Über die Feigenblatt-Ethik von Ökonomik und Unternehmen

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Wenn es um ethische Fragen in der Wirtschaft geht, glänzen viele Ökonomen mit einer normativen Theorievergessenheit. Die meisten Forschungsarbeiten drehen sich um die Frage, was Unternehmen tatsächlich tun und versuchen zu erklären, warum Unternehmen sich sozial engagieren oder warum sie es nicht tun. Kennzeichnen für viele empirische Beiträge ist eine instrumentell-ökonomische Perspektive auf gesellschaftliche Verantwortung (CSR), also die Annahme, dass Unternehmen, die über ihre gesetzliche Pflicht hinaus handeln, dies nur tun, um ihre ökonomischen Interessen zu verfolgen.

Alles nur Moralisierer?

Oder es wird nach Gründen gesucht, warum sich Wirtschaftsakteure nicht ethisch verhalten können. Zu ihnen zählt Karl Homann, Professor für Philosophie und Ökonomik. Moralische Empörung, die von NGOs und Politik kommuniziert werde vernachlässigt den Kontext und würde am Status quo nichts ändern. Homann sieht gar das ordnungspolitische Problem einer Gesinnungsmilitanz nach dem Motto: Der Weg in die Hölle ist mit besten Absichten gepflastert. Unbeantwortet bleibe die Frage der Ausbeutbarkeit durch weniger moralische Akteure. Wer kooperiert, ohne die Gewähr zu haben, dass auch der Andere kooperiert, läuft Gefahr, durch das Defektieren des Anderen ausgebeutet zu werden – to defect = sich davonstehlen aus einer Verpflichtung oder Vereinbarung.

Die Lösung nach Homann: Es müsse eine Anreizkompatibilität moralischen Handelns geben. Er bietet zwei Möglichkeiten an.

Erste Variante: Man kennt die Interaktionspartner, so dass man Fairness von der anderen Seite erwarten kann. Es geht dabei um Vertrauen, Reputationskapital, Geben und Nehmen.

Die zweite Variante ist der Schutz vor Ausbeutung. Alle Akteure werden denselben Moralstandards unterworfen. Wer dagegen verstößt, muss mit harten Sanktionen rechnen. Sie müssen so dimensioniert werden, dass Regelverstöße schon aus dem Eigeninteresse der Akteure unterbleiben. Ob das gelingt, hängt von der Höhe der Sanktionen und der Entdeckungswahrscheinlichkeit ab. Bei Kartellen ist das schon ein recht stumpfes Schwert, da die Kartellbrüder die drohende Ordnungswidrigkeit und die mögliche Höhe des Bußgeldes vorher einpreisen. Zudem gibt es ja noch Interessenverflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft, die Regelverstöße möglich machen. Man braucht nur seinen Blick in die Stadt Wolfsburg richten. Der Vollzug des Regelwerkes ist also nicht immer garantiert. Sanktionen können aber auch informeller Art sein: soziale Ächtung, Abbruch der Geschäftsbeziehungen, Boykott, Imageverlust, Kursverluste, Gewinneinbruch. So etwas schmeckt Unternehmen wie VW, Deutsche Bank, Nestlé und Co. viel weniger.

Naiver Glaube der Ordnungsethiker

Hier baut Homann in sein eigenes Theoriegebäude einen Widerspruch ein, wenn er in Abgrenzung zur Pflichtethik von Kant von der Erfolglosigkeit des „Moralisierens“ spricht, die selbst bei gutwilligen Führungskräften der Wirtschaft keine nachhaltigen Änderungen bewirkt. Das Credo von Homann lautet in verkürzter Darstellung: Ort der Moral in der modernen Marktwirtschaft ist die Rahmenordnung – also in erster Linie Gesetze und Rechtsverordnungen. Raub, Erpressung, Betrug, Bilanzfälschung, Kartellbildung, Umweltverschmutzung, Korruption und dergleichen mehr werden stillgelegt, während Preis, Leistung, Qualität und Innovation zur Entfaltung kommen.

Wo das nicht greift, bringt Homann die Handlungsethik der Unternehmen ins Gespräch. Unter den Bedingungen der Globalisierung mit verschärftem Wettbewerb und fehlenden, divergierenden oder schwer defizitären Rahmenbedingungen werde die Unternehmensethik immer wichtiger. Sie übernimmt gewissermaßen die Führungsrolle in der Entwicklung weltweiter Moralstandards. Das Problem der Ausbeutbarkeit moralischen Handelns könne unter diesen Bedingungen nur mit informelle Mechanismen erreicht werden: Durch Vorbildfunktion, Reputation, freiwillige Selbstverpflichtungen einer Branche, eines Unternehmens und Honorierung von Moral.

„Da Politik und Nichtregierungsorganisationen bei der Lösung der moralischen Probleme über Appelle und Schulzuweisungen einstweilen nicht hinauskommen, ruht die Hoffnung besonders auf den (internationalen) Unternehmen“, schreibt Homann in einem Beitrag für den Sammelband „Theorien der Wirtschafts- und Unternehmensethik“, herausgegeben von Dominik van Aaken und Philipp Schreck.

Marktlogik unterschätzt die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen

Normativ sind die Überlegungen von Homann nicht nur kümmerlich, sondern auch realitätsfern. Wer Ethik nur nach Marktlogik und spieltheoretischen Gedankenspielen verankert, verkennt die normative Kraft des Faktischen. Ob es die Wirtschaftsakteure wollen oder nicht, ob sie ihre unethische Praxis mit der Amoralität der Konkurrenten rechtfertigen, dem globalen Wettbewerbsdruck oder mit sonstigen Umständen, ihr Handeln wird immer auch nach ethischen Maßstäben gemessen. Es gibt eine wachsende Aufmerksamkeit für Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen – fernab von rein marktwirtschaftlichen
und finanztechnischen Kriterien.

Der rein instrumentelle Ethik-Kanon von Wissenschaftlern wie Homann, die ihre Denkweise an der ökonomischen Rationalität ausrichten, greift zu kurz und befördert eher eine ethische Camouflage, die wir bei Konzernen wie VW, Deutsche Bank oder Nestlé jeden Tag beobachten können. Hier werden Ethik-Bekenntnisse nur im Schönwetter-Modus abgegeben. Wird die Luft dünner, reagiert das Top-Management mit Wortkargheit. Was vorher an guten Taten lautstark der Welt mitgeteilt wurde, erweist sich am Ende als vergängliche Lutschpastille:

Green-Washing-Luftnummern, Feigenblatt-Ethik-Projekte und CSR-Worthülsen. Wer nur der Nützlichkeit ethischen Handelns folgt, erleidet irgendwann das Schicksal von Winterkorn, Ackermann, Breuer, Middelhoff und anderen ach so alerten Top-Managern. Am Ende stehen diese Kaiser doch ziemlich dürftig und nackt in der Gegend herum. Eine Positionselite, die ohne Position schnell ihren Glanz verliert.

Und wer nur auf die Handlungsethik von international agierenden Konzernen setzt, hat sich wohl noch nie mit der Machtstatik und machiavellistischen Denkweise in diesen Organisationen hautnah auseinandergesetzt. Im akademischen Elfenbeinturm könnte ein wenig Praxiserfahrung in DAX-Konzernen nicht schaden.

Bremsende Lobbyisten

Oder wie wäre es mit Lobbyisten? Wenn etwa Vertreter der Textilindustrie bei einem Nachhaltigkeitskongress ähnlich argumentieren wie Professor Homann und allen Anwesenden klarmachen, wie naiv die Forderung sei, das Vergaberecht mit sozialen und ökologischen Indikatoren zu versehen. Früher weidete das Schaf in Deutschland und die Wolle wurde im eigenen Land verarbeitet. Von der Spinnerei, über die Weberei und Färbung bis zum Nähen. Dann wurden die Endprodukte verkauft. Heute sei ja alles so komplex, kompliziert und internationalisiert. Es seien so viele Akteure mit im Spiel, dass es sehr schwierig sein wird, einen nachhaltigen Einkauf sicherzustellen.

Und wenn dann noch NGOs mit ihren Wünsch-Dir-was-Vorstellungen kommen, dann gewinnt man den Eindruck, hier gehe es gar nicht mehr um Wirtschaftlichkeit. Mit dem bunten Strauß an Vorschlägen, den die NGOs für die Nachhaltigkeit machen, bleibe der Gewinn auf der Strecke. Zudem sei das mit dem Vergaberecht auch so eine problematische Sache. Wenn der Staat das Anspruchsniveau anhebt, fallen die deutschen Anbieter weg. Die Bedenkenträger der Industrie verweisen auch gerne auf die Vergaberechtskammern des Bundeskartellamtes und die höchstrichterliche Rechtsprechung. Hier wurde in der Vergangenheit immer wieder propagiert, dass das Vergaberecht ausschließlich der Wirtschaftlichkeit und dem Wettbewerb zu dienen habe. Wenn jetzt ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichrangig – also auch durchaus konkurrierend – Geltung haben sollen, passt dies nicht in das bisherige Denk- und Handlungsschema. Punkt. Aus. Nichts mit Vorbildfunktion. Das soll also die ethische Avantgarde im internationalen Geschäft sein?

Die konstruktiven Vorschläge kommen hier von den NGOs – ohne Moralkeule. Es gibt Nichtregierungsorganisationen, die sich ernsthaft darum bemühen, die Lieferketten zu durchleuchten und transparent zu machen. Wenn die Textilindustrie unter Kontrollverlust leidet, sollte sie auf die technologischen Möglichkeiten der Lebensmittelindustrie schauen. Die Verkäuferin kann über eine vernetzte und intelligente Display-Waage mitteilen, wo das Schaf weidete, was es gefressen hat, wie es gefüttert wurde, wann und wo es geschlachtet wurde, wie und wo es verarbeitet wurde und welcher Teil des Schafes als Lammbraten auf dem Teller landet. Selbst Hersteller von Hundefutter sind schon weiter.

Und stellen wir uns einmal vor, man stellt eine ordentliche Kostenrechnung für das Schaf in der Textilkette auf – etwa bei der Herstellung eines T-Shirts. Was wäre, wenn sich die bislang nicht berücksichtigten ökologischen und sozialen Kosten genau quantifizieren und zuordnen ließen? Das günstigste T-Shirt wäre dann jenes, dessen Produktion Umwelt und Gesellschaft am wenigsten schadet. Schnäppchen-Jäger würden dann, ohne es zu wollen, einen positiven Beitrag für die Nachhaltigkeit leisten. Es gibt mittlerweile internationale Indizes, die es möglich machen, diese Standards durchzusetzen. Beispielsweise den Value Chain Index (VCI). Damit kann man Produkte während ihrer gesamten Entwicklungsphase detailliert miteinander vergleichen – vom Rohstoff bis zum verbrauchten und entsorgten Erzeugnis.

All das erreicht man nur, wenn man Ethik als normative Disziplin versteht. Siehe auch den Vortrag von Eitel von Maur.

Die konkrete ethische Reflexion zeigt sich als eine Tätigkeit, die Neues sondiert und neue Möglichkeiten des Handelns erschließt, schreibt Gerhard Schwarz im Sammelband „Handbuch Wirtschaftskommunikation“. Mit der Programmatik von Homann bewegt man sich eher im Kreis.

Discounter tragen Mehrweg zu Grabe: Politik gibt freies Geleit – Geheimniskrämerei um Dosenpfandgewinne

Hier nun die komplette Dosenpfandstory:

Bundesumweltministerium, Wirtschaftslobbyisten und selbst Umweltaktivisten bestreiten hartnäckig die negativen Folgen des falsch konstruierten Dosenpfandes auf die Mehrwegentwicklung – obwohl die Warnschüsse mittlerweile zu Salven werden: „Es ist klar, dass viele Wirtschaftsvertreter keinerlei Daten veröffentlichen. Sie würden sonst eine ihrer schönsten und geheimsten Einnahmequellen offenbaren. Es ist leider so, dass die Interessenlagen von Industrie und Umweltministerium so weit auseinanderliegen, dass sie sich schon wieder decken. Die geheimen Kassen des Handels durch den Pfandschlupf und die damit verbundene Geheimniskrämerei deckt sich mit dem Wunsch des Bundesumweltministerium, ja keine negativen Zahlen in die Öffentlichkeit zu bringen“, weiß der Abfallexperte Sascha Schuh, Chef des Bonner Beratungshauses Ascon http://www.ascon-net.de. Seine Firma habe deshalb Abfallanalysen durchführen lassen. „Beprobt wurden PET-Mischballen aus dem Dualen System von verschiedenen Sortieranlagen. Pro Ballen haben wir im Durchschnitt 1803 Pfandflaschen feststellen können. Davon waren 724 Mehrwegflaschen zu 0,15 Euro und 1079 Einwegflaschen zu 0,25 Euro. Rechnet man das auf eine Ladung von 54 Ballen hoch, dann ergibt sich daraus ein Pfandwert von rund 22.000 Euro pro Ladung. Mehr als das Zwanzigfache des Materialwertes“, so Schuh gegenüber NeueNachricht.

Auch ein Branchen-Insider bestätigt, dass die Discounter satte Dosenpfand-Gewinne einstreichen: „Die Discounter drücken die Preise für Mineralwasser immer weiter nach unten. Dahinter steht ein brutaler Verdrängungswettbewerb, der die kleineren Getränkefachmärkte zwingt, aufzugeben. Ist diese Konkurrenz erst einmal ausgeschaltet, können Lidl, Aldi & Co. die Preise diktieren. Dann wird der Verbraucher die Zeche zahlen. Der Kampf um den Getränkemarkt wird sich beim Geschäft mit Bier entscheiden. Wird diese letzte Bastion der kleinen Fachmärkte geschleift, ist die Aldisierung des Getränkehandels nicht mehr aufzuhalten“. Die Einführung des Dosenpfands durch die Verpackungsverordnung bedrohe mehr als 30.000 Arbeitsplätze. „Auf ein Konjunkturprogramm wie bei der Autoindustrie werden wir allerdings vergeblich hoffen. Entsprechende Maßnahmen zur Förderung von ökologische vorteilhaften Getränkeverpackungen würden nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch die Umwelt entlasten. Und es würde den Steuerzahler nicht einen Euro kosten. Dazu muss man nur die handwerklichen Fehler der Verpackungsverordnung beheben“, fordert der Handelsexperte, der namentlich nicht genannt werden will.

Die novellierte Verpackungsverordnung habe den Discountern jährliche Subventionen von mindestens 400 Millionen Euro beschert. Dieses Geld werde nicht nur eingesetzt, um die eigene Branche zu stützen, sondern um die benachteiligte Konkurrenz der Getränkefachmärkte auszuschalten. Es sei höchste Zeit, diesen politisch veranlassten Unfug zu beenden und die krasse Wettbewerbsverzerrung zu beseitigen. Ähnlich kritisch äußert sich Trinkgut-Chef Torsten Toeller http://www.trinkgut.de im Interview mit der Lebensmittel Zeitung http://www.lz-net.de. Die Geschwindigkeit von Geschäftsaufgaben im Getränkefachmarktbereich habe drastisch zugenommen. Allein in diesem Jahr liege die Zahl der Schließungen bei etwa 500. Als Hauptursache benennt Toeller die völlig misslungene Einwegpfand-Regelung: „Stümperhaft hat der Gesetzgeber versucht, die Mehrwegquote zu stabilisieren und über 70 Prozent zu heben. Trotz Milliardeninvestitionen ist die Mehrwegquote bei alkoholfreien Getränken innerhalb weniger Jahre auf unter 30 Prozent gesunken. Einwegpfand nebst Pfandschlupf und PET-Verwertungserlösen haben dazu geführt, dass die Getränke durch fremde Kalkulationsbestandteile unter Einkaufspreis angeboten werden können. Dieser Trend zu ‚billig’ verschaffte den Discountern enorme Zuwächse zulasten des Fachhandels“, moniert Toeller.

Der Getränkegroßhandel müsse kräftig Federn lassen. „Er verliert in der Gastronomie, durch die Einwegorientierung bei alkoholfreien Getränken und jetzt auch bei Bier. Und er verliert durch die Konzentration im Einzelhandel. Hinzu kommt noch der Druck durch politische Regulierungsinstrumente wie Nichtraucherschutz oder Werbeverbote. Und die Sandwich-Position, ein altes Problem der Großhandelsstufe, entwickelt sich immer mehr zum Gattungsproblem“, so Toeller. Auch die Großbrauereien mit ihrer derzeitigen Pfandkasten- und Flaschenvielfalt würden den Prozess beschleunigen. Das Mehrwegsystem werde auf Kosten der Getränkefachgroßhändler verkompliziert und verteuert. „Damit machen wir selbst das Chaos nach den politischen Fehleinscheidungen rund um den Einwegpfand perfekt. Ich nehme da eine gewisse Rücksichtslosigkeit war, die Logistikkosten der Zwischenstufe aufzubürden und zwar stärker denn je. Das trifft auch uns bei trinkgut“, beklagt sich Toeller.

Mehrweg geht den Bach runter – Umweltverbände und Politik stellen die Ursachen in Abrede

Das Bundesumweltministerium und auch Umweltverbände bestreiten immer noch die negativen Folgen des falsch konstruierten Dosenpfandes auf die Mehrwegentwicklung. Dabei häufen sich die Warnzeichen. So bestätigte mir ein Insider des Handels, dass die Discounter satte Gewinne machen mit Einwegpfandflaschen, die nicht in den Laden zurückgebracht werden:

O-Ton: „Die Discounter drücken die Preise für Mineralwasser immer weiter nach unten. Dahinter steht ein brutaler Verdrängungswettbewerb, der die kleineren Getränkefachmärkte zwingt, aufzugeben. Ist diese Konkurrenz erst einmal ausgeschaltet, können Lidl, Aldi & Co. die Preise diktieren. Dann wird der Verbraucher die Zeche zahlen. Der Kampf um den Getränkemarkt wird sich beim Geschäft mit Bier entscheiden. Wird diese letzte Bastion der kleinen Fachmärkte geschleift, ist die Aldisierung des Getränkehandels nicht mehr aufzuhalten. Die Einführung des Dosenpfands durch die Verpackungsverordnung bedroht mehr als 30.000 Arbeitsplätze. Auf ein Konjunkturprogramm wie bei der Autoindustrie werden wir allerdings vergeblich hoffen. Ein Konjunkturprogramm zur Förderung von Mehrweg würde nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch die Umwelt entlasten. Und es würde den Steuerzahler nicht einen Euro kosten. Dazu muss man nur die handwerklichen Fehler der Verpackungsverordnung beheben. Die novellierte Verpackungsverordnung hat den Discountern jährliche Subventionen von mindestens 400 Millionen Euro beschert. Dieses Geld wird nicht nur eingesetzt, um die eigene Branche zu stützen, sondern um die benachteiligte Konkurrenz der Getränkefachmärkte auszuschalten. Es ist höchste Zeit diesen politisch veranlassten Unfug zu beenden und die krasse Wettbewerbsverzerrung zu beseitigen“, so der Brancheninsider.

Liebe Deutsche Umwelthilfe, warum wird dieser Effekt noch immer in Abrede gestellt? Wie kommt der krasse Preisunterschied zustande? Umgerechnet auf den Literpreis kostet Mineralwasser beim Discounter 13 Cent und im normalen Einzel- oder Getränkehandel 50 Cent. Die rund 220 mittelständisch geprägten Mineralbrunnenbetriebe seien unter diesen Bedingungen nicht mehr konkurrenzfähig. Bei Aldi & Co. sind es nur noch fünf national operierende Lieferanten, die zum Zuge kommen. Nur diese Firmen beherrschen den Einwegmarkt. Die Politik muss schnell etwas tun, wenn sie den Mehrwegmarkt noch erhalten will. Das Pflichtpfand für Einweggetränke in der heutigen Ausgestaltung reicht nicht aus und sollte um eine Abgabenlösung ergänzt werden.