
Jochen Robes über Peer Learning, Community-Kultur und das Beispiel der Telekom als Vorreiter
Es braucht keine Belehrung mehr. Es braucht Beteiligung.
Jochen Robes, Hochschullehrer, Berater und Mitgründer der Corporate Learning Community, spricht nicht über Weiterbildung – er lebt sie. Sein Vortrag ist ein Impuls für ein neues Verständnis von Lernen: kollaborativ, vernetzt, lebendig.
Vom Kurs zur Kultur – Lernen im Übergang
Robes zeichnet den Wandel von der klassischen Weiterbildung hin zu Lernökosystemen nach:
Nicht mehr Content Delivery, sondern Lernbefähigung.
Nicht mehr zentral geplant, sondern dezentral verankert.
Im Mittelpunkt:
- Peer Learning
- Working Out Loud
- Plattformlogik statt Seminarstruktur
Telekom als Beispiel für gelebte Lerntransformation
Besonders eindrucksvoll: das Beispiel der Deutschen Telekom.
Hier wurde ein offener Lernraum geschaffen, in dem Mitarbeitende nicht nur konsumieren, sondern selbst zu Gestaltern werden.
Robes beschreibt, wie Lernpfade von Kolleginnen und Kollegen selbst entwickelt und geteilt werden – ein Ökosystem aus Erfahrungswissen, digitalen Tools und sozialer Interaktion.
Diese „Plattformisierung des Lernens“ ist nicht nur ein technisches Modell, sondern ein kulturelles.
Sie zeigt, was passiert, wenn Unternehmen auf Vertrauen setzen – und auf die Fähigkeit ihrer Belegschaft, sich selbst zu organisieren.
Die Corporate Learning Community als Möglichkeitsraum
Die Corporate Learning Community (CLC) ist dabei mehr als ein Netzwerk.
Sie ist ein Realexperiment:
BarCamps, offene Calls, Community-Formate – hier werden neue Formen des Lernens getestet, reflektiert und verbreitet.
Es ist das Gegenteil von Silodenken – es ist gelebte Lern-Agilität.
Jochen Robes fordert keine Lernoffensive – er lebt sie.
Mit dem Beispiel der Telekom zeigt er, wie Wissensteilung zur strategischen Ressource wird.
Peer Learning ist kein Zusatzprogramm, sondern das Fundament einer resilienten Lernkultur.
Wer heute Bildung gestalten will, muss Plattformen bauen – und Räume öffnen, in denen Lernen nicht verordnet, sondern gewollt ist.