
„Willkommen zum Spektakel des Jahres: Die Ampel-Koalition zerlegt sich selbst – live aus dem Bundestag und dem Bundeskanzleramt!“ Was klingt wie das neue Show-Format einer Privatfernsehproduktion, ist in Wahrheit der triste Alltag unserer Regierung. Hier fliegen die Fetzen – zumindest verbal. Olaf Scholz, der alte Houdini der Langeweile, klammert sich an seinen Schreibtisch wie ein Schiffbrüchiger an ein aufblasbares Krokodil. Noch bis März, so hofft er, kann er das Wrack irgendwie über Wasser halten, um „wichtige Projekte“ abzuschließen. Aber seien wir mal ehrlich: Welche Projekte? Die Rente sichern, kalte Progression eindämmen, Energiepreise senken – klingt wie das Wahlkampfprogramm eines Verzweifelten, der weiß, dass ihm die Zuschauer längst eingeschlafen sind.
Die Opposition hat jedenfalls Blut geleckt. Friedrich Merz, der ewige Kanzler-Anwärter in spe, fordert lauthals Neuwahlen. Doch dummerweise ist Merz‘ Schwert stumpf: Das „konstruktive Misstrauensvotum“, das sonst im deutschen Parlament gern mal für einen sauberen Putsch sorgt, hilft hier wenig. Denn Merz müsste sich dafür vermutlich auf die Stimmen der AfD stützen – und wie das endet, wissen wir alle: nämlich gar nicht, weil er das nie machen würde. Was bleibt ihm also? Daumenschrauben und verbale Purzelbäume, während die Ampel im Hintergrund gemütlich verkohlt.
Und dann ist da noch Christian „Das war’s, ich bin raus“ Lindner, der seinen Rücktritt als Finanzminister so theatralisch inszeniert, als hätte er gerade Hamlet persönlich auf der Bühne ermordet. Lindner, stets um eine gut sitzende Metapher bemüht, beschuldigt Scholz, Deutschland ins finanzielle Fegefeuer zu treiben – während er selbst in dramatischer Pose mit einer imaginären Hand an die Stirn den Saal verlässt. Der FDP-Chef, das beleidigte Leberwürstchen im Kanzleramt, könnte nicht überzeugter davon sein, dass sein moralischer Höhenflug über dem schmutzigen Sumpf der Berliner Politik steht.
Derweil im Bundeskanzleramt: Olaf Scholz, der ewige Langweiler, schwört steif und fest, noch bis März durchzuhalten, um diese Nation aus den Klauen der kalten Progression zu retten. Diese heroische Mission hat er sich offenbar ins politische Notizbuch geschrieben – schließlich muss man irgendwas vorweisen, wenn das sinkende Schiff doch irgendwie noch Fahrt aufnehmen soll. Die Rentner und der Mittelstand dürfen sich also freuen: Noch ein paar Monate Scholz’sche Reformversprechen! Die Spannung könnte kaum größer sein. Ist es am Ende ein Masterplan oder doch nur das politische Äquivalent von Resteverwertung?
Siehe auch: Trumps Wahlsieg und die „Schweigespirale 2.0″