Morgen, also am Sonntag, werde ich Euch einige Thesen aus unserer netzökonomischen Zukunftsrunde präsentieren und mit Euch diskutieren für meine Netzpiloten-Kolumne, die am Dienstag erscheint.
Ich starte den Livestream so gegen 11 oder 12 Uhr 17 Uhr (vorher steht eine Radtour auf der Agenda) via Facebook und werde das auch hier in meinem Blog parallel zur Liveübertragung veröffentlichen. Wer nicht auf Facebook unterwegs ist, kann sich das dann hier anschauen.
Wie das ablaufen soll, habe ich gerade auf Facebook erläutert.
Mein Credo auch für 2017: Echtzeitkommunikation mit Möglichkeiten zur Interaktion. Live, ungeschminkt, ohne Teleprompter und aufwändige Postproduktionen. Viele Verantwortliche in der Unternehmenskommunikation neigen nach wie vor zu Schönwetter-Filmchen, wo die Akteure ihr weltweit führendes und gut aufgestelltes Plastikdeutsch ins Mikrofon stottern – aseptische Imagevideos zum Wegklicken. Wer gebaute Beiträge mag, kann das ja machen und sich stundenlang mit der Videobearbeitung herumschlagen. In der Regel ist das überflüssig.
Wer Konferenzschaltungen mit Livestreaming-Diensten übertragen möchte, also beispielsweise Roundtable-Gespräche mit Experten an unterschiedlichen Standorten, ist mit dem Google-Dienst Hangout on Air nach wie vor gut versorgt.
Seit dem 12. September ist diese Technologie allerdings nicht mehr an die Plattform Google+ gekoppelt. Jetzt muss man das über den eigenen YouTube-Channel organisieren. Auf die Funktion Video-Manager gehen, auf der linken Seite den Reiter „Livestreaming“ auswählen, dann auf „Events“ drücken und auf der rechten Seite den Button „Neuer Livestream“ aktivieren. Es erscheint, wie früher, der YouTube-Webplayer mit Titelzeile, Kalender zur Vorplanung, Beschreibungsmöglichkeit des Events und Keywords/Tags zur Suchmaschinen-Optimierung. Allerdings darf man nicht vergessen, unter Typ die Rubrik „Schnell per Google Hangouts On Air“ auszuwählen. Vorteil gegenüber Youtube Live: Man braucht keine externe Codierungssoftware. Einige dieser Programme kosten bis zu 500 Euro. Das Produkt OBS – Open Broadcast Software – ist zwar kostenlos, benötigt aber ein wenig Übung, um gute Live-Übertragungen hinzubekommen. So muss man ein wenig an den Einstellungen feilen, um bei der Signalbearbeitung die Lippensynchronisation hinzubekommen.
Generell sind die Livestreaming-Apps auf Smartphones und Tablets für spontane Stimmungsberichte, schnelle Sendekritik wie bei heute+ oder Making-of-Einblicke exzellent einsetzbar. Hangouts on Air und Youtube Live punkten bei der nachhaltigen Wirkung von Ereignissen – linear gesendet mit einem Live-on-Tape-Effekt, da beim Start des Livestreams sofort der virtuelle Rekorder auf YouTube anspringt und die Konserve schon während der Ausstrahlung angelegt wird. Ausführlich nachzulesen im Upload-Magazin.
Mit Eva Ihnenfeldt und Dennis Arntjen von KMU-Digital habe ich mich im Bonner Sommerinterview über die digitale Schnappatmung im Mittelstand unterhalten. Zwischendurch, also nach 30 Minuten, hab ich selbst eine kleine Schnappatmung bekommen, weil der Facebook-Livestream via OBS zusammenbrach. Deshalb ist das Sommerinterview in zwei Teilen abgelaufen. War eine spannende Runde.
Beim djvCamp16 in Kölle habe ich eine Session angeboten mit dem Thema: Livestreaming-Apps und der schwierige Abschied von der Einwegkommunikation. Meine Erfahrungen mit Facebook Live standen dabei im Mittelpunkt der Diskussion.
Hier die Aufzeichnung und danach einige Beispiele, was in den vergangenen Wochen so alles an Livestreaming-Aktivitäten gelaufen ist.
Nach dem Jahrhundertspiel Deutschland gegen Italien
Mobile Livestreaming-Apps verlangen eine völlig andere Herangehensweise als aufgezeichnete Videos. Da ist ein anderer Mindset vonnöten, um den direkten Dialog mit den Nutzern zu erreichen.
Wer einfach nur im Einwegmodus weitersendet, braucht diese Dienste nicht einsetzen. Klar ist auch, dass Facebook Live die anderen Übertragungswege nicht ersetzen – in der Kombination liegt die Kunst. Siehe auch meinen Workshop in der Deutschen Rheuma-Liga.
Es geht auch mit schwierigen Themen, wie unsere Testsendung in dem Workshop belegt:
Zur Zeit liegt die Trefferzahl bei null. Ob dem Reorganisations-Experten das gelingt? Zumindest kann er die Jogi Löw-Elf umorganisieren. Sein Masterplan wird er am Montag, um 9:30 Uhr ausbreiten.
Am Sonntag gibt es übrigens keine Meistermacher Morningshow. Da bin ich bei einem Workshop in Frankfurt und schildere meine Erfahrungen beim Einsatz des Livestreaming-Dienstes von Facebook. Warum das nicht nur im Sport Sinn macht, hat Detlef Korus in einem Blogpost deutlich gemacht:
„Immer mehr Unternehmen nutzen die Gelegenheit, nicht nur via Google Hangout, Webcast, Webinar und sonstige Online-Präsentationsplattformen Ihre Inhalte zu präsentieren. Ein mächtiger Player schickt sich gerade an, Google in Sachen Interaktion in die Schranken zu verweisen. Mein Freund Gunnar Sohn, Wirtschaftsblogger und erfolgreicher Live-Streamer zum Beispiel ist derzeit mit seiner täglichen Meistermacher-Morningshow anlässlich der EM 2016 morgens bei Facebook auf Sendung, entweder zeitgleich oder zeitversetzt mit einem anschließenden Google-Hangout, und die ersten Tests des “Parallel-Streaming” (bislang noch ohne Periscope) zeigen schon jetzt ganz deutlich: Facebook liegt in Sachen Live-Interaktion deutlich vorne, bei den Google Hangouts kann man zwar auch Fragen “in Echtzeit” stellen, allerdings ist das mit dem Kommentieren anderer Kommentare, dem Sharing und Einladen anderer FB-Friends dort eben einfach viel zu hakelig, kompliziert oder schwer auffindbar.“
Bei Facebook spielt sich das Livestreaming-Geschehen in der eigenen Timeline ab. Das Video ist dort nach der Sendung sofort als Konserve verfügbar. Nutzt man noch ein zweites Gerät, kann man neben der Videoübertragung auch noch schriftlich auf Kommentare reagieren, Hinweise posten und auf andere Seiten verlinken. All das ist mit Hangout on Air nicht oder nur umständlich möglich. Bei Live-Hangouts bleibt nur noch die Möglichkeit der Konferenzschaltungen als Trumpfkarte übrig. Für Interaktionen kann man den Dienst vergessen. Das ist aber das Salz in der Suppe. Das sieht auch der Zuckerberg-Konzern so:
Beim morgigen Workshop werde ich mich natürlich auch via Facebook Live zu Wort melden. So zwischen 11 und 12 Uhr.
Man hört, sieht und streamt sich also am Sonntag UND Montag 🙂
Und wenn es so ist? Was sagen denn Reichweiten aus? Nicht viel. Das war zu analogen Zeiten so und das ist in digitalen Zeiten auch so. Es ist eine Marktforschungswährung, die auf wackligen Beinen stehen. Sie sagt so gut wie nichts über das Konsumentenverhalten aus. Eher geht es um die Absicherung von Werbegeldern – aber das ist wohl eher ein Thema der Agenturen.
Bei den Nutzern geht es um etwas anderes: „Wer nervt, ist mit einem Klick draußen“, so der Werber Amir Kassaei. Die Argumentation von Views, Likes und Reichweite sei in dieser Welt fehl am Platz:
„Darum geht es nicht mehr. Es geht um Relevanz, die sich nicht an Definitionen von Google, Facebook und Marketing-Fachleuten orientiert.“
Vergleicht man die Intensität und die Qualität der Interaktion auf Facebook mit anderen Plattformen, sieht die Sache anders aus.
Da funzt der blaue Laden immer noch gewaltig. Besonders nach der Freischaltung von Facebook Live für alle Nutzer. Also Livestreaming über die App.
Ich merke es vor allem seit dem Start der Meistermacher Morningshow, die ich im Doppel-Livestream sende. Also via Facebook und Hangout on Air von Google.
Der Hangout-Fragebutton bringt kaum Wirkung. Anders sieht es bei den Kommentaren aus, die beim Facebook-Livestreaming entstehen. Es deckt sich mit der Zahl, die offiziell vom Zuckerberg-Konzern kommuniziert wird – siehe Foto oben.