HR im Lead: Ohne Menschen keine Nachhaltigkeit – ohne Werte keine Zukunft #ZukunftPersonal #ZPE25

Zum 25-jährigen Jubiläum der Zukunft Personal Europe in Köln stand ein Panel im Rampenlicht, das den Nerv der Zeit traf: „Wir schaffen Zukunft: Werte. Wandel. Wir.“ Unter der Moderation von Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg diskutierten Holger Holland (World Cleanup), Felix Krainer (Planet Matters) und Franziska Schulze (Fujitsu) über nichts Geringeres als die DNA einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Der Tenor: Zukunft passiert nicht – sie wird gestaltet. Und HR ist dabei weit mehr als eine Personalabteilung. Sie ist Taktgeberin und Impulsgeberin für den Wandel.

Nachhaltigkeit zwischen Rückschlag und Aufbruch

Holger Holland widersprach entschieden der These, Nachhaltigkeit sei ein „totes Pferd“, das man nicht mehr reiten könne. „Wir stehen auf der Bremse, aber wir fahren nicht zurück“, sagte er im Messe-TV-Interview. Zwar hätten politische Unsicherheiten und populistische Rückzieher – von Trump bis zu skeptischen Stimmen in deutschen Vorstandsetagen – Spuren hinterlassen. Doch die EU-Gesetzgebung werde Kreislaufwirtschaft, Mobilitäts- und Energiewende unumkehrbar vorantreiben. „Unsere Ressourcen sind am Ende. Wir haben keine Alternative“, so Holland.

Werte statt Compliance-Checklisten

Franziska Schulze, Head of HR bei Fujitsu, betonte die Rolle von Unternehmen, freiwillig über gesetzliche Vorgaben hinauszugehen. „Wir definieren unsere Werte unabhängig davon, ob ein Gesetz gelockert wird oder nicht.“ HR müsse Nachhaltigkeit nicht als Pflichtübung, sondern als Kulturthema begreifen: Nur wenn Mitarbeitende Sinn erleben, Sorgen ernst genommen werden und gleichzeitig Qualifizierung für den Wandel gelingt, entstehe Zukunftsfähigkeit.

Die Sprache der Generation TikTok

Felix Krainer, Gründer von Planet Matters, demonstrierte, wie man aus einer Idee mit 16 Jahren eine globale Bewegung macht. Mit mehr als drei Millionen Followern auf TikTok mobilisiert er Millionen junger Menschen, Müll nicht nur aufzusammeln, sondern digitale und ökologische Kreisläufe zu hinterfragen. „Man muss Müll sexy machen“, sagte er lachend. Gamification, Sichtbarkeit und Authentizität sind seine Währungen. Krainer zeigt: Wertekommunikation braucht heute die Sprache der Plattformen – sonst bleibt sie ungehört.

Kreislaufwirtschaft als Lackmustest

Besonders brisant wurde die Diskussion, als es um harte Zahlen ging: Die Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland liegt bei lediglich 13 %. Im industriellen Bausektor sogar nur bei 4 %. Verpackungen erreichen hingegen 64 bis 70 %. Die Diskrepanz zeigt: Es reicht nicht, über Joghurtbecher zu diskutieren – es geht um die großen Stoffströme. Schulze und Holland waren sich einig: Politik muss schneller und agiler werden, Unternehmen mutiger. „Wir sehen viele Firmen, die längst handeln. Jetzt muss die Regulierung folgen, statt zu blockieren“, so Holland.

Technologie als Treiber – und Verantwortung

Als Vertreterin eines Tech-Konzerns wies Franziska Schulze auf die Ambivalenz hin: „Wir als IT-Industrie gehören zu den größten Umweltsündern – genau deshalb tragen wir besondere Verantwortung.“ Nachhaltigkeit dürfe nicht nur Recycling heißen, sondern müsse auch bei der Entwicklung neuer Technologien ansetzen: effizientere Hardware, nachhaltige KI, digitale Tools wie Wasserzeichen für Stoffströme. Der japanische Begriff für Scham über Ressourcenverschwendung sei hier ein Leitstern: „Es ist in der DNA einer Gesellschaft möglich, Verschwendung gar nicht erst zu akzeptieren.“

HR als Zukunftsgestalter

Das Resümee des Panels fiel klar aus: HR ist nicht länger ein Support-Faktor, sondern die Instanz, die Wandel übersetzt, Ängste ernst nimmt und Kompetenzen aufbaut. „Nur wenn HR den Kopf oben behält und den Lead übernimmt, sind wir zukunftsfähig“, fasste Anabel Ternès zusammen.

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