
In einer älteren Befragung von Mind Business zum digitalen Reifegrad des Mittelstandes gaben 80 Prozent der Teilnehmenden zu Protokoll, dass sie noch nicht in der Lage sind, ihren CO2-Fußabdruck zu messen, aber daran arbeiten. „Dies hat uns dazu veranlasst, in der aktuellen Studie die Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit genauer zu untersuchen“, so der Analyst Bernhard Steimel beim zweiten Düsseldorfer Community-Treffen „Green Monday“.
„Wir haben mit führenden Familienunternehmen und Hidden Champions gesprochen, die Weltmarktführer in ihrem Bereich sind. Es war interessant zu erfahren, wie diese Unternehmen die wirtschaftliche Dynamik erleben und wie resilient sie sind. Um den Reifegrad der Digitalisierung zu bewerten, haben wir ein Bewertungssystem entwickelt. In dieser Studie haben wir zum ersten Mal versucht, dieses Framework auch auf das Thema Nachhaltigkeit anzuwenden. Unser Ziel war es herauszufinden, wie stark transformative Kompetenzen in den Unternehmen vorhanden sind“, sagt Steimel. .
„Wir haben uns auf die Top 1000 Familienunternehmen und Weltmarktführer konzentriert, da sie den Fortschritt Deutschlands maßgeblich beeinflussen. Wir haben mit Geschäftsführern, CDOs und Nachhaltigkeitsverantwortlichen gesprochen. Es war überraschend festzustellen, dass die meisten Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit auf Wachstumskurs sind. Zwei Drittel der Unternehmen wachsen schneller als ihr Markt. Dies liegt daran, dass sie die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor nutzen“, folgert Steimel.
Erfolgsfaktoren: Die Unternehmen verfolgen eine Unternehmensstrategie, die sowohl digital als auch nachhaltig ist. Sie setzen auf agile Führungsmethoden und nutzen Daten, um evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen. Sie investieren in digitale Geschäftsmodelle, um effizienter und effektiver zu werden. Die Unternehmen betrachten Nachhaltigkeit nicht nur als Kostenfaktor, sondern als zusätzlichen Nutzen und Wettbewerbsvorteil. Sie nutzen die Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit ergeben, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen und ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern.
Die Unternehmen arbeiten an Prozesseffizienz, smarter Service und zirkulären Geschäftsmodellen. Sie denken in Ökosystemen und vernetzen sich mit anderen Unternehmen. Sie haben erkannt, dass sie gemeinsam stärker sind und dass digitale Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden sind.
Die Unternehmen haben gelernt, dass der offene Austausch mit Kunden und die Nutzung von Start-up-Tools ihnen dabei geholfen haben, erfolgreich zu sein. Sie haben erkannt, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammengehören und dass Investitionen in diese Bereiche langfristig rentabel sind. Sie haben auch gelernt, dass sie den Fokus auf Prozesseffizienz legen sollten und dass sie evidenzbasierte Entscheidungen treffen müssen.
„Insgesamt zeigt die Studie, dass die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Unternehmen zukunftsfähig ist. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie durch diese Transformation resilienter und wettbewerbsfähiger werden. Sie sehen die Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit ergeben, und nutzen sie, um ihr Wachstum voranzutreiben“, resümiert Steimel.
Die komplette Studie wird im Mai veröffentlicht und enthält weitere interessante Erkenntnisse.
Siehe auch:
Bericht in der FAZ: Digitale Vorreiter sind oft auch besonders nachhaltig