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Vermittlung von Zukunftskompetenzen in Unternehmen @ProfYasminWeiss @GallupNews @ThomasJenewein @Digitalnaiv @jeanpol

Es gibt nach Recherchen von Yasmin Weiß zahlreiche sehr gute Beispiele, wie sich Unternehmen engagieren, um ihre Belegschaften für die Digitalisierung und Anforderungen von morgen fit zu machen: Volkswagen habe die Fakultät 73 gegründet, eine Programmierschule der Volkswagen-Akademie, um eine qualitativ hochwertige, berufsbegleitende Software-Fachausbildung zu ermöglichen. „Das zweijährige Ausbildungsprogramm steht internen und externen Talenten offen – darunter auch IT-affinen Quereinsteigern –, die anwendungsnah zu Softwareexperten ausgebildet werden möchten. Die Ausbildung erfolgt sehr praxisnah und stellt sicher, dass die Lerninhalte zu den konkreten Anforderungen des Unternehmens passen. Mitarbeiter behalten während des Programms ihre aktuellen Vergütungskonditionen bei, was unterstreicht, dass das Lernen während der Ausbildung als reguläre Arbeitszeit gewertet und damit auch entsprechend bezahlt wird. Die Individuen erhalten somit eine bezahlte Weiterqualifizierung in einem sehr nachgefragten Kompetenzbereich und steigern ihren persönlichen Marktwert. Volkswagen als Arbeitgeber hingegen macht sich damit unabhängiger vom externen Arbeitsmarkt“, schreibt Weiß in ihrem Buch „Weltbeste Bildung“, erschienen im Campus-Verlag.

Verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, würden sich intensiv damit beschäftigen, wie sie eine lernende Organisation werden und eine ausgeprägte Lernkultur als integralen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur etablieren.

„Dazu verzahnen sie Anreize für kontinuierliches Lernen mit flexiblen, meist digitalen Weiterbildungsangeboten, die sich in den Alltag der Mitarbeiter integrieren lassen. Wesentlicher Bestandteil bildet dabei auch die Personalentwicklung, die durch regelmäßige interne Job- und Tätigkeitswechsel der Mitarbeiter dafür sorgt, dass die Mitarbeiter flexibel und anpassungsfähig bleiben. Sie bieten darüber hinaus ‚Lern-Sabbaticals‘ an, bei denen Mitarbeiter freigestellt werden, um beispielsweise einen zusätzlichen Bildungsabschluss zu erwerben, um dann zu ihrem Arbeitgeber zurückzukehren.“

Viele Unternehmen unterstützen das übrigens nicht. Diese Erfahrungen habe ich als Dozent bei berufsbegleitenden Studiengängen gemacht. Da befrage ich regelmäßig am Ende des Semesters die Studierenden, ob denn der Arbeitgeber diese Weiterbildung unterstützt? Pro Kurs sind das in der Regel nur sehr wenige, die das bejahen. Es hakt bei den direkten Vorgesetzten. Was ja auch mit den Zufriedenheitsuntersuchungen des Gallup-Instituts übereinstimmt. Siehe dazu das Gespräch auf der re:publica in Berlin mit dem Gallup-Studienleiter Marco Nink:

Zahlreiche Start-ups, die in besonders dynamischen Umfeldern agieren, sind nach Erkenntnissen von Jasmin Weiß dazu übergegangen, ihren Mitarbeitern einen halben Arbeitstag pro Woche ausschließlich für das Lernen während der Arbeitszeit zur Verfügung zu stellen. Sehr löblich: „Unter Namen wie ‚Freaky Friday‘ wird das Lernen nicht nur als integraler Bestandteil der wöchentlichen Arbeitsaufgaben gewertet, sondern auch zelebriert, indem auf eine Mischung aus Lernen, Inspiration, Vernetzung und Spaß geachtet wird. Es gibt auch zahlreiche Beispiele, wie Unternehmen Nachwuchskräfte von morgen dabei unterstützen, wertvolle Fähigkeiten zu erwerben: Mit der Plattform OpenSAP bietet SAP interessierten Nachwuchskräften und Berufstätigen eine Vielzahl an selbstgesteuerten Online-Weiterbildungskursen an, die sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene richten. Die Kurse vermitteln dabei zukunftsrelevante Fähigkeiten und reichen von Informatik für Einsteiger und Grundlagenkursen für Künstliche Intelligenz bis hin zu Methoden des Design Thinking, verschlüsselter Kommunikation im Internet, Cybersecurity und digitalem Identitätsmanagement“, führt Weiß in ihrem Opus aus.

Spannend finde ich auch die von Weiß erwähnte Lernplattform ada. Sie ist darauf spezialisiert, Menschen dabei zu unterstützen, heute schon das Morgen zu verstehen und zukunftsfähige Kompetenzen zu vermitteln. „Dabei werden auch das unternehmensübergreifende Lernen und der Austausch unter digitalen Vordenkern gefördert. Ziel dahinter ist, Technologiekompetenz zu stärken und zu erklären, wie technische Entwicklungen unsere Geschäfts- und Arbeitswelt verändern werden. Diese Beispiele sind vermutlich nur die Vorboten dessen, wie Unternehmen in Zukunft bei der beruflichen Weiterqualifizierung und Wissensweitergabe gefragt sein werden, denn der Bedarf, Neues zu erlernen und Belegschaften und Talente weiterzuentwickeln, wird noch weiter zunehmen.“

Wer in den nächsten Jahren nicht stärker in die Qualifizierung der eigenen Belegschaft investiert, wird den Verlust an Arbeitskräften durch die demographische Lücke nicht kompensieren. Da geht dann ne Menge Wissen flöten, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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