Schreibe gerade einen Roman: Lux et Umbra – Licht und Schatten – Ein Bonn-Krimi


Prolog: Die Stimme der Schatten

„Die Vergangenheit ist der Spiegel der Macht – und wer ihn zerbricht, sieht sich selbst im Dunkel.“
Ein leises Flüstern hallte durch die Tunnel unter Bonn. Im schwachen Licht der Kerzen stand eine maskierte Gestalt vor dem Altar aus schwarzem Stein. Die Flammen flackerten unruhig, warfen tanzende Schatten an die uralten Wände.

„Er hat unsere Pläne durchkreuzt“, sagte die Gestalt, ihre Stimme wie das Zischen einer Schlange. „Doch Engel ist nur ein Bauer im Spiel. Wir dürfen nicht zulassen, dass er die Aufmerksamkeit auf uns lenkt.“
Eine andere Stimme, tief und autoritär, antwortete aus der Dunkelheit:

„Er hat uns geschwächt, das ist wahr. Aber er hat uns auch gezeigt, wie wir stärker werden können. Die Säulen der Stadt sind längst in unseren Händen – Verwaltung, Universität, Medien. Was er zerstört hat, werden wir erneuern.“

Das Flüstern verstummte, und die maskierten Gestalten drehten sich zum Altar. Die Hauptfigur trat vor und hob ein Artefakt hoch – einen goldenen Schlüssel, verziert mit dem Symbol des Rosenkreuzes.
„Bald wird sich das Licht erneut erheben. Und diesmal wird es nichts geben, das uns aufhält.“
Die Flammen loderten auf, und der Raum erstrahlte in einem unnatürlichen Glanz.

Kapitel 1: Lux ex Tenebris

„Denn die Wahrheit leuchtet nur dem, der den Schatten nicht fürchtet.“
Die Nacht hatte sich wie eine undurchdringliche Decke über Bonn gelegt, und Engel saß in seinem Büro, einem chaotischen Raum voller Bücher, Notizbücher und dem Duft von kaltem Kaffee. Er warf einen Blick auf die Zeitungsausschnitte, die sich nun über seinen Schreibtisch verteilten: Dr. Karl Dietrichs Tod, die mysteriöse Inschrift im Museum und die zweite Leiche im Archiv. Es war mehr als nur ein Zufall – davon war Engel überzeugt. Doch wohin führte dieses Puzzle?

Seine Gedanken wurden von einem schrillen Klingeln unterbrochen. Das alte Bakelittelefon vibrierte regelrecht auf dem Tisch. Engel griff nach dem Hörer. Die Stimme am anderen Ende war leise, beinahe zögerlich, aber eindeutig zu erkennen: Dr. Sophia Herbst.
„Herr Engel?“ fragte sie, als wäre sie nicht sicher, ob er es wirklich war.
„Ich weiß, es ist spät, aber… ich brauche Ihre Hilfe. Es geht um diese Morde.“

Das Gespräch

„Sie meinen den Mord an Dr. Dietrich und den Archivar?“ Engel lehnte sich in seinem knarzenden Stuhl zurück und zündete sich eine Zigarette an. „Ich dachte, das wäre eine Sache für die Polizei.“
Sophia seufzte. „Die Polizei? Die rühren nicht einmal die Bücher an, die Dietrich untersucht hat. Für sie ist das irgendein Ritualmord eines Verrückten. Aber ich glaube nicht daran.“

Engel inhalierte tief und blies den Rauch langsam aus. „Woran glauben Sie dann?“
„Dr. Dietrich hat in den letzten Wochen an etwas gearbeitet, das er ‚die verborgene Karte‘ nannte. Er meinte, er hätte eine Verbindung zwischen der ‚Fama Fraternitatis‘ und einem verschollenen Dokument gefunden. Es schien… bedeutend zu sein. Er sprach von einem Hinweis auf eine Loge, die im 17. Jahrhundert gegründet wurde.“

„Die Rosenkreuzer?“ Engel konnte seine Skepsis nicht verbergen.
„Ich weiß, wie das klingt“, antwortete Sophia. „Aber Dietrich hatte Beweise. Manuskripte, die er analysierte. Und dann diese Inschrift: ‚Lux ex Tenebris.‘ Licht aus der Dunkelheit.“
„Und Sie glauben, dass diese Loge noch existiert?“
Eine kurze Pause. Dann: „Ich glaube, dass jemand glaubt, sie existiere. Und dass er bereit ist, dafür zu töten.“

Engel nahm einen tiefen Zug seiner Zigarette. „Das ist eine verdammt steile These, Frau Dr. Herbst.“
„Ich weiß.“ Ihre Stimme zitterte leicht. „Aber ich habe Beweise, die Ihnen das erklären könnten. Das Stadtmuseum ist nicht sicher. Ich möchte, dass Sie die Manuskripte aus meinem Büro holen und sie an einen sicheren Ort bringen.“
Engel runzelte die Stirn. „Das klingt, als hätten Sie mehr Angst vor Menschen als vor Geistern.“
„Vielleicht habe ich das“, sagte sie leise. „Ich habe das Gefühl, dass wir beobachtet werden. Bitte helfen Sie mir.“

Ein erster Verdacht

Engel starrte auf den Hörer in seiner Hand, nachdem das Gespräch beendet war. Sophia Herbst wirkte nicht wie eine Frau, die sich leicht einschüchtern ließ. Ihre Angst war echt, und das machte die Sache für ihn umso interessanter. Er griff nach seinem Notizbuch und schrieb die Eckpunkte auf:
Dr. Dietrichs Arbeit: „Die verborgene Karte“ – Verbindung zur ‚Fama Fraternitatis‘.
Rosenkreuzer-Loge: Mythos oder Realität?
Sophias Verdacht: Jemand will verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Sein Blick wanderte zum Fenster. Ein unmarkiertes Auto parkte gegenüber, die Scheiben dunkel. Hatte Sophia recht? Beobachtete ihn jemand?
Engel drückte die Zigarette aus und schnappte sich seinen Mantel. Der nächste Schritt war klar: Er musste ins Stadtmuseum. Doch eine Frage nagte an ihm: Wer würde von diesen Geheimnissen profitieren?

Die Falle

Im Museum angekommen, fand Engel die Tür zu Sophias Büro angelehnt. Der Raum war dunkel, nur das Licht des Mondes fiel durch die Fenster. Auf dem Schreibtisch lagen die Manuskripte, ordentlich gestapelt. Doch etwas stimmte nicht.
Er hörte ein Rascheln hinter sich. Noch bevor er sich umdrehen konnte, wurde ihm ein Sack über den Kopf gezogen, und eine tiefe Stimme flüsterte: „Sicut erat in principio…“

Kapitel 2: Sicut erat in principio

„Das Ende liegt im Anfang verborgen, und der Anfang offenbart sich im Ende.“

Engel erwachte mit einem schmerzhaften Pochen im Hinterkopf. Seine Augenlider fühlten sich schwer an, als wären sie von Bleigewichten beschwert. Mit einem trockenen Husten zwang er sich zur Bewegung. Der Raum, in dem er sich befand, war dunkel. Ein leichter, modriger Geruch von Papier und alter Tinte hing in der Luft. Seine Hände waren fest an einen Stuhl gefesselt, die Taue schnitten in seine Haut.

Ein dumpfes Geräusch ließ ihn aufhorchen. Schritte, leise, aber bestimmt, näherten sich. Das Schaben eines Stuhls über den Boden – jemand hatte ihm gegenüber Platz genommen.

„Sie hätten besser aufpassen sollen, Herr Engel.“ Die Stimme war kühl, fast höflich.

Engel blinzelte in die Dunkelheit, versuchte, eine Silhouette zu erkennen. „Und wer genau sind Sie? Mein persönlicher Wecker?“

Ein leises Lachen. „Nennen Sie mich einen Freund des Lichts. Sie sind zu neugierig, Herr Engel. Das kann gefährlich sein.“

„Neugier ist Teil des Jobs“, entgegnete Engel, während er unauffällig versuchte, an den Knoten an seinen Handgelenken zu arbeiten. „Aber ich schätze, ich bin nicht der einzige, der sich für esoterische Spielchen interessiert. War es das wert, zwei Menschen zu töten?“

„Zwei? Nein, nein, Herr Engel. Das ist erst der Anfang.“

Bevor Engel antworten konnte, wurde ein Sack erneut über seinen Kopf gezogen. Ein Ruck, und der Stuhl kippte. Sein Körper prallte hart auf den Boden, und alles wurde schwarz.

Ein riskanter Rückzug

Engel wachte auf einer Parkbank im Hofgarten auf, die Kälte der Nacht biss durch seinen Mantel. Seine Glieder schmerzten, und sein Kopf dröhnte. Irgendjemand hatte ihn hier abgeladen, wie ein Stück nutzloser Ballast. Doch sie hatten ihn am Leben gelassen – warum?

Mit zittrigen Händen zog er sein Handy aus der Manteltasche. Eine Nachricht wartete auf dem Display:

„Bleiben Sie im Dunkeln, wenn Sie das Licht nicht vertragen.“

Sophia Herbst. Engel dachte sofort an sie. Er musste sicherstellen, dass sie in Sicherheit war – falls das überhaupt noch möglich war.

Er stand auf, die Welt um ihn schwankte leicht, und machte sich auf den Weg. Das Stadtmuseum war in der Ferne erleuchtet, ein trügerischer Leuchtturm inmitten der Dunkelheit.

Das Schweigen der Manuskripte

Als Engel im Museum ankam, fand er das Gebäude in Chaos vor. Polizeibänder versperrten den Eingang, und Beamte drängten neugierige Zuschauer zurück.

„Was ist hier passiert?“ Engel wandte sich an einen uniformierten Polizisten.

„Einbruch. Sie sind doch der Privatdetektiv, oder?“

Engel nickte, sein Magen zog sich zusammen. „Und die Leiterin des Museums?“

„Dr. Herbst? Wir konnten sie bisher nicht erreichen. Es sieht aus, als hätten die Einbrecher es auf die Manuskripte abgesehen. Der Tresor in ihrem Büro wurde aufgebrochen.“

Engel drängte sich durch die Menge. Er musste die Manuskripte sehen. Der Gedanke, dass die Beweise, die Sophia erwähnt hatte, jetzt verschwunden sein könnten, ließ ihn keine Ruhe finden.

Drinnen bot sich ein Bild der Verwüstung. Bücher lagen aufgeschlagen auf dem Boden, Glasscherben bedeckten den Teppich, und der Tresor, den die Polizei erwähnte, stand offen. Doch Engel sah mehr als nur Chaos. Auf einem der Manuskripte war eine Nachricht hinterlassen worden, geschrieben mit schwarzer Tinte:

„Veritas vos liberabit – Die Wahrheit wird euch befreien.“

Ein Fragment der Wahrheit

Engel wusste, dass diese Botschaft für ihn bestimmt war. Er fotografierte die Schriftzüge mit seinem Handy, bevor ein Polizist ihn aufforderte, den Raum zu verlassen.

Die Manuskripte waren weg, aber die Nachricht war ein Hinweis. Was auch immer diese Loge suchte, sie glaubten, es sei der Schlüssel zu einer höheren Wahrheit – oder einer höheren Macht.

Zurück in seinem Büro, ließ Engel den Abend Revue passieren. Die Stimmen der Männer, die ihn entführt hatten, hallten noch in seinem Kopf. „Das ist erst der Anfang.“ Was bedeutete das? Und wo war Sophia?

Eine unwillkommene Verbindung

Ein Klopfen riss ihn aus seinen Gedanken. Bevor Engel antworten konnte, öffnete sich die Tür. Ein Mann in einem maßgeschneiderten Anzug betrat den Raum, seine Haltung ebenso arrogant wie gelassen.

„Herr Engel, nehme ich an?“

„Kommt drauf an, wer fragt.“

„Mein Name ist irrelevant. Nennen Sie mich einen Vermittler.“ Der Mann setzte sich und zog ein kleines Buch aus seiner Tasche. „Ich habe Informationen, die Ihnen helfen könnten. Aber ich möchte wissen, wie weit Sie bereit sind zu gehen.“

Engel verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich höre.“

„Die Loge, von der Sie gehört haben, ist real. Aber ihre Ziele sind größer, als Sie sich vorstellen können. Sie versuchen, das Werk der Rosenkreuzer zu vollenden.“

„Und das bedeutet?“

Der Mann lächelte kalt. „Das bedeutet, dass Sie aufhören sollten, Fragen zu stellen. Oder Sie werden herausfinden, was ‚Sicut erat in principio‘ wirklich bedeutet.“

Bevor Engel antworten konnte, war der Mann verschwunden. Fortsetzung folgt.

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