Neue Führungsmodelle, Rekord-Fehlzeiten und KI-Realitäten – Der erste Tag der Zukunft Personal Süd beginnt #ZPSüd

Die Zukunft Personal Süd ist heute in Halle 10 der Messe Stuttgart in ihre neue Ausgabe gestartet. Bereits in den frühen Morgenstunden füllte sich das neue Messeareal am Eingang West mit Fachbesuchern, HR-Profis, Unternehmensvertretern und Innovationsinteressierten. Zwei Tage lang diskutiert die Fachwelt hier über die zentralen Herausforderungen und Perspektiven der Arbeitswelt von morgen – von Führung und Motivation bis zu Technologieeinsatz und Personalbindung.

Krisenmanagement als Kernkompetenz

Den Auftakt auf der Keynote Stage machte um 9:45 Uhr eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde über Flexibilität als strategisches Mittel zur Überbrückung wirtschaftlicher Engpässe. Cawa Younosi, Thomas Hoppe, Prof. Dr. Ulrike Fasbender und Moderator Cliff Lehnen thematisierten nicht nur den Wandel klassischer HR-Funktionen, sondern auch das zunehmende Spannungsverhältnis zwischen ökonomischer Unsicherheit und der Erwartung an Stabilität in der Personalführung.

Führung neu gedacht – der Fall ProSiebenSat.1

Besondere Aufmerksamkeit galt der Session um 11:15 Uhr mit Dr. Steven Rottmann von ProSiebenSat.1. Seine Abteilung hat klassische Führung nahezu abgeschafft – mit bemerkenswertem Ergebnis: 20 Prozent mehr Motivation, deutlich kürzere Entscheidungswege und eine Kultur der Verantwortungsübernahme, die ohne autoritäre Hierarchie auskommt. Ein Experiment, das Fragen aufwirft: Ist Führung ohne Führung ein Modell für die Breite oder bleibt es ein Sonderfall mit günstigen Voraussetzungen?

Die Unsichtbare Krise: Fehlzeiten auf Rekordniveau

Um 13:00 Uhr rückte eine unbequeme Realität ins Zentrum: die anhaltend hohen Krankheits- und Fehlzeiten in deutschen Unternehmen. Juristen, Gesundheitsmanager und HR-Experten diskutierten Ursachen und Lösungen – zwischen Arbeitsrecht, psychischer Belastung und strukturellen Defiziten in der Unternehmenskultur. Klar wurde: Die „innere Kündigung“ bleibt ein drängendes Thema – auch für wirtschaftlich gesunde Betriebe.

Technologie trifft Realität

Ab 14:30 Uhr gab Roger Basler de Roca Einblick in fünf Jahre Erfahrung mit der Vier-Tage-Woche – unterstützt durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Seine These: KI ersetzt nicht nur Überstunden, sondern transformiert Arbeitsmodelle fundamental. Die Praxisberichte liefern wertvolle Hinweise darauf, wie realistisch ein solcher Wandel ist – jenseits von Wunschdenken und Pilotprojekten.

Rebellion als Ressource

Den Abschluss des ersten Tages markiert um 16:00 Uhr Dr. Peter Kreuz mit seinem Vortrag „Rebel Mind“. In einem mitreißenden Appell plädiert er für mehr Mut zum Andersdenken – und skizziert eine Unternehmenskultur, in der Dissens nicht nur toleriert, sondern gefördert wird. Ein Gegenmodell zur Konformität in Krisenzeiten.

KI, Menschlichkeit und die große Frage: Was macht uns eigentlich aus?

Ein inhaltlicher Höhepunkt war der ZP Think Tank Innovation um 13:35 Uhr. Unter dem Titel „Mittelmäßigkeit, Radikalität, Revolution und Menschlichkeit in der Arbeitswelt“ diskutierten Gunnar Sohn, Katrin Thieme-Wagner, Margitta Eichelbaum und Marc Wagner die These, dass mit zunehmender KI-Durchdringung menschliche Fähigkeiten wie Urteilskraft, Kreativität und Empathie an Bedeutung gewinnen – nicht als sentimentale Rückzugsräume, sondern als Kern des Zukünftigen.

Einladung zur Beteiligung

Die Messe ist dabei nicht nur Bühne, sondern Experimentierfeld. Mit Peer-to-Peer-Formaten, interaktiven Panels und offenen Bühnen lädt sie zum Mitdenken, Mitreden, Mitgestalten ein. Die neue App bietet Orientierung bei über 280 Sessions – von Fachvorträgen bis zu Keynotes – und hilft, sich im dichten Programm zurechtzufinden.

Hinweis für Besucher

Wichtig: Die Messe findet in diesem Jahr in Halle 10 statt. Der Zugang erfolgt über den Eingang West. Besucher sollten ihre Wunsch-Sessions frühzeitig im Kalender markieren – viele Bühnenplätze sind bereits kurz vor Beginn voll besetzt.

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