Ein Dorf – die Welt

Schluss mit der NSA-Debatte: Wir singen jetzt alle „Pofallala“

Der NSA-Versteher
Der NSA-Versteher

Die deutsche Wirtschaft und die deutsche Öffentlichkeit müssten sich nicht vor der verdachtsunabhängigen Totalüberwachung der NSA fürchten. Denn die Bedrohung lauert nach wie vor im Osten, so Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Deshalb „gibt es auch angesichts einer derzeit aufgeregt geführten Debatte keinen Anlass, die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern in den USA und Großbritannien grundsätzlich in Frage zu stellen.“

Er begrüßte, dass die NSA eine erste Stellungnahme zu Prism an die Bundesregierung übermittelt hat. Er sei „erstaunt, in welch offener Weise die NSA bereit war, uns über die amerikanischen Prism-Programme aufzuklären“. Der US-Dienst habe dadurch zur allgemeinen Klarstellung beigetragen. Ähnliches flötete in den Sommermonaten der noch amtierende staatstrojanische Bundesinnenminister Friedrich durch die Gegend. Wer das in Frage stelle, würde antiamerikanische Reflexe an den Tag legen. Punkt. Die Pofallala-Sprachregelung der Merkel-Regierung lautete: Ende der Debatte. Oder auch nicht. Mehr dazu morgen in meiner The European-Kolumne.

Zur Lektüre empfohlen:

NSA-Überwachung: Zehn Lehren aus der Spähaffäre.

Spricht der Bock zum Gärtner: Friedrich will Verantwortliche der NSA-Affäre ausweisen.

„Der tut doch nix, der will nur spielen“….: Der Geheimdienst-Apparat der USA in Deutschland.

Digitale Unreife – ist auch Ihr CEO ein Digital-Muffel?

Von Silverstripe zu WordPress: www.ne-na.de zieht um – Beta-Stadium

Alles, was kommen soll, möchte ich in virtuellen Redaktionssitzungen öffentlich mit Euch besprechen – natürlich via Hangout on Air, also mit Livestreaming ins Netz. Jeden ersten Montag im Monat, wenn nicht gerade Feiertag oder Urlaub dazwischen kommen. Dann könnte sich das auch mal verschieben. Start ist am Montag, den 4. November, um 16 Uhr. Man braucht allerdings einen Google Plus-Account, ein vernünftiges USB-Mikro, Webcam und gutes Licht. Interesse? Dann eine Mail an mich schicken: gunnareriksohn@gmail.com. Man hört und sieht sich.

#StreamCamp13 als Experimentierlabor für neue Kommunikationsformen

Was sich durch Streaming so alles ändert
Was sich durch Streaming so alles ändert

Was beim Livestreaming von Audio und Video im Web passiert, kann man auch als Human Media Movement bezeichnen, schreibt der StreamCamp-Mitorganisator Gerhard Schröder in einem Blogbeitrag. Der Begriff stammt aus den USA und wurde von der ehemaligen TV-Journalistin Sarah Hill geprägt, die sich heute mit Themen wie digitales Storytelling auseinandersetzt. Oder mit Einsatz von Google Glass für TV-Reportagen: How Google Glass Will Change the Future of Broadcast Journalism.

Zukunftsmusik: Hangouts über Google Glass starten
Zukunftsmusik: Hangouts über Google Glass starten

Ähnliches prognostiziert auch Google-Sprecher Stefan Keuchel, wenn Google Glass mit der Möglichkeit zum Livestreaming via Hangout on Air ausgestattet wird.

Wegweisend ist auch der Beitrag von Sarah Hill über die Möglichkeiten von Hangout on Air für die journalistischen Alltag: 10 Ways Reporters Can Use Hangouts On Air to Enhance News Coverage.

Ihr Credo: „I believe human interaction via webcam is the new layer of Social Media.“

Technologisch sprechen wir aus gutem Grund von einer Streaming-Revolution. Was sich unter der Motorhaube solcher Dienste abspielt, ist alles andere als trivial und wird nicht nur die klassische TV-Landschaft durcheinander wirbeln, wie wir das in einer Bloggercamp.tv-Sendung mit Nikolai Longolius erörtert haben – Stichwort: Technische Intelligenz von Streaming-Servern.

Auch die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden ändert sich radikal. Besonders die „Kommunikation mit Abwesenden“ – also die Sprengung von örtlichen und zeitlichen Grenzen. Etwa bei der Liveübertragung direkt von Fachmessen, Konferenzen und sonstigen Events. Oder die Einbindung der Crowd via öffentlichen Redaktionssitzungen, die ich bei http://www.ne-na.de am 4. November, um 16 Uhr starten werde.

Auf nach Köln!
Auf nach Köln!

All das präsentieren wir beim StreamCamp13 in Köln am 16. und 17. November im Startplatz (Media-Park) – dort gibt es übrigens eine üppige Tiefgarage. Alles, was Barcamps auszeichnet, wollen wir bei unserem Streaming-Treffen auf die Beine stellen.
Die wichtigsten Punkte hat Sonja Kaute zusammengefasst und das gilt nicht nur für Journalisten:

„Seit sieben Jahren entwickelt sich die BarCamp-Szene in Deutschland stetig weiter. Kein Wunder:

Wer seine virtuellen Kontakte auch im echten Leben pflegen und erweitern möchte…
Wer sich mit Experten auf dem eigenen oder verwandten Gebieten austauschen möchte…
Wer offen für Neues, spontan und lernbereit ist…
Wer selbst etwas mitzuteilen hat…
Wer dabei obendrein eine Menge Spaß haben möchte…
…ist auf BarCamps bestens aufgehoben.“

Beim StreamCamp kommt noch der Workshop-Charakter eines Experimentierlabors dazu. Mobile Streaming-Studios, neue Webcams und Mikros, Software fürs Greenscreening, Präsentation neuer Formate, Tipps für die Belichtung, Live-Podcasting, How to-Tutorials, One-Shot-Video-Journalismus und, und, und. Viele Session-Ideen sind uns schon im Vorfeld mitgeteilt worden. Man kann alle Geräte ausprobieren, Formatideen diskutieren, Formate live senden und mit den Teilnehmern Erfahrungen austauschen.

Und dann kann man auch noch tolle Preise gewinnen: Für die beste Session oder Session-Idee kann man jeweils am ersten und zweiten Tag des Barcamps einen Punkt vergeben. Wer die meisten Punkte am Samstag oder Sonntag bekommt, erhält jeweils am Ende des Tages ein Nexus 7 mit 16 GB WLAN – eine Sachspende von Google. Weitere Preise sind anscheinend noch auf dem Postweg – geht wohl in Richtung LTE-Stick und Webcams (wenn die Versprechen eingehalten werden, mal schauen).

Tickets fürs StreamCamp gibt es hier.

Wer im Vorfeld des StreamCamps seine Session-Ideen vorstellen möchte, den laden wir in unsere Bloggercamp.tv-Sendung ein – auch außerhalb des normalen Sendetages, der ja bekanntlich immer am Mittwoch ist. Einfach bei mir oder Hannes Schleeh melden. Man sieht und hört sich spätestens am 16. und 17. November in Köln.

96. Zwitschermaschine

Über die Neuland-Ideologie der Merkel-Partei

http://www.ne-na.de zieht um auf WordPress. Hier sind wir noch im Beta-Stadium. Anregungen gefragt und Mitmachen!

Bürokratendeutsch: Tucholsky-Sendung von Wortspiel-Radio beim #StreamCamp13

Tucholsky

Auf Facebook spielte ich heute früh mal den semantischen Hausmeister. Eine Kleinigkeit fällt mir in vielen Texten auf: „Fragestellung“. Deshalb meine „Frage“, warum man nicht einfach nur „Frage“ schreibt?

Es folgte eine Replik, die mich nicht überzeugte:

„Für mich gibts einen fitzekleinen Unterschied, eher gefühlt. Frage ist final: ich stelle Frage, bekomme Antwort, Thema erledigt. Fragestellung impliziert für mich immer, dass es darum herum noch mehr Fragefelder gibt, die aber erstmal sekundär sind.“

In Wahrheit schlummert hier die Ung-Krankheit und andere Bläh-ungen. Alle Wörter mit „ung“ sollte man kritisch prüfen, empfiehlt der Publizist Wolf Schneider.

Zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Durchführung sollte eine Vorüberlegung einzelner Maßnahmen-Umsetzungen in Erwägung gezogen werden. Im Verbund mit der Fragestellung steht auch die Zielstellung zur Verhinderung von tiefgreifenden Aufgabenübertragungen, die zu einer Überarbeitung im Bereich und auf Ebene der Vorstandsleitung führen können. Im Wohnbereich und im Küchenbereich sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass Verhandlungen im Bereich des Versicherungswesens schnell zu einer übereilten Echtzeitpriorisierung mit Vorfälligkeitsentschädigungen führen können, ohne Berücksichtigung der Aussschüttungsbemessungsfunktion oder der Überspannungsschutzkategorie.

Ballast abwerfen: Aufgabenstellung, Fragestellung, Problemstellung, Zielsetzung – Aufgaben, Fragen, Probleme, Ziele. Noch mehr Ballast abwerfen: Einflussnahme ist Einfluss. Wohnbereich ist Wohnung, auf Ebene des Vorstandes ist im Vorstand und die Einflussnahme ist ein Einfluss. Wettergeschehen und Witterungsbedingungen? Die Antwort dürfte jetzt klar sein.

Leider dominieren Weitschweifigkeit und Allgemeinplätze. „Fast alle, die im Weinberg des Zeitgeistes arbeiten, kommunizieren so: Sozialarbeiter, Gender-Beauftragte, Think-Tanker, Bürokraten, Wohlfahrtsverwalter, die ‚sinnstiftende Klasse’ ganz allgemein“, stellt Zeit-Mitherausgeber Josef Joffe fest: „Lernprozesse“ (früher „Lernen“) sind immer „kreativ“, Profile werden stets „geschärft“, um „kreativ genutzt“ zu werden. Das seien Wörter, so Joffe, die munter von der Festplatte purzeln. Besonders beliebt sei die Redundanz durch Wiederholung und Pleonasmen – „doppelt gemoppelt“.

„Fix und fertig liegen die Phrasen in den Gehirnfächern, ein kleiner Anlass, ein Kurzschluss der Gedanken, und heraus flitzt der Funke der Dummheit“, schreibt der legendäre Satiriker Kurt Tucholsky.

Layout: Hannes Schleeh
Layout: Hannes Schleeh

Beim StreamCamp in Köln produziere ich mit dem früheren WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer die nächste Sendung von Wortspiel-Radio, um zu demonstrieren, wie man mit dem Google-Dienst Hangout on Air auch Audio-Formate live übertragen kann. Und der Sprachkritiker Tucholsky steht dabei im Zentrum der Plauderstunde im Startplatz. Es geht beim StreamCamp also nicht nur um Technik, sondern auch um Kultur 🙂

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