
Lawrence Ferlinghetti: Notizen aus Kreuz und Quer. Travelogue 1960-2010, Kupido-Verlag. Ein faszinierender Blick auf das Leben und die Reisen eines der bedeutendsten amerikanischen Autoren. Erfahrt mehr über seine Begegnungen mit literarischen Größen und seine Reisen rund um die Welt. Taucht ein in eine literarische Reisebeschreibung der besonderen Art.
In „Notizen aus Kreuz und Quer“ präsentiert uns Lawrence Ferlinghetti eine faszinierende Sammlung von Reisebeschreibungen, die einen Zeitraum von 1960 bis 2010 abdecken. Der Autor, bekannt für seinen berühmten Buchladen City Lights in San Francisco, entführt uns auf Exkursionen durch verschiedene Länder und Kontinente.
Das Buch ist eine Hommage an die englischsprachige Tradition der Travelogues und zeigt Ferlinghettis einzigartigen Blick auf die Welt. Mit über 500 Seiten und illustriert mit Zeichnungen des Autors ist es ein beeindruckendes Werk. Der Verlag Kupido hat mit dieser Veröffentlichung eine seiner Programmlinien fortgesetzt, die sich auf literarische Reisebeschreibungen spezialisiert.
Ferlinghetti geht es nicht nur um die Landschaften und Städte, sondern auch um die Menschen, die er trifft und die literarische Szene, der er begegnet. Das Buch ist nicht nur eine persönliche Reiseerzählung, sondern auch eine Art literarische Geschichtsstunde, in der Ferlinghetti uns seine Zeitgenossen vorstellt und uns an seinen Begegnungen mit ihnen teilhaben lässt.
„Lawrence Ferlinghetti war für mich nicht nur ein bemerkenswerter Autor, sondern auch eine zentrale Figur in der literarischen Geschichte Amerikas, besonders in der Zeit der Beat-Generation, obwohl er, wie du schon erwähnt hast, sich selbst nie wirklich als Teil dieser Gruppe sah“, erläutert die Übersetzerin Pociao im Gespräch mit dem Moderator David Eisermann:
„Lawrence Ferlinghetti stand für Freiheit, Aufbegehren und Kritik am etablierten System, und seine Texte sind voller Leidenschaft, Poesie und politischer Schärfe. Das Übersetzen dieses Buches war daher nicht nur eine rein technische Aufgabe, sondern auch eine Reise in die Tiefe seiner Gedanken und Gefühle. Die Herausforderung bei der Übersetzung war nicht nur die Länge des Werks, sondern auch die Tatsache, dass Ferlinghetti oft mit verschiedenen Stilen, Formaten und Genres spielte. Das Buch ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch eine Reflexion über Kultur, Geschichte, Politik und Gesellschaft. Er mischt Poesie mit Prosa, Fakten mit Fiktion und gibt so dem Leser einen einzigartigen Einblick in seine Sicht der Welt.“
Es sei bemerkenswert, wie aktuell einige seiner Beobachtungen und Reflexionen auch heute noch sind. In einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen bietet Ferlinghetti’s Werk einen erfrischenden Blick auf die Welt, der uns daran erinnert, stets kritisch zu bleiben und unsere eigene Position in der Welt ständig zu hinterfragen.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt seines Charakters und seiner Schreibweise ist, dass er nicht nur ein Beobachter war, sondern auch ein aktiver Teilnehmer am kulturellen und sozialen Leben der Orte, die er besuchte. Er hat sich mit lokalen Künstlern und Schriftstellern angefreundet, hat an Diskussionen teilgenommen, hat oft in den lokalen Sprachen geschrieben und manchmal sogar literarische Werke in andere Sprachen übersetzt.