
KAYTUS hat auf der ISC 2026 in Hamburg neue Lösungen für den Aufbau und Betrieb großer KI-Rechenzentren vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen eine vollständig vorgefertigte, containerisierte und flüssigkeitsgekühlte Rechenzentrumslösung sowie KSManage Ultra, eine intelligente Managementplattform für AI Factories.
Nach Angaben des Unternehmens richtet sich das Angebot an Cloud-Anbieter, Forschungsrechenzentren, Industrieunternehmen und Betreiber hochverdichteter Rechenzentren. Der Anbieter reagiert damit auf den steigenden Bedarf an Rechenleistung für KI-Training, Inferenz, wissenschaftliches Rechnen, Simulation und digitale Zwillinge.
Darren Cox, General Manager von KAYTUS Europe, verwies im Gespräch auf der ISC 2026 auf drei zentrale Engpässe bei KI-Infrastrukturprojekten: lange Bereitstellungszeiten, Energie- und Kühlgrenzen sowie eine zu geringe Auslastung vieler Systeme. Moderne KI-Racks könnten Leistungsdichten von bis zu 250 Kilowatt pro Rack erreichen. Viele klassische Rechenzentren seien dafür technisch kaum vorbereitet.
KAYTUS setzt deshalb auf modulare, industriell vorgefertigte Einheiten. Teile des Rechenzentrums werden vorab montiert, verkabelt, getestet und anschließend zum Standort geliefert. Cox zufolge lässt sich die Zeit bis zum produktiven Betrieb dadurch von typischen 18 bis 24 Monaten auf vier bis sechs Monate verkürzen. Ein früherer Betriebsstart ist für Kunden wirtschaftlich entscheidend, da KI-Cluster erst mit der Erzeugung verwertbarer Tokens Umsatz oder produktiven Nutzen liefern.
Die neue containerisierte Lösung basiert auf drei Modulen: IT Cube, Power Cube und Cooling Cube. Der IT Cube nimmt die Hochleistungsracks für KI- und HPC-Workloads auf. Der Power Cube bündelt die Energieversorgung in einer geprüften, redundanten Architektur. Der Cooling Cube stellt die flüssigkeitsgekühlte thermische Infrastruktur bereit. Die Lösung startet nach Unternehmensangaben bei einer 3-Megawatt-Basiseinheit und kann schrittweise bis in den Gigawatt-Maßstab ausgebaut werden.
Ergänzend dazu präsentierte das Unternehmen KSManage Ultra. Die Plattform soll den Betrieb großer AI Factories über GPU-, Rack- und Rechenzentrumsebene hinweg vereinheitlichen. Sie verarbeitet Telemetriedaten aus Betriebssystemen, Treibern, BMCs, Firmware, Hardware-Logs und Infrastrukturkomponenten. Betreiber erhalten dadurch einen durchgehenden Blick auf Systemzustand, Hardwaregesundheit, Netzwerk, Stromversorgung und Kühlung.
KSManage Ultra soll Fehler früher erkennen, Ursachen schneller eingrenzen und freie Rechenressourcen besser nutzbar machen. Nach Angaben des Anbieters kann die Plattform die Inbetriebnahmezeit eines einzelnen Racks von 50 Minuten auf unter drei Minuten reduzieren. Auch Stresstests, Ursachenanalyse und Rack-Initialisierung sollen automatisiert unterstützt werden.
Für europäische Kunden sieht KAYTUS wachsenden Bedarf an skalierbarer KI-Infrastruktur. Cox erwartet, dass größere KI-Deployments in Deutschland ab 2027 stärker anlaufen. Entscheidend werde sein, wie schnell Unternehmen Standorte, Energieversorgung, Kühlung, Systemintegration und Betriebsführung zusammenführen können.
Die Firma positioniert sich mit den neuen Lösungen als Anbieter für integrierte KI-Infrastruktur. Das Portfolio umfasst Rechen-, Speicher- und Netzwerksysteme, Flüssigkeitskühlung, intelligente Betriebsführung und Leistungsoptimierung. Nach Unternehmensangaben wurden bereits mehr als 200 Megawatt flüssigkeitsgekühlter KI-Rechenzentrumsinfrastruktur in Europa, den USA, Japan, Südostasien und weiteren Märkten umgesetzt.