Wie esoterisches Halbwissen über den Wald zum Problem für den Klimaschutz wird: #Bergwaldprojekt sorgt für Klarheit @BaySF_Direkt @bergwaldprojekt

Hubert Heinl, Revierförster bei den Bayerischen Staatsforsten

Rehwild, Rotwild, Gams-, Muffel-, und Sikawild schälen und verbeißen die Naturverjüngung und ungeschützte Pflanzungen in einem so hohen Ausmaß, dass vielerorts das Aufwachsen der standortheimischen Baumarten wie Eiche, Buche, Ahorn und Tanne ohne Zäunung überhaupt nicht möglich ist. Zusätzlich führt eine hohe Schwarzwilddichte zu enorm hohen Schäden in der Landwirtschaft. Die Ursachen dafür sind vielfältig und historisch. In unserer Kulturlandschaft herrschen ideale Bedingungen für Generalisten wie das Rehwild. Die industrielle Landwirtschaft mit ihren großen Schlägen und Kulturen wie z. B. Mais führen zu starken Vermehrungen, v. a. bei Schwarzwild und Rehwild. Eine falsch verstandene Trophäenjagd mit hohen Wilddichten, dem primären Ziel der Erlegung starker Trophäenträger und die Ausrottung der Beutegreifer Luchs, Wolf und Bär haben in den letzten 200 Jahren zu einer enorm hohen Wilddichte und einer massiven Schädigung der Waldökosysteme geführt: Ein Waldsterben von unten. Dieses Problem setzt die Wälder, die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels und seiner Folgen wie Trockenheit, Sturmschäden und Insektenkalamitäten stark belastet sind, zusätzlich unter Druck. Um den Verbiss- und Schäldruck auf die Wälder zu verringern, gibt es ein Bündel von Maßnahmen.

Um ein Aufwachsen gemischter, stabiler und klimaresilienter Wälder zu ermöglichen, ist die Zäunung mit Drahtgeflechten und Hordengattern aus Holz vielerorts das Mittel der Wahl. Zusätzlich sind der Einzelschutz der Jahrestriebe mit Verbissschutzmittel, Drahthosen und als Schälschutz stärkerer Bäume gegen Rotwild die Verwendung von Wickelgeflecht aus Kunststoff oder Grüneinbund mit Nadelholzästen kostenintensive Möglichkeiten, ein schadenfreies Aufwachsen gemischter Wälder zu erreichen.

Zu hohe Wilddichten führen zur Entmischung der Wälder. Seltenere Baumarten, aber auch seltene Kräuter und Orchideen werden zuerst vom Wild genutzt und als Verlust gar nicht mehr wahrgenommen. Um diesen verhängnisvollen Trend umzukehren, ist eine nachhaltige Reduktion der Wilddichte auf ein waldverträgliches Maß durch die ökologische Jagd ein wichtiges Mittel.

Dazu Hubert Heinl, Revierförster bei den Bayerischen Staatsforsten:

Statement von Peter Naumann vom Bergwaldprojekt:

Siehe dazu auch die Meldung: Den Bergwald im Oberallgäu für zukünftige Generationen erhalten.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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