Cari Cari & Stina Holmquist – Wenn Musik plötzlich größer wird als der Raum #WDRRockpalast #Bonn #Harmonie

Manchmal kippt ein Konzert in diesen seltenen Zustand, in dem man spürt: Das hier ist kein Gig mehr, das ist ein Moment. Der zweite Rockpalast-Abend in der Bonner Harmonie gehörte Cari Cari – und vor allem Stephanie Widmer, die mit Stimme, Groove und einer Handvoll Instrumente die Bühne in ein eigenes Universum verwandelte.

Stina Holmquist – die Sanftheit vor dem Sturm

Den Anfang machte Stina Holmquist, deren Songs so klingen, als würden sie durch Dämmerlicht treiben – poetisch, klar, schwebend zwischen Melancholie und Aufbruch. Ihre Stimme, irgendwo zwischen nordischem Folk und urbanem Indie, füllte den Raum, ohne ihn zu beanspruchen.

Es war Musik, die atmet, nicht drängt. Ein leiser Triumph der Emotion über Effekthascherei.

Cari Cari – Magie, Mechanik, Melodie

Und dann kamen Cari Cari. Ein Duo, das klingt wie eine ganze Welt.
Stephanie Widmer – Sängerin, Multiinstrumentalistin, Groove-Maschine. Sie wechselt zwischen Gesang, Keyboard, Schlagzeug, Maultrommel, Didgeridoo und einem mysteriösen Gong, als gäbe es keine physikalischen Grenzen. Neben ihr Alexander Köck, Gitarre, Gesang, lakonische Coolness. Gemeinsam erschaffen sie einen Sound, der irgendwo zwischen staubigem Wüstenkino, psychedelischem Rock und Sixties-Vision liegt – Americana ohne Amerika, Vintage ohne Retro.

Der Opener „One More Trip Around the Sun“ setzte sofort den Ton: hypnotisch, cineastisch, mit dieser stoischen Eleganz, die sich aus keinem Genre erklären lässt. Der Beat rollte, die Gitarre flirrte, und Widmers Stimme zog alles in ihren Bann. Mit jedem Song – „Bubu Fire“, „Anana“, „Belo Horizonte“ – wuchs die Energie, bis der Raum vibrierte.

Man merkte, warum internationale Medien sie als „Lovechild of The Kills and The XX“ mit einer „Prise Morricone“ bezeichnen. Doch live geht das noch weiter. Es ist nicht nur Sound, es ist Körperlichkeit. Widmer hämmert auf das Drumset, als würde sie das Herz der Musik selbst takten. Das Didgeridoo schwingt wie ein tiefer Atemzug durch die Menge. Man sah Menschen, die mit geschlossenen Augen tanzten, völlig versunken.

Während viele Acts versuchen, „authentisch“ zu wirken, sind Cari Cari es einfach. Sie kontrollieren jedes Detail, ohne etwas zu verlieren. Kein Moment wirkt kalkuliert, alles wirkt gelebt.

In einer Welt, in der Pop oft nur Pose ist, war dieser Auftritt das Gegenteil: echt, magnetisch, unvergesslich. Die Bonner Harmonie bebte – und Stephanie Widmer ließ uns alle ein Stück weiter um die Sonne reisen.

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