
Louis Klamroths Einstieg bei „hart aber fair“ entwickelt sich zu einer Farce. Frank Plasberg, der alte Hase, der Fels in der Brandung, muss mitansehen, wie sein Lebenswerk von einem jungen, überambitionierten Moderator und Produzenten in spe verunstaltet wird. Klamroth, dieser aalglatte Charmeur, der nach außen hin die Freundlichkeit selbst mimt, entpuppt sich als Strippenzieher, der im Hintergrund still und hart agiert.
Es ist fast schon tragikomisch, wie Plasberg, der Titan des Talks, rückblickend eingesteht, dass es ein Fehler war, Klamroth als seinen Nachfolger auszuwählen. Ein fataler Irrtum, geboren aus einer Mischung aus gutem Glauben und blindem Vertrauen. Dass Plasbergs Produktionsfirma Ansager & Schnipselmann durch Klamroths eigenes Produktionsvorhaben ersetzt wurde, ist der endgültige Dolchstoß in den Rücken des Altmeisters. Hier offenbart sich die wahre Natur der Medienlandschaft: ein Haifischbecken, in dem Loyalität nichts zählen.
Klamroth sieht sich selbst als das neue Gesicht der Talkshow. Doch was bringt er wirklich? Eine Fassade aus Pseudo-Professionalität und falschem Lächeln, hinter der sich die Kälte eines Menschen verbirgt, der nur sein eigenes Fortkommen im Blick hat. Plasberg, der den WDR mit seinen Inhalten geprägt hat, muss nun mit ansehen, wie sein Vermächtnis von jemandem fortgeführt wird, der keinerlei Respekt für die Vergangenheit zeigt.
In dieser bitteren Ironie liegt die Erkenntnis, dass Plasberg, der jahrelang für journalistische Integrität stand, durch die Wahl seines Nachfolgers einen Moment der Schwäche zeigte. Ein Moment, der ihm und seiner Firma teuer zu stehen kam.
Plasbergs Resümee ist eine bittere Pille, die uns alle daran erinnert, dass in der Glitzerwelt des Fernsehens nichts so ist, wie es scheint.
Vielleicht ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Bundeswahlrecht am 30. Juli für Hart aber Fair eine neue Chance.
Hermann Krämer
http://www.wahlrechtsreform.com