Jean-Pol Martin betonte in der Next-Economy-Session, dass Lernen durch Lehren (LDL) trotz seiner jahrhundertealten Wurzeln oft in der pädagogischen Praxis übersehen wird. Er kritisierte, dass Bildungsinstitutionen und Pädagogen dieses Konzept nicht ausreichend fördern. LDL zeichnet sich durch die aktive Einbindung von Schülerinnen und Schülern in den Lernprozess aus, wodurch deren Potenziale gefördert werden.
Simon Kolbe hob hervor, dass LDL gerade in der heutigen Bildungsdebatte eine zentrale Rolle spielen sollte. Er verwies auf Studien, die belegen, dass Schulen mit mehr Autonomie und bestimmten Rahmenbedingungen besser mit der Heterogenität ihrer Schülerschaft umgehen können. LDL bietet hierbei innovative Ansätze, die bisher in der Bildungslandschaft nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Das neue LDL-Handbuch ist nicht nur eine Sammlung von Theorien und Prinzipien, sondern auch ein praktischer Leitfaden mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, kritischen Analysen und Lösungsansätzen. Es richtet sich an Lehrkräfte, Hochschuldozenten, Forscher sowie Praktiker im Bildungsbereich und reagiert auf Defizite, die in aktuellen Bildungsstudien, wie der PISA-Studie, aufgedeckt wurden.
Ein besonderer Fokus der Session lag auf dem Konzept des „Flows“ als Belohnung für die Konzeptualisierung und Informationsverarbeitung im Lernprozess. Darüber hinaus wurde der praktische Nutzen des neuen Menschenrechtsansatzes diskutiert, der die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in eine praxisnahe Form bringt.
Die Next-Economy-Session mit Jean-Pol Martin und Simon Wilhelm Kolbe war mehr als eine Diskussion über ein pädagogisches Konzept. Sie war ein Aufruf zur Transformation des Bildungswesens durch „Lernen durch Lehren“, ein Ansatz, der das Potenzial hat, das Lehren und Lernen grundlegend zu verändern. Das LDL-Handbuch ist dabei ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der in der Bildung tätig ist und sich für innovative Lehrmethoden interessiert.
Ein spannendes Gespräch mit Jean-Pol Martin und Simon Wilhelm Kolbe zum Konzept “Lernen durch Lehren” (LDL), fand auf der Next Economy Open #NEO23 statt. Das LDL Handbuch, ein Ergebnis ihrer Zusammenarbeit, öffnet die Tür zur Praxis und zeigt, wie es in verschiedenen Bildungsbereichen eingesetzt werden kann.
Das Handbuch zielt darauf ab, Lehrenden und Lernenden zu zeigen, wie sie die Autonomie und das Vertrauen der Lernenden stärken können. Es liefert konkrete Schritte und Empfehlungen zur Umsetzung von LDL, beleuchtet kritische Aspekte und zeigt Lösungswege auf. Es spricht Lehrende, Hochschullehrende, Forscherinnen und Forscher sowie alle, die in der Bildungspraxis tätig sind, an.
Jean-Pol Martin betont, dass das LDL-Konzept schon seit Jahrhunderten existiert, aber oft übersehen wird. Er kritisiert, dass Institutionen und Pädagogen das Konzept nicht genug unterstützen und verbreiten. LDL ermöglicht es, Schülerinnen und Schüler aktiv in den Lernprozess einzubeziehen und ihre Potenziale zu fördern. Simon Kolbe fügt hinzu, dass LDL in der aktuellen Bildungsdebatte eine wichtige Rolle spielen sollte. Er verweist auf Studien, die zeigen, dass Schulen mit mehr Autonomie und bestimmten Bedingungen besser mit der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler umgehen können. LDL bietet hier Lösungsansätze, die bisher noch nicht ausreichend genutzt werden.
Das LDL Handbuch ist ein Schatz an vielfältigen Einblicken und Erfahrungen. Es enthält Beiträge von verschiedenen Autorinnen und Autoren, die ihre Praxiserfahrungen teilen und konkrete Tipps geben. Es ist verständlich geschrieben und richtet sich an alle, die ihre berufliche Praxis verbessern möchten. Es bietet eine Antwort auf die Defizite im Bildungssystem, wie sie in der aktuellen Pisastudie aufgezeigt wurden.
In der Session wird erläutert, dass die Belohnung für die Konzeptionalisierung und Informationsverarbeitung der „Flow“ ist, der sich positiv auf den Organismus auswirkt. Dieser Flow wird auch in der Literatur über LDL beschrieben und kann durch quantitative Erhebungen unter den Nutzern weiter erforscht werden.
Es hebt auch den praktischen Nutzen des neuen Menschenrechtsansatzes hervor. Dieser Ansatz ordnet alle Paragraphen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte den sechs Bedürfnisdimensionen zu und bietet somit eine praktische Grundlage für die Reflexion und das praktische Handeln in der sozialen Arbeit. Es betont, dass dieser Ansatz die Menschenrechte nicht angreift, sondern sie in einer praktischen und verständlichen Weise umsetzt.
Das LDL-Konzept ist in der Hochschulbildung noch nicht weit verbreitet. Positive Erfahrungen gibt es beispielsweise mit Projektteams an der Hochschule Fresenius, die in Live-Sendungen zu verschiedenen Themen gearbeitet haben. Dabei wurde festgestellt, dass die Studierenden intensiver und tiefer in die Themen eingestiegen sind und auch empirische Forschung betrieben haben.
In der Next-Economy-Open-Session beleuchtete Stefan Holtel, Autor und Kurator für digitalen Wandel bei PricewaterhouseCoopers, die Auswirkungen von KI-Tools wie ChatGPT auf die Zukunft der Wissensarbeit. Holtel, der an einem Buch zum Thema arbeitet, teilte seine Einblicke und Prognosen in einer tiefgründigen Diskussion.
Holtels Interesse an ChatGPT entstand aus der Beobachtung einer signifikanten Verbesserung in der Qualität von Chatbots. Sein Buchprojekt „Droht das Ende der Experten? Chat-GPT und die Zukunft der Wissensarbeit“ reflektiert seine Vision einer Zukunft, in der Chatbots für wichtige Lebensfragen konsultiert werden könnten. Die dramatische Verbesserung dieser Technologien führte ihn zu der Frage, wie sie die Wissensarbeit transformieren werden.
ChatGPTs Einfluss auf Unternehmen und Markenidentität
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Auswirkungen von ChatGPT auf Unternehmen und deren Markenidentität. Holtel betonte, dass ChatGPT Unternehmen dazu zwingen könnte, ihre Markenidentität zu überdenken. Er warf die Frage auf, wie sich die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verändern wird und welche neuen Herausforderungen und Möglichkeiten dies mit sich bringt.
Herausforderungen und Chancen für Wissensarbeiter
Holtel thematisierte auch die Herausforderungen und Chancen für Wissensarbeiter im Kontext der sich entwickelnden KI-Technologien. Er betonte, dass die Fähigkeit, klare Fragen zu stellen und KI-Systeme als Werkzeuge zur Weiterentwicklung zu nutzen, von entscheidender Bedeutung ist. Er argumentierte, dass KI-Tools innovative Lösungen ermöglichen, aber auch neue Herausforderungen in Form von potenziellen Skandalen und der Notwendigkeit von Regulierungen mit sich bringen.
Die Notwendigkeit eines Dialogs mit Maschinen
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion war die Notwendigkeit, einen Dialog mit Maschinen zu führen und die tatsächlichen Möglichkeiten und Potenziale von KI zu erkennen. Holtel betonte, dass wir uns auf eine neue Welt des Verständnisses und der Interaktion zwischen Mensch und Maschine einstellen müssen.
Stefan Holtel ging in der Diskussion auf die Frage ein, in welchen Branchen oder Nischen die meisten Veränderungen durch KI-Tools wie ChatGPT zu erwarten sind. Er prognostizierte einen Domino-Effekt, der sich zunächst in textorientierten und kognitiven Berufen manifestieren wird, sich aber schnell auf andere Bereiche wie Bildbearbeitung und Filmproduktion ausweiten könnte. Holtel betonte, dass die Fähigkeit, klare und präzise Fragen zu stellen, entscheidend sein wird, um den vollen Nutzen aus solchen Tools zu ziehen.
Die Rolle von ChatGPT in der Interaktion und Kommunikation
Die Diskussion beleuchtete auch, wie ChatGPT die Art und Weise verändert, wie Menschen miteinander und mit Informationen interagieren. Holtel hob hervor, dass die Fähigkeit, einen Dialog mit einer Maschine zu führen und nicht nur eine direkte Antwort zu erwarten, eine Schlüsselkompetenz sein wird. Er wies darauf hin, dass die Kommunikation mit ChatGPT eine neue Art der Interaktion erfordert, die über traditionelle Suchmaschinenmodelle hinausgeht.
Die Herausforderungen und Chancen des KI-gestützten Dialogs
Die Diskussion ging auch auf die Herausforderungen ein, die sich aus dem endlosen Dialog mit ChatGPT ergeben. Holtel sprach über das Potenzial von KI, die menschliche Neigung zum Spielen und die Möglichkeit einer zunehmenden Abhängigkeit von der Interaktion mit KI-Systemen zu verstärken. Er betonte, dass die effektive Nutzung von KI-Tools ein tiefes Verständnis für ihre Funktionsweise und die Fähigkeit zur Reflexion erfordert.
Abschließende Gedanken und Buchankündigung
Zum Abschluss der Session dankte der Moderator Stefan Holtel für seine Einblicke und wünschte ihm viel Erfolg für sein bevorstehendes Buchprojekt „Droht das Ende der Experten? Chat-GPT und die Zukunft der Wissensarbeit“, das Ende Februar erscheinen soll. Holtel betonte die Bedeutung eines breiten Diskurses über die Rolle von KI in der Wissensarbeit und die Notwendigkeit, sich jetzt mit den Herausforderungen und Möglichkeiten dieser Technologien auseinanderzusetzen.
Das Buch „Droht das Ende der Experten? ChatGPT und die Zukunft der Wissensarbeit“ von Stefan Holtel untersucht die Auswirkungen von ChatGPT auf verschiedene Bereiche der Wissensarbeit. Folgende Fragen finde ich dabei interessant.
Einfluss auf Journalismus und Autorenschaft: Wie verändert ChatGPT die Rolle von Autoren und Journalisten und welche neuen Fähigkeiten werden in diesen Berufen benötigt?
Bildungswesen: Wie kann ChatGPT im Bildungsbereich für Schüler, Lehrer und Studenten effektiv eingesetzt werden, und welche Herausforderungen gibt es dabei?
Juristischer Bereich: Welche Rolle kann ChatGPT in der Rechtspraxis spielen, und wie kann es Juristen in ihrer Arbeit unterstützen oder herausfordern?
Medizin und Gesundheitswesen: Inwiefern kann ChatGPT Ärzten und Krankenhäusern helfen, und welche Grenzen gibt es bei seinem Einsatz im medizinischen Kontext?
Kreative Berufe: Wie beeinflusst ChatGPT kreative Berufe, insbesondere in der Kunst, und verändert es die Definition von Kreativität?
Grundlagen von ChatGPT: Was macht ChatGPT zu einer disruptiven Innovation, und wie unterscheidet sich diese von anderen Technologien?
ChatGPT in der KI-Evolution: Wie passt ChatGPT in den breiteren Kontext der KI-Entwicklung, und inwiefern ist es eine Übergangstechnologie?
Zukunft der Wissensarbeit: Wie wird die Wissensarbeit durch ChatGPT und ähnliche Technologien beeinflusst, und welche neuen Kompetenzen werden benötigt?
Kommunikation mit ChatGPT: Wie beeinflusst ChatGPT unsere Kommunikation und Sprache, und was sind die Grenzen seiner Sprachfähigkeiten?
Grenzen von ChatGPT: Welche wesentlichen Einschränkungen und Herausforderungen gibt es bei der Nutzung von ChatGPT?
Wissensarbeit und Automatisierung: Inwieweit trägt ChatGPT zur Automatisierung von Denkprozessen bei, und wie verändert es die Tätigkeitsprofile in der Wissensgesellschaft?
Werkzeuge für Wissensarbeit: Welche Werkzeuge neben ChatGPT sind entscheidend für die Wissensarbeit, und wie verändern sie die Arbeitsweise?
Kompetenzen des 21. Jahrhunderts: Welche Fähigkeiten sind im 21. Jahrhundert besonders relevant, und wie trägt ChatGPT zu deren Entwicklung bei?
Tätigkeitsprofil des Wissensarbeiters: Wie verändert sich das Profil des Wissensarbeiters durch Technologien wie ChatGPT?
Gestaltung von Wissensarbeit mit ChatGPT: Wie kann Wissensarbeit unter Einbeziehung von ChatGPT effektiv gestaltet werden, und welche Rolle spielt dabei das Verständnis der Technologie?
Habt Ihr weitere Fragen für die #NEO23 Session am Donnerstag, den 7. Dezember, ab 13 Uhr?
„Auftragseingänge auf Talfahrt. Doch die Ampelregierung plant ein Sparpaket von 17 Mrd. Euro. Die Schuldenbremse zwingt zu prozyklischer Politik. Anfang der 1930er Jahre machte Reichskanzler Brüning denselben Fehler. Die Folgen waren fatal. Ist sich @c_lindner dessen bewusst?“, fragt sich der Ökonom Professor Peter Bofinger.
Auftragseingänge auf Talfahrt. Doch die Ampelregierung plant ein Sparpaket von 17 Mrd. Euro. Die Schuldenbremse zwingt zu prozyklischer Politik. Anfang der 1930er Jahre machte Reichskanzler Brüning denselben Fehler. Die Folgen waren fatal. Ist sich @c_lindner dessen bewusst? pic.twitter.com/3hE2c1ey7l
Wir haben uns diese Frage schon vor ein paar Wochen gestellt, als wir die Sessions zur Next Economy Open #NEO23 erstellten. Also vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Haushaltspolitik der Bundesregierung. Ein Vorschlag kam von Professor Frank H. Witt:
Man hört, sieht und streamt sich auf der #NEO23. Start um 10 Uhr. Die Brüning-Session ist um 11 Uhr.
Die Kritik an der Schuldenbremse, die 2009 beschlossen worden ist, ist immer lauter geworden. Politiker der Sozialdemokraten und der Grünen sowie viele Ökonomen fordern eine Reform der Vorgaben, mit denen die deutsche Politik zu einem solideren Haushaltsgebaren verpflichtet ist. Unter der Schuldenbremse darf die jährliche Neuverschuldung nicht mehr als 0,35 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, wobei Notfallklauseln in Abhängigkeit von der konjunkturellen Lage gelten. Der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums stellt ein Gutachten vor, in dem er sich für eine Reform der Schuldenbremse ausspricht. Der Beirat schlägt vor, dass der Staat Nettoinvestitionen durch Schulden finanzieren kann, unter der Aufsicht eines unabhängigen Gremiums, um sicherzustellen, dass die Regierung keine Konsumausgaben als Investitionen tarnt.
„Ein Konstruktionsfehler der Schuldenbremse ist die mangelnde Investitionsorientierung“, sagt der Ökonom Achim Truger von der Universität Duisburg. Er schlägt vor, dass Investitionen pragmatisch gemäß den Regeln der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung definiert werden, was auch den Fiskalregeln der Europäischen Union entspricht. „Wenn man die Schuldenaufnahme für den Gesamtstaat auf 1 oder 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt, muss man sich keine Sorgen um die Nachhaltigkeit machen“, sagt Truger.
Michael Hüther, Präsident des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hält es nach dem Bericht der FAZ für notwendig, die Diskussion über eine Reform der Schuldenbremse von den finanziellen Anforderungen der Klimatransformation zu trennen. Die Kosten für die Klimapolitik sollten in einen verfassungsrechtlich abgesicherten Transformations- und Infrastrukturfonds fließen. Das nötige Geld könne nicht durch jährliche Neuverschuldung im Rahmen der Schuldenbremse aufgebracht werden. Hüther schlägt für den Fonds ein Volumen von bis zu 400 Milliarden Euro über zehn Jahre vor.
Für die Reform der Schuldenbremse schlägt Hüther Änderungen wie eine Überarbeitung der Berechnung der konjunkturellen Normallage, eine Berücksichtigung der Zinssteuerquote als Zielgröße oder eine stärkere Orientierung an den Staatsausgaben vor. Eine Investitionsklausel in die Schuldenbremse einzuführen, hält er angesichts des Transformations- und Infrastrukturfonds für nicht notwendig. „Es ist nicht zu leugnen, dass die Unterscheidung zwischen Staatsverbrauch und Staatsinvestitionen nicht klar ist“, sagt Hüther.
Seit Jahrzehnten steht das Thema der Staatsverschuldung auf der Tagesordnung. In einer Seminararbeit an der FU-Berlin im Sommersemester 1984 unter dem Titel „Gibt es eine optimale Staatsverschlung? – Das Problem der intertemporalen Allokation“, die ich gemeinsam mit Sebastian Schich erstellte, zitierten wir das Jahresgutachten des Sachverständigenrats 1980/81: „Komplizierter ist das Argument, dass die Staatsverschuldung eine Belastung künftiger Generationen darstellt. Die Güter und Dienste, die der Staat durch Kreditaufnahme beansprucht, mindern auf jeden Fall das, was die heutige Generation an privaten Gütern und Diensten beanspruchen kann. Ob künftige Generationen belastet werden, hängt davon ab, wie die Kreditaufnahme und die damit finanzierten Staatsausgaben auf das Produktionspotential der Volkswirtschaft wirken. Finanziert der Staat mit den Krediten Investitionen (!!!!!, gs am 5. Dezember 2023), deren volkswirtschaftlicher Ertrag auf der Höhe der Rentabilität privater Investitionen ist, so kann man nicht von einer Belastung künftiger Generationen sprechen, selbst dann nicht, wenn durch die staatliche Kreditaufnahme private Investitionen verdrängt worden sind.“
Unsere Berechnungen: Die optimale Höhe der Investitionen, um den langfristigen Konsum zu maximieren, ist erreicht, wenn sowohl die staatliche Investition als auch die private Investition eine Höhe erreicht haben, die ihrem mit den jeweiligen Produktionselastizitäten gewichteten Anteil am Sozialprodukt entsprechen.
In zwei Sessions auf der Next Economy Open #NEO23 am Donnerstag 7. Dezember beschäftigen wir uns mit der aktuellen Haushaltskrise. Um 11 und 16 Uhr.
„Jean-Pol Martin ist für mich Vorbild für die gesamte akademische Gemeinschaft. Als einer der wichtigsten Didaktiker Deutschlands ruht er sich trotz seiner achtzig Lebensjahre keinesfalls auf seinen Meriten aus, sondern arbeitet, wie der gerade vervollständigte dreibändige Opus zu den ‚Neuen Menschenrechten‘ #NMR zeigt, immer daran, kluge Ideen in die Welt zu setzen. Ich kenne auch niemanden, der in den 12 Monaten so viel Zeit und Energie in ChatGPT und andere künstliche Intelligenzen investiert hat – mit 80 wohlgemerkt. Und bei all dem gelingt es ihm, sein Lebenswerk #LdL ‚Lernen durch Lehren‘ zu verbreiten, sein Werk und seine Community zu pflegen. Begleitet wird es dabei von Simon Wilhelm Kolbe, der als Mitherausgeber seiner aktuellen Bände Jean-Pols Werk klug und mit viel Energie kuratiert. Mit beiden Herausgebern sprechen Gunnar Sohn ich über das Anfang des neuen Jahres erscheinende ‚Praxishandbuch Lernen durch Lehren'“, so der Ausblick meines Freundes und Kollegen Lutz Becker auf die #NEO23-Session am Freitagen, den 8. Dezember, um 11 Uhr. Ihr könnt via Chat- oder Kommentarfunktionen im Multistream mitdiskutieren. Oder direkt zu Zoom reingehen in den virtuellen Konferenzraum.
Im Frühjahr machten wir dazu eine Session auf dem Corporate Learning Barcamp:
Ein wichtiger Aspekt unserer Projekte in der Hochschule Fresenius ist die Förderung einer explorativen Haltung bei jungen Menschen. Dieser Ansatz beinhaltet, dass die Studierenden aktiv an der Gestaltung ihres Lernprozesses beteiligt sind, indem sie Themen selbstständig entwickeln und bearbeiten. Wir erläutern, dass die Studierenden durch dieses Konzept intensiver und emotionaler lernen, was zu einem tieferen Verständnis und einer besseren Vorbereitung auf die Praxis führt.
Wir sprechen über die Herausforderung, Menschen auf eine unbekannte Zukunft vorzubereiten und wie das LDL-Konzept dabei helfen kann, indem es die Studierenden dazu bringt, komplexe Situationen zu bewältigen und kreativ zu denken. Bearbeitet werden kritische Themen wie Greenwashing, ethische Fragen in der Wirtschaft und Nachhaltigkeit. Die Studierenden waren beispielsweise an einer Studie beteiligt, die das Konsumverhalten bei Fleisch in Deutschland und China untersuchte.
Die Diskussionen auf der Next Economy Open im vergangenen Jahr beschäftigten sich mit der Entwicklung von speziellen Wirtschaftszonen, ähnlich wie in Shenzhen oder Silicon Valley, jedoch mit einem Fokus auf thematische statt geografische Gebiete. Dieser Ansatz zielt darauf ab, spezifische Technologien und Branchen wie erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und künstliche Intelligenz zu fördern. Statt sich auf regionale Cluster zu beschränken, wird vorgeschlagen, nationale oder sogar europaweite Initiativen zu entwickeln, die sich auf Schlüsselthemen konzentrieren.
Ein zentrales Thema ist, wie man Start-ups und Innovationen am besten fördern kann, wobei Experten eine Abkehr von der rein regionalen Förderung hin zu einer zentralisierten, themenorientierten Herangehensweise befürworten. Die Idee ist, dass der Staat bestimmte Bereiche identifiziert, in die investiert werden soll, und dann gezielte Unterstützung bietet, etwa durch Steuererleichterungen oder direkte Förderungen.
Interessant ist auch der Blick auf die Rolle der EU in diesem Kontext. Die Frage, wie die EU die Entwicklung bestimmter Technologien oder Missionen unterstützen und fördern kann, ist besonders relevant im Hinblick auf das Ziel, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der Auswahl und Förderung der richtigen Projekte, sondern auch in der Balance zwischen Technologieoffenheit und den notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Die Sessions auf der Next Economy Open weisen auf eine Verschiebung hin zu einem mehr themen- und impactorientierten Ansatz in der Innovationsförderung, weg von der traditionellen regionalen Clusterbildung. Es geht um die Schaffung von Eco-Systemen, in denen Innovationen abseits starrer Regulierungen und kultureller Einschränkungen gedeihen können, was besonders wichtig ist in einer zunehmend vernetzten und virtuellen Welt.
Wir thematisierten das auch auf der Fleischerei-Fachausstellung (IFFA) in Frankfurt: Die Digitalisierung und Vernetzung im Maschinenbau schreitet voran, doch die Herausforderung liegt in der Kompatibilität der Systeme. Dr. Marius Grathwohl, ein Experte auf diesem Gebiet, erläuterte die aktuelle Situation und mögliche Zukunftsszenarien.
Viele Maschinenhersteller präsentierten auf der IFFA eigene digitale Produkte und Smart Services. Grathwohl betont, dass der erste Schritt der Digitalisierung oft darin besteht, sich mit Produkten für das eigene Portfolio zu beschäftigen. Der wesentliche nächste Schritt sei jedoch die Gestaltung von Schnittstellen und die Kooperation mit anderen Partnern, um eine ganzheitliche Lösung für den Kunden zu schaffen.
Das Projekt Industrie 4.0, das vor über einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde, hat bereits einige marktreife Konzepte hervorgebracht. Ein solches Beispiel ist die Verwaltungsschale, die es ermöglicht, Stammdaten von Produkten zu publizieren und Kunden bereitzustellen. Diese Technologie bietet auch die Möglichkeit, digitale Zwillinge zu formen und diese in einem Ökosystem kommunizieren zu lassen.
Grathwohl hebt die Wichtigkeit der Herstellerunabhängigkeit hervor. Diese Offenheit ist nicht nur für Hersteller, sondern auch für Kunden entscheidend, da sie eine Abkehr vom traditionellen Shop Floor hin zur Cloud-Nutzung bedeutet.
Die Diskussion um Cloud-Dienste, speziell die „Cloud Made in Germany“ oder europäische Alternativen zu amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten, ist ein weiteres wichtiges Thema. Obwohl Initiativen wie GAIA-X Hoffnung auf eine europäische Antwort bieten, bleibt Grathwohl skeptisch hinsichtlich der schnellen Entwicklung einer ernstzunehmenden Alternative zu den etablierten Anbietern. Damit liegt er richtig.
Im deutschen Maschinenbau und im Datenmanagement gibt es bereits viele Initiativen, die aufzeigen, dass durch bilaterale Partnerschaften schnell und unkompliziert Mehrwerte für Kunden entwickelt werden können. Grathwohl sieht den ersten Schritt in der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen als einen wichtigen Anfang, der den Weg für weitere Kooperationen ebnet.
Abschließend spricht Grathwohl über die Rolle der Politik und empfiehlt, dass diese mehr auf das hören muss, was im Markt tatsächlich passiert. Fördermaßnahmen und eine stärkere Beachtung von Industrieinitiativen könnten hier viel bewirken.
In einem sich schnell wandelnden Umfeld wie dem Maschinenbau bleibt die Frage, wie die Industrie und Politik gemeinsam die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können, um ein effizientes und vernetztes Ökosystem zu schaffen.
Gespräche mit virtuellen und intelligenten Computerprogrammen sind kaum noch von Dialogen mit Menschen zu unterscheiden.
Diesen Satz schrieb ich wann? Am 21. September 2005. Es geht um die Voice Days, die sich damals mit Spracherkennungstechnologie beschäftigte. Die Konferenz mit Professor Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz als Schirmherr war ein echter Trendsetter.
Der Artikel geht so weiter:
Der britische Mathematiker Alan Turing hatte in den 50er Jahren postuliert, dass eine Maschine dann intelligent sei, wenn sich ein Gespräch mit ihr nicht mehr von einem Gespräch mit einem Menschen unterscheiden ließe. Beim Loebner-Preis, den der US-Soziologe Hugh Gene Loebner gestiftet hat und der mit 100 000 US-Dollar dotiert ist, führen seit 1991 Tester Dialoge mit sogenannten „Chatbots“ – „Chat“ steht für plaudern und „bot“ für Roboter. „Die Tester wissen dabei nicht, ob ihr Gegenpart aus Fleisch und Blut oder aus Silizium ist. Insgesamt gilt es, drei von zehn Juroren glauben zu lassen, sie hätten sich tatsächlich mit einem Menschen unterhalten“, berichtet die Welt. Mehr als eine Million verschiedene Antworten habe mancher der Chatbots parat. „Sie analysieren Sätze nach ihrem Aufbau, suchen nach Schlüsselwörtern und Wortmustern. Sie können sich merken, ob ein Tester ein Thema schon einmal behandelt hat und verweisen darauf zurück, stellen Verbindungen zu neuen Komplexen her“, führt die Welt aus.
Sie können beleidigt oder erfreut reagieren und die besten haben eine eigene Persönlichkeit mit Herkunft und Lebenslauf. „So gibt es einen Chatbot, der sich als Barkeeper ausgibt und alles über Hamster weiß, oder einen Außerirdischen, der auf der Erde gestrandet ist und die Wunder des Universums kennt“, so die Welt. Schnell entzaubern könnten Tester Chatbots, indem sie ihnen Wissensfragen stellen, zum Beispiel „Wie hoch ist der Kilimandscharo?“ Komme die Antwort prompt und exakt, ist es wahrscheinlich ein Chatbot. „Der Euphorie über Künstliche Intelligenz bei den Chatbots folgt die ernüchternde Erkenntnis, dass diese nur so gut sind, wie der Fundus an Frage- und Antwortenpaaren, mit dem Sie gefüttert wurden“, betont Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business.
Ob der Traum von der humanoiden Maschine überhaupt realistisch oder erstrebenswert sei, bezweifelt Peter Krieg, Dokumentarfilmregisseur und Autor des Buches „Die paranoide Maschine“ http://www.heise-medien.de: „Was wir keinesfalls erwarten oder gar wünschen sollten, sind intelligente Computer, die uns das Denken und alle Entscheidungen abnehmen“. Selbst die radikalsten Protagonisten der „Künstlichen Intelligenz“ müssten zugeben, dass man in der Forschung noch weit von intelligenten Maschinen entfernt sei. „Noch fehlt der ‚Saft‘, der den intelligenten Computer vom heutigen Schnellrechner trennt“, so Krieg. Das Problem liege nicht an der Rechnerleistung, sondern an der Dialogfähigkeit. „Jemanden, der stumm und folgsam seine Anweisungen zu befolgen hat, ohne eigene Entscheidungen zu fällen, nannte man früher einen ‚Knecht‘. In diesem Sinn sind unsere Computer dumme, aber fleißige und überaus pedantische Rechenknechte“, bemängelt Krieg.
Der Einsatz von Chatbots und Sprachcomputern weise nach Analysen von Steimel eine interessante Reihe von Parallelen auf: „Beide Technologien haben nach dem Auszug aus dem Labors nicht immer in der Praxis eine glückliche Figur gemacht. Überzogene Erwartungen haben so manche Applikation im Praxistest der Lächerlichkeit preisgegeben“, so Steimel. Die Illusion, den Maschinen ein natürliches Sprachverständnis einzuimpfen, erwecke den Anspruch „Alles“ sagen zu können. „Tatsächlich ist das ‚Verständnis’ der Sprachcomputer auf Grammatiken und Wortschatz beschränkt, den man ihnen vorher beigebracht hat. Nutzerbefragungen am lebenden Objekt stellen immer wieder unter Beweis, dass es ein tödlicher Fehler ist, wenn sich die Maschine als solche nicht zu erkennen gibt. Deshalb ist der Turing-Test für den Praxiseinsatz völlig ungeeignet“, kritisiert Steimel.
Im übrigen weisen Dialog-Designer darauf hin, dass der Benutzer beim Sprechen mit Computern automatisch sein Sprachregister, seine eingesetzten Sprachbefehle reduziere, wie beispielsweise beim Sprechen mit Tieren. “Eine Parallele zum Menschen gibt es jedoch bei Chatbots und automatischen Sprachsystemen: Sie lernen ständig durch die Interaktion mit dem Nutzer hinzu. Das tun sie allerdings nicht selbst, sondern ähnlich wie beim Wizard-Oz müssen auch hier Menschen im Hintergrund die Maschine schlauer machen“, weiß Steimel. Das Beispiel der Chatbots zeige eine interessante Perspektive für den kombinierten Einsatz mit Sprachcomputern etwa in Infotainment-Diensten auf. Initiativen wie das Skype Voice Service Programm von Skype könnten dazu führen, dass man demnächst auch per Telefonie über das Internet Protokoll mit einem Chatbot nicht nur per Maus und Tastatur plaudern könne. „Es wird interessant sein zu hören, welchen ‚Stimm-Charakter’ die künstlichen Agenten erhalten und damit mehr Persönlichkeit und Taktgefühl gewinnen, als sich mit Icons ausdrücken lässt“, so der Ausblick von Steimel.
Soweit meine Agenturmeldung vor rund 18 Jahren. Was hat sich verändert? Was können wir erwarten?
Einige der wesentlichen Entwicklungen und Trends sind:
Verbesserte Natürliche Sprachverarbeitung (NLP): Die Fähigkeit von Chatbots, menschliche Sprache zu verstehen und darauf zu reagieren, hat sich erheblich verbessert. Moderne Chatbots nutzen fortschrittliche NLP-Algorithmen, die es ihnen ermöglichen, die Absicht hinter den Worten eines Benutzers besser zu erkennen und relevantere, kontextbezogene Antworten zu geben.
Integration in Alltagsgeräte: Chatbots und virtuelle Assistenten sind nun in alltäglichen Geräten wie Smartphones, Lautsprechern und sogar Haushaltsgeräten integriert. Beispiele hierfür sind Siri von Apple, Alexa von Amazon und der Google Assistant.
Emotionale Intelligenz und Personalisierung: Moderne Chatbots sind zunehmend in der Lage, emotionale Nuancen in menschlichen Gesprächen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Sie können personalisierte Erfahrungen bieten, indem sie lernen und sich an die Vorlieben und das Verhalten der Benutzer anpassen.
Einsatz in der Kundenbetreuung: Chatbots werden zunehmend in der Kundenbetreuung eingesetzt, um Anfragen zu bearbeiten, Unterstützung zu bieten und die Effizienz zu steigern. Sie können rund um die Uhr verfügbar sein, was den Kundenservice erheblich verbessert.
Ethische und soziale Fragen: Mit der zunehmenden Verbreitung von Chatbots treten auch ethische und soziale Fragen in den Vordergrund, insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Transparenz und die mögliche Ersetzung menschlicher Arbeitskräfte.
Weiterhin begrenztes Verständnis: Trotz großer Fortschritte bleibt das Verständnis der Chatbots für natürliche Sprache und Kontexte im Vergleich zu menschlichen Fähigkeiten begrenzt. Die meisten Systeme sind immer noch auf spezifische Aufgabenbereiche beschränkt und können in unvorhergesehenen oder komplexen Situationen Schwierigkeiten haben.
Zukünftige Entwicklungen: In der Zukunft können wir erwarten, dass Chatbots und KI-Systeme noch weiter in unser tägliches Leben integriert werden, mit Verbesserungen in der Personalisierung und der Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu bewältigen. Fortschritte in der KI könnten auch zu neuen Anwendungsbereichen führen, die derzeit noch nicht absehbar sind.
Wir werden das auf der Next Economy Open vertiefen am Donnerstag, den 7. Dezember, um 13. Uhr. Session mit Stefan Holtel. Autorengespräch zu seinem neuen Buch: Droht das Ende der Experten? ChatGPT und die Zukunft der Wissensarbeit.
Apropos Experten und Wissensökonomie: Was schrieb noch der Soziologe Niklas Luhmann zur Computerkommunikation nach der Logik seines Zettelkastens?
Mit der Computerkommunikation wird die Eingabe von Daten und das Abrufen von Informationen soweit getrennt, dass keinerlei Identität mehr besteht.
Wer etwas eingibt, weiß nicht, was auf der anderen Seite entnommen wird. Die Autorität der Quelle wird entbehrlich, sie wird durch Technik annulliert und ersetzt durch Unbekanntheit der Quelle. Logik des Netzes.
Die Art und Weise, wie Wissen in den Computer kommt, lässt sich schwer überprüfen. Sie lässt sich aber jedenfalls nicht mehr in Autorität ummünzen. Und genau das treibt einige Debatten-Dompteure an die Decke.
Staatliche Investitionen gelten als Wirtschaftstreiber. Einer Studie des Deutschen Instituts für Wiertschaftsforschung aus dem Jahr 2020 zufolge haben öffentliche Investitionen einen unmittelbaren Effekt auf private Investitionen. So führe jeder Euro öffentlicher Investitionen zu durchschnittlich 1,50 Euro an privaten Investitionen… Legt man den Anteil an den gesamten Investitionen eines Landes zugrunde, dann liegt Deutschland mit seinen öffentlichen Investitionen deutlich unter dem OECD-Schnitt und belegt auch EU-weit nur das Mittelfeld.
„Wer jetzt zweistellige Milliardenkürzungen im Bundeshaushalt fordert, agiert wirtschaftspolitisch unverantwortlich. Die Schuldenbremse darf nicht als Ausrede genutzt werden, um Investitionen in die Zukunft zu verhindern. Entweder muss sie dann reformiert oder gleich ganz abgeschafft werden“, so Professor André Reichel, Professor für Internationales Management.
Professor Frank H. Witt wird sich mit der Frage beschäftigen, ob die aktuelle Finanzpolitik in eine ähnliche Richtung weist, wie die Fehlentscheidungen von Reichskanzler Brüning. Er betrieb bekanntlich vier großen Notverordnungen eine einschneidende Spar- und Deflationspolitik: Er erhob neue Steuern bei gleichzeitiger Senkung staatlicher Leistungen, und er wirkte auf eine Absenkung von Löhnen und Gehältern hin. Damit hoffte er, den deutschen Export zu erhöhen, doch weil Deutschlands Handelspartner eine ähnliche Politik betrieben und zudem ihre Zölle erhöhten, musste diese prozyklische Politik scheitern; sie verschärfte letztlich nur die Wirtschaftskrise in Deutschland. Wie viel Brüning steckt in der aktuellen Finanzpolitik von Finanzminister Lindner?
Session von Professor André Reichel:
Session von Professor Achim Truger, Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung: