Große Unternehmen, darunter DAX-Unternehmen, stehen vor einer Herausforderung: Sie müssen dieses Jahr 1178 Berichtspunkte zu Nachhaltigkeit erfüllen. Nächstes Jahr sind Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern dran. Das betrifft 16.000 Unternehmen in Deutschland. Und danach sind die kleineren Unternehmen an der Reihe.
Die Berichterstattung ist so konzipiert, dass sie durch die gesamte Lieferkette fließt. Wenn Betriebe Teil dieser Kette sind, stellt sich die Frage der ESG-Berichterstattung auch für kleinere Organisationseinheiten. Es geht dabei nicht nur um Bürokratie, sondern auch um Transparenz für Stakeholder. Unternehmen müssen Ziele für 2030 formulieren und Druck auf ihre Lieferanten ausüben, um diese Ziele zu erreichen.
Es gibt auch Risiken. Unternehmen könnten Lieferantenbeziehungen abbrechen, um nicht für Verstöße gegen Menschenrechte oder Umweltstandards verantwortlich gemacht zu werden. Oder sie könnten ihre Ziele nicht erreichen und als Greenwasher bezeichnet werden.
Banken und Finanzinstitute spielen auch eine Rolle. Sie könnten Unternehmen, die nicht auf ihrer Positivliste stehen, schlechtere Konditionen anbieten. Unternehmen müssen also nicht nur die Bürokratie bewältigen, sondern auch Verantwortung zeigen.
Die Zeit der Marketingbroschüren ist vorbei. Unternehmen müssen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen durch externe Prüfer bestätigen lassen. Aber es gibt auch eine positive Seite: Wenn Unternehmen ihre Daten erheben, können sie Verbesserungen vornehmen.
Die Regulierung bringt eine neue Ernsthaftigkeit in die Nachhaltigkeitsdiskussion. Unternehmen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen und vielleicht auch neue Netzwerke bilden. Druck erzeugt Bewegung, und das kann zu Innovationen führen.
Wer das Thema vertiefen möchte, der sollte sich Montag, den 27. Mai freihalten für den dritten Green Monday in Düsseldorf mit Networking und Breakout Sessions. Den Anfang macht Katrin Kroese-Discher*. Als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Trilux kennt sie die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung der verschiedenen ESG-Regelungen. Sie wird uns Einblicke in ihre Arbeit geben und dabei auch den Finger in die Wunde legen. Mit Wilhelm Mauß, Geschäftsführer von Lorenz und Karl Trautmann, Geschäftsführender Direktor bei ElectronicPartner haben wir zwei Vordenker, die über ihre Erfahrungen mit der doppelten Transformation von Nachhaltigkeit und Digitalisierung berichten.
ImpulsEU-Taxonomie, das scharfe Schwert der Regulierung Katrin Kroese-Discher, Director of Sustainibility, Trilux*
18:40 Uhr
Einführung in die Breakout Sessions Bernhard Steimel im Gespräch mit Wilhelm Mauss und Karl Trautmann
18:50 Uhr
Breakout-Sessions „Runde 1“ Radikaler Wandel für die Zukunftsfähigkeit Wilhelm Mauss, CEO, Lorenz Go Green, praktische Herausforderungen bei der Umsetzung Karl Trautmann, Geschäftsführender Direktor, ElectronicPartner
19:20 Uhr
Breakout-Sessions „Runde 2“ Gleiche Referenten – Teilnehmer wechseln die Gruppe
19:50 Uhr
Synthese im Plenum Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
Das Gespräch zeichnet ein Bild von den Herausforderungen und Chancen, die die zirkuläre Ökonomie für die Gesellschaft bereithält. Reflexionen über die Entwicklungen der letzten vier Jahrzehnte, beginnend mit der Gründung der ersten Umweltabteilung unter dem Innenminister Hans-Dietrich Genscher, über die Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in der Amtszeit von Bundesumweltminister Klaus Töpfer bis hin zu den heutigen Bemühungen, verdeutlichen, wie sehr der Fokus bisher auf End-of-Pipe-Lösungen lag. Die Notwendigkeit, den Blickwinkel zu erweitern und eine umfassende Strategie zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien betrachtet, wird deutlich.
Im Zentrum der Diskussion stehen die sogenannten „dicken Fische“ – jene Bereiche, die den größten Anteil am Ressourcenverbrauch haben. Besonders im Bauwesen, einem Sektor, der für die Hälfte des Ressourcenverbrauchs und Abfallaufkommens verantwortlich ist, liegen enorme Potenziale für die Kreislaufwirtschaft. Die Förderung von Recycling by Design und die Vermeidung von Verbundstoffen könnten wesentlich dazu beitragen, die Zirkularitätsrate zu steigern.
Livetalk mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes zur Kreislaufwirtschaft https://t.co/6pPpmPbjCe
Darüber hinaus betont Messner die Bedeutung von Innovationen und neuen Technologien wie digitalen Wasserzeichen und digitalen Pässen, die es ermöglichen, Materialflüsse präziser zu verfolgen und Recyclingprozesse effizienter zu gestalten. Die Rolle der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz als Treiber für eine nachhaltige Entwicklung wird hervorgehoben.
Die Diskussion weist auf die Bedeutung eines integrativen Ansatzes hin, der die Ziele des European Green Deals berücksichtigt. Die zirkuläre Ökonomie muss als Teil einer größeren Agenda für Klimaneutralität, den Schutz der Ökosysteme und Zero Pollution verstanden werden. Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und die Umsetzung gemeinsamer Strategien kann eine nachhaltige Zukunft gesichert werden.
Die Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Dirk Messner unterstreichen die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels: weg von einer linearen Abfallwirtschaft hin zu einer zirkulären Ökonomie, die nicht nur ökologisch nachhaltig ist, sondern auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bietet. Die Überwindung bestehender Herausforderungen erfordert Mut, Kreativität und die Bereitschaft, bestehende Systeme grundlegend zu überdenken. Der Weg ist lang und die Zeit drängt, doch die Diskussion zeigt, dass das Bewusstsein und die Bereitschaft zum Wandel wachsen.
Werden wir eine Mehrweg-Ökonomie in Europa. Und damit sind nicht nur Getränke gemeint. Die Europäische Kommission hat Ende 2022 einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des EU-Verpackungsrechts vorgelegt. Es soll die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWD) durch eine Verordnung ersetzen, um eine einheitliche Umsetzung zu erreichen und den Binnenmarkt zu stärken. Die EU-Kommission verfolgt drei Ziele: die Vermeidung von Verpackungsabfall, den Aufbau hochwertiger Recyclingkreisläufe und die Schaffung eines gut funktionierenden Marktes für Sekundärrohstoffe durch Mindest-Rezyklatanteile für bestimmte Kunststoffverpackungen. Mit dieser Initiative sollen drei miteinander verknüpfte Problemgruppen angegangen werden: das wachsende Aufkommen von Verpackungsabfällen in Verbindung mit einer Zunahme von Einwegverpackungen, einem hohen Anteil an vermeidbaren Verpackungen und einem größeren Anteil von Kunststoffen am Verpackungsmix. Hindernisse für die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, insbesondere die zunehmende Verwendung von Verpackungsdesign-Merkmalen, die das Recycling behindern, und die verwirrende Kennzeichnung von Verpackungen für die Sortierung durch den Verbraucher. Außerdem verhindern fragmentierte Märkte eine kosteneffiziente Abfallbewirtschaftung in einem Binnenmarkt. Das Downcycling und die geringe Verwendung von recycelten Inhalten in Verpackungen, was die Fähigkeit der EU einschränkt, die Verwendung von Neumaterialien in neuen Verpackungen zu reduzieren.
Der Entwurf fordert eine Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Menge an Verpackungsabfall um fünf Prozent bis 2030, um zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040. Die Vergleichsbasis ist dabei das Jahr 2018. Diese Zielsetzungen seien notwendig, so die EU-Kommission, weil in den vergangenen Jahren die Menge an Verpackungsabfällen stärker gewachsen ist als das Recycling. Das Aufkommen hat den Angaben der Kommission zufolge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen und erreichte 2020 in den 27 EU-Staaten 79,3 Mio Tonnen, was einer Durchschnittsmenge von 177 kg pro Person entsprach. Bis 2030 wird ein Anstieg um weitere 19 Prozent erwartet, falls keine Maßnahmen ergriffen werden. Für Plastik wird sogar ein Zuwachs von 43 Prozent prognostiziert. Die EU-Kommission merkt an, dass es nicht möglich sei, sich aus einem wachsendem Abfallstrom „herauszurecyceln“.
Damit die Vermeidungsziele erreicht werden können, setzt der Verordnungsvorschlag auf die Nachfüllung von Behältern und auf verbindliche Quoten für die Nutzung von Mehrwegverpackungen in bestimmten Anwendungsbereichen. Hat in der Gastro-Branche in Deutschland ja hervorragend geklappt – nicht.
Der EU-Vorschlag sieht zudem eine Pfandpflicht für die Mitgliedstaaten zur Schaffung von Pfandsystemen für Einweg-Getränkeverpackungen ab Jahresbeginn 2029 vor. Betroffen sind Plastikflaschen und Metallbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils bis zu drei Litern. Die Pfandpflicht gilt nicht für Wein, aromatisierte Weinprodukte, Spirituosen sowie Milch und Milchprodukte. Der Vorschlag fordert außerdem von den Mitgliedstaaten, sich zu „bemühen“, für Einweg-Glasflaschen, Getränkekartons und für wiederverwendbare Verpackungen Pfand- und Rücknahmesysteme einzuführen. Sie sollen außerdem sicherstellen, dass für Endverbraucher die Rückgabe von Mehrwegverpackungen ebenso bequem ist wie die von gleichartigen bepfandeten Einwegverpackungen. In Deutschland hat das Pflichtpfand für Einweg zu einer Abschwächung der Mehrwegquote auf unter 50 Prozent beigetragen. Der Handel stellt Rücknahmeautomaten auf und mehr nicht.
Und was ist los beim Plastikrecycling. Da soll wieder irgendetwas mit dem chemischen Recycling passieren ( Kritisiert wird bei solchen Verfahren der hohe Energieverbrauch. Zudem schwinde der Druck, sortenreine Verwertungsketten aufzubauen. Plastics Europe und die mit der Studie beauftragte Beratungsgesellschaft Deloitte betonen dagegen die Bedeutung des chemischen Recyclings auf dem Weg hin zur einer höheren Wiederverwertungsquote.
Existierten Gelbe Tonnen, Plastik und Verbundverpackungen eigentlich schon im 19. Jahrhundert oder wie kam Friedrich Nietzsche zu der Ansicht, dass alles, was ist oder sein wird, schon einmal war? Die ewige Wiederkunft des Gleichen verfolgt Handel, Industrie und Entsorger schon seit seiner Geburt vor über 30 Jahren.
So verzehren sich die Schöpfer des Recycling über Gebühren-Preller, Trittbrettfahrer, Betrugsmodelle, Trickser und Fälscher. Ein jährlich ablaufendes Ritual der Eingeweihten. Der überschaubare Kreis von Tonnen-Philosophen ergeht sich mit Inbrunst in der Rezeption von Lizenzentgelten, Mengenströmen, Leichtverpackungen, Zertifikaten, Vollständigkeitserklärungen, Novellen der Verpackungsverordnung bis zum Verpackungsgesetz, Eigenrücknahmen, Branchenlösungen, haushaltsnahe Entsorgungssysteme (profan gesprochen: in der Regel Gelbe Säcke und Tonnen), Anfallstellen, Selbstentsorger, Gemeinsame Stelle, Vollzugsbehörden, Transportverpackungen, Umverpackungen, materialgleiche Nichtverpackungen, Wertstoff-Tonnen, rohstoffliche und werkstoffliche Verwertung, Reduktion in Hochöfen und Müllexporte (pardon: Wertstoffexporte) nach Asien, Bulgarien oder einfach das Meer.
Im Livetalk mit dem UBA-Präsidenten Dirk Messner geht es zum die zirkuläre Ökonomie. Bislang nur eine Illusion – also die Kreislaufwirtschaft.
Digitalisierung grün ausgestalten – normativer Auftrag für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. @DirkMessner auf der re:publica in Berlin #rp23. pic.twitter.com/WnBMlu8Fp8
Bei allen Abfalldaten und Verwertungsquoten, die uns an den Kopf geballert werden, darf nicht unterschlagen werden, wie schlecht wir in Europa und in Deutschland sind: Die Kreislaufwirtschaftsquote der Wirtschaft in Deutschland liegt nur bei mageren 13 Prozent, wie Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, auf der re:publica in Berlin erläuterte. Der Durchschnitt in Europa liegt sogar noch niedriger.
Um das zu ändern, sollten wir aufhören mit Grüne-Punkt-Gebühren, die auf die Verpackungen draufgehauen werden und spätestens bei den Herbstgesprächen zwischen Handel und Industrie verdunsten, sondern beim Verbrauch der Rohstoffe anfangen.
Grüne Bauteile im Weltall – eine Vision, die Realität wird. Direkt auf dem Green Monday in Düsseldorf berichtet Stefan Hackländer von WKW.automotiv über bahnbrechende Projekte in der Raumfahrtindustrie. Das Unternehmen arbeitet an Prototypen für nachhaltige Satellitentechnologie und IoT-Modelle.
Vergangenes Jahr stellte die Firme ihre Ideen verschiedenen Raumfahrtunternehmen in Europa vor. Die Reaktion? Begeisterung. Denn ein solcher Ansatz existiert bisher nicht.
Aber wie sieht das in der Praxis aus? Hackländer erklärt, dass geplant wird, völlig neue Materialien ins All zu bringen, um die Umweltverschmutzung im Weltraum zu reduzieren. Er spricht über Trümmerteile von defekten oder außer Betrieb genommenen Satelliten, von Technologien, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre giftige Gase hinterlassen.
Die Lösung? Ein neu entwickelter Satellit, ein sogenannter Cubesat, hergestellt aus neuen, CO2-reduzierten Materialien und Kunststoffen, die auf natürlichem Wachstum basieren. Nach erfolgreichen Tests auf der Erde soll ein erster Prototyp im April ins All geschickt werden.
Das Thema Nachhaltigkeit im Weltraum steckt noch in den Kinderschuhen. Die meisten denken nicht darüber nach, weil sie glauben, dass über der Erde alles unendlich ist. Aber die Realität sieht anders aus. Jedes Jahr werden etwa 2000 Satelliten in die Umlaufbahn geschossen, die nach etwa fünf Jahren ausgedient haben.
Hackländer und sein Team wollen das ändern. Sie entwickeln Materialien, die sich im Weltraum nach einer bestimmten Zeit selbst auflösen oder rückstandsfrei verdampfen können.
Wie kam Hackländer zu diesem Thema? Er sieht eine Entwicklung von der Automobilindustrie zu „New Mobility“, „Future Mobility“ und schließlich zur nächsten Generation von „Space“.
Hackländer ist auch in der urbanen Mobilität tätig, wo er mit großen Anbietern an der Entwicklung von Flugtaxis arbeitet. In Deutschland gibt es aufgrund von Regulierungen und Versicherungsfragen noch einige Probleme, aber er ist zuversichtlich, dass diese gelöst werden können.
Abschließend äußert sich Hackänder positiv über den Green Monday in Düsseldorf. Er schätzt die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen und neue Ideen zu sammeln. Er hofft, dass die Teilnehmer mit neuem Wissen und neuen Kontakten nach Hause gehen und das Gelernte in ihren Unternehmen umsetzen können.
Obwohl er selbst nicht ins All fliegen wird, arbeitet er leidenschaftlich an den Technologien, die das möglich machen. Ein Traum, der Wirklichkeit wird.
„Nachhaltigkeit betrifft Unternehmen in ihrem Kern, da es um Produkte, Produktionsprozesse, Märkte, Unternehmensfinanzierung und letztendlich auch um die Menschen in den Unternehmen geht. Es geht nicht nur um die Kunden, sondern auch um die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Nachhaltigkeit ist daher ein zentrales Thema für das Personalmanagement, da es um die Grundelemente des Unternehmens geht“, sagt Rupert Felder, Arbeitsrechtler und frühere Personalleiter eines Maschinenbaukonzerns, im Vorfeld der Zukunft Personal Süd in Stuttgart, die am 5. und 6. März stattfindet. Felder bestreitet das Eröffnungspanel auf der Keynote-Stage und gibt einen Ausblick auf diese Session in der Sendung #ZukunftPersonalNachgefragt am Dienstag, den 20. Februar, um 15 Uhr.
Es handelt sich nicht mehr um ein Schönwetter-Thema, da das ESG-Reporting von Wirtschaftsprüfern zertifiziert wird und Marketingberichte nicht mehr ausreichen. Es geht nicht mehr nur um Siegel und Etiketten, sondern um eine grundlegende Veränderung von Produkten und Produktionsweisen. Die Nachhaltigkeit der Nachhaltigkeit ist gefragt. Unternehmen müssen Nachhaltigkeit richtig umsetzen, sie in die HR-Geschäftsprozesse integrieren, ein solides Reporting erstellen und eine Geschichte darüber erzählen, warum sie nachhaltig sind. Nur so können sie am Markt bestehen, da die Märkte nachhaltige Produkte benötigen und die Finanzierung nur noch für nachhaltige Produkte erfolgt.
Die gesamte Positionierung und Etablierung von Unternehmen in den Finanzsektoren hängt mit Nachhaltigkeit zusammen. Ohne Nachhaltigkeit funktioniert ein Unternehmen nicht mehr. Rupert Felder hat bereits vor über zwei Jahren ein Fachbuch zum Thema Personalmanagement und Nachhaltigkeit veröffentlicht. Er ist überrascht, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen immer noch von den Auswirkungen des ESG-Reportings auf die Liefer- und Wertschöpfungskette überrascht sind. Kein Unternehmen kann sich dem Thema mehr entziehen. Es geht nicht darum, Bürokratie oder Aufwand zu beklagen, sondern darum, Reporting als Teil der Personalprozesse zu verstehen. Viele HR-Kennzahlen sind bereits vorhanden und müssen nur zu einem Mosaik zusammengesetzt werden, um eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen und mit Fakten zu untermauern.
Es geht nicht um Prosa und PowerPoint-Präsentationen, sondern darum, Nachhaltigkeit in die betriebliche Praxis zu integrieren. Dies betrifft das Gesundheitsmanagement, das Recruiting, die Arbeitgebermarke, die Vergütungskonzepte, die Mitarbeiterbeteiligung und alle HR-Produkte und -Prozesse. HR ist eine Querschnittsabteilung, die alle Bereiche des Unternehmens abbildet und daher eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Nachhaltigkeit spielt.
HR kann die Chance nutzen, durch Nachhaltigkeit einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. „Personalverantwortliche sollten das Thema ernst nehmen und sich damit auseinandersetzen. Es ist ein interessantes Thema, aber vor allem eines, das über die Zukunft des Unternehmens entscheidet. Ohne Nachhaltigkeit gibt es keine Zukunft. Personalmanagement war schon immer Zukunftsvorsorge. Es geht darum, sich auf die Zukunft einzustellen, Vorhersagen zu treffen und als Seismograf zu erkennen, in welche Richtung sich das Thema entwickelt.
Die Verbindung von Nachhaltigkeit und HR ist eine gute Symbiose, und es gibt keinen Grund zur Scheu oder Angst. Es mag schwierig sein, alle Vorschriften und Abkürzungen wie CSR und SDG zu verstehen, aber sobald man es verstanden hat, kann man es anwenden. Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Daher sollten HR-Verantwortliche das Thema angehen und Nachhaltigkeit im HR-Bereich etablieren.
Bei der Positionierung von HR in der deutschen Unternehmenslandschaft stellt sich die Frage, wie Unternehmen mit den Anforderungen des ESG-Reportings umgehen. Es gibt verschiedene Druckquellen für Unternehmen. Erstens der Gesetzgeber, der Vorschriften und Regulierungen erlässt, wie den EU Green Deal und das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz. Zweitens der Finanzbereich, der nur noch nachhaltige Produkte und Unternehmen finanziert. Drittens die Kunden, die wissen möchten, wie nachhaltig die Produkte sind, die sie kaufen. Und viertens die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Die Arbeitgebermarke muss glaubwürdig sein und die Nachhaltigkeit muss in allen Prozessen und Produkten des Unternehmens verankert sein.
Diese Druckquellen wirken auf Unternehmen ein und erfordern eine Anpassung und eine klare Positionierung. Die Unternehmen müssen lernen, mit diesen Anforderungen umzugehen und sie in ihre Prozesse zu integrieren. Es gibt bereits Veränderungen, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele in ihre Vorstandsvergütung aufnehmen müssen. Dies hat zu einer Veränderung der Unternehmenskultur geführt und beeinflusst auch andere Unternehmen. Es ist wichtig, dass Unternehmen aus den Erfahrungen anderer lernen und diese Veränderungen in ihren eigenen Prozessen umsetzen. Es geht darum, eine Reife zu erreichen, bei der Nachhaltigkeit nicht nur ein Projekt ist, sondern eine Veränderung von Prozessen, Produkten und letztendlich des gesamten Unternehmens.
Bei der Betrachtung der Twin Transformation, also der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wird deutlich, dass Unternehmen bereits Kompetenzen im Bereich Digitalisierung aufgebaut haben, während es beim Thema Nachhaltigkeit noch großen Nachholbedarf gibt. Es ist wichtig, beide Bereiche im Blick zu behalten und die Transformation in beiden Bereichen voranzutreiben. Eine Studie von Mind Business, die im Frühjahr veröffentlicht wird, zeigt, dass Unternehmen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht haben, aber noch viel Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit bevorsteht.
Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die sich aus den drei Ds ergeben: Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Diese drei Bereiche verändern Unternehmen grundlegend. Die demografische Entwicklung, die Dekarbonisierung und die Digitalisierung sind die treibenden Kräfte hinter der Nachhaltigkeit. Unternehmen müssen sich diesen Herausforderungen stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Man hört, sieht und streamt sich mit Rupert Felder und Co. bei Zukunft Personal Nachgefragt.
18:00 Uhr Begrüßung und Speed Dating Nicole Dorazil, Innovation Evangelist Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
18:20 Uhr Die Twin Transformer: Doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand – Studienhighlights Bernhard Steimel, Studienleiter, mind digital
18:40 Uhr Panel Talk mit Twin Transformern Bernhard Steimel im Gespräch mit Studienteilnehmern
19:00 Uhr Breakout-Sessions „Machen statt Reden“ Zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis – Cradle-to-Cradle Zertifizierung: Lars Baumgürtel, CEO, ZINQ Wesentlichkeitsanalyse in der Praxis: Alexander Rausch, Head of ESG-Consulting, Drees+Sommer Die Rolle des CDOs in der Twin Innovation: Tom Oelsner, CDO, GEA
19:40 Uhr Abschlussdiskussion im Plenum Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
20:00 Uhr Demo-Night mit den Telekom-Partnern aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager Ecosystem Interviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV
Die Nachhaltigkeit bietet der deutschen Wirtschaft enorme Chancen für Innovation, Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze. Doch wie können diese Möglichkeiten entwickelt und umgesetzt werden? In der X-Creation Initiative, einer Innovation-Community, werden die drängendsten Herausforderungen angegangen. In einem Gespräch mit dem Analysten Bernhard Steimel werden die Erfahrungen und Erkenntnisse dieser Initiative beleuchtet.
Es sind offene Formate, bei denen die Teilnehmer aus einer Vielzahl potenzieller Challenges auswählen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Ein Beispiel ist das Thema ESG Data Management, bei dem es darum geht, wie Künstliche Intelligenz genutzt werden kann, um den Skill-Level im ESG-Management zu erhöhen. Die Qualität der Begleitung und die Vielfalt der Teilnehmer machen die X-Creation Initiative zu einem einzigartigen und kostenfreien Format.
Die Bedeutung von Communities und Plattformen: Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie alleine nicht mehr mit den Herausforderungen der Nachhaltigkeit fertig werden können. Communities und Plattformen spielen eine immer wichtigere Rolle, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dabei ist es entscheidend, dass diese Plattformen kollaborativ funktionieren und verschiedene Akteure zusammenbringen. Die X-Creation Initiative bietet genau diese Möglichkeit und ermöglicht ein schnelles Wachstum und eine effektive Zusammenarbeit.
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz im ESG-Management: Ein zentrales Thema der X-Creation Initiative ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im ESG-Management. Dabei geht es um die Frage, wie KI genutzt werden kann, um ESG-Daten automatisiert zu sammeln und verantwortungsbewusst einzusetzen. Gleichzeitig müssen auch die Risiken und Herausforderungen im Umgang mit KI berücksichtigt werden. Die X-Creation Initiative bietet die Möglichkeit, gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln und den Wandel hin zu einer nachhaltigen und verantwortungsbewussten Nutzung von KI voranzutreiben.
Die Veranstaltung und weitere Formate: Die X-Creation Initiative bietet verschiedene Veranstaltungen und Formate, um den Austausch und die Zusammenarbeit zu fördern. Dazu gehören die Inspiration Studios, bei denen sich die Teilnehmer kennenlernen und inspirieren lassen können, sowie der Ideation Day, an dem konkrete Ideen und Lösungsansätze entwickelt werden. Die Teilnahme an der Initiative ist kostenfrei und bietet Unternehmen und Experten die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen einzubringen.
Fazit: Die X-Creation Initiative ist Format, das Unternehmen und Experten zusammenbringt, um gemeinsam an den Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu arbeiten. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und die Zusammenarbeit in Communities können innovative Lösungen entwickelt werden, die nicht nur zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beitragen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Es ist an der Zeit, nicht nur darüber zu reden, sondern aktiv zu handeln und die Chancen der Nachhaltigkeit zu nutzen.
Im letzten Teil der vierteiligen Interviewreihe mit dem Lebensmittelexperten Friedrich Büse werden tiefgreifende Einsichten in die Notwendigkeit und Herausforderungen der deutschen Bestrebungen zur Autarkie in den Bereichen Energie, Lebensmittelproduktion und Unternehmensgründung diskutiert. Das Gespräch beleuchtet kritische Themen wie die Abhängigkeit von Importen, vor allem aus China, und die Rolle von Startups und kleinen Unternehmen in der Transformation der deutschen Wirtschaft.
Büse betont die Bedeutung von Diversifizierung und der Reduzierung von Abhängigkeiten in der Energie- und Lebensmittelversorgung. Er stellt fest, dass politischer Wille und staatliche Unterstützung entscheidend sind, um Autarkie zu erreichen. Weiterhin hebt er die Relevanz von Investitionen in die Zukunft hervor, insbesondere in innovative Startups und kleine Unternehmen, die einen wesentlichen Beitrag zum notwendigen Wandel leisten können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews liegt auf der Bedeutung von alternativen Lebensmittelquellen. Büse diskutiert die Verwendung verschiedener pflanzlicher Proteine und Bioreaktoren sowie das Potenzial von Pilzmyzel als zukünftige Alternative in der Produktion. Diese Ansätze könnten entscheidend dazu beitragen, die Abhängigkeit von traditionellen Fleischquellen und Importen zu verringern.
Die Notwendigkeit eines Umdenkens und einer Verhaltensänderung in Wirtschaft und Gesellschaft wird ebenfalls betont. Büse unterstreicht die Bedeutung des ESG-Reportings (Environmental, Social, and Governance) für Unternehmen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz zu verbessern und CO2-Emissionen zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind essentiell für die Stärkung der Resilienz der deutschen Volkswirtschaft.
Die vierteilige Reihe mit Friedrich Büse bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Deutschland. Die Gespräche sind auf YouTube verfügbar und werden Teil eines Buches sein, das in der Schriftenreihe von Sohn@Sohn erscheint. Weitere Publikationen, einschließlich eines Werks über den Innovationsforscher Joseph Schumpeter und ein Livestreaming-Lexikon, sind ebenfalls für das Jahr 2024 geplant.
Verlust kulinarischer Vielfalt: Friedrich Büse kritisiert den Rückgang von Spezialitätengeschäften in deutschen Innenstädten und den zunehmenden Einfluss großer Ketten im Lebensmittelsektor. Steuerpolitik und kommunale Entwicklung: Die Notwendigkeit einer gerechten Besteuerung zur Unterstützung von Kommunen und kleinen Unternehmen wird thematisiert. Revitalisierung von Innenstädten: Büse erörtert innovative Ansätze zur Wiederbelebung verödeter Stadtzentren. Fokus auf pflanzenbasierte Produkte: Büse stellt seine Projekte vor, die auf die Entwicklung von pflanzenbasierten Alternativen zu herkömmlichen tierischen Produkten abzielen. Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft: Die Bedeutung der Einbindung regionaler landwirtschaftlicher Betriebe in die Ernährungswende wird hervorgehoben. Soziale Verantwortung und Inklusion: Büse betont die Rolle von Inklusionsprojekten und Ausbildungsförderungen in handwerklichen Betrieben. Energie- und Klimawende: Das Interview greift auch die Themen Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit auf.
In dieser Folge dreht sich alles um Nachhaltigkeit und Umweltschutz, mit einem besonderen Fokus auf die entscheidenden Stellschrauben, um die klimapolitischen Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Hierbei rückt vor allem unser Fleischkonsum in den Mittelpunkt der Diskussion, wie ein aktuelles Zitat aus Peter Sloterdijks neuem Tagebuch unterstreicht: 2014 wurden fast so viele Schweine geschlachtet wie Deutschland erwachsene Einwohner zählt – ein erschreckendes Bild des massenhaften Fleischkonsums. Die Sendung beleuchtet die ethischen Grenzen und die ökologischen Konsequenzen der industriellen Fleischproduktion, insbesondere im Hinblick auf die massiven CO2-Emissionen und die Belastung für die Menschen, die in den Schlachtbetrieben arbeiten. Friedrich Büse, ein renommierter Lebensmittelexperte, erörtert die Problematik der riesigen Maschinen, die in der Fleischproduktion eingesetzt werden, und deren immense Größe als Sinnbild für den überbordenden Fleischkonsum steht. Die Diskussion geht jedoch über die reine Darstellung der Probleme hinaus. Büse spricht sich klar für die Notwendigkeit eines industriellen Maßstabs in der Lebensmittelproduktion aus, betont aber gleichzeitig die Wichtigkeit, diesen mit einer nachhaltigen Rohstoffversorgung zu verbinden. Er plädiert für eine intelligente Verknüpfung von industriellen Prozessen mit Umweltschutzmaßnahmen und die Schaffung neuer Wertschöpfungsketten. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung des Verbraucherverhaltens. Büse unterstreicht, dass politische Rahmenbedingungen notwendig sind, die den Verbrauchern eine bewusste Entscheidung für nachhaltige und gesunde Lebensmittel erleichtern. Hierbei spielt auch die bevorstehende Einführung des Eco-Scores eine Rolle, der aufzeigen soll, wie umweltfreundlich ein Lebensmittel ist.
Die Sendung beleuchtet, wie eine Verhaltensänderung in unserem Essverhalten positive Effekte für den Klimaschutz erzielen kann. Inspiriert durch die Arbeiten von Ernst Ulrich von Weizsäcker, wird dargestellt, dass keine andere Stellschraube für den Klimaschutz so wirkungsvoll ist wie unser Konsum von Lebensmitteln. Zum Beispiel werden 70% der weltweiten Agrarfläche für Tierhaltung verwendet, obwohl Tiere nur 20% der Nahrungsenergie liefern. In Deutschland wird jährlich rund 4,3 Milliarden Kilogramm Rindfleisch verzehrt, wobei die Ökobilanz für Geflügel und Schweinefleisch ähnlich schlecht ausfällt. Die Sendung stellt auch fest, dass alternative Organisationsformen des Arbeitslebens, wie dezentrales Arbeiten, erhebliche CO2-Einsparungen ermöglichen können. Es wird betont, dass nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch die Art und Weise, wie wir Verkehr, Gebäudemanagement und unsere Lebensweise insgesamt organisieren, wichtige Ansatzpunkte für den Klimaschutz darstellen. Einer der Pioniere der Ernährungswende, Friedrich Büse, wird vorgestellt. Büse hat Konzepte entwickelt, um den Fleischkonsum zu reduzieren und dezentralere Konzepte in der Lebensmittelproduktion zu fördern, z. B. durch den dezentralen Anbau von Erbsen. Er erläutert, dass eine Veränderung des Fleischkonsums nicht nur für das Tierwohl, sondern auch für das Wohl der Menschen in der Lebensmittelbranche wichtig ist. Im Interview betont Büse die Bedeutung der Aufklärung und des bewussten Konsums. Er schlägt vor, dass Schulen und Bildungseinrichtungen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung dieses Bewusstseins spielen sollten. Büse kritisiert die Praktiken der Massentierhaltung und betont die Notwendigkeit, die Verbindung zwischen Tierwohl, Nachhaltigkeit und unserer eigenen Gesundheit zu erkennen. #Klimaschutz #NachhaltigeErnährung #Tierhaltung#Umweltauswirkungen#AlternativeProteine #Ernährungswandel #Fleischkonsum#ESGReporting#Massentierhaltung #Ernährungsindustrie #BildungundNachhaltigkeit Der Beitrag endet mit dem Hinweis, dass im zweiten Teil des Interviews mit Büse weitere Themen behandelt werden, einschließlich der Umsetzung von Konzepten mit alternativen Proteinen, der Rolle des Einzelhandels und der Bedeutung des ESG-Reportings im Jahr 2024.