Personalisierte Kopfhörer

Ich bin ja ein Fan von personalisierten Diensten, die diesen Namen wirklich verdienen. Es gibt mittlerweile auch einige Hersteller, wo ich über Netzangebote Produkte per Mausklick nach meinen Wünschen erstellen kann. Beispielsweise bei der Heilbronner Firma Beyerdynamic. Das habe ich im vergangenen Jahr für mich und meinen Sohn mal ausprobiert und beide sind wir hochzufrieden mit den Highend-Kopfhörern. Jetzt geht der Audiospezialist noch einen Schritt weiter und bietet die Möglichkeit, über die CUSTOM-Serie Styling und Sound auch nach dem Kauf noch zu verändern.

„CUSTOM heißt aber auch: Individualität des Klangs. Ein ausgeklügeltes akustisches System ermöglicht das Sound-Tuning – vom analytischen Sound zum Beat-Monster und zurück. Der Kunde muss sich nicht mehr für eine Klangcharakteristik entscheiden, er kann sie alle haben“, teilt das Unternehmen mit.

„Der Kopfhörer ist in unzähligen Varianten lieferbar: Die Puristin schwört auf die nachtschwarze RAW BLACK-Edition, der BritPop Fan zeigt sein Faible mit dem UNION JACK, der Taxifahrer kann seine Solidarität mit den New Yorker Kollegen durch die gelbe NY CAB-Version unterstreichen. Doch Geschmäcker ändern sich – und mit ihnen die CUSTOM-Modelle. Design-Kits zum Nachrüsten (ab 20 Euro) lassen die Kopfhörer immer wieder neu aussehen. Ein anderes Kopfband zum Beispiel, Carbon-Einlagen und Chrom-Blenden an den Seiten, fertig ist die radikale Typ-Veränderung. Austauschbare Kabel setzen nicht nur farbliche Akzente, sie bieten auch Extras wie iPhone Remote Control oder Headset-Funktionen zum Skypen oder Gameb“, so Beyerdynamic.

„Vierfach schaltbare Bassreflexöffnungen an den Ohrmuscheln verändern auf Wunsch die Klangcharakteristik. Sind sie geschlossen, schirmt der Kopfhörer seinen Träger von Umgebungsgeräuschen ab. Gleichzeitig dringt wenig Schall nach draußen, der etwa Mitreisende stören könnte. Öffnet der Träger zwei kleine Schieber an den Ohrmuscheln, gewinnt der Bass an Druck und Volumen, bis er so fett und mächtig klingt, wie es sich für Hip-Hop, Rap oder Drum & Bass gehört. Mit einem Handgriff lassen sich die Sound-Profile vergleichen und das jeweils Beste für die aktuelle Stimmung oder den laufenden Song auswählen“, soweit die Firmenmitteilung.

Die neue Kopfhörer-Serie wird auf der Fachmesse Prolight + Sound in Frankfurt (21. bis 24. März, Halle 5.1, Stand B 69) vorgestellt. Sie startet mit zwei ohrumschließenden Modellen: Das Einstiegsmodell gibt es nach Angaben des Herstellers für unter 150 Euro. Die Pro-Variante liegt im Grundpreis bei unter 200 Euro. Bezugsquelle: Ab Ende Juni über http://www.beyerdynamic.de/. Meine Kopfhörer waren übrigens etwas teurer.

Multisensorische Werbung für alle Sinne: Akustische Markenführung immer wichtiger

Die akustische Markenführung gewinnt an Bedeutung. Werbung und Marketing haben längst erkannt, dass Werbebotschaften verstärkt auch über den Klang einer Erkennungsmelodie oder über die Stimme der Werbebotschaft vermittelt werden. Die akustische Markenführung – im Fachjargon auch Sound Branding genannt – ist nach Expertenmeinung ein wichtiges Marketinginstrument, das zur Unverwechselbarkeit einer Marke beiträgt. Man denke nur an das fünftönige Audiologo der Deutschen Telekom, die Erkennungsmelodie der Tagesschau oder die frühere Coca-Cola-Hymne „First time“ von Robin Beck. „Es gibt in der Markenführung den Trend zum Multi-Sensorischen. Das heißt, die Marke wird mit allen Sinnen wahrgenommen. Mit Klang verstärken wir die visuellen Eindrücke massiv und reichern sie überdies mit Gefühlen an“, so Soundspezialist Carl-Frank Westermann, Creative Director Sound Branding bei MetaDesign in Berlin. Bisher hätten sich Marken vorwiegend visuell dargestellt. Klangdesign sei zwar nur ein kleiner Teil der gesamten Kommunikationspalette, der aber in den nächsten Jahren wichtiger werde.

Sound Branding werde hier zum Differenzierungsmerkmals. Qualitativ hochwertige Systeme vermitteln dabei den Eindruck, dass sich das Unternehmen Mühe gibt, seine Kunden erreichen zu wollen. „Wenn sich Marken des Mediums Stimme bedienen, sollten sie diese auch entsprechend attraktiv gestalten“, so Westermann. Der Stimme als Corporate Voice kommt nach seiner Ansicht eine wichtige Rolle für die Schaffung einer ganzheitlichen Markenstrategie zu. Die Entwicklung von Sprachanwendungen sollte man dabei nicht Technikern alleine überlassen, sondern stärker bei den Markenstrategen ansiedeln, was auch von Branchenexperten so gesehen wird: „In Sprachdialogsystemen tragen Stimme und eingesetzte Sounds ganz entscheidend zum Gesamteindruck und Wohlbefinden des Anrufers im Dialog bei. Sie geben dem Dialogsystem eine Persönlichkeit und bestimmen damit, wie sich das System dem Anrufer präsentiert oder wie es vom Nutzer wahrgenommen wird – zunächst unabhängig vom Dialog“, resümiert Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin. Auf den wachsenden Bedarf an professionellen Sounddesignern hat man unter anderem an der Universität der Künste in Berlin mit der Einrichtung des international einzigartigen Masterstudiengang „Sound Studies – Akustische Kommunikation“ reagiert. Carl-Frank Westermann lehrt hier akustische Kommunikation. Für die Allianz-Versicherungsgruppe hat er in den letzten Jahren „Vertrauen zum Klingen gebracht“, für die Lufthansa „einfühlsame, zuverlässige, anmutige und souveräne“ Klänge entwickelt.