#StreamCamp13 als Experimentierlabor für neue Kommunikationsformen

Was sich durch Streaming so alles ändert
Was sich durch Streaming so alles ändert

Was beim Livestreaming von Audio und Video im Web passiert, kann man auch als Human Media Movement bezeichnen, schreibt der StreamCamp-Mitorganisator Gerhard Schröder in einem Blogbeitrag. Der Begriff stammt aus den USA und wurde von der ehemaligen TV-Journalistin Sarah Hill geprägt, die sich heute mit Themen wie digitales Storytelling auseinandersetzt. Oder mit Einsatz von Google Glass für TV-Reportagen: How Google Glass Will Change the Future of Broadcast Journalism.

Zukunftsmusik: Hangouts über Google Glass starten
Zukunftsmusik: Hangouts über Google Glass starten

Ähnliches prognostiziert auch Google-Sprecher Stefan Keuchel, wenn Google Glass mit der Möglichkeit zum Livestreaming via Hangout on Air ausgestattet wird.

Wegweisend ist auch der Beitrag von Sarah Hill über die Möglichkeiten von Hangout on Air für die journalistischen Alltag: 10 Ways Reporters Can Use Hangouts On Air to Enhance News Coverage.

Ihr Credo: „I believe human interaction via webcam is the new layer of Social Media.“

Technologisch sprechen wir aus gutem Grund von einer Streaming-Revolution. Was sich unter der Motorhaube solcher Dienste abspielt, ist alles andere als trivial und wird nicht nur die klassische TV-Landschaft durcheinander wirbeln, wie wir das in einer Bloggercamp.tv-Sendung mit Nikolai Longolius erörtert haben – Stichwort: Technische Intelligenz von Streaming-Servern.

Auch die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden ändert sich radikal. Besonders die „Kommunikation mit Abwesenden“ – also die Sprengung von örtlichen und zeitlichen Grenzen. Etwa bei der Liveübertragung direkt von Fachmessen, Konferenzen und sonstigen Events. Oder die Einbindung der Crowd via öffentlichen Redaktionssitzungen, die ich bei www.ne-na.de am 4. November, um 16 Uhr starten werde.

Auf nach Köln!
Auf nach Köln!

All das präsentieren wir beim StreamCamp13 in Köln am 16. und 17. November im Startplatz (Media-Park) – dort gibt es übrigens eine üppige Tiefgarage. Alles, was Barcamps auszeichnet, wollen wir bei unserem Streaming-Treffen auf die Beine stellen.
Die wichtigsten Punkte hat Sonja Kaute zusammengefasst und das gilt nicht nur für Journalisten:

„Seit sieben Jahren entwickelt sich die BarCamp-Szene in Deutschland stetig weiter. Kein Wunder:

Wer seine virtuellen Kontakte auch im echten Leben pflegen und erweitern möchte…
Wer sich mit Experten auf dem eigenen oder verwandten Gebieten austauschen möchte…
Wer offen für Neues, spontan und lernbereit ist…
Wer selbst etwas mitzuteilen hat…
Wer dabei obendrein eine Menge Spaß haben möchte…
…ist auf BarCamps bestens aufgehoben.“

Beim StreamCamp kommt noch der Workshop-Charakter eines Experimentierlabors dazu. Mobile Streaming-Studios, neue Webcams und Mikros, Software fürs Greenscreening, Präsentation neuer Formate, Tipps für die Belichtung, Live-Podcasting, How to-Tutorials, One-Shot-Video-Journalismus und, und, und. Viele Session-Ideen sind uns schon im Vorfeld mitgeteilt worden. Man kann alle Geräte ausprobieren, Formatideen diskutieren, Formate live senden und mit den Teilnehmern Erfahrungen austauschen.

Und dann kann man auch noch tolle Preise gewinnen: Für die beste Session oder Session-Idee kann man jeweils am ersten und zweiten Tag des Barcamps einen Punkt vergeben. Wer die meisten Punkte am Samstag oder Sonntag bekommt, erhält jeweils am Ende des Tages ein Nexus 7 mit 16 GB WLAN – eine Sachspende von Google. Weitere Preise sind anscheinend noch auf dem Postweg – geht wohl in Richtung LTE-Stick und Webcams (wenn die Versprechen eingehalten werden, mal schauen).

Tickets fürs StreamCamp gibt es hier.

Wer im Vorfeld des StreamCamps seine Session-Ideen vorstellen möchte, den laden wir in unsere Bloggercamp.tv-Sendung ein – auch außerhalb des normalen Sendetages, der ja bekanntlich immer am Mittwoch ist. Einfach bei mir oder Hannes Schleeh melden. Man sieht und hört sich spätestens am 16. und 17. November in Köln.

OneShotVideos und die Online-First-Strategie der Sendeanstalten – TV-Nachrichten in Twitter-Länge @ruhrnalist #StreamCamp13

Video-Journalismus

Nach seinem Auftritt in der Session „Mobile Reporting“ beim Mainzer DJV-Kongress „Besser Online“, skizzierte der freie WDR-TV-Journalist Kai Rüsberg aka @ruhrnalist seine Philosophie über mobilen Journalismus in Bloggercamp.tv. Es geht um so genannte OneShotVideos, eine Technik, die der Video-Enthusiast auch für professionelle Einsätze etablieren möchte.

Es handelt sich um kurze journalistische Videos, die mit einfacher, extrem mobiler Technik und minimalem Nachbearbeitungsaufwand produziert werden. Die Ziellänge liegt auf dem Niveau von Twitter-Nachrichten, also maximal 2:20 Minuten oder kürzer.

„Alle Bildideen und Interviewteile werden möglichst in einer einzigen Einstellung einer sich am Drehort bewegenden Kamera aufgenommen. Das erfordert sowohl einige Überlegung vor dem Dreh zum Setting, zur Wahl der abbildbaren Motive als auch der möglichen Bewegungspfade und der dort sinnvollen Moderationen und Fragen sowie eines sinnvollen Filmausstiegs“, sagt Kai Rüsberg.

Die Filme bekommen dann quasi einen Live-Charakter.

„Es ist meine Form einer Filmsprache für aktuelle, journalistische Internetproduktionen: Die Drehzeit entspricht mehr oder weniger der Produktionszeit. Als Nachbearbeitung gibt es nur noch das Abschneiden vorne und hinten und das Hochladen ins Netz. Letztes ist bei Videos in HD-Qualität bei rund 100 Mbit pro Minute für den mobilen Einsatz schon eine echte Hürde und funktioniert eigentlich nur mit WLAN oder einem LTE-Mobilfunknetz“, erläutert der Fernsehjournalist.

Wie der Videodreh funktioniert, demonstrierte Kai Rüsberg am Beispiel einer Testfahrt mit dem Elektroauto Opel Ampera. Die Smartphone-Aufnahme fängt vor dem Auto an und läuft beim Einsteigen weiter (siehe auch den Einspieler in der Bloggercamp.tv-Sendung).

Er zieht hinter sich die Tür zu, der Wagen startet und das Interview geht während der Fahrt weiter.

„Das ist mit einer großen Kamera überhaupt nicht zu machen.“

Selbst ein externes Ton-Equipment ist verzichtbar.

„Ich halte meine Hand so um das Smartphone, dass der Ton nach vorne etwas abgeschirmt wird. Wenn ich da noch mit Mikrofonen arbeiten müsste, geht das nur mit funkgesteuerten Geräten. Dann wird das allerdings wieder schwieriger und aufwändiger mit Empfänger, Sender und Kopfhörer“, betont Rüsberg.

Er ist ein Fan von puristischer Technik. Man sollte bei den Aufnahmen auf die Hintergrundgeräusche achten, aber in den aller meisten Fällen funktioniert das ganz gut. Der Einsatz einer Pausentaste, den man noch von Musikaufnahmen mit dem Kassettenrekorder kennt, ermöglicht kleine Ortswechsel und zeitraffende Einstellungen.

Die Videoaufnahme bekommt dann noch mehr Dynamik, ohne mehrere Takes zu produzieren. Kai Rüsberg nennt das #WEBportage:

„Es soll eben mobil und schnell funktionieren. Auf dem Handy zu schneiden, ist sehr fummelig und kostet zu viel Zeit.“

Im Normalfall befindet man sich bei den kurzen Nachrichtenfilmen in Situationen, wo man spontan agieren möchte. Auf die Aktivierung einer Videoschnitt-Software sollte man daher verzichten.

Bewegung gibt es auch beim Livestreaming – ohne Ü-Wagen und schwerfällige Kameratechnik:

„Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wollen das alle unbedingt starten. Da wird an allen Ecken überlegt, wie man Berichte realisiert, die nicht erst drei oder vier Stunden nach einem Ereignis in die Redaktion reinkommen und in den Abendstunden auf Sendung gehen. Für die Online-Präsenzen ist das viel zu spät. So ist der WDR gerade dabei, eine Online-First-Strategie einzuführen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man mit Methoden startet, die in Richtung von OneShotVideos gehen“, prognostiziert Rüsberg.

Auf der reinen Online-Seite erwartet er eine große Bewegung in Richtung Livestreaming. Beim Kölner StreamCamp am 16. und 17. November werden wir das unter Beweis stellen.

Siehe auch:

EXPERIMENTIERFREUDE IM DIGITALEN JOURNALISMUS – Durchwursteln und spielen.

Journalismus 2013: Nicht ohne mein Smartphone!

Mach es einfach! @ruhrnalist und @schwindtpr in #Bloggercamp.tv #djv_bo #sck13

Bloggercamp.tv

Durchwursteln statt bedeutungsschwere Masterpläne zu schmieden sei das probateste Mittel, um in der digitalen Sphäre zu überleben, so die Empfehlung von Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“. In seiner Eröffnungsrede auf dem Besser-Online-Kongress des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) sieht er das Merkel-Prinzip als den besten Ansatz, wie heute Medien entwickelt werden müssen. Man könne vielleicht ein halbes Jahr weit sehen, aber bestimmt nicht zehn Jahre.

„Alle Masterpläne scheitern permanent“, so Wegner.

Wo die Zukunft der Print- oder Onlinemedien im Jahr 2020 liegen werde, die man jetzt so intensiv diskutiert, kann er nicht beantworten.

„Ich weiß es nicht. Es passieren gerade so viele Dinge bei der Veränderung des Verhaltens der Nutzer und Leser, dass ich froh wäre, wenn ich wüsste, was wir nächstes Jahr machen“, sagt Wegner.

Wegner gab den Besser-Online-Teilnehmern die Empfehlung auf den Weg, mehr zu spielen, zu experimentieren und die Dinge, die nicht funktionieren, wieder einzustellen. Nachzulesen in meiner heutigen The European-Kolumne.

Die DJV-Fachtagung ist dafür eine geeignete Plattform. Denn unter den Vortragenden gibt es erstaunlich viele spielfreudige Journalisten, die mit Technologien und neuen Formaten im Netz unbefangen umgehen. Dazu zählt auch der freie WDR-Fernsehjournalist Kai Rüsberg, der in der Besser Online-Session „Mobile Reporting“ demonstrierte, wie einfach Videojournalismus funktionieren kann. Hier ein kleines Beispiel:

Kai @ruhrnalist ist heute unser Gast in Bloggercamp.tv, um 18:30 Uhr und wird uns seine Arbeitsweise näher erläutern:

Videojournalismus geht ganz einfach!

Um 19:30 Uhr, also in der zweiten Bloggercamp.tv-Session, diskutieren wir mit Annette Schwindt über ihre Philosophie, im Social Web einfach zu kommunizieren.

Beim Startcamp in Köln hat sie dazu schon einiges gesagt. Wir werden das in unserer Sendung vertiefen.

Über Zwischenrufe via Twitter während der beiden Live-Sendungen würden wir uns wieder sehr freuen. Hashtag #Bloggercamp

So langsam kommen nach dem arbeitsreichen Videoblogging-Workshop, der gestern in Frankfurt über die Bühne lief, meine Lebensgeister wieder zurück. Vier Uhr ist nun wirklich nicht meine beliebteste Zeit, um aufzustehen….

Hier das live gestreamte Beweisvideo zu meiner Exkursion um 5:45 Uhr am Siegburger ICE-Bahnhof.