Jehova! Über das #Notmypresident-Phänomen

Christian Jakubetz hat in einem Beitrag für Cicero für etwas mehr Klarheit in der aufkeimenden Web-Debatte über den Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck gesorgt. Wie das Netz den bösen Gauck erfand:

Er gilt im Internet plötzlich als Antidemokrat, Sarrazin-Freund, Occupy-Gegner und Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Die Mär vom bösen Gauck ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus journalistischer Verkürzung und der rasenden Schnelligkeit des Netzes eine Welle wird. Auf Faktentreue kommt es dabei längst nicht mehr an.

Vielleicht sollte man bei künftigen Nominierungen mehr auf Joschka Fischer hören:

„Ich habe mein Leben so geführt, dass ich den hohen moralischen Standards, die neuerdings an öffentliche Ämter durch die Medien angelegt werden, nicht mehr gerecht werde. Demnächst wird der Bundespräsident über das Wasser wandeln müssen, und dann wird man ihn fragen, ob er am Ende den Erwerb dieser Fähigkeit sich nicht hat subventionieren lassen.“