„Wenn ihr die Dinge nicht verändert, verändert die Gesellschaft sie für euch“: Autorengespräch mit @trill_stephan auf der #NEO19x

Was soll das bitte sein: “Future Business”? Geht es hier um das nächste große Ding, die erstaunlichste technische Innovation, den heißesten Scheiß? Das fragt sich Stephan Grabmeier in seinem neuen Buch „FUTURE BUSINESS KOMPASSDER KOPÖFFNER FÜR BESSERES WIRTSCHAFTEN“, das auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wird: Es geht um die Grundlagen für eine neue Art zu […]

„Wenn ihr die Dinge nicht verändert, verändert die Gesellschaft sie für euch“: Autorengespräch mit @trill_stephan auf der #NEO19x — #NEO19x Matchen, Moderieren, Managen

Gichtlingskolumne über die Hashtag-Ökonomie und (digitale) Stecknadel-Weisheiten im Management

Wo wir gerade auf der Suche nach einem Hashtag für die Zukunft sind. Ich mache jetzt häufiger einen Rückblick auf meine Gichtlingskolumne für das früher mal gute Debattenmagazin „The European“. Da habe ich vor fünf Jahren etwas über die „Hashtag-Ökonomie vs. Organisation“ geschrieben:

Es gibt kaum noch eine Organisation in Wirtschaft und Politik, die nicht via Twitter oder Facebook im Social Web aktiv ist. Man gibt sich nach außen social und nach innen bleibt alles beim Alten. Die Kommunikation läuft zentralistisch und wird von Direktoren, Abteilungsleitern sowie Chefs zentralistisch dirigiert. Auftritte in sozialen Medien werden mit offiziösen Inhalten und Marketing-Blabla verstopft, kritisiert Digital-Naiv-Blogger Stefan Pfeiffer: „Man muss als Unternehmen auch bereit sein, zumindest etwas Kontrolle abzugeben und gewisse Risiken in Kauf zu nehmen.“

Das Internet sei in seinen Wurzeln anarchistisch, unstrukturiert, eine vernetzte Struktur und eben genau keine kontrollierbare Instanz.

Man muss als Unternehmen endlich begreifen, dass die Methoden des Industriezeitalters immer weniger greifen – und das gilt nicht nur für die Kommunikation.

Stecknadel-Weisheiten in einer arbeitsteiligen Welt

Die Ursache für diese Konservierung von Dampfmaschinen-Prinzipien liegt sogar noch vor dem Zeitalter der Industrialisierung. Sie stecken tief in der marktwirtschaftlichen Theorie, die Adam Smith in seinem Hauptwerk „Wohlstand der Nationen“ 1776 am Beispiel einer Stecknadelfabrik (!) erläutert. Die arbeitsteilig organisierte und hierarchisch gegliederte Unternehmung sei der Motor für Produktivität sowie Effizienz. Ohne Arbeitsteilung könne der Einzelne keinen Überfluss erwirtschaften, der es ihm erlaubt, am Markt teilzunehmen. Hat sich an diesen Lehrsätzen irgendetwas geändert? Professor Martin Kornberger sieht in den kapitalistischen Prinzipien, die Adam Smith im 18. Jahrhundert zu Papier brachte, die Hauptgründe für das höchst dilettantische Management des digitalen Wandels. Es habe sich ein Widerspruch eingeschlichen, der uns selbst im 21. Jahrhundert noch beschäftigt.

Die Widersprüche des Kapitalismus

„Auf der einen Seite ist der Kapitalismus ein Gesellschaftsentwurf, der auf der Ordnung des freien Marktes beruht. Auf der anderen Seite beruht der Kapitalismus auf Produktivität und Effizienz, die sich nur im Rahmen einer hierarchischen Struktur erzielen lässt“, schreibt Kornberger in seinem neuen Buch „Management Reloaded – Plan B“, erschienen im Murmann-Verlag.

Die Vision einer freien Marktordnung von Adam Smith führt direkt in eine hierarchische Organisationsgesellschaft. Die Hierarchie ist aber der Anti-Markt par excellence. Der Unternehmer, der sich so gerne als Patron des freien Marktes inszeniert, ist in Wahrheit der autoritäre Einpeitscher von zentraler Planung. „Aller liberalen Rhetorik zum Trotz setzt sich die freie Marktwirtschaft in Wirklichkeit aus unzähligen kleinen Planwirtschaften zusammen“, erläutert Kornberger. Der wahre Antipode des Marktes sei daher nicht der Staat, sondern vielmehr die hierarchische Organisation und ihr Management.

Der Manager als Bürokrat

Als Ergebnis dieser Marktlogik ist der Manager nichts anderes als ein Bürokrat mit dem Büro als Zentrum seines Handelns in Schrift und Wort: Zahlen, Diagramme und Pseudo-Strategien. Er presst die polymorphe Welt in ein zweidimensionales Format und präsentiert seine Wirklichkeit in Prozess-Diagrammen und semantischen Leerformeln des Effizienz-Jargons. Sein Antrieb ist die Beherrschbarkeit und nicht das Chaos oder der Kontrollverlust. Es entstehen Doppeldeutigkeiten, die niemals mit der komplexen Welt harmonisieren. Um seine Interpretationshoheit nicht zu verlieren, schreibt er am laufenden Band neue Reports, Kennzahlen, Indikatoren und beauftragt neue Evaluierungen. Die liebwertesten Gichtlinge des Managements produzieren in ihrem Kontrollwahn neue Unsicherheiten und Unübersichtlichkeiten, die Organisationen lähmen und zu Verkrustungen führen.

Trutzburgen des Managements

„Wie einen Patienten auf der Intensivstation verkabelt der Manager die Organisation, hält sie mit Messinstrumenten unter Beobachtung und sammelt Informationen, wo und wie er nur kann“, so Kornberger. Der Schreibtisch, sein Laptop und bunte PowerPoint-Folien sind die Trutzburg des Managers. Jede Anstrengung zur Optimierung des eigenen Ladens folgt den Kontroll-Illusionen seiner Wirklichkeitsreduktion: Führungsphilosophien, Motivationstheorien, flache Strukturen, Empowerment, Innovation Labs oder firmeninterne Denkfabriken sind die Placebo-Medikamente seiner Planungsbürokratie. Am stahlharten Gehäuse der Hörigkeit ändert das nichts, bemerkt der Soziologe Klaus Janowitz in Anlehnung an Max Weber beim Netzökonomie Campus in Bonn.

Manager sollten in der Netzwerk-Ökonomie eher wie Architekten arbeiten, fordert Kornberger, Professor für Strategie und Organisation.

Plädoyer für vernetzten Individualismus

In einer vernetzten Wirtschaft liegt die Aufgabe des Managers eher bei der Bereitstellung einer Infrastruktur, die Dritten erlaubt, miteinander zu arbeiten, ohne auf einen über ihnen stehenden Manager als allwissenden Koordinator angewiesen zu sein. Es geht eher um das Matchen, Moderieren und Managen – also um das Leitmotto der “Next Economy Open” (die in diesem Jahr, also 2019, vom 26. bis 28. November stattfindet). Es geht um Orte des Austausches, um Zonen der Konzentration, um Übungen, Verknüpfungen und Möglichkeitsräume.

Janowitz spricht sehr treffend von der „Hashtag-Ökonomie“ als Gegenentwurf zur durchorganisierten Gesellschaft. Es geht um Verbindungen von Neigungen und Interessen. Es geht um vernetzten Individualismus fernab von Reports, Indikatoren, Kennzahlen und Excel-Tabellen, die nur Ausdruck der Hilflosigkeit in einer vernetzten Welt sind.

Wer Hashtags für die Zukunft sucht, findet sie hier.

Die Gichtlingskolumnen funktionieren nach wie vor sehr gut 🙂

#9vor9 und digitale Splitter der Woche: Kein Signal im EU-Parlament, das Datenschutzcockpit, Führungswechsel bei SAP und Regulierung fürs Livestreaming — StefanPfeiffer.Blog

Und heute gab es wieder #9vor9 mit Lars Basche und Gunnar Sohn. Hier die Aufzeichnung mit vielen Themen, die auch für das Blog vorbereitet hatte: #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche https://t.co/UoCl2Yw5cU — gsohn (@gsohn) October 15, 2019 Und das sind meine lose kuratierten Digitalthemen der vergangenen Tage. Kein Signal im EU-Parlament Die IT-Abteilung des […]

#9vor9 und digitale Splitter der Woche: Kein Signal im EU-Parlament, das Datenschutzcockpit, Führungswechsel bei SAP und einiges mehr — StefanPfeiffer.Blog

Mitmachen :-) Gib der Zukunft ein Hashtag: Die Abstimmung — www.ne-na.me

Der Kölner Soziologe Klaus Janowitz sprach vor ein paar Jahren sehr treffend von der „Hashtag-Ökonomie“ als Gegenentwurf zur durchorganisierten Gesellschaft. Es geht um Verbindungen von Neigungen und Interessen. Es geht um vernetzten Individualismus fernab von Reports, Indikatoren, Kennzahlen und Excel-Tabellen, die nur Ausdruck der Hilflosigkeit in einer vernetzten Welt sind. Hashtags sind also eine wichtige […]

Gib der Zukunft ein Hashtag: Die Abstimmung — www.ne-na.me

Zukunftstermine für den Zukunftsdiskurs von @ManfRonzheimer

Der Blick in die kleine Zukunft – Was die Woche so an zukunftsbezogenen Veranstaltungen bringt, erstellt vom Zukunftskurator Manfred Ronzheimer:

13.10.2019 – 3Sat – Tele-Akademie: Zukunftskunst – Gelingt uns die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung? Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, skizziert, wie die Gestaltung einer Zukunft aussehen könnte, die den drängenden Herausforderungen gerecht wird. Sollte eigentlich nur noch bis gestern verfügbar sein, hab ich aber gerade noch mal abgerufen.

14.10.2019 – SALZBURG – Robert Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen – 137. JBZ-Montagsrunde: „Künstliche Intelligenz: Zwischen Hype und Panik“. Impulse von Tobias Hinterseer (Arbeiterkammer Salzburg) und Michael Mondria (Ars Electronica Solutions Linz). 19.30 Uhr. Ort: Arbeiterkammer Salzburg, Foyer, Markus-Sittikus-Straße 10, 5020 Salzburg. Eine Kooperation mit dem Ars Electronica Solutions Linz und der Arbeiterkammer Salzburg.

15. Oktober – WITTENBERGE – Podiumsdiskussion zum Thema „Wittenberge als Zukunftsort – Realität oder Utopie?“. Der Summer of Pioneers in Wittenberge geht in die zweite Halbzeit. Die Prignitz-Stadt will dazu am Dienstag Zwischenbilanz ziehen und einen Ausblick auf den weiteren Verlauf und anstehende Veranstaltungen geben.

15.10.2019 – BERLIN – acatech Festveranstaltung, Mobilität&Klimaschutz:

Welche Veränderungen zeichnen sich in der Mobilität ab? Eine repräsentative Umfrage zu Mobilität und Klimaschutz im Auftrag von acatech unterstreicht: Die Deutschen nehmen den Klimawandel sehr ernst, fordern aber auch attraktive und kostengünstige Mobilitätsangebote in Stadt und Land (das sehe ich noch nicht, gs).

Festredner: Helge Braun, Kanzleramtsminister und Bundesminister für besondere Aufgaben, Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, und Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität und Vorsitzender des acatech Kuratoriums.

Ob Mobilität, Digitalisierung und KI, Energiewende und Ressourcenversorgung: Nachhaltigkeit lässt sich nur dann mit Wachstum, Wohlstand und guter Arbeit vereinbaren, wenn technologische Innovation und gesellschaftlicher Fortschritt Hand in Hand gehen. acatech erarbeitet dafür – gemeinsam mit vielen Partnern – Szenarien und Handlungsoptionen.

15. Oktober 2019 – BERLIN – Präsentation der 18. Shell Jugendstudie 2019 – Die neue Studie porträtiert eine Generation, die die Zukunft als Thema für sich entdeckt – Jugendliche sorgen sich nicht etwa nur um ihre individuelle berufliche Entwicklung, sondern um Umweltverschmutzung und Klimawandel. Sie formulieren Ansprüche an Politik und Gesellschaft, wollen mitgestalten und sich Gehör verschaffen. u.a. mit Anna Braam, Vorsitzende der Stiftung der Rechte der zukünftigen Generationen – Um 11 Uhr Vorstellung in der BPK.

15. & 16. Oktober 2019 – BERLIN – 11. Deutscher Maschinenbau-Gipfel mit dem Motto „Zukunft produzieren“ – In Berlin tauschen sich die erfolgreichsten Industriegrößen, die Hidden Champions des deutschen Mittelstands sowie Forscher und Entwickler zwei Tage lang über die Mega-Trends im Maschinenbau und die Technik der Zukunft aus. – Exklusiver Live-Stream am 15. Oktober 2019 ab 09:20 Uhr. (Man muss sich registrieren, um sich das anschauen zu können. Wollen die eigentlich die Öffentlichkeit erreichen oder nicht? Merkwürdiges Verständnis von PR-Arbeit, gs)

15. Oktober 2019 – LÖRRACH/SCHWEIZ – Das Zukunftsforum Lörrach+ lädt auch in diesem Jahr wieder zum Zukunftstag in den Burghof Lörrach ein. Zum Jahresthema „Lörrach kann Klima“ wird der Zukunftstag  ein Schaufenster für die vielfältigen Aktivitäten und Initiativen im Bereich Klimaschutz in Lörrach und Umgebung sein. Mit einem Impulsvortrag des Wirtschaftswissenschaftlers und Leiters des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, wird der diesjährige Zukunftstag eröffnet.

16.10.2019 – GREIFSWALD – Raumfahrt und die Langzeitperspektiven der Menschheit – Öffentlicher Abendvortrag von Dr. Karlheinz Steinmüller (Köln) zu den Nordischen Wochen der Raumfahrt und Weltraumforschung.

16.10.2019 – BERLIN – „A Perfect Storm – Humanitarian Impacts of Climate Change“ – Die Klimakrise ist ein humanitärer Notfall. Die humanitären Folgen des Klimawandels können nur in einer kollektiven Anstrengung bewältigt werden. Aus diesem Grund widmen wir den diesjährigen Humanitären Kongress am 17./18.10. erstmalig dem Themenschwerpunkt Klimakrise. Veranstalter: Ärzte der Welt, Deutsches Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, Ärztekammer Berlin und Greenpeace

16.10.2019 – BONN – Digital revolution: Towards a bright future or mass unemployment and Orwellian societies? Veranstalter: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) within the framework of the Bonn Alliance for Sustainability Research.

16.10.2019 – BERLIN – „Measuring Tomorrow’s Work and Economy“ – Studie von Das Progressive Zentrum und Policy Network liefert umfassende Analyse zu Trends in der Arbeitswelt in Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Mit dabei:

Markus Albers, Unternehmer, Autor (u.a. „Digitale Erschöpfung“ und „Meconomy“) und Journalist (u.a. Brand Eins, Vanity Fair, Welt am Sonntag, SZ Magazin);

Prof. Dr. Anke Hassel, Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik,
Professorin für Public Policy, Hertie School of Governance;

Dr. Thomas Sattelberger MdB, Sprecher der FDP-Fraktion für Innovation, Bildung und Forschung, ehem. Personalvorstand Deutsche Telekom.

17.10.2019 – BERLIN – Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Eröffnung des 2. KI-Talks „Karliczek. Impulse. Wie wir Künstliche Intelligenz nutzen wollen.“ und Diskussion zum Thema „KI als Artenschützer: Chancen der KI für nachhaltige Agrarsysteme der Zukunft und Biodiversität“ im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz“, BMBF, Kapelle-Ufer 1, 10117 Berlin.

17.10.2019 – BERLIN – FUTURIUM: Machbar! Zukunft modellieren – Wissenschaftliche Modelle, etwa zur Vorhersage von Klimaveränderungen, sind Grundlage für das langfristige Denken in Politik, Wirtschaft und jedes Einzelnen. Sie führen Informationen zu neuen Erkenntnissen zusammen, erlauben die Simulation verschiedener Zukunftsszenarien und machen Wahrscheinlichkeiten sichtbar. Wie modelliert die Forschung eine Zukunft? Und was können diese Modelle für die Entscheidungsfindung in Politik und Unternehmen leisten? Mit Ulrich Burchardt (Oberbürgermeister der Stadt Konstanz, die als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen hat), Jens Burchardt (Principal bei der Boston Consulting Group und Leitautor der Studie „Klimapfade für Deutschland“), Dirk Notz (Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Klimawissenschaftler und Leitautor des nächsten Sachstandberichts des Weltklimarats IPCC) – Die Veranstaltung ist Teil von „Machbar! Die Reihe zur Zukunftsgestaltung“: „Ich kann sowieso nichts tun“ – Zukunftsdiskussionen können von Resignation geprägt sein. Doch es geht auch anders: Die Veranstaltungsreihe „Machbar!“ zeigt, wie und wo Zukünfte gemacht werden und wie jeder selbst und wir gemeinsam die Zukunft gestalten können.

Zusammenstellung: Manfred Ronzheimer