Europas verlorene Visionen: Ein Gespräch mit Robert Misik – Ausblick auf die Berliner Konferenz „Wende in Europa“ @Misik @StaderWK70SPD

In einem kürzlich geführten Interview teilt Robert Misik seine besorgniserregenden Beobachtungen über die gegenwärtige politische Landschaft Europas mit. Der prominente Journalist äußerte seine Befürchtung, dass die Kompetenz der Außenpolitik in den letzten 30 bis 40 Jahren nachgelassen habe. Eine spürbare Abwesenheit von Visionen und Utopien macht sich bemerkbar, insbesondere wenn es darum geht, nach kriegerischen Auseinandersetzungen ein Konzept für eine europäische Friedensordnung zu entwerfen.

Der Blick über den europäischen Horizont hinaus zeigt ebenfalls bedenkliche Entwicklungen. Insbesondere der eskalierende Konflikt zwischen China und den USA, sowohl wirtschaftlich begründet durch Amerikas negative Handelsbilanz als auch durch geopolitische Spannungen um Taiwan, ist besorgniserregend. Hinzu kommt die ständige Bedrohung durch Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah im Nahen Osten.

Misik betonte die Dringlichkeit, mit der Staatsmänner und -frauen in eine Pendeldiplomatie eintreten sollten, um solche Spannungen diplomatisch zu bearbeiten. Er verwies auf ein kürzliches Treffen zwischen den Außenpolitikern der USA und Chinas in Wien, das, obwohl spät, ein ermutigendes Zeichen war.

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Notwendigkeit, westliche Werte zu verteidigen, die immer wieder durch innere und äußere autoritäre Versuchungen bedroht werden. Misik betont, dass diese Werte – Pluralismus, Demokratie und Liberalität – trotz ihrer heuchlerischen Anwendung in der Vergangenheit, immer noch einen unschätzbaren Wert haben. Vonnöten sei ein Verständnis für die Funktionsweise von Institutionen und das Konzept von „Checks und Balances“.

Auf der Berliner Konferenz „Wende in Europa: Ausblick auf eine neue Zeit“ werden wir das vertiefen. Etwa am Samstag, um 11:30 Uhr: „Die Krise(n) des „Neuen Europa“ mit Mikael Leyi, René Cuperus, Robert Misik, Maurice Höfgen, Dr. Lale Akgün, Emmeline Charenton (zugeschaltet), Robert Peter, Mary Kaldor, Anna Dąbrowska, Eszter Nagy, Siebo Janssen Keynote: Mikael Leyi, Moderation: Hendrik Küpper.

Alle Sessions werden live gestreamt. Events sind auf Facebook angelegt. Wir übertragen aber auch auf Twitter-X, YouTube, LinkedIn und Twitch. Dürfte also für jeden was dabei sein.

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