Mut zur Bescheidenheit: Kahneman lesen und öfter in den Zoo gehen #Boardreport #Rezensorium

Rezensionen

2015 war ein umstrittenes Jahr für die internationale Ökonomen-Debatte:

„Griechenland schrammte um Haaresbreite am Bankrott vorbei und die Wirtschaftsforscher rund um die Welt diskutierten heftig über die richtige Lösung“, so die FAZ.

In diesem Streit positionierte sich der sich der New Yorker Volkswirtschaftler Paul Krugman als heftiger Gegner der Sparauflagen für Griechenland und der deutschen Politik. Damit wurde er auch bei uns zu einem der bekanntesten Volkswirtschaftler: wie schon im Vorjahr fiel der Name Krugman am häufigsten, wenn Politiker und Ministerialbeamte gefragt wurden, auf wen sie hören. In den Medien holte er zusätzlich auf.

Kahneman verschwindet aus der öffentlichen Diskussion

2014 hatte noch der Verhaltensökonom Daniel Kahneman die Liste angeführt, der mit seiner gewaltigen Forschungsleistung punktet.

„Doch Kahnemans großes Buch ‚Schnelles Denken, langsames Denken‘ verschwindet langsam aus der aktuellen öffentlichen Diskussion“, schreibt FAZ-Redakteur Patrick Bernau.

Bei der Ökonomen-Rangliste der FAZ geht es darum, wer in Medien, Politik und Forschung wirkt. In der Berechnung machen die Maße für den Einfluss der Wirtschaftsforscher in Politik und Medien gemeinsam die Hälfte des Gewichts aus. Der politische Einfluss eines Ökonomen wurde bei Abgeordneten und hohen Ministerialbeamten in Bund und Ländern erfragt. Die Bedeutung in der Öffentlichkeit wurde gemessen, indem die Zitate in überregionalen Medien, im Fernsehen und im Radio ausgezählt wurden. Die Forschung macht die andere Hälfte der Wertung aus.

Kahneman rangiert zwar noch auf dem zweiten Platz – allerdings nur gestützt durch seine Präsenz in der Forschung mit 500 Punkten. In der Politik kommt er auf ganze Null und in den Medien auch nur auf magere 14 Punkte. Krugman erzielt in den Medien 175, in der Politik 250 und in der Forschung 103 Punkte. Das Endergebnis lautet also: 529 Punkte.

Warum sich Entscheider mit System 1 und und 2 beschäftigen sollten

Das ist betrüblich. Besonders Journalisten, Manager und Politiker sollten Kahneman auf ihre Agenda setzen. Der erste Nichtökonom, der 2002 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist ein vorzüglicher Ratgeber in komplexen und schwierigen Fragen. Bei der Lektüre unternimmt man einen furiosen Ritt durch die Geschichte beliebter und weit verbreiteter Entscheidungs-Irrtümer.

Es geht um Zufall, Glück und Selbstüberschätzung im Management, in der Politik und im täglichen Leben. Eine Anleitung zum kursorischen Lesen im Opus „Schnelles Denken, langsames Denken“. Das automatische und das willentliche System in unserem Gehirn reduziert Kahneman auf System 1 und 2. Das sei schneller aussprechbar und würde bei der Lektüre zu einer geringeren Arbeitsgedächtnis-Belastung beitragen sowie unser Denkvermögen von Ballast befreien. Schließlich muss System 1 rund 20.000 Entscheidungen pro Tag treffen. Den größten Teil könne unser Gehirn nur automatisiert bewältigen. Es schaltet ohne unser Zutun in den Modus des Autopiloten. System 2 lenkt die Aufmerksamkeit auf die anstrengenden mentalen Aktivitäten. Die Operationen gehen oftmals mit dem subjektiven Erleben von Handlungsmacht, Entscheidungsfreiheit und Konzentration einher.

Autopilot dominiert

Wenn wir uns selbst beschreiben, identifizieren wir uns natürlich mit System 2, dem bewussten, logisch denkenden Selbst, das Überzeugungen hat, Entscheidungen trifft und sein Denken sowie Handeln bewusst kontrolliert. Nur steht leider System 2 nicht im Zentrum unseres Denkapparates. System 1 übernimmt allzu oft das Kommando, ist die Hauptquelle unserer Überzeugungen, Eindrücke und Gefühle.

Nur selten gelingt es System 2, die ungezügelten Impulse und Assoziationen unseres Autopiloten zu bändigen oder gar zu verwerfen. Etwa die Auslotung von Ursachen für Erfolg. Das Erfolg auf Talent und Glück beruht und großer Erfolg auf ein wenig mehr Talent und sehr viel Glück zurückzuführen ist, ist für unser Ego eine echte Kampfansage.

Glück und Zufall bringen keine Schlagzeilen

Nur allzu gern versuchen wir krampfhaft, den Faktor Glück zu ignorieren und für unser Tun eine gehörige Portion Kausalität schlichtweg zu erfinden. Wenn ein durchschnittlicher Golfer bei einem zweitägigen Turnier einen überdurchschnittlichen Start hinlegt, gehen wir davon aus, dass er auch am zweiten Tag eine gute Leistung zeigt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass er wohl eher wieder ein normales Ergebnis bringt, weil das außerordentliche Glück des ersten Tages nicht anhalten wird. Für Sportreporter ist das keine Neuigkeiten.

Was Kahneman als Regression zum Mittelwert bezeichnet, bringt keine Schlagzeilen. Die Headline muss daher anders lauten: „Der Golfer zeigte Nerven und konnte dem Druck nicht standhalten“. Oder: „XY ist kein Siegertyp“. Oder auch: „Der Gegner zermürbte den Champion des ersten Tages“. Mit folgender Schlagzeile geben wir uns nicht zufrieden: „Der Golfer hatte ungewöhnlich viel Glück“. Da fehlt die kausale Kraft, die unser Intellekt bevorzugt.

Kausale Geschichten erfinden

Wir suchen krampfhaft nach einer eindeutigen Beziehung von Ursache und Wirkung, tappen damit aber in die Falle ungerechtfertigter kausaler Schlüsse. Glück oder Zufall passen nicht zur Attitüde der Welterklärer. Das gilt auch für Rückschaufehler. Ex post ist man immer schlauer und erkennt Gründe, die vorher niemanden interessierten. So erhielt am 10. Juli 2001 die CIA Informationen, wonach El Kaida einen größeren Angriff gegen die USA plane. Der damalige CIA-Direktor George Tenet unterrichtete nicht George Bush, sondern die Sicherheitsberaterin Rice.

Als das nach den Anschlägen auf das World Trade Center publik wurde, schrieb der Washington-Post-Chefredakteur Ben Bradlee:

„Es erscheint mir selbstverständlich, dass man eine solche Nachricht, die Geschichte schreiben wird, direkt dem Präsidenten mitteilt.“

Was für ein Schlaumeier. Am 10. Juli wusste niemand, dass diese Neuigkeit Geschichte schreiben würde. Den gleichen Mumpitz fabrizieren jeden Tag neunmalkluge Börsenanalysten, die in ihren Ex-post-Kommentaren immer schon alles wussten, aber eben erst im Nachgang des Geschehens. Niemand würde sich vor die Kamera der einschlägig bekannten Börsensendungen stellen und sagen, dass man schlichtweg keine Peilung hat, warum es zu irgendwelchen Schwankungen an den Finanzmärkten kam.

Eine weitere Methode der Wahrheitskonstrukteure ist die ständige Wiederholung von Aussagen, um Menschen dazu zu bringen, falsche Aussagen zu glauben. Das erzeugt Vertrautheit, die sich nur schwer von der Wahrheit unterscheiden lässt. Man reduziert damit die kognitive Beanspruchung des Publikums und zahlt auf das Konto der Bequemlichkeit ein.

Konstruierte Erfolgsprinzipien

Ärgerlich sind auch jene Zeitgenossen, die aus der Untersuchung von erfolgreichen Firmen konkrete Handlungsanweisungen ableiten, um genauso erfolgreich wie jene untersuchten Firmen zu werden. Kahneman zitiert eines der bekanntesten Beispiele dieses Genres: „Immer erfolgreich“ von Jim Collins und Jerry I. Porras. Es enthält eine gründliche Analyse von 18 konkurrierende Unternehmenspaarungen, bei denen eines erfolgreicher war als das andere. Jeder Vorstandschef, Manager oder Unternehmer sollte nach Auffassung der beiden Autoren dieses Buch lesen, um visionäre Firmen aufzubauen.

„Wenn man weiß, wie wichtig der Faktor Glück ist, sollte man besonders argwöhnisch sein, wenn aus dem Vergleich von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Firmen hochkonsistente Muster hervorgehen. Wenn der Zufall seine Hand im Spiel hat, können regelmäßige Muster nur Illusionen sein“, warnt Kahneman.

Nach dem Erscheinen des Buches schwand der Abstand in Ertragskraft und Aktienrendite zwischen den herausragenden und den weniger erfolgreichen Firmen praktisch auf null. Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erzielten die Unternehmen mit den schlechtesten Bewertungen im weiteren Verlauf viel höhere Aktienrenditen als die meist bewunderten Kandidaten. Und wenn es um Vorhersagen von Experten geht, sind die Ergebnisse noch erschütternder.

„Menschen, die ihre Zeit damit verbringen und ihren Lebensunterhalt damit verdienen, sich gründlich mit einem bestimmten Sachgebiet zu beschäftigen, erstellen schlechtere Vorhersagen als Dartpfeile werfende Affen, die ihre ‚Entscheidungen’ gleichmäßig über alle Optionen verteilt hätten. Selbst auf dem Gebiet, das sie am besten kannten, waren Experten nicht deutlich besser als Nichtexperten“, schreibt Kahneman.

Also öfter in den Zoo gehen.

Göttin Fortuna

Besonders von Top-Managern wird die Rolle von Können und Geschick maßlos überbewertet. So wollten die Google-Gründer nach einem Jahr ihr Unternehmen für eine Million Dollar verkaufen, aber dem potenziellen Käufer war der Preis zu hoch und der Deal platzte. Weil jede folgende Entscheidung des Suchmaschinen-Giganten mehr oder weniger positiv ausging, deutet die Geschichte auf ein beinahe makelloses Vorauswissen hin – „aber Pech hätte jeden einzelnen der erfolgreichen Schritte zunichtemachen können“, bemerkt Kahneman. Die Aura der Unbesiegbarkeit und des Heldentums im Management ist in Wahrheit ein Werk der Göttin Fortuna.

Das interessiert aber die Konstrukteure von Geschichten über Sieger oder Verlierer nur minimal. Das gilt vor allem für den Wirtschaftsjournalismus. Man könne sich nur schwer vorstellen, dass sich Menschen in Flughafenbuchhandlungen anstellen würden, um ein Buch zu kaufen, das euphorisch die Methoden von Topmanagern beschreibt, deren Leistungen im Schnitt nur geringfügig über der Zufallsrate liegen, meint Kahneman. Die Öffentlichkeit lechzt nach eindeutigen Botschaften über die bestimmenden Faktoren von Erfolg und Misserfolg im Wirtschaftsleben, und sie brauchen Geschichten, die ihnen Sinnzusammenhänge vermitteln, auch wenn sie noch so trügerisch sind. Das Opus von Kahneman hat sich zwar gut verkauft, wird aber von Entscheidern in Politik und Wirtschaft wenig genutzt. Zeit zum ändern.

Daniel Kahneman, Schnelles Denken – Langsames Denken, Pantheon Verlag, 18. Auflage, 624 Seiten, 16,99 Euro. Weitere Rezensionen in der Frühjahrsausgabe von Boardreport.

VW fehlt die Demut – Aufsichtsrat erteilt dem Vorstand und sich selbst Absolution

Mit meiner ersten Titelstory für das Boardreport-Magazin liege ich wohl goldrichtig
Mit meiner ersten Titelstory für das Boardreport-Magazin liege ich wohl goldrichtig

Es ist schon erstaunlich, wie der VW-Konzern mit der Aufklärung des größten Skandals seiner eigenen Firmengeschichte umgeht. Halbherzige Entschuldigungen werden vom Teleprompter vorgelesen, Entschädigungen werden nur mit größtem Druck für die Kunden in den USA gewährt und ein nicht unumstrittenes Vorstandsmitglied wird zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt:

„Alte Böcke sollte man nicht zu Gärtnern machen. Das hilft nichts. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch war zwölf Jahre lang VW-Finanzvorstand. Der hat das gesamte Machtgebaren des Wolfsburger Konzerns nicht nur erlebt, sondern mitgestaltet. Er trägt Mitverantwortung in der Organhaftung für mangelnde Sorgfaltspflicht“, so der ehemalige Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im Interview mit ne-na.de.

Jetzt geht der alte Bock Pötsch noch einen Schritt weiter. Die Hauptversammlung am 22. Juni soll ihm sowohl für seine Arbeit als Finanzvorstand und für seine Tätigkeit als Chef des Aufsichtsrate erteilen.

„In beiden Jobs ist Pötsch alles andere als umstritten. Dennoch hat ihm das Kontrollgremium nun Absolution erteilt. Einstimmig, auch wenn der Entscheidung eine lange Debatte voranging“, schreibt das Handelsblatt.

Alle 20 VW-Kontrolleure stimmten für eine Entlastung für das Geschäftsjahr 2015, also das Jahr der Aufdeckung des Abgasbetruges, der wohl die Bilanz mit rund 16 Milliarden Euro belasten wird. Belege für eine Beteiligung der Vorstandsmitglieder seien bislang nicht gefunden worden. Das gelte auch für Pötsch und für den zurückgetretenen Teleprompter-Vorstandschef Martin Winterkorn.

Ist irgendetwas bislang endgültig aufgeklärt und der Öffentlichkeit kundgetan worden? Eher nicht. Selbst die Staatsanwaltschaft Braunschweig und die US-Behörden haben ihre Ermittlungen nicht nicht abgeschlossen. Auf welcher Basis kann man da eine Entlastung erteilen.

Es bleibt dabei. Die VW-Manager sind nicht in der Lage, ihre Überheblichkeit abzustreifen. Der Sinologe Harro von Senger vergleicht das mit dem Strategem des leidenden Fleisches. Wenn man als Geschäftsmann oder Geschäftsfrau Fehler macht, hilft nur noch eine sofortige und schonungslose Offenlegung aller Missstände. Man muss auf die Knie gehen und sich unter Tränen entschuldigen.

„Nicht so oberflächlich, wie es die VW-Manager getan haben. Man muss den Eindruck gewinnen, dass sie sich wirklich schämen gegenüber den Käufern in der ganzen Welt. So etwas kommt den stolzen VW-Managern niemals in den Sinn.“

Was so alles falsch lief bei VW, haben wir ausführlich in der Januar-Ausgabe von Boardreport beleuchtet. Sende Euch gerne das Heft als pdf. Schickt mir einfach eine E-Mail an: gunnareriksohn@gmail.com oder hinterlasst hier einen Kommentar.

Allianz-Chef Bäte: Fährt BMW-Elektromodell i3 und ist kein Konzerngewächs #Boardreport

CEO des Quartals für die Sommer-Ausgabe von Boardreport gesucht
CEO des Quartals für die Sommer-Ausgabe von Boardreport gesucht

Oliver Bäte (51) übernahm im Mai des vergangenen Jahres die Führung von Allianz.

Der langjährige McKinsey-Manager sei, anders als seine Vorgänger, nicht schon seit Jahrzehnten im Unternehmen, viele sagen, ihm fehle deshalb das „blaue Allianz-Gen“, schreibt die SZ. Der schmale Mann mit dem dünnen Haar, der als Dienstwagen das BMW-Elektromodell i3 fährt, müsse nun den Versicherer in eine neue Zeit führen. Veränderung sei kein Selbstzweck, meint Bäte. Und:

„Es kommt immer darauf an, warum man etwas verändert und wie man das vermittelt.“

Zudem hat er sich ohne Kontrollschleifen einem Interview mit Thilo Jung gestellt.

Reicht das aus, um #CEOdesQuartals zu werden? Stimmt ab bis Samstag im Wettbewerb von Boardreport. Bäte zählt in dieser Staffel zu den Nominierten.

Unternehmen und ihre Kompetenz im internationalen Geschäft #Boardreport

Selfie-Tourismus

„So wie heute die Digitalisierung war es in den 90er-Jahren die Globalisierung, die angeblich die Karrieremuster durcheinander wirbeln sollte. Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte und interkulturelle Kompetenzen galten als neue Schlüsselkompetenzen”, schreibt das Handelsblatt. Wer diesem Ratschlag gefolgt ist und sich für drei Jahre nach China oder Indonesien verabschiedete, wurde in der Heimat von den Kaminkarrieristen ins Abseits gestellt.

Gerade bei den exportstarken Unternehmen beschränke sich die interkulturelle Kompetenz häufig darauf „dass wir neben Schwaben auch Ostwestfalen integrieren können“, wie einst ein Porsche-Spitzenmann spottete.

Das führt in die Sackgasse, betont der diagnostische Mentor Guido Bosbach im Interview mit Boardreport.

„Eingesperrt zwischen Pflichten und Terminen, gefangen in lange fruchtbaren aber inzwischen nicht mehr zeitgemäßen Managementideologien, treffen deutsche Führungskräfte im Tagesgeschäft immer häufiger auf eine Welt, die sich mit rasanter Geschwindigkeit verändert und die ihnen keine Zeit mehr lässt, um sich einer dringend notwendigen reflektierten Betrachtung der Gemengelage zu widmen.“

In der nächsten Ausgabe von Boardreport wollen wir uns mit der Internationalisierung des Managements beschäftigen. Was wären denn dabei zu berücksichtigen? Wir operieren deutsche Unternehmen im Ausland? Reicht das aus? Wie können Auslandsaufenthalte von Führungskräfte besser gelingen als vom Handelsblatt geschildert? Wer kann persönliche Infos beitragen?

Statements für die Titelgeschichte von Boardreport hoch willkommen. Bis Freitag. Auch telefonische Interviews oder Live-Hangouts sind morgen oder übermorgen noch möglich.

Samstag schreibe ich dann die Geschichte. Zwei Interviews via Live-Hangout gab es schon 🙂

Die muss ich noch auswerten.

Die Nominierten für #CEOdesQuartals – Jetzt abstimmen! #Boardreport

Es geht los!
Es geht los!

Über das Top-Management in Deutschland wird in der Öffentlichkeit intensiv und kontrovers diskutiert. Wir interessieren uns für Ihre/Deine Meinung über einzelne CEOs (Vorstandsvorsitzende), Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer. Bitte die Bewertung in einer 10er Skala vornehmen. 1 bedeutet: Stimme überhaupt nicht zu (auf der linken Seite der Skala); 10 bedeutet: Stimme voll und ganz zu (auf der rechten Seite der Skala). Der/die CEO des Quartals und der Verlauf des Wettbewerbs werden in der Sommerausgabe des Wirtschaftsmagazins Boardreport vorgestellt. Hier geht es zur Online-Umfrage.

Hier sind die Nominierten:

Ingeborg Neumann, CEO Peppermint Holding. Als mittelständische Industriegruppe produziert Peppermint hochwertige, innovative Textilien für Fashion, TechTex und HomeTex. Gegründet 1997, erwirtschaften 750 Mitarbeiter an sechs Standorten in Europa, davon vier in Deutschland, einen weltweiten Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Weiterhin leitet Neumann eine Private Equity Firma, die sich auf Biotech spezialisiert hat. “Mit der staubtrockenen Berliner Verbändewirtschaft bringt man die agile Unternehmerin („Es geht mir immer zu langsam. Wir brauchen mehr Speed.“) auf den ersten Blick nicht in Verbindung. Sie amtiert als Präsidentin des Dachverbands textil+mode und als Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) – die einzige Frau neben acht Herren”, schreibt der Tagesspiegel.

Suzanne Thoma vom Berner Energiekonzern BKW. Sie führt das Unternehmen erfolgreich durch die Energiewende. Ziemlich grosse Aufgabe, die sie meistert: Gleichzeitig die Herausforderung, im aktuellen Marktumfeld nicht in die roten Zahlen zu rutschen, die Betriebskultur von der geschützten Werkstatt eines Staatsbetriebs in die Agilität und Frische eines New Business zu transformieren und technologisch mit den superschnellen Änderungen fertig zu werden, ohne sich von Hypes blenden zu lassen und sich zu verrennen. Sie hat das Unternehmen auf Kurs gebracht und nutzt die Wende als Chance.

Thomas Ebeling, CEO von ProSiebenSat1. Er hat das Medienunternehmen gerettet.

Oliver Bäte, CEO der Allianz. Allein schon dafür, weil er sich als Top-Manager eines gigantischen Konzerns zu Tilo Jung getraut hat. Dazu muss man sagen, dass das Format “Jung & Naiv” nicht geschnitten und revidiert wird. Das heißt Bäte war hier mit komplett offenem Visier unterwegs.

Catharina van Delden, CEO von innosabi. Sie schafft es, Brücken zu bauen und die Digitalisierung sympathisch nahbar zu machen. Plattform bietet Infrastruktur für Innovation.

Dr. Frank Heinricht, CEO Schott AG. Innovationstreiber bei Ultra-Dünnglas für die nächste Handygeneration – Fingerprint, Kameras, Packages.

Beate Oberdorfer von Sonett. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren der ökologischen Wasch- und Reinigungsmittel.

Julia Kasper, Gründerin und Geschäftsführerin von holzgespür. Klasse Auftritt beim Campus Mittelstand auf der Cebit.

Bis Samstag, den 30. April (16 Uhr) könnt Ihr abstimmen.

Da sind sie, die Vorschläge für den Wettbewerb #CEOdesQuartals #Boardreport

Es geht wieder los!
Es geht wieder los!

Wir gehen in die zweite Runde des Wettbewerbs #CEOdesQuartals, der vom Magazin Boardreport ins Leben gerufen wurde. Über die Facebook-Eventseite wurden von Euch wieder Vorschläge mit einer kurzen Begründung gemacht – einige Vorschläge kamen auch auf dem klassischen Weg via E-Mail. Auf dieser Basis nominiert eine siebenköpfige Jury die Kandidaten für die Abstimmungsrunde. Wer die meisten Jury-Stimmen bekommt und mehr als einmal nominiert wurde, qualifiziert sich für das Finale. Da wir den oder die Siegerin unabhängig von der Kategorie Konzerne, Mittelstand und Gründer/Startups ermitteln, verzichten wir im Vorfeld auf die Kategorisierung, da die Abgrenzung manchmal schwierig ist. Entscheidend ist die Buntheit der Vorschläge, die sich von anderen Wettbewerben sympathisch unterscheidet. Zudem vereinfachen wir dadurch das Abstimmungsverfahren und reduzieren die Zahl der Nominierten – das Online-Voting beansprucht weniger Zeit 🙂

In einer Online-Umfrage wird dann auf einer 10er Skala abgestimmt: 1 bedeutet: Stimme überhaupt nicht zu; 10 bedeutet: Stimme voll und ganz zu. Es wurden fünf Kriterien ausgewählt, die man über die mediale Präsenz der Nominierten beurteilen konnte: Kompetenz, Zukunftsorientierung, Vertrauenswürdigkeit, Sichtbarkeit im Social Web und soziale Verantwortung.

Die fünf Kriterien für das Jury-Voting: Reputation, erfolgreiche Unternehmensführung, Erfahrung, Vorbildfunktion und Offenheit für neue Ideen. Maximal 50 Punkte wurden pro Nominierten über das Online-Voting vergeben und maximal 50 Punkte über das Jury-Voting.

Bis zum 19. April nimmt die Jury die Nominierungen vor. Am 20. April startet das Online-Voting und das Jury-Voting. Bis zum 29. April kann abgestimmt werden. Wir ermitteln den Sieger oder die Siegerin, machen ein Interview mit dem CEO des Quartals und schreiben die Story für die Sommerausgabe.

Hier sind sie nun, Eure Vorschläge für #CEOdesQuartsls

Ingeborg Neumann, CEO Peppermint Holding. Als mittelständische Industriegruppe produziert Peppermint hochwertige, innovative Textilien für Fashion, TechTex und HomeTex. Gegründet 1997, erwirtschaften 750 Mitarbeiter an sechs Standorten in Europa, davon vier in Deutschland, einen weltweiten Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Weiterhin leitet Neumann eine Private Equity Firma, die sich auf Biotech spezialisiert hat. „Mit der staubtrockenen Berliner Verbändewirtschaft bringt man die agile Unternehmerin („Es geht mir immer zu langsam. Wir brauchen mehr Speed.“) auf den ersten Blick nicht in Verbindung. Sie amtiert als Präsidentin des Dachverbands textil+mode und als Vizepräsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) – die einzige Frau neben acht Herren“, schreibt der Tagesspiegel.

Florian Seibel von Quantum-Systems. Drohnen-Inspektor für den Acker. „Das Start-up-Unternehmen Quantum-Systems will Landwirten bei der Bewirtschaftung ihrer Felder helfen: Eine spezielle Drohne kann aus der Luft Krankheiten, Ungezieferbefall und das Wachstum überwachen. Die Quantum ist die zweitbeste zivile Drohne der Welt. Sie kann weitere Strecken fliegen als die Hubschrauber-Drohnen. Geschäftsführer Florian Seibel will die ‚Vision‘ bald zur Serienreife bringen“, führt die SZ aus.

Andreas Glemser von Cocomin – Trainingsinstitut. Er setzt auf Prinzipien wie Vertrauen und Eigenverantwortung. Und zeigt mit seinem Führungsverzicht, dass das auch ernst gemeint ist: Er stieg 2004 und 2014 für mehrere Monate aus, ging auf Reisen, übergab vorher alles seinem Team und war dann nicht mehr erreichbar.

Suzanne Thoma vom Berner Energiekonzern BKW. Sie führt das Unternehmen erfolgreich durch die Energiewende. Ziemlich grosse Aufgabe, die sie meistert: Gleichzeitig die Herausforderung, im aktuellen Marktumfeld nicht in die roten Zahlen zu rutschen, die Betriebskultur von der geschützten Werkstatt eines Staatsbetriebs in die Agilität und Frische eines New Business zu transformieren und technologisch mit den superschnellen Änderungen fertig zu werden, ohne sich von Hypes blenden zu lassen und sich zu verrennen. Sie hat das Unternehmen auf Kurs gebracht und nutzt die Wende als Chance.

Dennis Arntjen von KMU-Digital. Er ist der Schlagarm der Digitalisierung des Mittelstandes in Dortmund und bearbeitet ein Thema, das für die Region super wichtig ist und noch wichtiger wird. Siehe auch das Interview beim Campus Mittelstand auf der Cebit:

Andreas Jamm, CEO der Frankfurter SAP-Beratung Boldly Go Industries. Sein Nickname lautet The Brain – auch weil er die Digitale Transformation seiner „Glücklichsten Firma in Hessen“ von A bis Z konsequent durchdacht hat.

Rainer Böhme Tischlermeister, gepr. Restaurator im Handwerk, Wohnberater, Inhaber / Geschäftsführer der Tischlerei Rainer Böhme GmbH – Silver Surfer vom Feinsten. Siehe auch seinen Vortrag beim Campus Mittelstand auf der Cebit:

Julia Kasper, Gründerin und Geschäftsführerin von holzgespür. Klasse Auftritt beim Campus Mittelstand auf der Cebit:

Catharina van Delden, CEO von innosabi. Sie schafft es, Brücken zu bauen und die Digitalisierung sympathisch nahbar zu machen. Plattform bietet Infrastruktur für Innovation.

Beate Oberdorfer von Sonett. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren der ökologischen Wasch- und Reinigungsmittel.

Oliver Bäte, CEO der Allianz. Allein schon dafür, weil er sich als Top-Manager eines gigantischen Konzerns zu Tilo Jung getraut hat. Dazu muss man sagen, dass das Format „Jung & Naiv“ nicht geschnitten und revidiert wird. Das heißt Bäte war hier mit komplett offenem Visier unterwegs.

Dr. Frank Heinricht, CEO Schott AG. Innovationstreiber bei Ultra-Dünnglas für die nächste Handygeneration – Fingerprint, Kameras, Packages. Aussichtsreicher Kandidat für den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2016.

Thomas Ebeling, CEO von ProSiebenSat1. Er hat das Medienunternehmen gerettet.

So, das sind sie, die Vorschläge für die zweite Runde. Jetzt wird nominiert und dann starten wir das Voting.

Feria de Abril Sevilla
Feria de Abril Sevilla

Sommerliche Grüße aus dem schönen Andalusien 🙂

#adidas und der Wechselkünstler Rorsted – Operation Kronprinz

Meister der Wechselkunst
Meister der Wechselkunst

In der Deutschland AG funktioniert das klassische Unterstützer-Netzwerk noch außerordentlich gut. Man trifft sich in lauschigen Eckchen in Kitzbühel, Davos, St. Moritz, auf Sylt oder klettert vier Tage mit Ex-McKinsey-Chef Herbert Henzler in den Alpen herum. Da laufen die Deals und Absprachen. Da werden Wechsel besprochen und eingeleitet, da sichern sich die Top-Manager ihre Karriere ab.

„Zwar sind die Unternehmen nicht mehr aneinander beteiligt wie früher. Aber in den Aufsichtsräten der großen Konzerne hat das alte Bündnis durchaus Bestand: Die immer gleichen Köpfe tauchen in etlichen Kontrollgremien auf. Ihr Erkennungsmerkmal: Sie sind männlich, meist im Rentenalter und blicken auf eine lange Erfahrung als Topmanager zurück”, so das Handelsblatt.

Kaspar Rosted, Avantgarde der Wechselkünstler

Corporate Deutschland habe es versäumt, rechtzeitig für geeigneten Nachwuchs zu sorgen. Das werde allmählich in Vorständen und Aufsichtsräten zum Problem:

„Ex-SAP-Finanzchef Brandt übernimmt bei RWE, Wolfgang Reitzle kehrt gerade zu Linde zurück. Beide sind Multi-Kontrolleure geworden. Die Deutschland AG bewegt sich – wenn auch nur im Kreis”, schreibt das Handelsblatt.

In diesem Kreisverkehr gibt es aber wahre Meister, die perfekt auf der Karriere-Klaviatur spielen können. Zu ihnen zählt der 53 Jahre alte Henkel-Vorstandschef Kasper Rorsted, der am 1. August zu adidas wechseln wird, um zwei Monate später den Vorsitz von Herbert Hainer zu übernehmen, der ein halbes Jahr vor Auslaufen seines Vertrags im März 2017 ausscheidet.

Klare Verhältnisse, perfektes Timing und wohl ein von langer Hand vorbereiteter Coup, der Rorsted zur Avantgarde der Wechselkünstler macht. Wie das funktioniert, hat der Organisationswissenschaftler Christian Scholz bereits 2013 in seinem FAZ-Blog „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ erahnt:

„Bevor irgendetwas anderes auch nur irgend- eine Rolle spielt, muss das Interesse potenzieller Arbeitgeber geweckt werden.“ Man muss direkt oder indirekt beweisen, dass man ein ganz Großer ist. Etwa in einem Bericht des Manager Magazins: „Henkel- Vormann Kasper Rorsted hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sich als Manager mit ausgeprägtem Tatendrang sieht. Er trieb die Rendite des Düsseldorfer Markenartiklers (Persil, Pritt, Schwarzkopf) nach oben, trug einen Berg von Schulden ab und sorgte dafür, dass die Öffentlichkeit das auch mitbekam.“

Stichwort „Danish Dynamite“. Zur Sicherheit sollte am Ende der Bewerbung noch ein kleiner Hin- weis darauf stehen, dass der Kandidat in der operativen Marge bereits „auf 14,9 Prozent“ geklettert ist und damit bereits über dem Ziel liegt. Schwieriger wird es nach Auffassung von Scholz, die Wechselabsichten zu begründen, wenn man doch bei seinem alten Arbeitgeber ein so großer Hecht ist:

„Dieser Schritt ist schon kniff- liger, wird aber hier als kommunikative Meisterleistung absolviert. Ohne auch nur irgendein Stückchen schmutzige Wäsche zu waschen, liest man, dass Kasper Rorsted gerne expandieren möchte, die Henkel-Familie lieber auf Nummer sicher gehen will.“

Im O-Ton klingt das im Manager Magazin so:

„Offenbar hat sich das Verhältnis zwischen Rorsted und dem Henkel-Clan, der die Mehrheit an dem Waschmittel-, Kosmetik- und Klebstoffkonzern hält, in jüngster Zeit etwas eingetrübt. Rorsted möchte expandieren, akquirieren, Risiken eingehen, die Henkel-Familie rund um Oberhaupt Simone Bagel-Trah dagegen lieber auf Nummer sicher gehen.“

Der BWL-Professor genießt und schweigt nicht ganz:

„Und dass rein zufällig auf der gleichen Seite ein Foto der Ex-Henkel-Managerin Tina Müller mit dem Hinweis ‚Neuer Style‘ prangt, ist für Insider ebenfalls mehrdeutig eindeutig“, schreibt Scholz in seinem Blogpost.

Wohin die Reise hingehen sollte, hat der forsche Däne sehr geschickt offen gelassen. In seiner Blindbewerbung „An: Alle“ meinte er wirklich „An: Alle “.

Man liest, dass er gerne zum Industrie-Riesen Linde wechseln würde, sich aber auch die Leitung des Kristallkonzerns Swarovski quasi an der Seite von Karl-Heinz Grasser vorstellen könnte. Offener könne man eigentlich nicht sein. Lediglich eine gewisse Präferenz für den deutschsprachigen Süden „verfügt … bereits über eine standesgemäße Bleibe in München“ lässt Rorsted verschmitzt durchblicken. Mit Herzogenaurach ist auch dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Und selbst das Signal von Demut und Bescheidenheit in Zeiten der Gier hat der neue Drei-Streifen-Topmanager bedient: Damit meint Scholz den Manager Magazin-Satz:

„Selbst einem Assessment- Center-Test der Personalberatung Egon Zehnder hat sich Rorsted unterzogen“.

So etwas sei der unumstößliche Beweis, für einen guten Job die Extra-Meile zu gehen – vor allem, wenn man sich die methodische Fragwürdigkeit dieser Testreihen vor Augen führt, die Rorsted sicher kennt, da er dem Personalmanagement immer schon sehr nahe stand. Was sollen die Zweifel: „Ein Mann wie eine Maschine“ stellt sich jeder Herausforderung und ist für jede Prüfung bereit. Für den BWL-Professor Scholz schließt sich der Kreis. Für Rorsted auch. Käme der Wechselkünstler nicht aus Dänemark, müsste man ihn zur Strategem-Schule in China rechnen – also zur Lehre der 36 Strategeme des Meisters Sanshiliu Ji aus der Zeit um 1500. Etwa bei der Anwendung des Strategems Nummer Sieben: „Aus einem Nichts etwas erzeugen.“

DAS AUSMÜNZUNGSSTRATEGEM

Nun ist die bisherige Rorsted-Karriere mehr als Nichts. Es geht dabei um die Veränderung seiner Position. Immerhin brauchte der Henkel-Mann rund drei Jahre, um seine Bewerbungstournee abzuschließen. Nennen wir es freundlich „schöpferisches Vorausdenken“. So sieht es der Sinologe Harro von Senger.

„Setzt man das Strategem Nummer Sieben als Ausmünzungsstrategem ein, dann macht man sich das schier unerschöpfliche Potenzial der vom Menschen noch ungeformten Wirklichkeit zunutze. Dank einer Vision, also zunächst eines Luftgebildes, die man in die Wirklichkeit überführt, gelangt man zu einem Erfolg oder spielt man ein Gegenüber aus.“

Gerade das Geschäftsleben sei ein Wettstreit der Kreativität. Die Konkurrenz werde durch kühne, in Leer-Räume vorstoßende Ideen und mit schöpferischem Vorausdenken überflügelt und nicht mit dem Alltagstrott-Management:

„Es gilt, die unglaublich vielfältige Gestaltbarkeit des Wirklichen – etwas, was listenblinden Schlafmützen entgeht – mit Hilfe menschlicher Fantasie auszuloten und zu verwerten“, erläutert von Senger.

Rorsted ist ein Champion des Ausmünzungsstrategems – mit der Geste der Entschlossenheit spielt er über Bande, um sich selbst ins Gespräch zu bringen und um im Gespräch zu bleiben. Selfie-Botschaft: Wer dazu gehören will, muss erst einmal leiden!

„Aufreibende Selektionsprozesse, Interviewmarathons und tagelange Gehaltspoker sind mythenbehaftete Initiationsriten, die den Ruf der Konzernmanager als auserwählte Führungsfiguren begründen. Die Botschaft lautet: Nur diejenigen, die willens sind alles zu geben, dürfen hoffen, mitmachen zu können“, erklären Joerg Bartussek und Oliver Weyergraf in ihrem Opus „Mad Business“, erschienen im Hanser Verlag.

ALTE WEISHEITEN IN DER DEUTSCHLAND AG RELOADED

Die „Operation Kronprinz“ mache nie Pause! Neben der chinesischen Strategem-Kunde haben auch althergebrachte Weisheiten im Konzernwesen Bestand: Immer dahin gehen, wo es weh tut. Denn nur gute Arbeit zu leisten reicht nicht aus:

„Wer ganz oben mitspielen will, muss sich auch konzernpolitisch betätigen. Das ist leider so, selbst wenn man genau weiß, dass das für jede Firma eigentlich Gift ist“, so Bartussek und Weyergraf.

Da können sogar 40 bis 50 Prozent der Arbeitszeit für Innenpolitik draufgehen. Jeder Konzernpolitiker verfügt über ein feingesponnenes internes und externes Netzwerk aus vielschichtigen Kontakten. Politisch werde es vor allem dann, wenn jemand eher durch persönliche Beziehungen als durch wirkliche Sachargumentation vorankommt.

In der Deutschland AG reloaded hat sich Rorsted frühzeitig etabliert. Das ist ihm als Vorstandschef eines erfolgreichen DAX-Konzerns relativ leicht gefallen. Er nutzt die informellen Runden, die von der Öffentlichkeit abgeschottet werden. Es soll intim zugehen. Ein Rückzug in die Privatheit, der ausschließlich über persönliche Kontakte läuft. Etwa in der alpinen Seilschaft von Herbert Henzler. Im elitären Männerzirkel der so genannten „Similauner“ kraxeln unter Führung von Reinhold Messner Manager wie Hubert Burda und – welch ein Zufall – der noch amtierende adidas-Chef Herbert Hainer. Wen findet man im Aufsichtsrat des Sportartikel-Herstellers? Henkel-Personalvorstand Kathrin Menges.

Weitere Verbindungslinien zur Arbeitnehmerseite oder zu Finanzberatern kann man über Google recherchieren. Rorsted wird von Branchenexperten zugetraut, dass angeschlagene US-Geschäft von adidas in den Griff zu bekommen und auch Initiativen für neue Geschäftsmodelle anzustoßen – etwa bei der Digitalisierung. Er ist sportbegeistert, teamfähig und energiegeladen. Er wollte nach Süddeutschland und auch das ist gelungen. Netzwerke und Vitamin B für das berufliche Fortkommen zu nutzen, ist völlig in Ordnung. Nur sollten die Protagonisten der informellen Deutschland AG die Schwächen von geschlossenen Zirkeln nicht unterschätzen.

NETZWERKTHEORIE

Problematisch wird es, wenn es keine Auffrischungen mehr gibt und kein neuer Geist nachrückt. In der Organisationstheorie ist das gut erforscht. Geschlossene Netzwerke punkten bei Kooperationen und Verlässlichkeit. Sie sind stabiler, aber auch inflexibler.

„Einer durch ein festes Normungefüge abgesicherten, verlässlichen Kooperation steht somit der Nachteil mangelnder Anpassungsfähigkeit gegen- über“, erklären die Wissenschaftler Mark Ebers und Indre Maurer.

Die Beharrungskräfte der Netzwerk-Akteure können negative Auswirkungen haben. Empirische Studien belegen, dass es Führungskräften in solchen Formationen nicht gelingt, neue Tätigkeitsfelder zu erschließen. Hier sind Netzwerke mit offenen und losen Verbindungen überlegen. Zudem wird es immer schwerer, Vertraulichkeit und Privatsphäre zu bewahren. In einer vernetzten Ökonomie funktionieren die geschlossenen Einheiten und Absprachen hinter den Kulissen nicht mehr.

Themen der aktuellen Ausgabe von Boardreport
Themen der aktuellen Ausgabe von Boardreport

Ausführlich nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Boardreport mit dem Schwerpunkt „Die Kunst des Wechsels“.

Wer die Frühjahrsausgabe von Boardreport rezensieren möchte, schickt einfach eine E-Mail an gunnareriksohn@gmail.com oder hinterlässt eine Adresse in der Kommentarfunktion.

Kuratoren des Wechsels: Talent-Management in Trennungszeiten #Boardreport

Die Themen der aktuellen Ausgabe
Die Themen der aktuellen Ausgabe

In der Plattformökonomie geht es bekanntlich um die Verbindung von Neigungen und Interessen. Eigene Ressourcen und Kompetenzen reichen dabei nicht aus. Sie entfalten sich erst durch den Zugang zu Netzwerken. Nur so erreicht man ein neues Qualitätsniveau, das vergleichbar ist mit den Aufgaben eines Kurators, der sich nicht auf das Sammeln und Sortieren beschränkt. Es geht um „curare“ im Sinne von kultivieren, anbauen, in Form bringen und dafür sorgen, dass Menschen und ihr gemeinsames Umfeld gedeihen. Ein wahrer Meister des Kuratierens ist Hans Ulrich Obrist.

Er beginnt seine Arbeit immer mit einem Gespräch, in dem er die Künstler nach ihren nicht realisierten Projekten fragt und versucht, die Mittel zu deren Realisierung zu finden:

„Die Aufgabe des Kuratierens ist es, Verbindungen zu schaffen, dafür zu sorgen, dass verschiedene Elemente miteinander in Berührung kommen, selbst wenn es bisweilen schwierig ist, die Wirkung solcher Gegenüberstellungen exakt nachzuzeichnen.“

Obrist bezeichnet das Kuratieren als den Versuch einer Art kulturellen Befruchtung oder als eine Form der Kartographie, die neue Wege durch eine Stadt, eine Kultur oder eine Welt eröffnet.

Exzellente Kuratoren braucht auch das Talent-Management bei Führungskräften. Vor allem, wenn sie „strategisch“ nicht mehr zu einem Unternehmen passen. Wenn es zur Trennung kommt, gibt es vielleicht noch den „goldenen Handschlag“ – mehr nicht. „Viele Führungskräfte, die Managementpositionen verlassen müssen, sind es nicht gewöhnt, sich der Welt zu präsentieren, Neues zu wagen und ihre Fähigkeiten anders zu kombinieren“, so Raimund Nickel, Leiter von WP Management Solutions, im Gespräch mit Boardreport.

In Kunst und Kultur liegen diese Aufgaben bei Kuratoren.

„Im Profifußball sind es Spielerberater, die die Karriere ihrer Klienten auf ein neues Level heben. Also Forechecking betreiben, den Markt sondieren und Konditionen abstimmen. Wir machen mit unsrem Career Advice Programm exakt das, was Spielerberater machen. Wir sind Partner der Führungskräfte und der Unternehmen, platzieren Wechselkandidaten in einer Festanstellung, im Interims-Management oder als Industrie-Experte beispielsweise bei Investoren. In einer späteren Phase kommen Mandate für Aufsichtsräte und Beiräte in Betracht“, betont Nickel.

Matching im Top-Management

Wenn also ein so genanntes Outplacement für Führungskräfte eintritt, komme mit Career Advice eine neue Disziplin zum Tragen, die es so auf dem Markt als Standard noch nicht gibt. Befördert werde das durch die Tatsache, dass besonders bei Top-Positionen Wechsel zur „Tagesordnung“ gehören.

„Fast niemand bleibt mehr sein komplettes Berufsleben bei einem Unternehmen. Hier liegt die zweite Aufgabe unserer Leistungen, nämlich die permanente Begleitung und Optimierung beim Wechsel von Führungskräften“, erläutert Nickel.

Die klassischen Personalberatungen und die traditionelle Rekrutierung bieten für ausgeschiedene Top-Kräfte nur wenige Möglichkeiten.

„Die wichtigste Ressource, die wir in Deutschland haben, sind die Menschen und deren Fähigkeiten. Deshalb ist es wichtig, Führungskräfte, die aus welchen Gründen auch immer wechseln müssen oder wollen, im systematischen und zielgerichteten Management Ihres Wechsels zu unterstützen. Und genau das ist unsere Aufgabe“, sagt Nickel.

Viele seien nicht gut darin, sich richtig zu vermarkten. Sie verkaufen sich unter Wert oder verlieren auf dem oft steinigen Weg zur neuen Aufgabe ihr Selbstbewusstsein als Manager.

„Aus der Perspektive der Deutschland AG ist das der Super-GAU. Wir brauchen dringend diese Ressourcen“, resümiert Nickel.

Entscheidend ist die richtige Matching-Methode – das gilt besonders für Positionen im Top-Management.

Nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Boardreport.

Eine pdf-Datei zur Rezension des Heftes schicke ich gerne per E-Mail zu. gunnareriksohn@gmail.com

Boardreport auf Facebook.

Streitbare Unternehmerin und Streetworkerin – Sina Trinkwalder ist CEO des Quartals von #Boardreport

Die Frühjahrsausgabe
Die Frühjahrsausgabe

Starte einen CEO-Wettbewerb oder ein CEO-Ranking und Du weißt, wer oben steht. Etwa in den einschlägig bekannten Wirtschaftstiteln. Es sind in der Regel Vorstände von DAX-Konzernen und sehr großen mittelständischen Unternehmen. Klassische Medien bilden generell in ihren Berichten vielleicht fünf Prozent der Unternehmenslandschaft ab. Dabei bietet Deutschland eine viel buntere Landschaft an klassischen Unternehmen, Gründern, Startups, Hidden Champions und Solopreneuren.

Fragt man das Netz nach Crowdsourcing-Prinzipien, wer denn „CEO des Quartals“ werden soll, kommt eine ganz andere Realität zum Vorschein. Über die Facebook-Eventseite von Boardreport konnten Vorschläge mit einer kurzen Begründung gemacht werden. Auf dieser Basis nominierte eine siebenköpfige Jury Kandidaten in den Kategorien Konzerne, Mittelstand, Gründer und Startups. Wer die meisten Jury-Stimmen bekam und mehr als einmal nominiert wurde, qualifizierte sich für das Finale.

In einer Online-Umfrage wurde dann auf einer 10er Skala abgestimmt: 1 bedeutet: Stimme überhaupt nicht zu; 10 bedeutet: Stimme voll und ganz zu. Es wurden fünf Kriterien ausgewählt, die man über die mediale Präsenz der Nominierten beurteilen konnte: Kompetenz, Zukunftsorientierung, Vertrauenswürdigkeit, Sichtbarkeit im Social Web und soziale Verantwortung.

Die fünf Kriterien für das Jury-Voting gingen etwas tiefer: Reputation, erfolgreiche Unternehmensführung, Erfahrung, Vorbildfunktion und Offenheit für neue Ideen. Maximal 50 Punkte wurden pro Nominierten über das Online-Voting vergeben und maximal 50 Punkte über das Jury-Voting.

Überraschte Siegerin sieht sich als „Mädchen für alles“

Mit 83 Punkten konnte Sina Trinkwalder, Geschäftsführerin der manomama GmbH, im ersten Durchgang des Boardreport-Wettbewerbs einen Überraschungssieg landen. Auf dem zweiten Platz kam mit 79 Punkten Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der öko-sozialen GLS Gemeinschaftsbank. Den dritten Platz belegte mit 66 Punkten Antje von Dewitz, Geschäftsführung der VAUDE Sport GmbH & Co. KG.

Sina Trinkwalder überzeugte mit 45 Punkten die 203 Teilnehmer des Online-Votings und mit 38 Punkten die Jury-Mitglieder. Joberg brachte es im Online-Voting auf 34 Punkte und erreichte beim Jury-Voting den Bestwert mit 45 Punkten.

Der Titelgewinn ist für Trinkwalder eine Mega-Überraschung. Sie sieht sich nicht als klassische CEO:

„Nach außen definiere ich meine Funktion eher als Streetworkerin der Wirtschaft. Innerhalb meines Unternehmens bin ich das Mädchen für alles.“

Sie trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin die Abteilung“ und zwar für Forschung und Entwicklung, Design, Vertrieb und Finanzen.

„Im Managerdeutsch würde man sagen, wir sind ‚lean’ aufgestellt“, so Trinkwalder im Telefoninterview mit Boardreport.

2010 stieg sie aus der gemeinsam mit ihrem Mann geführten Werbeagentur aus und eröffnete mit zwei Millionen Euro Eigenkapital das erste Social Business in der Textilindustrie: Bei ihrem Modelabel „manomama“ beschäftigt sie in Augsburg auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen: Überwiegend Frauen über 50 Jahre, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Migranten bekommen eine Chance und alle mittlerweile 140 Mitarbeiter dasselbe Gehalt wie Sina Trinkwalder – der Stundenlohn liegt bei 10 Euro. Zudem zeigt sie, dass es sich lohnt in Deutschland zu produzieren – fair, sozial und ökologisch.

CEO an der Nähmaschine

„Wenn man Vertrauen schenkt, bekommt man verantwortungsvolles Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück“, so das Credo von Trinkwalder.

Gearbeitet werde in anarchischen und hierarchiefreien Strukturen. Sie sitzt häufig an der Nähmaschine – also mittendrin im Produktionsbetrieb. Deshalb musste sie auch über die Auszeichnung als CEO des Quartals etwas schmunzeln. Sie empfindet sich als Gleiche unter Gleichen.

„Juristisch muss ich am Ende des Tages für die Geschäfte geradestehen“, erläutert Trinkwalder.

So schreibt sie ihrer Belegschaft nicht vor, wann gearbeitet werden muss.

„Das weiß jeder Einzelne viel besser. Wir haben von 6 bis 22 Uhr auf. Wann die ausgesuchte Stundenzahl abgeleistet werden muss, entscheidet jeder selbst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren das eigenverantwortlich. Das gilt auch für die Maschinenpläne. Warum sollte das mit Druck, Controlling und Angst funktionieren – das sind ganz schlechte Motivatoren“, so Trinkwalder.

Sie sieht sich dabei nicht als Schönwetter-Unternehmerin. Wer die Freiheit ausnutzt und die Allgemeinheit schädigt, müsse das Unternehmen verlassen.

„Manchmal muss man harte Entscheidungen treffen, um eine gut funktionierende Organisation stabil zu halten. Wir setzen auf Fairness“, bemerkt die Geschäftsführerin.

Weltrettung muss Spaß machen

Kritisch wertet sie das Umfeld ihres Unternehmens:

„Ich habe keine Lust, mich in einem menschenunwürdigen und ausbeuterischen Markt zu bewegen. Mich interessiert die Textilbranche überhaupt nicht. Wir machen hier etwas anderes. Wir wertschöpfen regional, gehen mit unserer Belegschaft respektvoll um und produzieren ökologisch.“

Gute Ideen würden sich durchsetzen. Man brauche einen langen Atem und verdammt viel Fleiß. Dabei verzichtet sie allerdings auf Zeigefinger-Moralismus:

„Wer unsere Produkte kauft, sollte es aus Überzeugung tun. Weltretten muss Spaß machen“, proklamiert Trinkwalder.

Zudem lohnt ein Blick hinter die Kulissen von Herstellern, die mit Öko-Siegeln werben. Dazu hat sie ein Buch geschrieben, das im Frühjahr unter dem Titel „Fairarscht“ im Droemer Knaur-Verlag erscheint. Eine streitlustige Gewinnerin, die schwarze Zahlen erwirtschaftet und ein Unternehmen leitet, das zu 100 Prozent Eigenkapital finanziert ist.

Die weiteren Platzierungen:
Daniela Hinrichs, CEO und Gründerin von DEAR Photography Art Room (61 Punkte)
Uwe Lübbermann, Gründer und zentraler Moderator von Premium Cola (59 Punkte)
Bill McDermott, Vorstandssprecher der SAP SE (57 Punkte)
Karl-Thomas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG (56 Punkte)
Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender der KUKA Aktiengesellschaft (53 Punkte)
Dr. Hubert Lienhard, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung Voith GmbH (50 Punkte)

Jury-Mitglieder:
Sabine Hockling: Seit 2008 als freie Journalistin und Sachbuchautorin tätig u.a. für Zeit Online, Die Ratgeber und Die Chefin.
Christian Thunig: Chefredakteur der absatzwirtschaft.
Patrick Breitenbach: Autor, Speaker, Dozent, Berater, Blogger, Podcaster, Mediendesigner und Content Entwickler.
Dr. Willms Buhse: Autor und Speaker für Digital Transformation und Leadership.
Klaus Mehler: Verlagsleiter Der Handel.
Markus Garn: F.A.Z.-Fachverlag, Mitglied der Geschäftsleitung.
Gunnar Sohn, Chefredakteur von Boardreport.

Wer die Frühjahrsausgabe von Boardreport besprechen möchte, möge sich bei mir per E-Mail melden, dann schicke ich die neue Nummer als pdf zurück 🙂 gunnareriksohn@gmail.com

 

 

Offene Redaktionssitzung von #Boardreport – Eure Meinung gefragt

offene redaktion

Um 17:30 Uhr stehen wir wieder Rede und Antwort über die neue Ausgabe von Boardreport mit dem Schwerpunkt „Kunst des Wechsels“ und die über die Sommerausgabe mit dem Leitthema „Internationalisierung des Managements“ (Arbeitstitel). Internationalisierung klingt nicht spektakulär, kann aber sehr wohl mit spannenden Einblicken versehen werden. Etwa die Blindheit vieler Unternehmen im Geschäft mit China, der falschen Strategie internationaler Konzerne auf lokalen Märkten und die globale Ausrichtung von Mittelständlern. Da fallen mir einige gute Aufhänger ein.

Dann berichten wir noch ganz aktuell über den Wettbewerb „CEO des Quartals“, der in der Frühjahrsausgabe gestartet wurde und sind gespannt auf Eure Anregungen.

Um 17:30 Uhr geht es los.

Hier kann man schauen:

Und wenn man über die Google Plus-Seite geht, sind Kommentare über die Chatfunktion möglich (Fragebutton am Webplayer oben rechts).

Man hört, sieht und streamt sich heute am späten Nachmittag. Bis dann. Fahre jetzt in die Redaktion – Bad Homburg.