Smarter Service Talk: 20 Jahre Internet und wir sprechen jetzt von digitaler Revolution?

Interview mit Professor Wippermann

Vernetzt Euch in Bonn: #Ironblogger, #Socialbar, #SMCBN und #Webmontag

Ironblogger bei der Socialbar

Das Wachstum der Ironblogger-Initiative in Bonn ist schon erstaunlich. Auf der republica in Berlin wurde die Idee aufgenommen und dann in recht kurzer Zeit für die Bundesstadt auf die Beine gestellt. Bis heute sind mittlerweile 27 Blogger dazugestoßen und es werden täglich mehr. Berlin mit 49 Bloggern und Hamburg mit 51 Bloggern haben zwar die Nase vorn. Aber der Abstand könnte schon in den nächsten Wochen weiter schrumpfen.

Dafür sorgte heute der launige Socialbar-Vortrag von Johannes Mirus.

Ohne die Hinweise aus der Ironblogger-Community wäre ich überhaupt nicht auf die Socialbar Bonn aufmerksam geworden, obwohl dieser Kreis sich das siebzehnte Mal getroffen hat. Und so schlecht bin ich im Social Web ja nicht verdrahtet.

Ein Indikator für die schlechte Vernetzung der Blogosphäre in der Beethoven-Stadt, die sich dringend ändern sollte. Die Ironblogger könnten das Bindeglied zu den unterschiedlichen Formaten wie Socialbar, Social Media Club Bonn und Webmontag sein. Da liegt wohl einiges Potenzial brach.

Egal. Das wird sich jetzt wohl alles zum Positiven wenden. Die heutigen Socialbar-Vorträge waren jedenfalls sehr informativ.

Den Anfang machte Helge David, der seine Erfahrungen mit TweetUps in Kultureinrichtungen am Beispiel des Bonner Kunstmuseums darlegte.

Tweetups im Museum

Stefan Kreutzberger stellte die ehrenamtliche Initiative Foodsharing vor, die sich der Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln entgegenstellt. Die Idee breitet sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich und Großbritannien aus. Die Finanzierung der Starphase schaffte Foodsharing übrigens mit der Crowdfunding Startnext. Innhalb von einem Jahr ist die Zahl der aktiven Nutzer auf über 20.000 angestiegen.

Kann man nur unterstützen! Zur nächsten Socialbar werde ich wiederkommen.

Weitere Fotos auf Facebook.

Lieschen Müller, Tante Erna, Netzaktivisten und das Weltbild der #Drosselkom

Tante Erna und Co.

Ständig werden Lieschen Müller und Tante Erna rangezogen, um die Drosselpolitik der Telekom zu begründen. Als gegnerisches Lager hat der Magenta-Konzern die Vielnutzer und Netzaktivisten ausgemacht, die weiterhin auf Kosten der Allgemeinheit billig im Internet herumsurfen wollen. So sieht das jedenfalls Pippi Langstrumpf die Führungsetage des Bonner Unternehmens.

Den Netzaktivisten warf ein Telekom-Sprecher jetzt Klientelpolitik vor. Es sei verständlich, dass die Jungen sich zu Wort melden und ihre Interessen durchsetzen wollen. “Aber es geht um mehr als um die Einzelinteressen der Netzaktivisten.“

„Die Jungen“, „die Netzaktivisten“, „die Vielnutzer“. Die Taktik des Telefonie-Ladens ist klar. Zwietracht säen. Den armen Normal-Nutzer von den parasitären Nerds abgrenzen, die nur als Trittbrettfahrer im Netz unterwegs sein wollen.

Die vielen Proteststimmen quer durch die Gesellschaft und durch alle Altersgruppen, die in Petitionen, auf Demonstrationen, in Blogs, Tweets und Facebook-Postings zum Ausdruck kommen, werden vom Telekom-Management als nervige Randerscheinung abgestempelt.

Aber so doof sind Lieschen Müller und Tante Erna nicht. Bleibt die Telekom bei ihrem rüden Drosselkurs bei gleichzeitiger Bevorteilung eigener und externer Dienste (und da gelangt ja immer mehr ans Tageslicht), dann kommt es zu einer massenhaften Abwanderung der Kunden – auch wenn die Konkurrenz bei Serviceleistungen nicht besser ist. Aber welche Telco-Unternehmen sind schon im Kundenservice gut. Die sind eher alle gleich schlecht. Man wählt das geringere Übel.

Siehe auch:

Deutsche Telekom erklärt: Netzneutralität ist Klientelpolitik von und für Netzaktivisten.

Jetzt live: Bloggercamp Update – Wir stellen Medienprojekte vor!

Über Promo-Viren und unheilbare Politfunktionäre

Promo-Virus oder: Inszenierung als Beruf

Für die Neuauflage des therapeutischen Buches „Promo-Viren“ bin ich von Professor Thomas Meuser gebeten worden, einen kleinen medizinischen Beitrag beizusteuern. Dieser Bitte komme ich gerne nach, obwohl ich ja nur ein Diplom vorweisen kann.

Hier mein aktualisierter Beitrag:

Pandemiegefahr: Weltgesundheitsorganisation (WH2O) warnt politische Klasse vor der Ausbreitung von Promo-Viren

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Pandemiewarnung ausgegeben. Es handelt sich um die so genannten Promo-Viren, die zu promotionalen Infekten und chronischer Doktoritis führen können. Von den WH20-Gesundheitsexperten sind die Promo-Viren als besonders gefährlich eingestuft worden, da weltweit noch kein Impfmittel gegen die Krankheit verfügbar ist und wahrscheinlich nie verfügbar sein wird – im Gegensatz zu Rinderwahn, Schweinegrippe, Mums, Fall- und Geltungssucht. Als einziges Gegenmittel taugt bislang die Demission und der Rückzug ins Private: Rekonvaleszenz durch Schweigen im Kreise der eigenen Familie.

Als Entdecker der Viren gilt ein Forscherteam um den deutschen Wissenschaftler Thomas Meuser.

„Erst in jüngster Zeit wird ein Phänomen näher untersucht, das bisher als reflexartiger Automatismus angesehen wurde: Der Drang vieler Menschen, durch den Namenszusatz ‚Dr.‘ die tatsächliche Bedeutung der damit genannten Person für jeden sofort erkennbar zu machen. Die Untersuchung dieses auffallenden Zwanges ließ ein neues Forschungsgebiet entstehen, das als Promotionswissenschaft immer mehr Freunde und Anhänger findet“, schreibt Meuser in dem Kompendium „Promo-Viren – Zur Behandlung promotionaler Infekte und chronischer Doktoritis“.

Endlich könnten bisherige Theorien über unfassbare Phänomene auf dem Weg zum Doktortitel, wie plötzliche Nervenzusammenbrüche, anhaltende Schlaflosigkeit, potentielle Suchtgefahren und ähnliche beunruhigende Erscheinungsbilder wissenschaftlich fundiert verifiziert werden.

Die Pandemiewarnung der WH2O bezieht sich auf eine besonders resistente Gattung der Promo-Viren, die landläufig auch als „Guttenberg-Virus“ bezeichnet wird. Sie tritt in Kombination mit Plagiats-Amnesie sowie verzweifelten Entschuldigungs- und Rechtfertigungsarien auf und gilt als unheilbar. Benannt wurde der Virus nach einem berühmten Schriftsteller in Bayreuth, bei dem als Erster die Viruserkrankung diagnostiziert wurde. Guttenberg wurde durch einen dadaistischen Collage-Roman bekannt, der allerdings nur noch auf dem Schwarzmarkt und in gut sortierten Antiquariaten verfügbar ist. Es handelt sich um die einzige Publikation, die der bayerische Dadaist jemals verfasst hat. Seit dem Bekanntwerden seiner Krankheit leidet Guttenberg unter Schreibhemmung und Sprachstörungen.

Der Guttenberg-Virus ist nur schwer zu erkennen. Bei Barfuß-Läufern besteht allerdings eine kleine Chance, Spuren von Fußnoten-Pilz auszumachen. Erfolgsversprechender für die Diagnose sind die semantischen Spuren, die man durch Anwendung hoch spezialisierter Analyse-Tools ans Tageslicht befördern kann. So neigen die infizierten Patienten zu arroganten, pseudo-demütigen und wirren Verbeugungsreden.

Sie verwechseln berufliche Tätigkeiten mit Praktika und verlieren in kritischen Situationen häufig den Überblick. Um von der Krankheit abzulenken, neigen Menschen mit Guttenberg-Virus zu Beschwichtigungsargumenten, wie sie die FAZ beschrieben hat: Da gibt es das “‚Die-paar-Fehler‘-Argument, das ‚Alles-Vorverurteilung‘-Argument, das ‚Gibt-es-denn-nichts-Wichtigeres?‘-Argument und das ‚Wir-brauchen-den-Mann-die-Frau‘-Argument.“

Besonders die Frage, ob es denn nichts Wichtigeres gibt als Fußnotenschwindel und akademische Unehrlichkeit, gilt als beliebter Verniedlichungsschachzug, um die Gefahr des Guttenberg-Virus herunterzuspielen, warnen die Virologen der FAZ:

„Selbstverständlich gibt es Wichtigeres. Es gibt auch Wichtigeres als Steuerhinterziehung, Fahren im angetrunkenen Zustand, das Heraustelefonieren von Lustmädchen aus Untersuchungsgefängnissen durch Ministerpräsidenten, Vulgarität und was nicht noch alles. Soll man darum nicht mehr sagen dürfen, worum es sich handelt? Hier um Täuschung großen Stils, um Unehrlichkeit also“, schreibt die FAZ.

Für die Früherkennung von Fußnoten-Pilz und Plagiats-Amnesien hat der Rechtswissenschaftler Volker Rieble in seiner Abhandlung „Das Wissenschaftsplagiat“ wichtige Vorarbeiten geleistet. So gibt es bei Guttenberg-Patienten eine Melange aus unterschiedlichen Krankheitsbildern: Beinharte Plagiatstätigkeit, die Wort für Wort abkupfert; „butterweiche ‚Vorlagenausbeutung‘, bei der eine oder mehrere Vorbildveröffentlichungen in eigenen Worten ‚nacherzählt‘ werden“ (Malen nach Zahlen); Bauernopfer-Referenz: Ein kleiner Teil werde als Ergebnis fremder Geistestätigkeit gekennzeichnet, damit die Eigenautorschaft des übrigen Textes plausibler wird; Kettenabschreiben und Zitat-Weiterfresserschaden; Mehrfachverwertung und Bearbeiterwechsel würden in der Kombination zwangsläufig zum Plagiat führen.

Die Lektüre des Rieble-Opus wird von Virologen empfohlen. Es dient der schnelleren Diagnose des Krankheitsbildes und vor allem der Prophylaxe. Chancen für eine Therapie haben nach Angaben der WH2O nur jene Patienten, bei denen die Symptome des Guttenberg-Virus im Frühstadium diagnostiziert werden. Sie sollten sofort den Doktorvater ihres Vertrauens aufsuchen und auf eine Promotion verzichten.

Unter Pandemie versteht man nach Ausführungen von Wikipedia eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit, im engeren Sinn einer Infektionskrankheit. Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt.

„Auch bei Pandemien gibt es Gebiete, die nicht von der Krankheit betroffen werden. Durch ihre abgeschiedene Lage können manche Gebirgstäler, Völker im Urwald oder Bewohner abgelegener Inseln von einer Infektion verschont bleiben”, so die Erläuterungen von Wikipedia.

Warum sich die Promo-Viren so hartnäckig in der politischen Klasse ausgebreiten konnten, ist noch unklar. Die betroffenen Patienten erweisen sich als lichtscheu und wortkarg. Medizinische Diagnosen und Therapien werden durch die Abschottung der erkrankten Persönlichkeiten erschwert.

Kommt es zur Aberkennung der akademischen Weihen, fallen die Dr. a. D.-Politfunktionäre in ein tiefes Loch und verändern radikal ihr soziales Verhalten. Plaudertaschen mit rhetorischen Leeformeln neigen plötzlich zur semantischen Askese und lassen nur noch beauftragte Dritte zu Wort kommen – in der Regel handelt es sich dabei um Juristen, die sich zutrauen, auch auf dem Gebiet der Promo-Viren schlaue Bemerkungen machen zu können. Besser wäre ein Psycho-Therapeut, um die gebeutelten Persönlichkeiten über die ausbleibenden Talkshow-Auftritte, Homestorys, Plakatkampagnen und Parteitags-Jubelarien hinweg zu helfen. Ende.

Sobald die Neuauflage der „Promo-Viren“ im Buchhandel erhältlich ist, wäre ich über die pandemische Ausbreitung des Buches hoch erfreut 🙂

Update: Über die Nebenwirkungen von Vorbestellungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker und kontaktieren danach einfach Amazon.

#Bloggercamp Update: Über die Juni-Ausgabe der Zeitschrift acquisa

Zeitschrift acquisa

Jeweils am Monatsende oder Monatsanfang stellen wir im Bloggercamp aktuelle Ausgaben von Medientiteln vor – Holzmedien und Online-Medien. Den Anfang macht aqquisa-Chefredakteur Christoph Pause, der in einer Viertelstunde die wichtigsten Themen des Juni-Heftes skizziert. Das Hangout-Interview mit Christoph startet um 16:30 Uhr.

Twitter-Hashtag für Fragen und Zwischenrufe während der Livesendung

Fortsetzung folgt.

Bloggercamp diskutiert über Vernetzungskultur

Tim Cook gives his views on collaboration at Duke’s Fuqua school (and 6 other videos)

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Der elendste…

Die Pfründe-Wirtschaft der #Drosselkom: Wenn die Politik nicht handelt, sollten die Kunden reagieren

Ehrenwerte Telefon-Gesellschaft

Alles, was das Brot-und-Butter-Geschäft des Ex-Monopolisten Telekom bedroht, ist in den vergangenen Jahren massiv torpediert worden. Die Telekom nutzte ihre Vorherrschaft bei DSL, um WLAN als echten Wettbewerb auszuschalten und schuf über ein ausgedehntes Netz von WLAN-Hotspots für T-Mobile die besten Voraussetzungen für ein 4G-Mobilfunknetz. Ergebnis: Die Telekom kann auf eine WLAN-Verbreitung zurückgreifen, die keiner der Wettbewerber im Mobilfunk hat. Selbst kleine Initiativen zur Etablierung von Hotspots an Zigaretten-Automaten sind in der Vergangenheit massiv vom Magenta-Konzern bekämpft worden.

Oder wie war das mit der Skype-App auf dem iPhone? Er wurde von T-Mobile blockiert. Und die Begründung kommt einem doch irgendwie bekannt vor: Würden iPhone-Anwender ihre Datenverbindung für Skype-Gespräche nutzen, würde die Leistung des Netzes leiden. Datenübertragungen würden verlangsamt, das Netz könnte überlastet werden. Davor müsse man sich schützen.

Zudem müsse man eine gleichbleibende Qualität der Sprachverbindungen garantieren. Probleme mit Skype könnten von den Kunden als Telekom-Probleme fehlinterpretiert werden. In Wahrheit ging und geht es um die Bewahrung des Kerngeschäftes mit Sprachtelefonie. Die Telekom ist getrieben von Abschottungs-Strategien. Sie war schon immer Drosselkom und sie setzt in diesen Auseinandersetzungen stets die gleichen Rhetorik-Schablonen ein.

Ähnlich agitiert sie bei der Telefonie über das Internet Protokoll (VoIP), wie Constanze Kurz in der FAZ eindrucksvoll nachweist.

„Die Regeln, nach denen Sprachverkehr zwischen den Telefongesellschaften vermittelt wird, sind eigentlich klar und eindeutig: Über Vermittlungsknoten werden Anrufe zwischen den Netzen ausgetauscht, dem Kunden soll es egal sein können, bei welchem Anbieter er seinen Anschluss hat. Anrufen kann er jede Nummer, und umgekehrt auch angerufen werden – zumindest in der Theorie.“

Die Telekom habe die Erreichbarkeit ihrer eigenen 0180-Nummern aus dem Netz von sipgate eingestellt.

„Sipgate-Kunden können daher etwa die verbreiteten Service-Rufnummern, die viele Unternehmen und Behörden betreiben, nicht mehr erreichen, soweit diese im marktbeherrschenden Telekom-Netz geschaltet sind. Auch die für ähnliche Zwecke genutzten 0700-Nummern von Telekom-Kunden sind derzeit nicht aus den Netzen von kleineren Konkurrenten erreichbar“, so Kurz.

Harte Eingriffe sind von der zuständigen Bundesnetzagentur nicht zu erwarten – auch nicht beim Angriff der Telekom auf die Netzneutralität, schließlich besitzt der Bund noch einen sattes Telekom-Aktienpaket. Wie soll da eine Bundesbehörde wirklich neutral vorgehen? Jetzt sind die Kunden gefragt, die ihre gestiegene Macht ausspielen sollten. Mit den Füße abstimmen und kündigen – das lädiert den Börsenkurs und zwingt den Bonner Konzern vielleicht doch in die Knie.

Von der Politik wird nichts kommen – auch nicht von der Regierungsopposition. Beim Leistungsschutzrecht und der Bestandsdatenauskunft ist das ja schon unter Beweis gestellt worden.

Statt zu blockieren, sollte die Telekom das eigene Netz besser pflegen.