Spitzenpositionen per Losverfahren besetzen

In seinem Buch „Luck: A Key Idea for Business and Society“ fordert der Verhaltensforscher Chengwei Liu ein Ende des Kults um Vorstandschefs und hochrangige Persönlichkeiten – dazu würde ich auch Parteivorsitzende, Regierungschefs, Minister und Ministerinnen zählen. Seine These: Der Faktor Glück spielt besonders in Top-Positionen eine entscheidende Rolle. „Wir haben eine romantische Vorstellung von Anführern und denken, dass das Wohl der gesamten Gruppe, des gesamten Unternehmens oder gar der Nation von ihnen abhängt. Das tut es nicht. Forschungen zeigen, dass die Ernennung von CEOs den Erfolg von Unternehmen viel weniger beeinflusst, als die Finanzmärkte anfangs glauben. Topmanager können einfach nicht so viel ausrichten, wie wir es gern hätten.“

Auch Chefs sollten daher per Zufallsverfahren ausgewählt werden, schlägt Liu vor. Anführer im antiken Griechenland wurden per Losentscheid rekrutiert. Vieles weise darauf hin, dass dies auch für Unternehmen sinnvoll wäre. Zufallsmechanismen würden zu besseren Ergebnissen führen. Ein derartiges Vorgehen werde als fairer wahrgenommen, es kann Korruption verhindern und zu mehr Stabilität führen.

Unternehmen sollten zudem bedenken: Wer hochrangige Führungskräfte über die pseudo-rationale Bewertung von Leistung bestimmt, schafft Interessenkonflikte: „Es kommt zu politischen Spielen. Die Bewerber arbeiten gegeneinander, um hervorzustechen, und schaden so dem Unternehmen. Ein Losentscheid macht dies überflüssig. Weil die Manager auf der höchsten Ebene ohnehin alle gleich gut qualifiziert sind, kann dies tatsächlich die beste Wahl sein“, resümiert Liu, Professor für Strategie- und Verhaltensforschung an der Berliner Business School ESMT. 

Und was machen Führungskräfte in Politik und Wirtschaft? Sie perfektionieren Methoden der Täuschung, sie bauen glitzernde Fassaden auf, suchen Sündenböcke, wenn mal etwas schief geht, hauen andere in die Pfanne und erfinden für dieses Ego-Management nette Fantasie-Namen wie Agiles Management, Shareholder Value oder Scorecard-Leadership-Schnick-Schnack-Schnuck. Sie landen in der Falle der Maßlosigkeit und der Selbstüberschätzung. So wollten die Google-Gründer nach einem Jahr ihr Unternehmen für eine Million Dollar verkaufen, aber dem potenziellen Käufer war der Preis zu hoch und der Deal platzte. Weil jede folgende Entscheidung des Suchmaschinen-Giganten mehr oder weniger positiv ausging, deutet die Geschichte auf ein beinahe makelloses Vorauswissen hin – „aber Pech hätte jeden einzelnen der erfolgreichen Schritte zunichtemachen können“, bemerkt Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman.

Die Aura der Unbesiegbarkeit und des Heldentums im Management ist in Wahrheit ein Werk der Göttin Fortuna. In der Rückschau neigen wir zu Scheinkorrelationen, die sich bei eingehender Betrachtung als Hirngespinst herausstellen. Die meisten Vorstandschefs beeinflussen den Erfolg ihres Unternehmens nur minimal. Das interessiert aber die Konstrukteure von Geschichten über Sieger oder Verlierer nur minimal. Das gilt vor allem für den Wirtschaftsjournalismus und für die PR-Einflüsterer.

Man kann sich nur schwer vorstellen, dass sich Menschen in Flughafenbuchhandlungen anstellen würden, um ein Buch zu kaufen, das euphorisch die Methoden von Topmanagern beschreibt, deren Leistungen im Schnitt nur geringfügig über der Zufallsrate liegen. Die Öffentlichkeit lechzt nach eindeutigen Botschaften über die bestimmenden Faktoren von Erfolg und Misserfolg im Wirtschaftsleben, und sie brauchen Geschichten, die ihnen Sinnzusammenhänge vermitteln, auch wenn sie noch so trügerisch oder verlogen sind. Krampfhaft versuchen die „Siegertypen“ des politischen und wirtschaftlichen Systems, ihre Handlungen und Intentionen umzuschreiben. Da werden Ursachen den Wirkungen zugeordnet, obwohl es diesen Zusammenhang gar nicht gibt. Höchste Zeit, dieses Regime der Selbstüberschätzung zu sabotieren und zu ignorieren. So finden wir zum Glück zurück 🙂

Nachlese zur langen Nacht des Mittelstandes #lndm #DigitalX @MenzelFrauke

Schaut mal auf der Website von DigitalX vorbei.

Die 500.000er Marke auf Facebook muss doch zu knacken sein:

Studienreise nach Israel

Studienreisen der bpb nach Israel mit Thomas Krüger (Präsident der bpb), Martin Schiller (bpb-Referent im Fachbereich Veranstaltungen) und Anita Haviv (Publizistin und Programmberaterin) im Gespräch. In der Corona-Pandemie stehen leider auch die Israel-Studienreisen still. Das hält die bpb aber nicht davon ab, neue Formate zu entwickeln, um vielfältige Themen, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und Lernorte digital erlebbar zu machen.

Aus politischen Gründen bin ich übrigens immer noch am Überlegen, nach Israel auszureisen. Miliana hat das unterstützt und wäre mitgekommen. Ohne meine große Liebe macht das wohl keinen Sinn mehr.

Der Erwerb der israelischen Staatsangehörigkeit ist ausschließlich mit der Einwanderung und dem ständigen Wohnsitz in Israel verbunden.

Um einen Antrag auf Einwanderung nach Israel über das Rückkehrgesetz bearbeiten zu können, benötigen wir vorab einen amtlichen Nachweis über die jüdische Abstammung bzw. jüdische Glaubenszugehörigkeit des Antragstellers. Als solche werden folgende Dokumente anerkannt:

·         eigene Geburtsurkunde

·         Geburtsurkunde des jüdischen Elternteils/Großelternteils

·         Heiratsurkunde der Eltern/Großeltern

Alle Unterlagen hatte ich eingereicht. Es wäre dann noch ein Interview in der Jewish Agency for Israel gefolgt.

Lange Nacht des Mittelstandes gut vorbereitet und es wird großartig: Man hört, sieht und streamt sich am Dienstag ab 18 Uhr #lndm #DigitalX

Der Vorbereitungsmarathon hat sich gelohnt, es wird wirklich großartig am Dienstagabend. Ab 18 Uhr mal nichts anderes einplanen und mitmachen bei der langen Nacht des Mittelstandes:

18:00 Opening des Abends | Gunnar Sohn & Martina Dieckmann

18:05 Trainieren hinter verschlossenen Türen | Niko Romm (Valeo Studio) & Sissy Metzschke

18:20 „Ich kannibalisiere mein Geschäft bevor es andere tun“ | Philipp Depiereux (Changerider) im Gespräch mit Gisbert Rühl (Klöckner AG)

18:35 KI: Warum der Mittelstand jetzt auf KI setzen muss & Forderung eines europäischen Weges | Dorothee Bär (Staatsministerin für die Digitalisierung) Prof. Dr. Ada Pellert (Digitalrat der Bundesregierung)

18:50 Neustart der Wirtschaft: Es fehlt der Lichtblick | Florian Karle (Geschäftsführer Südvers) & Gunnar Sohn (Redaktion DX)

19:00 Das erste 5* HomeOffice – Eine Branche bereitet sich auf den #Neustart vor | Ingrid Hartges (Hauptgeschäftsführerin DEHOGA Bundesverband) & Grit Pauling (GM 25 Hours Hotel Köln) im Gespräch

19:15 Logistik im digitalen Wandel: LIVE „Auf Achse“ | Martin Nether (VV Hans Wormser AG) & Prof. Dr. Dirk Engelhardt (Vorstandssprecher BGL)

19:30 Wir müssen chinesischer werden… | Prof. Hermann Simon

19:40 Das Knie aus dem 3D-Drucker: So wird Orthopädie digital | Talk vor Ort mit Martin Jaeger (CEO Jaeger Orthopädietechnik) & Christoph Krause (DX Reporter)

19:55 CultureTotal: Kreativ durch die Krise | Talk mitMajid Montazer (GF CultureTotal) & Gunnar Sohn & Einspieler von Giora Feidman

20:10Kollege Roboter – wird der Mittelstand komplett automatisiert? | Robert Weber im Live-Gespräch mit Olaf Gehrels (Coboworx)

20:25 Gründerkultur mit Handbremse | Wolf Lotter (Autor & Journalist brandeins) & Gunnar Sohn (Redaktion DX)

20:35 KMUs müssen innovativer werden! | Matthias Nawrocki (Technologiemanager von Gira), Katharina Hölzle (Expertenkommission für Forschung & Innovation) und Klaus Burmeister

20:50Genuss digital? Neue Absatzwege für Winzer | Sarah Hulten (Inhaberin Sarah Hulten Weine) im Gespräch mit Christoph Krause (DX Reporter)

Die Liveübertragung läuft im Multistream über Facebook, LinkedIn, Twitter und YouTube.

Auf YouTube haben wir das Event schon angelegt:

Ihr könnt über die Chat- und Kommentarfunktionen mitdiskutieren. Wir werden Eure Fragen und Diskussionsbeiträge aufgreifen.