Der Green Monday als Werkstatt der Wirklichkeit – Mitmachen am 16. Juni via Zoom

Es gibt Formate, die entstehen nicht aus Plan, sondern aus Notwendigkeit. Der Green Monday ist so eines. Er behauptet nicht, er beobachtet. Er inszeniert nicht, er öffnet Räume. Räume, in denen Nachhaltigkeit nicht als moralisches Feigenblatt, sondern als unternehmerische Gestaltungsfrage verhandelt wird. Und zwar in all ihrer Widersprüchlichkeit, in ihrer technologischen Komplexität, in ihrer ökonomischen Zumutung.

Am 16. Juni um 17 Uhr geht der Green Monday in die nächste Runde – als Update, als Reflexionsmoment, als Einladung zur Mitgestaltung. Thema diesmal: „Nachhaltigkeit war gestern? Innovation trifft Transformation.“

Der Titel ist bewusst provokant. Denn hinter ihm steht die Erfahrung, dass Nachhaltigkeit kein Zustand ist, sondern ein Prozess. Ein ständiges Aushandeln zwischen Regulatorik und Realpolitik, zwischen Technologieoffenheit und gesellschaftlicher Verantwortung, zwischen dem Drang zum Fortschritt und dem Respekt vor den Ressourcen, die diesen Fortschritt tragen.

Die neue Architektur der Nachhaltigkeit

Thomas Bernhardt von der dhpg eröffnet das Update mit einer kritischen Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen: CSRD, LKSVG, die Weichenstellungen der neuen Bundesregierung. Wer heute über Nachhaltigkeit redet, muss die neue Ordnung der Berichtspflichten kennen – und verstehen, dass aus Pflichten Chancen entstehen, wenn man sie richtig liest.

Im Anschluss zeigt Frank Barz von der Telekom, was passiert, wenn man Innovation nicht nur fördert, sondern herausfordert. Als TechBoost-Verantwortlicher weiß er, wie Gründerinnen und Gründer aus dem Format Green Monday Rückenwind bekommen – nicht durch PR, sondern durch Resonanz. Durch Gespräche, die etwas in Bewegung setzen.

Arne von Hofe vom CSPS bringt mit AOSIS ein System mit, das sich anmaßt, das Unentdeckte zu entdecken: Ein KI-gestützter Innovation-Scout, der nicht nur Chancen aufzeigt, sondern Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit als Spannungsverhältnis kartiert – nicht als Gegensatz.

Und schließlich berichtet Wilhelm Mauss von der Lorenz GmbH, wie nachhaltiger Wandel im Mittelstand gelingt, wenn man ihn nicht als Kampagne, sondern als kontinuierliche Aufgabe begreift. Kein Leuchtturm, kein Buzzword-Bingo, sondern tägliche Arbeit, klug organisiert.

Der Green Monday ist keine Bühne. Er ist eine Versuchsanordnung.

Was diesen Montag besonders macht, ist nicht das Line-up, sondern das Prinzip: Technologische Hypothesen werden in den Diskurs entlassen. Ohne Garantie auf Applaus. Dafür mit der Aussicht auf Einspruch, Erkenntnis, Kooperation. Die Beispiele aus den bisherigen Ausgaben sind zahlreich:

  • Die Idee eines 71-Jährigen, aus leerstehenden Parkhäusern Ladehubs zu machen.
  • Ein Windradprojekt, das mit gotischer Anmut doppelte Energieausbeute verspricht.
  • Recycelte Satellitenteile als Grundlage einer orbitalen Kreislaufwirtschaft.
  • Aufkleb-Solarzellen für urbane Fassaden.
  • Getränke Hoffmann, das die Nachhaltigkeit nicht ausstellt, sondern implementiert.

All diese Impulse eint eines: Sie suchen nicht die Bühne, sondern die Relevanz.

Der Green Monday ist ein demokratischer Resonanzraum

In einer Zeit, in der technologische Debatten zunehmend in Expertenblasen oder Marketingformate abdriften, bietet der Green Monday etwas Seltenes: eine geteilte Gegenwart für Praktiker, Denker, Macher. Er verbindet Mittelstand mit Wissenschaft, Start-ups mit Verwaltungen, Telekommunikation mit Kreislaufwirtschaft.

Hier entstehen keine fertigen Produkte, aber brauchbare Gedanken. Hier entstehen keine abgeschlossenen Lösungen, aber tragfähige Netzwerke. Und manchmal – das ist der schönste Nebeneffekt – entsteht sogar ein neues Unternehmen.

Ausblick: Kreislaufwirtschaft in Bochum

Wer noch mehr will, sollte sich den 15. September vormerken. Dann trifft der Green Monday in Bochum auf das Thema Circularity – und fragt: Was passiert, wenn Produkte, Daten, Prozesse und Rohstoffe nicht linear gedacht werden, sondern als Kreisläufe?

Aber bis dahin: erst einmal anmelden für den 16. Juni. Und mitreden. Denn wer nicht spricht, kann auch nichts in Bewegung setzen.

👉 Zur Zoom-Anmeldung für den Green Monday Update am 16. Juni
https://us02web.zoom.us/meeting/register/a0jPh6iUSPiEuYkrWgLZ0A#/registration

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