systems. ”In future innovative voice applications will become a constant virtual companion of the mobile user”, predicts Lupo Pape, Voice expert and Managing Director of SemanticEdge www.semanticedge.com, in his lecture delivered at the Voice Search Conference in San Diego. www.voicesearchconference.com.

His Berlin-domiciled Company is engaged in the creation of software solutions designed to facilitate steering mobile end-devices via voice. The aim is for virtual Personal Assistants to not only make telephone connections via speech recognition or facilitate SMS-dication on the mobile phone but to provide answers to the more demanding questions, such as “Who in actual fact was Simone de Beauvoir?” or “Where is the nearest Starbucks Café”. While initiating this, the virtual PAs are to avail themselves of services like wikipedia or google.

Today this vision has already become reality, at least partially: The Personal Assistant, as has been specifically developed for the automobile group Daimler, is already used by the Group´s workforce as an effective operator, communication and assistance application. “While on the way in the car the system reads e-mails or searches for the next connecting train for the onward journey. It recognises both the private and business directory of its user and can effect an immediate telephone connection once it is preceded by a speech input like for instance “mobile phone of Martin Meyer”, explains Pape.

The pre-requisite for this is the so-called composite word recognition, by virtue of which the system can identify individual words as well as word combinations. “This capability is a further step on the onerous path to the final destination: that is the recognition of human voice without restrictions in vocabulary”, says Pape.

The System is connected to a Least-Cost-Router. As a result it automatically chooses the most favourable telephone connection while implementing a so-called one-number-concept which guarantees that staff members can constantly be reached. “Since they may be reached literally everywhere via a particular extension, they offer their clients and business partners a perfect service“, stresses Pape. According to Steve Ballmer, Head of Microsoft, the numerous advantages of the application are genuinely trailblazing. “As a consequence umpteen different phone numbers and addresses will become obsolete“, emphasized Ballmer in his opening address at Cebit Trade Fair.

With “more success and impact with voice“ as its overriding motto, the Voice Days Trade Congress to be held in Wiesbaden, from 15 until 16 October 2008, www.voicedays.de, will present topical developments drawing on all relevant areas and media of voice processing: “The issues to be presented at the Congress are as varied as speech recognition as an input or output medium for mobile phones, speech recognition in general, the search for audio contents, access to information on the internet or the use in reality-life TV“, organizer Jens Klemann of the Bad Homburg Management Consultancy Strateco www.strateco.de told pressetext. In “Trendforum“ at the Voice Days Congress the currently most important fields of innovations may be visited. “Examples to this end are mobile services powered by voice, dictation functions and voicemail-reader, multichannel-solutions as well as speech-biometry for safe telephone and online banking. The range of innovative thematic fields exhibited will further include analyses tools for quality control, prospects for voice web 3.0 and the semantic web“, emphasises Klemann.

Fünfte Webrevolution bringt Systeme, die über Sprache und Gesten gesteuert werden – Handys als virtuelle Alltagsbegleiter

Wer kennt das nicht: Unterwegs im Auto wäre es eigentlich an der Zeit, einen wichtigen Anruf zu tätigen. Die Nummer ist allerdings gerade nicht verfügbar oder ein Zugriff auf das Adressbuch des Handys nicht gefahrlos möglich – der Anruf wird daher verschoben. Unter dem Strich nicht nur ärgerlich, sondern für Firmen auch teuer. Denn zusammengerechnet entstehen für mobile Mitarbeiter durch vergleichbare Versäumnisse jährlich beträchtliche Zeitverluste. Durch moderne Sprachdialogsysteme soll sich das ändern. „Innovative Sprachanwendungen werden in Zukunft ein ständiger virtueller Begleiter des mobilen Menschen sein“, prognostiziert Lupo Pape, Sprachdialogexperte und Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.com.  
Sein Berliner Unternehmen arbeitet an Software-Lösungen, um mobile Endgeräte über Sprache steuern zu können. Virtuelle persönliche Assistenten sollen dabei nicht nur per Spracherkennung Telefonverbindungen herstellen und das SMS-Diktat auf dem Handy ermöglichen, sondern in Verbindung mit einem Service wie Wikipedia oder Google auf anspruchsvollere Fragen wie „Wer war Simone de Beauvoir?“ oder „Wo ist das nächste Starbucks-Cafe?“ Antwort geben. 
 
Bereits heute ist ein Teil dieser Vision Realität: Der persönliche Assistent, wie er Daimler entwickelt wurde, ist eine Vermittlungs- und Assistenzanwendung für die Mitarbeiter des Konzerns. „Das System liest während der Fahrt E-Mails vor oder sucht den nächsten Zug für die Weiterfahrt mit der Bahn. Es kennt sowohl das private als auch geschäftliche Adressbuch seines Nutzers und baut nach einer Spracheingabe wie etwa ‚Martin Meyer Handy’ sofort die entsprechende Verbindung auf“, erläutert Pape.
 
Grundlage dafür sei die Verbundworterkennung. So könne das System nicht nur einzelne Wörter, sondern auch Wortkombinationen identifizieren. „Diese Fähigkeit ist eine weitere Stufe auf dem beschwerlichen Weg zum Ziel: Die Erkennung menschlicher Sprache ohne Einschränkung des Vokabulars“, weiß Pape.
 
Das System ist an einen Least-Cost-Router angeschlossen, entscheidet sich daher automatisch für die günstigste Telefonverbindung und verwirklicht zudem ein so genanntes One-Number-Konzept für die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter. „Sie sind überall unter einer Durchwahl erreichbar und bieten Ihren Kunden und Partnern einen perfekten Service“, skizziert Pape die Vorteile der Anwendung, die nach Auffassung von Microsoft-Chef Steve Ballmer zukunftsweisend ist: „Zig verschiedene Telefonnummern oder Adressen werden überflüssig“, betonte Ballmer in seiner Cebit-Eröffnungsrede. Nach seiner Einschätzung stehen wir vor einer fünften Web-Revolution. Sie werde geprägt von enormen Rechenkapazitäten und einem quasi unendlichen Speicherplatz. „Hochgeschwindigkeitsverbindungen sind allgegenwärtig und die Systeme können mit Sprache und Gesten bedient werden“, sagte Ballmer.
 
Unter dem Motto „Mit Sprache mehr erreichen“ wird auch der Fachkongress Voice Days http://www.voicedays.de vom 15. bis 16. Oktober Entwicklungen in Wiesbaden präsentieren, die alle relevanten Gebiete und Medien der Sprachverarbeitung einschließen: „Es geht um Spracherkennung als Eingabe- oder Ausgabemedium für Handys, um Stimmerkennung, die Suche von Audioinhalten, den Zugang zu Internet-Informationen oder den Einsatz im Mitmach-TV“, sagt Veranstalter Jens Klemann von der Bad Homburger Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de. Im Trendforum der Voice Days werden die wichtigsten Innovationsgebiete vorgeführt: „Mobile Services powered by Voice oder Diktierfunktionen und Voicemail-Reader, Multichannel-Lösungen und Sprach-Biometrie für sicheres Telefon- und Online-Banking. Auch Analyse-Tools zur Qualitätssicherung, Perspektiven für Voice Web 3.0 und das semantisches Web gehören zu den Zukunftsthemen, die wir thematisieren“, so der Ausblick von Klemann.

Sprachcomputer erkennen Gemütszustand – Multimodale Interfaces prägen eine neue Gerätegeneration

An Call Centern und dem Einsatz von Sprachcomputern führt für viele Unternehmen kein Weg mehr vorbei. Wettbewerbsdruck, der Zwang zur Service-Automatisierung und der Preisverfall in der Telekommunikation tragen hierzu einen großen Teil bei. Außerdem machen Wissenschaftler einen natürlichen Hang der Menschen zum Self-Service aus: Sprachverarbeitende Technologie, davon ist der Berliner Wissenschaftler Norbert Bolz http://www.medienberatung.tu-berlin.de überzeugt, werde in der Servicegesellschaft eine noch größere Rolle spielen, auch wenn der Voice Self Service dem Kunden eine andere emotionale Einstellung abverlange als im Internet, wo man genau wisse, dass man mit einem Programm in Dialog trete. „Gerade weil die Erwartungen an die menschliche Stimme so groß sind, weil man sie unmittelbar mit Gefühl, mit Menschlichkeit, mit Echtheit assoziiert, ist natürlich die Enttäuschung über ein schlechtes Programm gewaltig und ich glaube, wir alle haben schon diese Erfahrung gemacht mit schlechten Programmen“, so der Medien- und Kommunikationswissenschaftler. Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.com in Berlin, erklärte im Interview mit dem Deutschlandfunk http://www.dradio.de, was moderne Spracherkennung leistet: „Die Akzente werden sehr gut abgefangen. Er kann ungefähr 50.000 bis 100.000 Worte verstehen, auch robust verstehen. Da werden Akzente abgedeckt. Natürlich, wenn ich anstelle von Kontostand sage: ‚Was ist drauf?’, dann kann es notwendig sein, dass ich das in der Grammatik hinterlegt haben muss, also dem Erkenner gesagt haben muss: ‚Was ist drauf?’ ist ein Synonym für Kontostand.“  Nach Erfahrungen von Dr. Elmar Nöth vom Lehrstuhl für Mustererkennung der Universität Erlangen-Nürnberg http://www5.informatik.uni-erlangen.de/de habe sich die Sprachdialogtechnik über die pure Spracherkennung hinaus weiter entwickelt und punkte sogar mit Emotionserkennung, die auch viele Unternehmen für den automatisierten Kundenkontakt für sich entdeckt hätten. Dabei gebe es mehrere Stufen: „Von Benutzereingaben per Tastatur über die Erkennung von Ziffern und Einzelwörtern zu der dritten Stufe, dem natürlichsprachlichen Dialog ohne feste Menüstruktur, wobei das Dialogsystem ganze Sätze versteht bis dahin, dass das Dialogsystem den emotionalen Benutzerzustand erkennt und darauf reagieren kann, um den Dialog natürlicher zu gestalten“, so Nöth. Emotionserkennung mache den Dialog mit der Maschine menschlicher, so sein Resümee. Weit fortgeschritten ist beispielsweise der multilinguale Kundenservice von T-Mobile. Er erkennt das Alter, das Geschlecht, die Sprache und die aktuelle Stimmung. Ziel dieses Projektes ist es, den Kunden mittels adaptiver Sprachdialoge individuell anzusprechen und ihn mit kundenspezifischen Angeboten zu begeistern. T-Mobile wurde für diese Lösung mit dem Voice Award der Brancheninitiative Voice Business http://www.voicedays.de ausgezeichnet.  

Natürlich-sprachliche Interfaces würden immer intelligenter, nutzerfreundlicher und bald um eine grafisches Ebene ergänzt, meint Lupo Pape. Er sieht die Sprachtechnologie nicht nur in Sachen telefonischer Kundenkontakt weiter im Aufwind. Das Stichwort heißt Multimodalität bei der Steuerung von Geräten: „Das heißt, das Voice Interface wird ergänzt durch ein grafisches Interface. Das Internet und die Sprachschnittstelle wachsen zusammen zu einem multimodalen Dialog. Und das dann auf mobilen Endgeräten, der nächsten Generation der Superhandys. Da werden wir ganz andere Arten der Mensch-Maschine-Interaktion haben. Das heißt also, man nutzt die Stärken des grafischen Interfaces mit den Stärken der Sprache. Wenn ich im Auto unterwegs bin, spreche ich. Wenn ich in der U-Bahn meine Ruhe haben will, dann nutze ich das grafische Interface. Am besten, man nutzt beide Modalitäten gleichzeitig“, so Pape im Deutschlandfunk.

Kostenlos-Mentalität der Internetnutzer wird sich auch im Mobilfunk durchsetzen

Mobile Internetdienste werden nach Ansicht von Branchenexperten darüber entscheiden, wer den Wettlauf in der digitalen Kommunikationswelt gewinnen wird. Hier stehen nicht nur Konzerne wie Microsoft unter Druck, sondern auch die Handyhersteller. „Wer sich heute noch auf den Verkauf von Mobiltelefonen fokussiert, wird ein ähnliches Schicksal erleiden wie die Konzerne Grundig oder Telefunken, die im Fernsehgeschäft den Kampf gegen die japanische Billigkonkurrenz verloren haben und von der Bildfläche verschwunden sind“, warnt Mobilfunkexperte Michael Sander, Geschäftsführer der Lindauer Unternehmensberatung Terra Consulting Partners (TCP) http://www.terraconsult.de.  Das Geschäft mit mobilen Diensten biete neue Ertragspotenziale und werde auch das Kräfteverhältnis zwischen Herstellern und Netzbetreibern verändern. „Nokia hat das erkannt und entwickelt auf der Plattform Ovi http://ovi.nokia.com mobile Internetdienste für Musik, Fernsehen, Spiele und Navigation“, sagt Sander. Die Bündelung verschiedener mobil verfügbarer Inhalte und Dienste auf einer Plattform ist auch nach Einschätzung von Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bonner Mehrwertdienste-Anbieters NEXT ID http://www.next-id.de, vielversprechend: „Der Trend geht klar hin zu hybriden Geschäftsmodellen, die ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle über alle Medien hinweg integrieren und so die entscheidenden Verbundeffekte und Preisbündelungen, aber auch eine übergreifende Kundenbindung ermöglichen. Strategisches Ziel ist die Diversifikation der Erlösquellen, um sich langfristig im Markt behaupten zu können“, so Zilles.  Ovi ist nach Meinung von Bernhard Steimel, Autor des Praxisleitfadens Mobile Marketing http://www.absatzwirtschaft.de/mobile-marketing, auch eine strategische Antwort auf das iPhone von Apple: „Ich bin allerdings skeptisch, ob eine vergleichbare Erfolgsstory wie bei iTunes noch ein zweites Mal geschrieben werden kann. Mittelfristig werden sich weder Hersteller noch Netzbetreiber erfolgreich als Türsteher zum mobilen Internet behaupten können. Vielmehr wird sich eine ähnliche Entwicklung wie im stationären Internet vollziehen: von einer BTX-Welt über Dienste wie AOL zum World Wide Web“, sagt Steimel, Geschäftsführer von Mind Business Consultants http://www.mind-consult.net und Sprecher der Voice Days http://www.voicedays.de. Mit steigenden Werbeausgaben für das mobile Internet komme es zu einer Veränderung der Geschäftsmodelle. „Ich rechne im Mobilfunk mit einer Entwicklung wie beim klassischen Internet. Werbefinanzierte Inhalte führen zu einer stärkeren Nutzung des mobilen Internets – auch hier wird sich die ‚Kostenlos-Mentalität’ durchsetzen“, prognostiziert Steimel. Das iPhone belege eindeutig, dass ein neues „vertikales“ Geschäftsmodell nur funktioniert, wenn ein attraktives Online-Portal kombiniert werde mit einem attraktiven Multimedia-Endgerät und einer nahtlosen Integration. „Die wahren Konkurrenten der Handyhersteller sind deshalb die Suchmaschinen-Giganten Google und Yahoo“, erläutert der Internetkenner Steimel.