Meine #rp13 Planung #rpStory13

Klein-Gunni sondiert

Damit man nicht vollends die Orientierung verliert, bei den vielen interessanten Sessions, die die republica in diesem Jahr wieder bietet, habe ich mir mal die Mühe gemacht, eine personalisierte rp13 vorzuplanen.

Eröffnung der rp12

Beginnt natürlich mit der Eröffnung am 6. Mai mit Andreas Gebhard, Markus Beckedahl, Tanja Haeusler, Johnny Haeusler von 10:15 bis 11:00 Uhr, Stage 1.

Hurtig zur Stage 3 sprinten, denn von 11:00 bis 12:00 berichtet Lorenz Matzat über die maschinenlesbare Regierung.

Von 12:15 bis 13:15 kann man sich wohl wieder über einen launigen Vortrag von Gunter Dueck freuen, der in Stage 1 zum metakulturellen Diskurs aufrufen möchte.

Kleine Mittagspause und dann geht es weiter in Stage 2 von 14:00 bis 14:45 weiter mit Kathrin Passig zum Thema „Mass Customization: Da geht noch mehr“.

Dann schnell wieder rüber sprinten in Stage 1, um meinem Kumpel Wolf Lotter zu lauschen, der über „Informationen rein, Wissen raus. Wie wird das Netz zur Lernmaschine?“ redet. Von 14:30 bis 14:45 Uhr. 15 Minuten so am Nachmittag sind sicherlich zu verkraften.

Kleine Kaffeepause, um von 16:00 bis 17:00 in Stage 2 etwas über Youtube-Stars zu erfahren.

17:15 bis 17:30 noch einmal Wolf Lotter und seine herrlichen Thesen zum Ende des alten Kapitalismus und das in Stage 2 – kann also sitzen bleiben.

Praktisch. Wieder geht es in Stage 2 weiter mit Mercedes Bunz und Diedrich Diederichsen, die sich mit den deutschen Diskussionen über das Internet auseinandersetzen, die vor allem von einem geprägt ist: ganz viel Angst. Von 17:30 bis 18:15 Uhr.

Hof-Geflüster

So, nun wohl ein Bierchen schlürfen – richtig tanken, um von 19:45 bis 20:45 Uhr den Überraschungsvortrag II von Sascha Lobo zu hören. Natürlich Stage 1. Ehre, wem Ehre gebührt.

Mal schauen, ob ich das durchziehe.

Am 7. Mai besuche ich wohl in Stage 4 von 10:00 bis 11:00 Uhr die Session über: „Das kleine Digitale und das große Ganze. Internetaktivismus, Netzbewegung und Politik“.

In Stage 7 dann von 11:15 bis 12:15 Uhr „Goldene Zeiten für Entrepreneurial Science Journalism?“.

Kurze Pause, dann weiter mit „Digital Labor: New Opportunities, Old Inequalities“, hier geht es in Stage 2 mit Trebor Scholz von 12:30 bis 13:30 Uhr.

Von 13:45 bis 14:45 in Stage 1: „Das vernetzte Auto – wie verändert sich unsere Mobilität? Ein Gespräch mit Dieter Zetsche.“

Merkel-Hangout-Mashup

Von 15:00 bis 18:00 Uhr mache ich mit Hannes Schleeh einige Kurzinterviews, die wir live via Hangout ins Netz streamen wollen. So fünf bis zehn Minuten. Wahrscheinlich im ersten Stock des Tagungsgebäudes – da gab es zumindest im vergangenen Jahr LAN-Anschlüsse. Mit dem W-LAN der republica wird das auf keinen Fall funktionieren. Wer also von uns interviewt werden möchte, sollte sich einfach in den ersten Stock begeben und auf ein Plakat mit Bloggercamp.tv achten.

Bin gespannt, ob ich danach noch irgendetwas besuche oder direkt zum Gerstensaft übergehe.

Am 8. Mai erst einmal meiner Mutti zum 84. Geburtstag gratulieren, wohne ja bei ihr im Seniorenstift. Dann in Stage 6 den Soziologen mit dem Künstlernamen Klaus Kusanowsky von 10:30 bis 11:00 Uhr erleben. Unser Hangout-Interview litt vor ein paar Wochen an Leitungsproblemen. Klaus hat wohl nicht genügend Bandbreite 🙂

Von 12:30 bis 13:00 interessiert mich in Stage 7 die Session über „Die Vermessung der Social Media-Welt: Multiplikatoren im Netz, ihre Themen und Resonanz im Bundestagswahlkampf.“

Thomas Wiegold und Sascha Stoltenow werden in Stage 2 von 13:45 – 14:45 Uhr mit Sicherheit eine provokative Stinkbombe zünden mit „Die Digital Natives ziehen in den Krieg“. Vielleicht besuche ich aber doch eher die Präsentation von Christoph Deeg, der seine Erfahrungen zur Gaming-Kultur in Asien vortragen wird in Stage 6.

Von 15:00 bis 16:00 Uhr muss man in Stage 1 natürlich Cory Doctorow erleben mit „It’s not a fax machine connect to a waffle iron“.

Und dann mache ich mich auf den Weg zur Geburtstagsfeier meiner Mutti. Am 9. Mai geht es wieder nach Hause.

Eine richtige gute Fotostory zur rp13 ist das natürlich noch nicht. Da folgt dann nächste Woche was.

Gewähren Sie ein Sonderkündigungsrecht für Bestandskunden, Herr van Damme! #Drosselkom

Kundenprotest gegen die Telekom

Als Bestandskunde, für den noch die alten Geschäftsbedingungen der Telekom gelten, habe ich kein Sonderkündigungsrecht, um dem Magenta-Konzern den Rücken zuzuwenden. Das ist mir bewusst und das gilt wohl auch für die Mehrheit der Telekom-Kunden, die die Petition von Malte Goetz unterzeichnet haben. Bei der Übergabe der Protestnote in der Lobby der früheren T-Mobile-Zentrale in Bonn-Beuel an den Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme lag man noch bei über 130.000 Unterzeichnern – mittlerweile sind es knapp 165.000 (Stand: 3. Mai, 11:20 Uhr).

Kaum einer der Unterzeichner steht wohl schon unter dem Regime der Drosseltarife, die ab 2016 ihre Wirkung entfalten werden. So blöd bin ich auch nicht. Aber schon jetzt gibt es eine breite Bewegung, die die neue Strategie der Telekom massiv bekämpft. Der Konzern hat den Limes überschritten und versucht dennoch, durch rhetorische Leerformeln sich über Wasser zu halten. Wäre Malte Goetz nicht an der Telekom interessiert, so van Damme gegenüber den Medienvertretern, wäre er vielleicht direkt zum Wettbewerber gegangen:

„Darüber sind wir froh. Wir wollen die Kunden, denen das Internet so wichtig ist, auch richtig bedienen. Führt das dazu, dass wir jetzt die Maßnahmen zurücknehmen? Nein. Wir haben nur gesagt, dass wir die nächsten drei Jahre nutzen werden, um über Lösungen zu sprechen, die für alle auch wirklich akzeptabel sind. Ich bin mir sicher, wir werden diese Lösungen finden.“

Daraufhin fragte ich, ob denn Malte Goetz überhaupt direkt zur Konkurrenz wechseln könnte? Geben Sie den 24-Monatsvertrag jetzt frei? Eine Kündigungswelle ist nach Ihren Worten noch nicht eingetreten. Ich kann ja gar nicht kündigen.

„So lange wir bringen, was wir mit diesen Verträgen versprochen haben, behalten wir die Kunden gerne bei uns. In dem Moment, wo wir unsere Versprechen (im Video klingt das eher wie Verbrechen, gs) nicht mehr halten, können Kunden gehen. Es gibt aber doch kein Grund, um zu wechseln. Die geänderten Geschäftsbedingungen gelten ja nur für Neukunden und nicht für jene Kunden, die in den letzten Jahren einen Vertrag abgeschlossen haben“, sagt van Damme.

Dann folgt der wohl nach Sprachregelung festgelegte Hinweis auf die drei Prozent Vielnutzer, die man stärker zur Kasse bitten will, damit nicht der Otto-Normalverbraucher und die „kleine Maria Müller“ für die Leute bezahlen müssen, die den ganzen Tag HD-Filme herunterladen und Musik hören.

Nach dem Pressetermin redete dann noch eine kleine Entourage des Deutschlandchefs auf mich ein, dass ich eben kein Recht und keinen Grund habe, die Telekom zu verlassen. Ich sei von der Regelung als Bestandskunde nicht von der Drosselung betroffen. Auf meinen Hinweis, dass die Telekom mit dem Angriff auf die Netzneutralität über die Bevorzugung von eigenen Diensten und von Partnerdiensten ein geteiltes Internet schaffe und ich diese Linie nicht mehr mitfinanzieren wolle, folgte die arrogante Zurechtweisung eines aalglatten Telekom-Managers, ich könne ja auch einen laufenden Leasing-Vertrag nicht ohne Einhaltung der Fristen kündigen.

Zudem hätte jeder die Möglichkeit, Partner der Telekom zu werden, um vom bevorzugten Transport der Datenpakete zu profitieren. Dieses Managerlein grinste die ganze Zeit auf mich herab, wenn es denn die Körpergröße zulassen würde. Wohl ein Jurist wie aus dem Bilderbuch mit braunem Tweed-Sakko, brauner Hornbrille (Marke „Ich möchte aussehen wie ein Intellektueller“), Timberland-Boatshoe und Halstuch. Auf meine Anmerkung, dass die von den Telekomikern so häufig erwähnten drei Prozent Vielnutzer etwas nebulös dargestellt werden, zog man sich dann auf Geschäftsgeheimnisse zurück. Auch die Umsätze, die man sich von dieser Klientel verspricht, wurden von dem Hornbrillen-Manager nicht benannt. Man wolle der Konkurrenz nicht in die Karten spielen – ah ja.

Im Faktencheck von Chip Online wird genau dieser Sachverhalt in Frage gestellt. Die Aussage, dass nur drei Prozent der Telekom-Kunden von der Drosselung betroffen seien, ist überhaupt nicht überprüfbar,

„da nicht gesagt wird, welcher Wert als Basis für die Prozentrechnung herangezogen wird. Handelt es sich bei den 100 Prozent nur um Kunden mit T-DSL-Vertrag, oder werden auch alle Telekom-Kunden mit reingerechnet, die nur über einen Festnetzanschluss, nicht aber über einen DSL-Anschluss verfügen? Und was ist mit Mobilfunk-Nutzern? Das sind genaugenommen ja auch Telekom-Kunden. Aber auch abseits dieser unklaren Berechnungsgrundlage kommen starke Zweifel an dieser Milchmädchenrechnung auf. So spricht die Telekom einerseits von nur drei Prozent der Kunden, die mehr als das ab sofort in Neuverträgen verankerte Inklusivvolumen benötigen. Andererseits schreibt sie in ihrer Pressemitteilung aber auch, dass sie davon ausgeht, dass sich das benötigte Datenvolumen bis 2016 vervierfachen wird. Selbst mit der simplen Rechnung der Telekom wären demnach 2016 nicht nur drei Prozent, sondern ein vielfaches davon von der Drosselung betroffen.“

Bleibt zu hoffen, dass jetzt zumindest die politischen Instanzen eingreifen, um die Netzneutralität zu wahren.

Die Netzinfrastruktur muss endlich als öffentliches Gut begriffen werden. Sind die Netzbetreiber dazu nicht bereit, sollte man einen gesetzlichen Riegel vorschieben oder den Telcos das Netz entziehen und ein öffentlich-rechtliches Betreibermodell wählen. Was nicht heißt, dass der Staat als Netzbetreiber auftreten sollte – das wäre genauso fragwürdig.

Weitere Fotos zum gestrigen Pressetermin auf Facebook.

Hier noch ein Formular, um zumindest fristgerecht zu kündigen!

Mit dem Sonderkündigungsrecht könnte der Telekom-Deutschlandchef hautnah erleben, was verschwindet.

Siehe auch:

#Drosselkom: Sterben, um zu wechseln.

Deutsche Telekom: Bis 2018 haben alle Kunden die neue AGB und Netzneutralität wird abgeschafft.

Drossillegal.

Die neuen AGBs der Telekom sind da.

Telekom drosselt fast alle Kunden.