Der unterschätzte Hebel – Wie Bonago ValueNet den öffentlichen Dienst aus seiner Tarifstarre löst #PersonalmesseMünchen

München, Personalmesse, HR Round Table. Zwischen Panels über KI, Fachkräftemangel und mentale Gesundheit lenkt Dirk Hess Bonago ValueNet den Blick auf ein Thema, das selten auf den Bühnen der Digitalisierung auftaucht, aber enorme Wirkung entfalten könnte: Mitarbeiter-Benefits im öffentlichen Dienst.

Sein Vortrag und das Messe-TV-Interview über § 18a des Tarifvertrags öffentlicher Dienst – jene Vorschrift, die seit 2020 erlaubt, bis zu zwei Prozent des Leistungsentgelts steuerbegünstigt in Zusatzleistungen umzuwandeln – wirkt unscheinbar, fast technokratisch. Doch wer genauer hinhört, erkennt das Potenzial: eine leise Revolution in der Personalpolitik des Staates.

Vom Paragrafen zum Paradigmenwechsel

„Die Regelung existiert“, sagt Hess, „aber kaum jemand nutzt sie.“ Dabei ließe sich darüber ein ganzes System von frei wählbaren Benefits aufbauen – von Mobilitätszuschüssen über Bildungsbudgets bis hin zu Sachbezügen oder digitalen Geräten. Bonago ValueNet bietet die Plattform, mit der Kommunen, Behörden und öffentliche Betriebe diese Optionen rechtskonform, haushaltsneutral und individuell gestalten können.

Das Prinzip ist simpel: Der Mitarbeiter wählt, was zu seinem Leben passt. Der Arbeitgeber spart Sozialabgaben und gewinnt Zufriedenheit zurück. „Es gibt kein Benefit, das allen gefällt“, sagt Hess, „aber es gibt Systeme, die jedem gerecht werden können.“

Zwischen Empathie und Effizienz

In Zeiten wachsender Personalnot und wachsender Erwartungen an den Staat ist das mehr als eine HR-Strategie. Es ist ein Indikator für eine neue Art von öffentlicher Führungskultur – eine, die Fürsorge nicht als Zusatz versteht, sondern als strategische Kompetenz.

Doch die Realität zeigt: Viele Kommunen und Behörden zögern. Zwischen Personalräten, Rechtsabteilungen und Finanzdezernaten herrscht Unsicherheit. „Man darf, aber man traut sich nicht“, fasst Hess zusammen.

Der Appell: Macht das Thema öffentlich

Am Schluss des Interviews habe ich daher einen klaren Appell formuliert – an Uwe Proll, Herausgeber des Behördenspiegels:

Dieses Thema gehört in die öffentliche Debatte.

Die Zukunft des Staatsdienstes entscheidet sich nicht allein an der Besoldungstabelle, sondern an der Fähigkeit, Wertschätzung konkret zu machen.

Die Personalmesse München hat gezeigt, dass der Wandel längst begonnen hat – in kleinen, pragmatischen Schritten.

Vielleicht braucht es genau diese: weniger Schlagworte, mehr Handlungsspielraum.
Und Menschen wie Dirk Hess, die den Paragrafen ernst nehmen – als Instrument der Erneuerung.

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