
In der lebendigen Kommunikation eröffnet sich ein faszinierendes Paradox: die Gegenwart zu erfassen und zugleich über sie hinauszugehen. Den Augenblick zu bewahren, ohne ihn einzufrieren oder zu fixieren, ihn zu einer fließenden Brücke zwischen Erlebtem und Kommendem zu formen – das ist der Kern dieses besonderen Handwerks. Kommunikation ist in diesem Sinne eine Verwandlung, die über den einzelnen Moment hinausreicht und ihn in einer fortdauernden Resonanz für die Zukunft bewahrt.
Die Tradition der „Kommunikation für Abwesende“, die Hannes Schleeh in einem BloggercampTV-Beitrag im Sinne von Thomas Mann beschrieb, hebt diesen Gedankengang besonders hervor: Der Reiz liegt nicht nur darin, das Ereignis zu dokumentieren, sondern es so einzufangen, dass es für eine ferne Zukunft Bedeutung behält. Man könnte diese Form der Präsenz als ein Zeugnis für das Potenzial der Worte sehen, die, einmal ausgesprochen, weiterleben und in neuen Kontexten verstanden werden. Sie entfalten eine Kraft, die über die flüchtige Sekunde hinausweist – wie ein Schatten, der sich langsam, aber stetig in die Zukunft ausdehnt.
Im Gegensatz dazu entfaltet sich die Kunst des spontanen Ausdrucks – jener „Stehgreif-Kommunikation“, die ohne Moderationskarten auskommt und der pompösen Inszenierung entsagt – mit einer klaren Struktur und mit einer Absage an bloßes Spektakel. Ein Knall wie ein Sektkorken, der für einen flüchtigen Effekt sorgt, schafft keine Tiefe. Solche vergänglichen Erscheinungen wie Schaum oder Rauch mögen einen flüchtigen Eindruck hinterlassen, doch sie können niemals das Fundament einer bleibenden Erfahrung bilden. Stattdessen geht es um eine ungeschnittene, unmittelbare Sprache, die keine gestelzte Vorbereitung braucht und dennoch beständig bleibt. Sie ergreift das Potenzial des „Jetzt“, verleiht ihm Substanz und bewahrt es für eine weiterreichende Existenz.
Ein solcher Ausdruck findet sich auch im Konzept der „Heureka-Momente“ im Community-Management. Diese Momente, in denen spontane Einsichten entstehen und ein einfacher Gedankenaustausch zu einem erkenntnisreichen Erlebnis wird, stellen die Kunst des Weiterführens und Neuverknüpfens dar. Sie sind keine statische Wiederholung des Gegenwärtigen, sondern ein kreativer Prozess, der die erlebte Erfahrung erweitert und in einem neuen Rahmen lebendig hält. Das lebendige Geschehen, das in diesem Augenblick seinen Ursprung hat, wird zur Grundlage für eine Erzählung, die mit jeder Nachbetrachtung, jedem Austausch weitergetragen wird – ein Impuls, der in die Zukunft reicht.
Occasio, die Göttin des günstigen Augenblicks, ist das Sinnbild dieser Kunst, den entscheidenden Punkt zu ergreifen und in eine erweiterte Realität zu tragen. Das Bild der Occasio, einer flüchtigen Gestalt mit kahlem Hinterkopf und den Zehenspitzen bereit zum Sprung, zeigt die Fragilität und zugleich die Macht des „richtigen Augenblicks“. Im antiken Mythos trägt sie die Botschaft, dass die Chance nur für kurze Zeit greifbar ist – verpasst man sie, gleitet sie unweigerlich davon, und Reue bleibt zurück. Occasio fordert von der Kommunikation das Timing, das spontane Erfassen der günstigen Gelegenheit, die sich nicht wiederholt, und die Fähigkeit, in diesem Moment ein Stück Dauerhaftigkeit zu schaffen.
Dieser „günstige Augenblick“, eine Idee der Renaissance-Rhetorik, spiegelt die frühneuzeitliche Vorstellung, die Chance im Augenblick zu ergreifen und so den flüchtigen Moment in etwas Substanzielles und Nachhaltiges zu verwandeln. Dies ist das Konzept der „Promptitudo“, der Fähigkeit zur spontanen, eleganten Rede, die wie ein Funken entfacht und sich langsam in eine Flamme verwandelt, ohne dabei ihre Energie zu verlieren. Indem die unmittelbare Erfahrung des Jetzt verlängert wird, bleibt das Festgehaltene nicht bloß eine statische Erinnerung, sondern entwickelt sich zu einer lebendigen Erzählung, einem fließenden Austausch, der über die Zeit hinweg an Bedeutung gewinnt.
In dieser Kunst des Festhaltens und Erweiterns erschafft die Kommunikation eine Art fortlaufender Architektur – ein Gespräch zwischen dem Erlebten und der Zukunft. Das Wesen dieser Form des Austauschs ist es, das Jetzt so zu gestalten, dass es beständig weiterwirkt und als inspirierender Ausgangspunkt für neue Ideen und Perspektiven dient.

Günstiger Augenblick im Gespräch:
Professor Dietrich Grönemeyer im Live-Talk: Bewegungsdrang statt Bürostress
Wir melden uns live von der Zukunft Personal Süd in Stuttgart, Halle 1. Neben mir steht Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Arzt und Bestsellerautor. Mitreißend sprach er über die Essenz von Körper, Geist und Seele im betrieblichen Gesundheitsmanagement und die Bedeutung kleiner Bewegungsroutinen im Alltag.
„Sitzen ist das neue Rauchen,“ sagte Grönemeyer entschieden und wies darauf hin, wie langes Sitzen nicht nur die Muskulatur erschlaffen lässt, sondern auch ernsthafte Gesundheitsrisiken wie Herzinfarkt und Thrombosen mit sich bringt. Besonders hob er die Wirkung kurzer Bewegungsübungen hervor: „Ein paar Minuten zwischendurch können viel bewirken. Und im Home-Office hat jeder die Möglichkeit, aufzustehen, sich zu dehnen oder Liegestütze zu machen.“
Für Unternehmen sieht Grönemeyer die zentrale Herausforderung darin, eine wertschätzende Unternehmenskultur zu schaffen, die Bewegung und Wohlbefinden fördert: „Gesundheitliche Fürsorge für die Mitarbeitenden bedeutet langfristigen Erfolg. Jeder sollte die Möglichkeit haben, körperlich aktiv zu bleiben, sei es durch ergonomische Arbeitsplätze oder einfache Übungen am Arbeitsplatz.“
Sein Appell richtete sich auch an die Schulen: „Kinder brauchen Bewegung, und zwar ohne Leistungsdruck. Studien zeigen, dass 70 Prozent der Jugendlichen schon Rückenschmerzen haben. Statt Leistungsdrill sollte der Spaß an der Bewegung gefördert werden. Nur so kann ein gesundes Körperbewusstsein entstehen, das ein Leben lang hält.“
Zum Abschluss machte Grönemeyer deutlich, wie wichtig direkte Interaktion ist: „Endlich wieder Menschen sehen, lachen und diese Energie spüren – das ist das, was uns ausmacht. Als Gemeinschaft zu arbeiten und füreinander Verantwortung zu übernehmen, das bringt uns wirklich weiter.“
„Ein Spiel zum Erleben, kein Zahlensalat“ – Uli Hoeneß über die Grenzen der Datenflut im Fußball
Uli Hoeneß findet klare Worte zur Statistikflut im Fußball und scheut sich nicht, seine Meinung pointiert und mit einer Prise Humor zu äußern. Auf der Digital X in Köln kritisierte er die zunehmende Datenlast in der Fußballberichterstattung und betonte, wie sehr ihm diese die Freude am Spiel raube. „Das geht mir ehrlich gesagt manchmal ziemlich auf die Nerven,“ so Hoeneß. „Ich möchte ein Fußballspiel anschauen und mir meine eigene Meinung bilden – mir ist es völlig wurscht, ob der Spieler zum 37. Mal dies oder jenes gemacht hat oder ob der Schwiegervater des linken Verteidigers irgendwann mal Tankwart war.“
Hoeneß, der für seine klare Haltung und seinen traditionellen Zugang zum Fußball bekannt ist, sieht die Flut an Statistiken als überflüssig an. „Ich will mich am Spiel ergötzen und nicht an den Ergüssen der Reporter,“ führte er weiter aus. Die Emotion und Spannung eines Spiels, so Hoeneß, könnten niemals durch Zahlen ersetzt werden. Für ihn zähle die ungeschminkte Qualität eines Spiels, das sich auf dem Platz entfaltet, und weniger die Details der Datenanalysen, die er als „zerstückelt und steril“ empfindet.
„Daten können eine Hilfe im Training sein, um Fitness zu überwachen oder Schwächen zu erkennen,“ räumte Hoeneß ein, „aber das eigentliche Können und die Magie eines Fußballers lassen sich nicht digital erfassen.“ Für Hoeneß steht der intuitive Zugang zum Spiel über der technisierten Analyse, die seiner Meinung nach zwar bei Scouting und Nachwuchsförderung eine Rolle spiele, aber den Fußballfan letztlich oft mehr verwirre als bereichere.
SAP Trainings- und Adoption Forum in Walldorf: Ein Raum für Selbstreflexion, digitale Kompetenzen und die Kunst der Weiterentwicklung
Das diesjährige SAP Trainings- und Adoption Forum in Walldorf entpuppte sich als lebendiger Marktplatz der Ideen zur digitalen Transformation und Weiterbildung. Hier verschmolzen die Lehren der Sportpsychologie mit den Herausforderungen moderner Unternehmensführung und bildeten so ein facettenreiches Programm, das die unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtete.
Professor Jan Mayer von der TSG Hoffenheim eröffnete das Forum mit einem Gespräch über die Kraft der Selbstreflexion. Seine Botschaft: „Change ist immer und findet ständig statt. Wenn wir uns dagegen wehren, haben wir schon mal ein erstes Problem.“ Mayer legte dar, wie Selbstgespräche und die Akzeptanz von Veränderung nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf entscheidend für Resilienz und Erfolg sind.
Ein besonderes Highlight war unser Interview mit Torben Mauch, dem „unbekanntesten Influencer der Welt“ und Champion im Bereich der Google-Maps-Rezensionen. Mit über 5,7 Milliarden Aufrufen seiner Beiträge hat Mauch eine beeindruckende Reichweite in einer scheinbar unscheinbaren Nische aufgebaut. Im Gespräch verdeutlichte er, wie kontinuierliches Lernen nahtlos in den Arbeitsprozess integriert werden muss. „Lernen muss ganz natürlich sein, damit wir uns immer wieder neue Kenntnisse aneignen können,“ erklärte Mauch. Er illustrierte damit den In-Game-Coaching-Ansatz von Sohn@Sohn, der Unternehmen Echtzeit-Anpassungen ermöglicht und sie unterstützt, auf dynamische Anforderungen der Cloud schnell und effektiv zu reagieren.
Ein weiteres zentrales Thema des Forums war die „Kultur der gegenseitigen Euphorisierung“, wie sie bei der TSG Hoffenheim gepflegt wird. Durch kontinuierliche positive Verstärkung entsteht ein Umfeld, in dem sich Mitarbeitende frei fühlen, kreativ zu sein und Verantwortung zu übernehmen. „Das Potenzial liegt in den Mitarbeitenden, und ich muss schauen, dass das rauskommt,“ erläuterte Mayer. Diese Kultur der Anerkennung zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung.
Zum Abschluss rückte das Forum die Bedeutung digitaler Kompetenzen im HR-Bereich und die Notwendigkeit eines Chief Learning Officer in den Fokus. „Im HR-Bereich brauchen wir mehr digitale Kompetenz, damit Lernen integraler Bestandteil des Arbeitsalltags wird,“ formulierte ein Teilnehmer. Es gehe darum, den Mitarbeitenden die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben und eine Lernkultur zu schaffen, die sie nachhaltig fördert.
Das SAP Forum zeigte eindrucksvoll, dass digitale Transformation mehr ist als ein technologischer Wandel – sie ist eine Neuausrichtung der Kultur, ein strategischer Schritt in die Zukunft, der Kreativität und Lernbereitschaft gleichermaßen fordert. In Walldorf wurde sichtbar: Nur durch eine lebendige Kultur der gegenseitigen Ermutigung und beständiges Engagement kann das volle Potenzial einer digitalen Belegschaft ausgeschöpft werden.
„Transparenz als Prinzip“ – Nancy Faeser eröffnet neuen Standort der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn
Die Eröffnung des neuen Standorts der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn brachte für die Bundesministerin des Innern, Nancy Faeser, nicht nur Einblicke in das frisch bezogene Gebäude, sondern auch eine Möglichkeit, den Geist der Transparenz hautnah zu erleben. In ihren Worten spiegelt sich die Bewunderung für die Offenheit wider, die am Bundeskanzlerplatz nun räumlich wie konzeptionell gelebt wird. Der neue Standort ist hell, einladend und nahezu grenzenlos durchsichtig – ein architektonisches Bekenntnis zur demokratischen Offenheit, das Faeser als essenziellen Baustein für das Demokratieverständnis sieht.
In einem anschließenden Pressegespräch hob Faeser die Bedeutung digitaler und multimedialer Formate hervor, die die Bundeszentrale inzwischen auf Plattformen wie TikTok etabliert hat, um junge Menschen für politische Bildung zu gewinnen. Dies sei von unschätzbarem Wert, gerade in Zeiten, in denen Desinformation zunehmend unser demokratisches Gefüge bedroht. Besonders wichtig war Faeser die Botschaft, dass die Institution trotz Haushaltszwängen eine Priorität bleibt und ihre Mittel für Programme zur Demokratieförderung wie „Zusammenhalt durch Teilhabe“ aufgestockt wurden – ein klares Signal für die Zukunft der politischen Bildung in Deutschland.
Symposium zur Innovationskommunikation: Braindrain, europäische Resilienz und neue Narrative für den Industriestandort
„Der Braindrain in der KI-Forschung ist alarmierend,“ kommentiert Robert Weber, Podcaster und Experte für industrielle KI. „Die Abwanderung von Talenten zeigt, dass viele Entwickler sich durch die Fixierung auf Chatbots und LLMs ausgebremst fühlen – eine Chance für europäische Hochschulen, kluge Köpfe zurückzugewinnen.“
Karl Haeusgen, der ehemalige Präsident des VDMA, setzt auf neue Erzählungen: „Deutschland ist das Land der Ingenieure, doch eine Kultur der Risikoaversion lähmt uns. Wir brauchen Innovationskommunikation, die die Stärke unserer Hidden Champions sichtbar macht.“
Professor Volker Banholzer von der Technischen Hochschule Nürnberg sieht die Rolle der Innovationskommunikation in einem anderen Licht: „Kommunikation ist kein Anhängsel der Innovation, sondern ein zentraler Baustein. Sie verknüpft technische und soziale Transformation und bringt unterschiedliche Perspektiven an einen Tisch.“
Diese Stimmen zeichnen das Bild einer Innovationskommunikation, die weit mehr als nur PR sein will – sie soll Europa resilienter und zukunftsfähiger machen.
Freiheit und Führung im Zwiespalt: Ein Messetag zwischen Zukunft und Stillstand
Es war einer dieser typischen Frankfurter Messetage, an denen Ideen wie Bälle durch die Hallen fliegen, jeder will sie fangen, doch nur wenige wissen, was damit anzufangen ist. Ich hatte mir vorgenommen, zwei scheinbar getrennte Fäden des Diskurses miteinander zu verweben. Der erste führte mich zu Vera Schneevoigt und ihrer messerscharfen Analyse der deutschen Führungsetagen, der zweite in den FAZ-Tower, wo Roland Schatz den neuen Freiheitsindex 2024 präsentierte. Zwei Figuren, zwei Themen – und doch ein gemeinsamer roter Faden: Freiheit und der Mut, sich in einer verändernden Welt zu behaupten.
Bei Haufe in Halle 3.1, wo Schneevoigt ihr Buch Wir können Zukunft vorstellte, war ich dabei, als sie mit Christoph Pause ins Gespräch kam. Schneevoigt stand da, fest und ohne jede Inszenierung, und brauchte eigentlich kein Mikrofon – ihre Worte hatten die Präzision eines Skalpells. Sie sprach von Führungskräften, die sich als allwissend inszenieren, tief vergraben in ihrer eigenen Ignoranz. „Warum ich nicht studiert habe, wird mir ständig vorgeworfen,“ sagte sie – es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Anklage gegen ein System, das sich auf alten Meriten ausruht, während die Zukunft vorbeizieht.
Ihre Kritik an der grotesken Allwissenheit deutscher Führungsetagen traf ins Schwarze: „Lernen und Reisen werden als Erstes gestrichen,“ sagte sie und brachte den Kern einer stagnierenden Führungskultur auf den Punkt. Sie sprach von Führungskräften, die sich nicht einmal für Menschen interessieren – ein Punkt, den sie zur Grundlage echter Führung machte.
Doch damit nicht genug. Schneevoigt prangerte das heldenhafte Management an, das sich lautstark als „Macher“ inszeniert, während im Hintergrund oft nur heiße Luft wabert. Ihre Worte ließen keinen Zweifel: Hier wird ein Mythos niedergerissen, ein Denkmal dieser Führungskultur in Trümmer gelegt.
Noch beschäftigt von Schneevoigts Aussagen, machte ich mich auf den Weg zum FAZ-Tower, 20 Minuten durch das herbstliche Frankfurt – Zeit genug, um den Zusammenhang zwischen Schneevoigts Kritik und dem Freiheitsindex herzustellen. Im Tower angekommen, traf ich auf Roland Schatz, der den Index präsentierte und dabei das Vertrauen in die Meinungsfreiheit beleuchtete. „52 % der Deutschen fühlen sich heute wieder freier, ihre Meinung zu äußern,“ sagte Schatz – doch die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Noch immer verhalten sich 42 % lieber vorsichtig.
Schatz’ Analysen zeigten, dass die Medien eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spielen. Sie lenken den Diskurs, indem sie entscheiden, was gehört wird und was nicht. Ich sah darin die Verbindung zu Schneevoigts Aussagen: Manager, die alte Meriten pflegen und neue Wege meiden, bestimmen auch das, was medial transportiert wird. Die, die glauben, alles zu wissen, blockieren das Gespräch über Freiheit und Innovation.
Schatz betonte, dass die Berichterstattung oft oberflächlich auf Wahlerfolge und weniger auf Inhalte abzielt – eine Parallele zu Schneevoigts Kritik an der Führungskultur, die vorgibt, alles zu wissen und dabei auf nichts vorbereitet ist. So webte sich der rote Faden weiter, zu einem einzigen großen Thema: dem Mut zur Wahrheit. Schneevoigt brachte es auf den Punkt: „Wenn Führungskräfte sich nicht weiterbilden, werden sie irgendwann abgehängt.“ Und Schatz zeigte, wie die Medienkultur diesen Trend verstärkt: Eine Kultur, die vorgibt, alles zu wissen, ohne sich den realen Herausforderungen zu stellen, verurteilt sich selbst zum Stillstand.
Am Ende dieses Frankfurter Messetages, zwischen Buchmesse und FAZ-Tower, blieb für mich eine Erkenntnis: Es ist nicht die Lautstärke, die zählt, sondern die Substanz dahinter. Schneevoigt und Schatz fordern uns auf, genau hinzusehen. Freiheit verlangt mehr als Schlagworte; sie verlangt den Mut, hinzuhören und zu lernen.
IBM warnt vor Cyber-Bedrohung: Sicherheitsparadox und steigende Ransomware-Risiken in Deutschland
Die deutsche Cyber-Sicherheitslage verschärft sich stetig – Attacken, so häufig und spezialisiert wie nie zuvor, bedrohen Unternehmen und kritische Infrastrukturen gleichermaßen. Auf dem Industrietag des BDI in Berlin beleuchtet Christine Müller, Leiterin IBM Security Services DACH, die brisante Situation: „Ein Drittel der Cyberangriffe ist Ransomware – ein simpler Erpressungsversuch, der Unternehmen lahmlegt.“ Doch es bleibt nicht nur bei den Attacken selbst: Der Angreifer greift, geht – und lässt Hintertüren offen, weiterverkaufbar für den nächsten Angriff.
Müller mahnt: „Die Gefahr wird oft erst dann ernstgenommen, wenn der Schaden da ist.“ Dabei sind die technischen Mittel längst bekannt, Zero Trust etwa und Mikrosegmentierung könnten Schäden mindern und die Angreifer ausbremsen. Doch ein grundlegendes Problem bleibt: „Ohne Awareness auf Führungsebene“, so Müller, „sind die Abwehrstrategien nur halb so effektiv.“