Der bonn-o-mat könnte Schwung in den Bonner Wahlkampf bringen – Auch in der KW 32 wenig Bewegung – Dreikampf um den OB-Posten

Wer sagt, Kommunalpolitik sei trocken, hat noch nie versucht, 13 Parteien zu 30 Thesen zu befragen – und dabei nicht den Verstand zu verlieren. Genau das hat das Team hinter dem bonn-o-mat getan. Das Ergebnis ist ein durchdachtes Wahlpositions-Tool, das seit Anfang August online ist. Es zeigt: Demokratie kann digital, ehrenamtlich und verdammt nützlich sein.

Der bonn-o-mat macht es Bonner Bürgern leicht, sich zu orientieren – zumindest in jenen Bereichen, die es durch die Redaktion geschafft haben. Themen wie Schwimmkurse, Seilbahn, Gendern, Drogenkonsumräume oder Wohnungsleerstand sind konkret, greifbar, lokal. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In einer Stadt, in der Wahlkampf oft zwischen Straßenfest und Wahlplakat versickert, bringt der bonn-o-mat endlich Struktur in die inhaltliche Auseinandersetzung.

Und doch bleibt das Gefühl: Da geht noch mehr.

Was fehlt, sind genau jene heißen Eisen, an denen sich eine Stadt reibt. Die Bonner Haushaltslage, mit ihren Defiziten, Verlustvorträgen und drohenden Auflagen durch die Bezirksregierung, gehört auf den Tisch.

Ein weiteres Beispiel: Die Rolle der Bußgelder als kommunales Finanzierungsinstrument. Warum nicht fragen: „Einnahmen aus Verkehrsverstößen sollen ausschließlich für Verkehrssicherheit und Prävention verwendet werden“? Gerade in einer Stadt, die im Haushalt fest mit Blitzer-Geld kalkuliert, wäre das mehr als ein netter Denkanstoß.

Zur fragwürdigen Kulturpolitik und dem Trauerspiel mit dem Bonner Stadtmuseum hätte ich mir zumindest eine Frage gewünscht.

Trotzdem: Respekt. Der bonn-o-mat ist ein wertvolles Angebot. Er zeigt, wie politische Partizipation digital unterstützt werden kann – und das ganz ohne Pathos. Das Tool ist übersichtlich, niederschwellig und lädt zum Nachdenken ein. Es ersetzt keine Debatte, aber es kann eine anstoßen. Wenn die Bonner Parteien diesen Ball aufnehmen, wäre das schon ein Fortschritt.

Denn es ist eben nicht egal, wer in dieser Stadt regiert – und wofür das Geld (nicht) reicht. Es ist auch nicht egal, ob Kultur blüht oder schrumpft, ob Energiepolitik konsequent ist oder kosmetisch. Der bonn-o-mat zeigt, wie wichtig diese Fragen sind. Jetzt müssen wir sie nur noch stellen.

Hier unsere Sentiment-Prognose, die wir jeden Mittwoch veröffentlichen:

🗳️ OB-Wahl Bonn – Prognose KW 32 (Stand: 7. August)

Kandidat:inKW 31KW 32Trend
Guido Déus (CDU)31 %32 %⬆ leicht
Katja Dörner (Grüne)27 %27 %
Jochen Reeh-Schall (SPD)21 %21 %
Petra Nöhring (FDP)7 %7 %
Michael Faber (Linke)6 %6 %
Johannes Schott (BBB)4 %4 %

Wenig Bewegung. Wer von den drei oberen Plätzen kommt in die Stichwahl? Das wird sich nach dem Ende der Sommerferien zum Top-Thema entwickeln.

Bei den Top-Themen auf ichsagmal.com im Juli liegen unsere Beiträge zur Bonner Kommunalwahl sehr weit oben:

🗳️ OB-Wahl Bonn: Prognose KW 27 – Sichtbarkeit schlägt Statistik

Abstand zwischen Dörner und Déus schrumpft #OBWahl #Bonn

Dauerbrenner: https://ichsagmal.com/das-fest-ist-jetzt-zu-ende-inspector-morse-und-der-stoff-aus-dem-die-traeume-sind-our-revels-now-are-ended-inspector-morse-and-the-stuff-of-dreams-artsfestoxford/

OB-Wahl in Bonn: Sichtbarkeitindex von Sohn@Sohn zur Kommunalwahl am 14. September

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