Das Buch, die Zukunft, die Party: Vera Schneevoigt und die Kunst der Zuversicht – Ein Gespräch in Köln auf der Fachmesse #ZukunftPersonal

Das Autorengespräch mit Vera Schneevoigt auf der Zukunft Personal Europe in Köln war eine lebhafte und inspirierende Veranstaltung, die sich weniger wie eine klassische Buchpräsentation und mehr wie ein intimes Gespräch unter Freunden anfühlte. Die Messehalle 42, direkt neben der Keynote Stage, bot den Rahmen für eine ungewöhnlich herzliche und persönliche Buchvorstellung, bei der Schneevoigt nicht nur ihr neues Werk Wir können Zukunft präsentierte, sondern auch Einblicke in ihr berufliches und privates Leben gab.

Gleich zu Beginn machte sie deutlich, dass sie nie vorhatte, ein Buch zu schreiben. Der Ursprung des Buches liegt in einem Artikel für New Management, wo sie und Christoph Pause sich kennenlernten. Ihre tiefe Verbindung und der gemeinsame Wunsch, die Dinge positiv zu verändern, mündeten schließlich in die Idee, die gesammelten Erfahrungen in Buchform zu veröffentlichen. Wir können Zukunft ist ein Werk, das sich nicht als reiner Ratgeber versteht, sondern Impulse für eine optimistische und gestaltungsfreudige Sicht auf die Zukunft setzt.

Schneevoigt erzählte mit einem Augenzwinkern von der Buchveröffentlichungsparty, bei der sie alle Menschen eingeladen hatte, die eine Rolle in ihrem Leben spielen – von engen Freunden über Arbeitskollegen bis hin zu ihrem Vater, ihrem Pflegesohn und sogar ihrem Hund. „Niemand wusste, wer kommt,“ lachte sie, „es war eine komplette Überraschungsparty.“ Diese Anekdote spiegelte die unkonventionelle Art wider, mit der Schneevoigt die Dinge angeht: Netzwerken und Menschlichkeit stehen für sie im Mittelpunkt.

Ein zentrales Thema des Buches und des Gesprächs war Führung – nicht die heroische, alteingesessene Form der Führung, die in Krisenzeiten oft reflexartig zurückkehrt, sondern eine dienende Führung, die den Menschen ins Zentrum stellt. Schneevoigt erklärte, wie sie selbst 40 Jahre lang in einer männerdominierten Arbeitswelt gearbeitet hat und dabei eines gelernt hat: „Man darf den Humor nicht verlieren.“ Sie brachte das Publikum mit der Anekdote aus einem Meeting zum Lachen, in dem eine Schuldfrage endlos diskutiert wurde. „Ich sagte einfach: ‚Ich bin schuld. Können wir jetzt weitermachen?‘“ Der Raum lachte, die Atmosphäre entspannte sich, und das Meeting konnte produktiv fortgesetzt werden.

Schneevoigt ging auch auf die Herausforderungen unserer Zeit ein, etwa die Tendenz vieler Führungskräfte, in Zeiten der Unsicherheit zu autoritären, heroischen Führungsstilen zurückzukehren. Dies sei jedoch nur ein Reflex aus Angst, der langfristig nicht funktioniere. Vielmehr müsse man den Menschen als soziales Wesen begreifen, das in der Gemeinschaft Lösungen findet. Diese Erkenntnis, so Schneevoigt, sei auch der Kern ihres Buches: „Nur in der Gemeinschaft lösen wir die großen Probleme unserer Zeit.“ Sie verwies auf die Beispiele der Pandemie und der Flutkatastrophe im Ahrtal, wo Menschen, die sich füreinander einsetzten, Krisen gemeinsam bewältigten.

Besonders eindrücklich wurde Schneevoigts Engagement für das Ehrenamt und ihre tief empfundene Überzeugung, dass die Gesellschaft nur durch Solidarität und gemeinschaftliches Handeln vorankommt. Sie erzählte von der Pflege ihrer Eltern, die sie selbst übernommen hat, und den bürokratischen Hürden, die sie dabei überwinden musste. „Wenn ich mich schon schwer tue, wie soll es dann den Menschen gehen, die keine Erfahrung mit solchen Anträgen haben?“ Mit ihrem Buch und ihrer Arbeit wolle sie das Bewusstsein für solche Themen schärfen und Menschen ermutigen, sich füreinander einzusetzen.

Das Gespräch auf der Zukunft Personal Europe war weit mehr als eine Buchvorstellung – es war eine Aufforderung zur aktiven Gestaltung der Zukunft, geprägt von Menschlichkeit, Humor und der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam jede Herausforderung meistern können. Vera Schneevoigt begeisterte das Publikum mit ihrer offenen Art und den vielen persönlichen Geschichten, die verdeutlichten, wie wichtig es ist, optimistisch und engagiert in die Zukunft zu blicken.

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