
„Twitter, eine der Plattformen, mit denen ich einst als Nutzer und Kommunikator aufgewachsen bin, hat sich gewandelt. Das ist (nicht nur für mich) emotional schmerzhaft aber die zunehmende Verbreitung von Desinformation, Hassrede und Rassismus unter der Leitung von Elon Musk, insbesondere durch die Wiederzulassung kontroverser Accounts wie jene der Identitären Bewegung und die Unterstützung rechtsextremer Figuren wie Martin Sellner, widerspricht allem, wofür wir stehen. Ein Unternehmen muss sich fragen: Kämpfen wir weiter auf einer Plattform, die sich so stark von unseren Werten entfernt hat, oder ziehen wir uns zurück, um unsere Prinzipien zu wahren? Wir bei VAUDE haben uns für den Rückzug entschieden.“
Man könnte auch sagen: Unter jedem Dach ein Ach. Alle privatisierten Öffentlichkeiten sind problematisch. Bei allen findet man kritische Punkte. Werbestopp ist ok. Aber TwitterX zu verlassen wegen Musk, halte ich für diskussionswürdig. Bei allen Vulgärkapitalisten, die Träger von Social-Web-Plattformen sind, gibt es einiges zu bemängeln: Von Mark Zuckerberg bis Evan Spiegel. Und im unternehmerischen Kontext wird man auch bei anderen Firmen fündig, wenn man genauer hinschaut. Siehe auch: https://lnkd.in/gk88qBkx Und bei Tiktok mischt Vaude weiter kräftig mit? Schöne Grüße an die KP-China, die Tiktok in China nicht zulässt. Mit Wolf Lotter habe ich darüber ausführlich gesprochen.
Als Replik postet Meindl folgenden Kommentar: „wie schon geschrieben, ich kann absolut nachvollziehen, dass andere Marketing-Entscheider für ihr Umfeld zu anderen Entscheidungen kommen … In unserem Fall haben wir das gründlich angeschaut, abgewägt und entschieden. … würde daher logischerweise sagen, dass ich es nicht für falsch halte. 😉 Bei Twitter vs dem Rest muss man auch anerkennen, dass es meines Wissens die derzeit einzige der großen Plattform ist, die sich nicht an die DSA halten will/kann und deshalb auch eine Prüfung am Hals hat.“ https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_23_6709
@vaudesport Nächstes Mal dann mit einem Radler 😉🍻#ichhabnochnie #neverhaveiever #wandern #hiking #trekking #wandernmachtglücklich #ceo #viral #outdoor #vaude ♬ FEEL THE GROOVE – Queens Road, Fabian Graetz
Äh und was schrieb der Spiegel vor ein paar Wochen: Die EU habe laut ein Verfahren gegen Tiktok eingeleitet. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf einen Schriftverkehr zwischen EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und dem FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner. Die Kommission habe „konkrete und belastbare Hinweise“ gefunden, dass die chinesische Plattform gegen den Digital Services Act (DSA) der EU verstoße, schrieb Breton demnach. Die Kommission habe deshalb am 19. Februar „ein förmliches Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet“, zitiert der Spiegel den Kommissar. Der FDP-Politiker hatte die Kommission zuvor auf eine US-amerikanische Studie hingewiesen, die zu dem Ergebnis kam, dass TikTok wahrscheinlich „systematisch Inhalte fördert oder zurückstuft, je nachdem, ob sie mit den Interessen der chinesischen Regierung übereinstimmen“, wie Körner schrieb. Der Brief und die Studie hätten „unsere vollste Aufmerksamkeit erhalten“, hieß es in einer Antwort von Breton.
Gerade kam dann noch eine Antwort von Meindl:
„prüfen wir genauso wie andere Themen auch. 🙂 sollten wir bei Tiktok zum selben Schluss kommen wie bei X. Dann kann das auch eine Konsequenz sein. … ich sehe das komplett unemotional und sachlich.“
Mal schauen, welche Social-Web-Plattformen dann noch übrig bleiben. Sohn@Sohn können gerne noch nachschieben, was die Silicon-Valley-Vulgärkapitalisten auf anderen Diensten so treiben. Etwa im Open-Source-Umfeld, wo Investitionen verschleiert und Spenden nicht transparent dargelegt werden.