
Im Video geht das nicht so ganz auf đ
Es wäre wohl besser, wenn man als Unternehmer oder Top-Manager einfach genau das Gegenteil macht. Chaotisieren und neue Sichtachsen legen, wie es Professor Gßnter Faltin demonstriert.
Nicht das Konventionelle in Geschäftsplänen trägt, da 70 Prozent dieser Planungen sowieso falsch sind.
âHeute, in einer postindustriellen Gesellschaft, ist der Entrepreneur dem KĂźnstler viel verwandter.â
Faltin vergleicht das mit dem Wirken von Cosimo deâ Medici in der Renaissance. Er war Kunstkenner und Ăśkonomisch in der Ăra der Medici der Erfolgreichste in seiner Familie. Er hat die entscheidenden Innovationen durchgesetzt. Nur mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen wäre das nicht mĂśglich gewesen.
So sieht das auch Professor Rupert Hasenzagl, der dem klassischen Management-Geblubber ein vernichtendes Zeugnis ausstellt:
âWir bedienen uns derzeit eines toxischen Systems und fahren mit 300 Stundenkilometer gegen die Wand.â
Statt mit der Komplexität zu spielen, erhÜht man die Dosis an Macht und Bßrokratie in Organisationen. In solchen Formationen blßht die Rationalitätsfantasie. Fßhrungskräfte verschanzen sich hinter Controlling-Kennzahlen, Erbsenzähler-Monitoring-Systemen, ISO-Normen, Zertifikaten, Testaten und sonstigen Hilfsmitteln der Planungsgläubigkeit.
Der britische Soziologe Michael Power vertritt die These, wir lebten in Audit-Gesellschaften, in denen immer mehr beobachtet und immer weniger gehandelt wird. Sozusagen eine Evaluations- und BuchfĂźhrungs-Diktatur. Nachzulesen in dem äuĂerst bemerkenswerten Opus âLeben im BĂźroâ von Christoph Bartmann â erschienen im Hanser Verlag. Der Autor erkennt im âmodernenâ Management von Staat und Wirtschaft eine Tendenz zu einer neureligiĂśsen âFähigkeitsmystikâ. Die Adepten dieser Wunder-Ideologie schwallen in endlosen Monologen von perfekter Prozessoptimierung und QualitätssicherungsmaĂnahmen und ernähren ganze Heerscharen von Beratern, die Inspektionen, Audits, Testate, Analysen, Klassifikationen und Zertifikationen wie warme Semmeln verkaufen.
Im sogenannten New Public Management gedeiht eine Neo-Bßrokratie, die den Bßrokratieabbau mit neuer Bßrokratie ßbersät.
âDer flächendeckende Einsatz von NPM lässt eine Audit-Gesellschaft entstehen, in der die Rechenschaftslegung und Evaluation von Tätigkeiten einen solchen Umfang annimmt, dass die Tätigkeiten selbst von dem Zwang zur Berichterstattung und dem Aufwand der Evaluation deformiert und Ăźberfrachtet werden und so ihren ursprĂźnglichen Sinn und Zweck verlierenâ, schreibt Richard MĂźnch in seinem Buch âGlobale Eliten, lokale Autoritäten: Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co.â
Gegen die Enteignung unserer Arbeitswelt durch voreingestellte Formatierungen, Formulare, Instrumente, Werkzeuge und sonstige subtile, als Erleichterung getarnte Regenten hilft allein Kritik, so der Rat von Christoph Bartmann. Das ist zu wenig. Wir brauchen einen #AufstandderKreativen und eine #DigitaleAPO.
Mehr dazu am 8. August, um 16 Uhr im Live-Hangout.
Siehe: Business Cases zerstĂśren das, was sie eigentlich nachweisen sollenâŚ
Auch so ein Glaskugel-Schwachsinn: 19 perfekte Antworten auf die Frage: âWo sehen Sie sich in 5 Jahren?â
Hat dies auf http://www.ne-na.me rebloggt.
Hat dies auf Autorentraining rebloggt und kommentierte:
Die Verantwortung des Autors: Freiheit fĂźr die Kunst zu wahren? Wenn nicht Autoren, wer sonst ist hier gefordert?