EFI-Jahresgutachten: Wird die Landwirtschaft durch höhere Abgaben innovativer?

Die Landwirtschaft ist ein Pionier der Technologie. Von vernetzten Kuhställen bis hin zur Präzisionskartierung durch Drohnen, sie ist immer an vorderster Front, wenn es darum geht, Neues auszuprobieren. Doch Experten der Kommission für Forschung und Innovation (EFI) sagen, wir müssen das noch weiter vorantreiben. Wie? Durch eine Erhöhung der Kosten für Düngemittel und Pestizide. Das halte ich – ehrlich gesagt – für eine Schnapsidee.

Professor Holger Hanselka (mittlerweile Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft) hat das auf dem Forschungsgipfel gut auf den Punkt gebracht: Er kritisiert die deutsche Herangehensweise, Ziele zu definieren, aber bei der Umsetzung in Maßnahmen schwach zu sein. Im Gegensatz dazu, so Hanselka, gehen die USA über die Maßnahmen und setzen sie einfach um.

Ist es also der falsche Weg, die Landwirtschaft durch Abgaben zu belasten? Wäre es nicht besser, Fördermittel zu nutzen, um die Agrarwirtschaft zu motivieren, ihre Vorreiterrolle weiter auszubauen?

Die EFI hat eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass es noch erhebliche Hindernisse gibt. Die Anschaffung von Technologie ist teuer und es fehlt an Digitalisierung und Standardisierung. Aber vor allem fehlten Anreize, um den Einsatz von relativ günstigen Pestiziden zu reduzieren.

Dänemark habe gute Erfahrungen mit der Einführung von Abgaben auf Pestizide gemacht. Sie hätten es geschafft, den Einsatz von Pestiziden und bestimmten problematischen Düngemitteln um 60 Prozent zu reduzieren, so Professor Till Requate von der Universität Kiel: „Wir müssen mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten. Wir könnten den Landwirten Anreize geben, indem wir sie für Ökosystemleistungen belohnen, wie zum Beispiel die Wiedervernässung von Mooren.“

Subventionen, wie beim Inflation Reduction Act, seien problematisch. „Sie sind schwer zu beseitigen, sobald sie eingeführt sind. Und wir können uns diese Subventionsorgien, die wir uns in den letzten Jahren geleistet haben, nicht mehr leisten. Stattdessen sollten wir das belohnen, was Sinn macht, wie zum Beispiel Ökosystemleistungen, und an anderer Stelle belasten“, resümiert Requate.

Die Hoffnungen auf eine indirekte Wirkung bei einer Abgabenlösung halte ich ehrlich gesagt für naiv.

Die größten Hindernisse für dezentrales Arbeiten waren laut Thomas Dehler technische und IT-Sicherheitsbedenken: Aber in Wirklichkeit war es oft die nackte Angst der Führungskräfte, nicht zu wissen, wie sie die Arbeit aus der Ferne kontrollieren können #ZPSüd2024

Thomas Dehler, ein Experte für Homeoffice und dezentrales Arbeiten, steht kurz vor seinem Auftritt bei der Thesen-Theke der Fachmesse Zukunft Personal Süd in Stuttgart. Er spricht über die Rolle von Vorgesetzten in der Homeoffice-Kultur.

„Die Führungskraft ist oft ein hervorragender Ingenieur, Controller oder Techniker, aber nicht unbedingt ein guter Menschenführer“, sagt Dehler. „Das zeigt sich besonders, wenn es um das Thema Homeoffice geht. Das Misstrauen des Vorgesetzten, dass ich meine Arbeit vernachlässige und stattdessen private Dinge in den Vordergrund schiebe, ist oft eine Folge des schlechten Verhaltens des Vorgesetzten.“

Dehler hat 20 Jahre Erfahrung mit Homeoffice und remote Arbeiten. Er hat mit mittelständischen Unternehmen gearbeitet und Workshops für Führungskräfte durchgeführt. „Vor Covid-19 fanden viele Führungskräfte die Vorstellung unvorstellbar, dass die Arbeit auch ohne physische Anwesenheit der Mitarbeiter erledigt wird. Dann kam Covid-19.“

Die größten Hindernisse für dezentrales Arbeiten waren laut Dehler technische und IT-Sicherheitsbedenken. Aber in Wirklichkeit war es oft die nackte Angst der Führungskräfte, nicht zu wissen, wie sie die Arbeit aus der Ferne kontrollieren können.

„Die Frage ist, ob ich auf das Talent eines Mitarbeiters verzichten kann, wenn ich ihm das Homeoffice verweigere“, sagt Dehler. „Oder wie sieht meine begleitende Führungsarbeit aus, damit dieser Mitarbeiter im Homeoffice sein kann, ohne Leistungsverlust?“

Dehler betont, dass die Möglichkeit, remote zu arbeiten, auch ein Rekrutierungsthema ist. „Wenn ein potenzieller Arbeitgeber sehr restriktiv bei der Organisation von Homeoffice ist oder es gar nicht zulässt, fällt er sofort aus der Auswahl.“

Die Herausforderung besteht darin, das Onboarding und die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter ebenfalls dezentral zu denken. „Jeder Bewerber, der an diese Marke angedockt werden möchte, wird einen Kompromiss schaffen, auch wenn er völlig remote-minded ist“, sagt Dehler.

Zum Schluss spricht Dehler über die politische Dimension des Themas. „Die dezentrale Arbeit kann einen großen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Jeder nicht gefahrene Arbeitsweg-Kilometer spart Tonnen von CO2. Aber wir haben ein Infrastrukturproblem. Wir brauchen ein Grundversorgungsrecht auf verfügbares Internet und Breitbandigkeit. Das wäre der größte Hebel, um die Digitalisierung und das ortsflexible Arbeiten voranzutreiben und einen Beitrag zur CO2-neutralen Arbeitswelt zu leisten.“

Man hört, sieht und streamt sich um 12 Uhr.

Hier geht es zur Thesen-Theke der Zukunft Personal Süd.

Vollständig dezentrale Organisationen: Erfahrungen und Herausforderungen – Über Belegschaften, die zu 100 Prozent in der Cloud arbeiten: Ausblick auf die die Thesen-Theke der Zukunft Personal Süd in Stuttgart

Die Debatte um Homeoffice und dezentrale Arbeit ist in vollem Gange. Es scheint, als ob viele Unternehmen einen Schritt zurück machen und ihre Mitarbeiter wieder ins Büro holen. Studien, die die Nachteile von Homeoffice hervorheben, werden oft zitiert. Doch Thomas Dehler von Value5 sieht das anders. Er hat bewiesen, dass es möglich ist, ein Team komplett virtuell zu organisieren – und das schon vor der Pandemie.

„Es ist typisch menschlich“, sagt Dehler. „Die einen sammeln Argumente gegen etwas, die anderen sammeln Erfahrungen.“ Er gehört definitiv zur zweiten Gruppe. Die Pandemie hat viele Unternehmen gezwungen, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Jetzt stellt sich die Frage: Was ist die optimale Lösung? Sollten wir alle wieder ins Büro zurückkehren oder weiterhin von zu Hause aus arbeiten?

Dehler glaubt, dass jede Organisation selbst entscheiden sollte, was für ihre Mitarbeiter am besten ist. „Remote Work ist definitiv ein Thema, wenn der Mitarbeiter im Mittelpunkt steht.“ Er argumentiert, dass Talentverfügbarkeit wichtiger ist als Standort. Unternehmen, die Büroflächen besitzen, werden natürlich versuchen, diese zu nutzen. Aber das bedeutet nicht, dass Homeoffice nicht funktioniert.

Dehler hat sich schon vor der Jahrtausendwende für Remote Work entschieden. Er wollte flexibel auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren können und Zugang zu Talenten haben, unabhängig von ihrem Standort. „In Zeiten, in denen alles IP wird, steht nicht mehr die Standortfrage im Vordergrund, sondern der Zugang zum Talent“, sagt er.

Er räumt ein, dass es Argumente für Präsenzarbeit gibt. Aber er sieht diese nicht als Hauptargument. „Wir bewegen uns auf Präsenzflächen, wenn ein Auftraggeber unbedingt möchte, dass er seine Projektteams kennenlernt.“ In solchen Fällen schafft sein Unternehmen temporäre Hubs.

Er glaubt, dass es wichtig ist, die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen. „Es gibt Menschen, für die das Homeoffice der schlechteste Weg ist.“ Deshalb nutzt er eine Evaluierungsdiagnostik, um zu bestimmen, ob ein Mitarbeiter für Remote Work geeignet ist.

Homeoffice oder Büro? Die Debatte um dezentrale Arbeit ist in vollem Gange. Während einige Unternehmen ihre Mitarbeiter zurück ins Büro holen, setzt Thomas Dehler auf das Gegenteil: eine vollständig virtuelle Organisation. In einem spannenden Gespräch erklärt er, warum Remote Work auch langfristig funktionieren kann und welche Vorteile es bietet. Erfahrz, wie sich die Arbeitswelt verändert und warum die Standortfrage immer weniger relevant wird. Ein Blick hinter die Kulissen einer innovativen Arbeitsweise. 

All das besprechen wir mit Thomas Dehler in einem ausführlichen Interivew. Natürlich ein Remote Interview :-). Man hört, sieht und streamt sich am Mittwoch um 12 Uhr.

Die Manager müssten Unternehmen so organisieren, dass sie die Früchte neuer Techniken auch tatsächlich ernten – Viele Probleme in Deutschland sind hausgemacht

Für die wirtschaftliche Flaute in Deutschland könne nicht nur die Wirtschaftspolitik verantwortlich gemacht werden, es liege auch an den Unternehmen und dem Top-Management. „Darauf verweist die EZB-Direktorin Isabel Schnabel in ihrer Rede beim Economic and Monetary Union Laboratory in Florenz. Es gehe darum, wie beherzt das Management von Unternehmen zupackt. Die Manager müssten Unternehmen so organisieren, dass sie die Früchte neuer Techniken auch tatsächlich ernten. Schnabel liegt mit ihrer Einschätzung goldrichtig. Das belegt unsere neue Studie ‚Digitale Vorreiter im Mittelstand‘. Wer mutig in neue Themen investiert, kann sich auf dem heimischen und den internationalen Märkten durchsetzen. Unternehmen, die ihre digitale und grüne Transformation parallel vorantreiben, sind wirtschaftlich besonders erfolgreich. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen befinden sich auf einem nachhaltigen Wachstumskurs und legen schneller zu als der Markt. Twin Transformer sind Zukunftsgestalter und keine Risikomanager. Nachhaltigkeit ist für sie eine Investition in die Zukunft und nicht nur ein Kostenfaktor“, so Studienautor Bernhard Steimel, Leiter des Smarter Service Institut. 

Knapp 60 Prozent dieser Unternehmen wächst profitabel auch in rezessiven Zeiten. „Bei den digitalen und nachhaltigen Vorreitern der Unternehmenslandschaft gibt es keine Rezession. Zwei von drei befragten Unternehmen sind auf einem soliden Wachstumskurs und setzen sich deutlich vom Markt ab“, erläutert Steimel.

Twin Transformer würden sich durch eine hohe Dynamik und Anpassungsfähigkeit auszeichnen. 

Die Ergebnisse: 

  • 64 Prozent der untersuchten Mittelständler nutzen die Automatisierung als Produktivitätsbooster und damit einen der Megatrends der aktuellen Digitalisierung. Die Automatisierung wird nach Ansicht dieser Unternehmen in den kommenden Jahren eine weiter steigende Rolle spielen.
  • Im Management setzen 57 Prozent agile Methoden ein, um flexibel zu sein und schnell auf Markttrends reagieren zu können.
  • 46 Prozent erzielen profitables Wachstum dank digitaler Geschäftsmodellen.
  • 31 Prozent sehen sich auf dem Weg zu einem datengetriebenen Unternehmen.
  • In Sachen Nachhaltigkeit verfolgt die Hälfte der Vorreiter die Maßgabe, „Purpose beyond Profit“. Der Begriff bezieht sich auf eine Geschäftsphilosophie, die über die reine Gewinnerzielung hinausgeht und einen tieferen, sinnstiftenden Zweck verfolgt. Diese Philosophie betont die Bedeutung von Unternehmen, die nicht nur finanziell erfolgreich sein wollen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten und in verschiedenen Dimensionen Wert schaffen.
  • 47 Prozent der untersuchten Unternehmen setzen verstärkt auf zirkuläre Geschäftsmodelle und erschließen sich so neue Produkt- und Kundenmärkte.
  • 43 Prozent der Unternehmen bezeichneten sich als „CSRD ready“, haben also die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive der Europäischen Union bereits erfüllt. Danach müssen schrittweise immer mehr Unternehmen über ihre Initiativen zur Erfüllung der Nachhaltigkeit berichten.

Auf der Seite der nicht monetären Vorteile werden eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber, eine steigende Markenreputation, eine erhöhte Preisbereitschaft der Kunden sowie eine stärkere Loyalität genannt. Als monetäre Vorteile gelten günstigere Refinanzierungen und ein besserer Zugang zu Förderprogrammen ebenso wie ein nachhaltiges und rentables Wachstum.

„Unternehmen sollten jetzt nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf neue Taten der Bundesregierung warten. Sie müssen selbst ihre Hausaufgaben machen und sich zu zukunftsfähigen und resilienten Organisationen wandeln. Die Twin Transformer weisen den Weg“, resümiert Steimel. 

Die Studien Highlights können auf der Webseite des Instituts kostenfrei gegen Registrierung herunter geladen werden.

Der vollständige Studienband mit 25 Fallstudien erscheint im April.

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Zum Thema Mythen der Innovation.

Personalmanagement und Nachhaltigkeit: Zeit der Marketing-Prosa ist vorbei – Zum Eröffnungspanel auf der Zukunft Personal Süd am 5. März – Vorbericht am 27. Februar 12 Uhr #ZPSüd2024

Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Schönwetter-Thema für Unternehmen. Im Interview mit Arbeitsrechtler Rupert Felder erfahrt Ihr, warum Nachhaltigkeit jetzt zum Kernthema für das Personalmanagement wird. Erfahrt, welche Rolle HR in der Etablierung von Nachhaltigkeit spielt und warum ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft für Unternehmen möglich ist.

Die Zukunftspersonal Süd in Stuttgart steht vor der Tür. Rupert Felder, Experte für Arbeitsrecht, wird dort beim Eröffnungspanel am 5. März mitwirken mit Professorin Cathrin Eireiner und Marcus Riecker. Thema: Rolle der Personalabteilung bei der Erfüllung der Nachhaltigkeitspflichten.

Nachhaltigkeit ist das Herzstück eines Unternehmens. Es betrifft Produkte, Produktionsprozesse, Märkte und die Finanzierung von Unternehmen. Aber es geht auch um die Menschen in den Unternehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wissen, wie ihr Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt ist. Deshalb ist Nachhaltigkeit ein Kernthema von HR. Es geht um die Grundelemente des Unternehmens.

Die Zeiten der Marketingberichte sind vorbei. Jetzt zählen Fakten. Unternehmen müssen nachweisen, dass sie nachhaltig handeln. Es geht nicht mehr darum, schnell ein Siegel zu bekommen. Es geht um die grundlegende Veränderung von Produkten und Produktionsweisen. Nachhaltigkeit muss in den Geschäftsprozessen von HR verankert sein.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit für Unternehmen ist enorm. Ohne Nachhaltigkeit kann ein Unternehmen nicht mehr funktionieren. Das Ranking und die Etablierung von Unternehmen in den Finanzsektoren hängen stark von der Nachhaltigkeit ab.

HR spielt eine zentrale Rolle in der Nachhaltigkeit. Es hat die Chance, echten Mehrwert im Unternehmen zu schaffen. Ohne Nachhaltigkeit gibt es keine Zukunft. Deshalb ist Nachhaltigkeit die Zukunftsvorsorge und das Personalmanagement ist schon immer Zukunftsvorsorge gewesen.

Die Unternehmenslandschaft in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Die HR-Positionierung ist dabei von zentraler Bedeutung. Unternehmen stehen unter Druck von vier Seiten: dem Gesetzgeber, dem Finanzbereich, den Kunden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie alle fordern Nachhaltigkeit.

Die ESG-Vorschriften haben einen großen Einfluss auf Unternehmen. Sie müssen nachhaltig handeln, um am Markt bestehen zu können. Das bedeutet, dass sie in allen Bereichen Nachhaltigkeitskriterien beachten müssen. Das ist eine riesige Weiterbildungsaufgabe.

Die Twin Transformation, also die gleichzeitige Berücksichtigung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, ist eine weitere Herausforderung für Unternehmen. Es gibt noch einen großen Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. Die Unternehmen müssen sich den 3Ds stellen: Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Das sind die Hausaufgaben, die Unternehmen bestehen müssen.

Hier geht es zum Programm der #ZPSued2024.

Mit Rupert Felder mache ich am Dienstag, den 27. Februar, um 12 Uhr einen Ausblick auf das Eröffnungspanel der Zukunft Personal Süd. Man hört, sieht und streamt sich auf LinkedIn, YouTube und Co. Die Eventseite habe ich auf LinkedIn angelegt.

Von Felix Magath bis zur KI in der Rekrutierung: Die Zukunft Personal Süd in Stuttgart ist am 5. und 6. März – Nicht verpassen #ZPSüd2024 #ZukunftPersonalNachgefragt

Die Zukunft Personal Süd naht. Sie findet am 5. und 6. März in Stuttgart statt. Die Fachmesse ist eine der bedeutendsten HR-Veranstaltungen in der Region und verspricht ein vielfältiges Programm, das sich auf Schlüsselthemen wie Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz (KI), Mental Health, Altersdiversität, Remote-Arbeit und die Entwicklung der professionellen Personenmarke mit KI konzentriert.

Mein Highlight der Konferenz ist die Teilnahme von Felix Magath – mein großes Vorbild als Trainer. Die Jungs von RW Lessenich wissen, wovon ich spreche. Aber das nur am Rande. Die ZP Süd zielt darauf ab, ein Forum für Wissensaustausch, Networking und die Präsentation von innovativen HR-Lösungen zu bieten.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und ESG-Reporting im Personalmanagement steht beim Eröffnungspanel auf der Keynote Stage im Fokus. Experten diskutieren, wie HR eine zentrale Rolle in der Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien und im Reporting spielt, um den wachsenden Anforderungen von Stakeholdern gerecht zu werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Rolle des HR-Managements bei der Bewältigung des demografischen Wandels und der Rekrutierung in Zeiten des Fachkräftemangels.

KI in der Rekrutierung und im Personalmanagement ist ein weiteres zentrales Thema. Ein neues Format, die „Thesentheke“, bietet Teilnehmern die Möglichkeit, aktiv an Diskussionen teilzunehmen und eigene Ideen und Lösungsansätze zu aktuellen HR-Herausforderungen beizutragen. Dieses interaktive Format unterstreicht den Anspruch der Messe, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch einen offenen Dialog zwischen Experten und Teilnehmern zu fördern.

Die ZP Süd wird auch neue Wege in der Personalentwicklung und -führung aufzeigen, die angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Arbeitswelt immer wichtiger werden. Von der Bewältigung des Fachkräftemangels über die Integration von Remote-Arbeit bis hin zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz – die Fachmesse deckt ein breites Spektrum an Themen ab, die für die Zukunft der Arbeit von entscheidender Bedeutung sind.

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#Wirtschaftsweisen „Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Teams, das sich auf eine Mission begibt. Eine Mission, die nicht von Geschlecht, Alter oder Ideologie bestimmt ist, sondern von Fakten, Evidenz und der dringenden Notwendigkeit, Lösungen zu finden“: Eine Utopie, die sich im Sachverständigenrat in Luft auflöst

„Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Teams, das sich auf eine Mission begibt. Eine Mission, die nicht von Geschlecht, Alter oder Ideologie bestimmt ist, sondern von Fakten, Evidenz und der dringenden Notwendigkeit, Lösungen zu finden. Das ist die Realität, in der wir uns befinden.“ So oder ähnlich ist auf die neue Arbeitsweise des Sachverständigenrates im Jahr 2022 geantwortet worden. Da sagte die Vorsitzende des Gremiums, Professorin Monika Schnitzer:

„Unsere Diskussionen über Minderheitsvoten? Sie existieren nicht. Warum? Weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Ob wir Frauen oder Männer sind, spielt keine Rolle. Was zählt, ist unsere gemeinsame Überzeugung, dass wir uns auf die Fakten konzentrieren und evidenzbasiert arbeiten müssen. Unsere Generation ist darauf ausgerichtet, die Realität zu betrachten, nicht durch die Linse der Ideologie, sondern durch die Linse der empirischen Forschung und Verhaltensforschung. Diese Herangehensweise wird in Zukunft noch wichtiger werden.“

Die Rolle digitaler Geschäftsmodelle in der nachhaltigen Transformation #GreenMonday

Wie können Unternehmen in der heutigen Zeit wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Green-Monday-Paneldiskussion in Düsseldorf mit Lars Baumgürtel von ZINQ und Tom Oelsner, CDO bei GEA. Dabei geht es um die Rolle digitaler Geschäftsmodelle in der Twin Innovation und die praktische Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle.

Nachhaltigkeit als Grundlage für Innovation:
Lars Baumgürtel, Geschäftsführer von ZINQ, betont, dass Nachhaltigkeit nicht nur für junge Unternehmen, sondern auch für etablierte Traditionsunternehmen von großer Bedeutung ist. Gerade im Umgang mit Metallen ist Nachhaltigkeit bereits in den Werkstoffen angelegt. Digitale Lösungen bieten dabei den Hebel, um Innovation und Nachhaltigkeit gemeinsam mit den Mitarbeitern in den Markt und die Produktion zu bringen.

Die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle:
Tom Oelsner, CDO bei GEA, unterstreicht die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle für die Twin Innovation. Als Hersteller von Maschinen und Anlagen im Nahrungsmittelbereich ist es für GEA wichtig, den Kunden einen Mehrwert zu bieten. Dabei spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle, um komplexe Prozesse zu vereinfachen und Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeit zu fördern.

Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Innovation:
Baumgürtel erklärt, dass Nachhaltigkeit regulatorisch vorgegeben ist und eine große Chance für die deutsche Industrie darstellt. Durch Innovation und die Neuausrichtung von Geschäftsmodellen können Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit Fortschritte erzielen. Digitale Lösungen spielen dabei eine wichtige Rolle, um Informationen über Produkte und deren Eigenschaften an Kunden weiterzugeben. Ein digitaler Produktpass ermöglicht es, Informationen wie den CO2-Fußabdruck, die Reparierbarkeit und das Recycling eines Produkts zu vermitteln.

Die Rolle der Digitalisierung in der Produktentwicklung:
Oelsner sagt, dass die Digitalisierung auch in der Produktentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Es geht darum, Produkte zu entwickeln, die von Anfang an für das Internetzeitalter konzipiert sind. Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen ermöglicht es, den gesamten Lebenszyklus einer Maschine zu begleiten und Mehrwerte für den Kunden zu schaffen. Durch die Nutzung von Daten und Services können Energieeffizienz und Nachhaltigkeit verbessert werden.

Nachhaltigkeit sei zudem mehr als nur Energieeffizienz und Recycling. Kreislaufwirtschaft bedeutet, ökonomisches Wachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Als Maschinen- und Anlagenbauer ist es wichtig, Produkte zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus begleiten können. Das Einschmelzen von Metall ist dabei nicht die beste Lösung. Stattdessen sollten Produkte so konzipiert werden, dass sie über Upgrades und Services den Kunden einen echten Mehrwert bieten.

In der Paneldiskussion wurde darauf verwiesen, dass Einkaufsprodukte für über 70 Prozent des CO2-Fußabdrucks verantwortlich sind, der hauptsächlich durch Energie und die gesamte CO2-Emissionen in der Lieferkette entsteht. Um diese Informationen zu erhalten, müssen sie von den Lieferanten in Form eines QR-Codes bereitgestellt werden. Dies ist besonders wichtig für große Unternehmen, die im Metallbereich tätig sind. Wenn Lieferanten nicht in der Lage sind, den QR-Code mit dem entsprechenden aggregierten CO2-Fußabdruck über die gesamte Lieferkette zu liefern, werden sie ausgelistet.

Der digitale Zwilling ist für die weitere Verarbeitung unerlässlich. Kunden erwarten, dass der ökologische Fußabdruck des Produkts bis ins kleinste Detail validiert und glaubwürdig kommuniziert wird. Dies ist eine Chance, die viele Unternehmen im Rahmen des Green Deals ergreifen sollten, um Nachhaltigkeit und Innovation in den Lieferketten zu fördern. Auch Rohstoffverarbeiter müssen sich weiterentwickeln und digitale Lösungen nutzen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das Ziel ist es, das zirkulärste und nachhaltigste Produkt auf den Markt zu bringen. Die Digitalisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Fazit:
Die Diskussion mit Lars Baumgürtel und Tom Oelsner verdeutlicht die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle für die nachhaltige Transformation von Unternehmen. Durch Innovation, Digitalisierung und die Verbindung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft können Unternehmen wettbewerbsfähig und zukunftsfähig bleiben.

Neue Studie erkundet den Weg zur digital-nachhaltigen Transformation #GreenMonday

In einer älteren Befragung von Mind Business zum digitalen Reifegrad des Mittelstandes gaben 80 Prozent der Teilnehmenden zu Protokoll, dass sie noch nicht in der Lage sind, ihren CO2-Fußabdruck zu messen, aber daran arbeiten. „Dies hat uns dazu veranlasst, in der aktuellen Studie die Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit genauer zu untersuchen“, so der Analyst Bernhard Steimel beim zweiten Düsseldorfer Community-Treffen „Green Monday“.

„Wir haben mit führenden Familienunternehmen und Hidden Champions gesprochen, die Weltmarktführer in ihrem Bereich sind. Es war interessant zu erfahren, wie diese Unternehmen die wirtschaftliche Dynamik erleben und wie resilient sie sind. Um den Reifegrad der Digitalisierung zu bewerten, haben wir ein Bewertungssystem entwickelt. In dieser Studie haben wir zum ersten Mal versucht, dieses Framework auch auf das Thema Nachhaltigkeit anzuwenden. Unser Ziel war es herauszufinden, wie stark transformative Kompetenzen in den Unternehmen vorhanden sind“, sagt Steimel. .

„Wir haben uns auf die Top 1000 Familienunternehmen und Weltmarktführer konzentriert, da sie den Fortschritt Deutschlands maßgeblich beeinflussen. Wir haben mit Geschäftsführern, CDOs und Nachhaltigkeitsverantwortlichen gesprochen. Es war überraschend festzustellen, dass die meisten Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit auf Wachstumskurs sind. Zwei Drittel der Unternehmen wachsen schneller als ihr Markt. Dies liegt daran, dass sie die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor nutzen“, folgert Steimel.

Erfolgsfaktoren: Die Unternehmen verfolgen eine Unternehmensstrategie, die sowohl digital als auch nachhaltig ist. Sie setzen auf agile Führungsmethoden und nutzen Daten, um evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen. Sie investieren in digitale Geschäftsmodelle, um effizienter und effektiver zu werden. Die Unternehmen betrachten Nachhaltigkeit nicht nur als Kostenfaktor, sondern als zusätzlichen Nutzen und Wettbewerbsvorteil. Sie nutzen die Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit ergeben, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen und ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern.

Die Unternehmen arbeiten an Prozesseffizienz, smarter Service und zirkulären Geschäftsmodellen. Sie denken in Ökosystemen und vernetzen sich mit anderen Unternehmen. Sie haben erkannt, dass sie gemeinsam stärker sind und dass digitale Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden sind.

Die Unternehmen haben gelernt, dass der offene Austausch mit Kunden und die Nutzung von Start-up-Tools ihnen dabei geholfen haben, erfolgreich zu sein. Sie haben erkannt, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammengehören und dass Investitionen in diese Bereiche langfristig rentabel sind. Sie haben auch gelernt, dass sie den Fokus auf Prozesseffizienz legen sollten und dass sie evidenzbasierte Entscheidungen treffen müssen.

„Insgesamt zeigt die Studie, dass die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Unternehmen zukunftsfähig ist. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie durch diese Transformation resilienter und wettbewerbsfähiger werden. Sie sehen die Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit ergeben, und nutzen sie, um ihr Wachstum voranzutreiben“, resümiert Steimel.

Die komplette Studie wird im Mai veröffentlicht und enthält weitere interessante Erkenntnisse.

Siehe auch:

Bericht in der FAZ: Digitale Vorreiter sind oft auch besonders nachhaltig

Ungewöhnliche Perspektiven auf die Kreislaufwirtschaft – Rückmeldung zu den Breakout Session auf dem zweiten #GreenMonday

Wir sind live dabei, mitten im Herzen von Düsseldorf, der Stadt des Altbiers, beim zweiten Green Monday. An meiner Seite ist Marc Gründler vom Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler. Er hat gerade eine Breakout Session besucht.

„Es war eine Präsentation von Gea Anlagenbau“, erklärt Gründler. „Sie haben ihre nachhaltigen Ansätze im Maschinenbau vorgestellt. Besonders interessant war es zu sehen, wie sie mit den Auswirkungen ihrer Maschinen umgehen, die nach der Produktion auftreten, dem sogenannten Scope 3.“

Scope 1 und 2 sind relativ klein, aber Scope 3, das ist der große Teil. Und genau darauf Einfluss zu nehmen, das war faszinierend zu sehen.

„Es geht nicht nur um Recycling“, betont Gründler. „Es geht um viel mehr. Es geht um die Energie, die verwendet wird, und um den Abfall, der entsteht. Und es geht darum, weiter zu denken, nicht nur in Bezug auf CO2, sondern auch in anderen Bereichen.“

Die Medien konzentrieren sich oft nur auf Plastik und Recycling. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Es geht um Transformation, um die Veränderung von Geschäftsmodellen. Es geht darum, nicht nur auf die eigene Wertschöpfungskette zu schauen, sondern auch darauf, was vor und nach einem passiert.

„Das ist das Spannende“, sagt Gründler. „Wenn man Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammen denkt, dann kann man alte Maschinen nachrüsten, sie effizienter und energieeffizienter machen. Und man kann Abfall reduzieren.“

Ein Beispiel dafür ist die Milchpulverproduktion. Mit Hilfe von Cloudlösungen und Sensoren konnte eine deutliche Energieeinsparung erzielt werden.

„Das war ein guter Business Case“, sagt Gründler. „Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt. Bei der Klärschlammbehandlung gibt es nicht mehr genug Menschen, die die Maschinen bedienen können. Mit Hilfe von KI können wir diese Maschinen intelligent steuern.“

Für Gründler ist es wichtig, sich genauer mit dem Thema Scope 3 zu beschäftigen. „Wir müssen uns frühzeitig damit beschäftigen, wie wir die Themen, die nachgelagert oder vorgelagert sind, messen und adressieren können.“

Zum Abschluss fasst Gründler seine Eindrücke von der Tagung zusammen: „Es war ein sehr spannender Austausch mit neuen Horizonten. Es ist immer bereichernd, neue Perspektiven zu bekommen. Es war ein toller Abend.“

Ihr könnt Marc Gründler auf LinkedIn finden. Und er plant, beim nächsten Green Monday wieder dabei zu sein.