Beckedahl: Telekom ist der größte Feind der Netzneutralität #Drosselkom

Drosselkom-Demo in Köln

Der Protest gegen die Drosselpolitik der Telekom nimmt an Schärfe zu. Kein Vorwahlgeplänkel, keine Eintagsfliege – die netzpolitische Bewegung nimmt den Angriff auf die Netzneutralität nicht hin, wie Markus Beckedahl auf der Anti-Drosselkom-Demo zur Hauptversammlung der Telekom in Köln deutlich machte.

Da wird es wohl nicht ausreichen, wenn Bundesnetzagentur und Kartellamt die Pläne des Magentakonzerns prüfen. Auch der Verweis der CDU-Netzpolitiker in der gestrigen Bloggercamp-Sendung auf bestehende Regelungen im Telekommunikationsgesetz können die Netzgemeinde nicht beruhigen.

Verlangt wird eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität.

So, erst einmal trockene Klamotten anziehen. Es hat heute zur Demo ungedrosselt aus Kübeln geschifft.

Siehe auch:

Drosselkom: Offline and Online-Protests against ISP Plans to slow down Internet Connections – and for Net Neutrality.

Telekom: König Drosselkoms Abgang.

Über die Milchmädchen-Rechnungen der #Drosselkom

Protest bei der Telekom

Bis zur Demo am Donnerstag möchte ich von der Telekom-Pressestelle noch ein paar Details wissen, die mir bislang nicht übermittelt wurden. Folgend Fragen habe ich heute an die entsprechende Abteilung des Magenta-Konzerns gemailt.

Die Aussage Ihres Hauses, dass nur drei Prozent der Telekom-Kunden von der Drosselung betroffen sind, halte ich immer noch für schwer überprüfbar. Details wollten Sie bislang nicht verraten. Aber vielleicht könnten Sie mir auf der Metaebene Informationen übermitteln. Handelt es sich bei den 100 Prozent nur um Kunden mit T-DSL-Vertrag, oder werden auch alle Telekom-Kunden mit reingerechnet, die nur über einen Festnetzanschluss, nicht aber über einen DSL-Anschluss verfügen? Und was ist mit Mobilfunk-Nutzern? Das sind genau genommen ja auch Telekom-Kunden.

Aber auch abseits dieser unklaren Berechnungsgrundlage kommen starke Zweifel an dieser Berechnung auf. So spricht die Telekom einerseits von nur drei Prozent der Kunden, die mehr als das ab sofort in Neuverträgen verankerte Inklusivvolumen benötigen. Andererseits schreibt die Telekom in ihrer Pressemitteilung aber auch, dass sie davon ausgeht, dass sich das benötigte Datenvolumen bis 2016 vervierfachen wird. Selbst mit der simplen Rechnung der Telekom wären demnach 2016 nicht nur drei Prozent, sondern ein vielfaches davon von der Drosselung betroffen. Wie viele werden es denn 2016 sein?

Über eine kurzfristige schriftliche Beantwortung wäre ich Ihnen dankbar.

Wären Sie oder ein anderer Vertreter der Telekom bereit, am Rande der Demonstration vor der Köln Arena am Willy-Brandt-Platz 2 (zur Hauptversammlung am Donnerstag) ein Video-Interview mit mir zu führen?

Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

Mal schauen, ob das wieder unter die Kategorie Betriebsgeheimnis eingestuft wie bei meiner Disputation in der ehemaligen T-Mobile-Zentrale in Bonn-Beuel. Nun ist mir auch klar, welchen Herren ich da gegenüberstand…

Habt Ihr noch weitere Fragen, die man stellen sollte????????????????

Dieses Bekenntnis kann ich übrigens gut verstehen:

https://twitter.com/gr4y/status/333888105104932867

Siehe: Gewähren Sie ein Sonderkündigungsrecht für Bestandskunden, Herr van Damme!

Telekom “liebt jeden Kunden” und findet Drosselung fair.

Donnerstag in Köln: Vogelbeobachtung vor der Telekom-Hauptversammlung. Vielleicht sollten keine Drosseln zum Einsatz kommen, sonder Geier.