ESG-Reporting: Es geht nicht mehr um Prosa und PowerPoint-Präsentationen #ZukunftPersonalNachgefragt #GreenMonday #ZPSüd2024 #SchubkraftTV

„Nachhaltigkeit betrifft Unternehmen in ihrem Kern, da es um Produkte, Produktionsprozesse, Märkte, Unternehmensfinanzierung und letztendlich auch um die Menschen in den Unternehmen geht. Es geht nicht nur um die Kunden, sondern auch um die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Nachhaltigkeit ist daher ein zentrales Thema für das Personalmanagement, da es um die Grundelemente des Unternehmens geht“, sagt Rupert Felder, Arbeitsrechtler und frühere Personalleiter eines Maschinenbaukonzerns, im Vorfeld der Zukunft Personal Süd in Stuttgart, die am 5. und 6. März stattfindet. Felder bestreitet das Eröffnungspanel auf der Keynote-Stage und gibt einen Ausblick auf diese Session in der Sendung #ZukunftPersonalNachgefragt am Dienstag, den 20. Februar, um 15 Uhr.

Es handelt sich nicht mehr um ein Schönwetter-Thema, da das ESG-Reporting von Wirtschaftsprüfern zertifiziert wird und Marketingberichte nicht mehr ausreichen. Es geht nicht mehr nur um Siegel und Etiketten, sondern um eine grundlegende Veränderung von Produkten und Produktionsweisen. Die Nachhaltigkeit der Nachhaltigkeit ist gefragt. Unternehmen müssen Nachhaltigkeit richtig umsetzen, sie in die HR-Geschäftsprozesse integrieren, ein solides Reporting erstellen und eine Geschichte darüber erzählen, warum sie nachhaltig sind. Nur so können sie am Markt bestehen, da die Märkte nachhaltige Produkte benötigen und die Finanzierung nur noch für nachhaltige Produkte erfolgt.

Die gesamte Positionierung und Etablierung von Unternehmen in den Finanzsektoren hängt mit Nachhaltigkeit zusammen. Ohne Nachhaltigkeit funktioniert ein Unternehmen nicht mehr. Rupert Felder hat bereits vor über zwei Jahren ein Fachbuch zum Thema Personalmanagement und Nachhaltigkeit veröffentlicht. Er ist überrascht, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen immer noch von den Auswirkungen des ESG-Reportings auf die Liefer- und Wertschöpfungskette überrascht sind. Kein Unternehmen kann sich dem Thema mehr entziehen. Es geht nicht darum, Bürokratie oder Aufwand zu beklagen, sondern darum, Reporting als Teil der Personalprozesse zu verstehen. Viele HR-Kennzahlen sind bereits vorhanden und müssen nur zu einem Mosaik zusammengesetzt werden, um eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen und mit Fakten zu untermauern.

Es geht nicht um Prosa und PowerPoint-Präsentationen, sondern darum, Nachhaltigkeit in die betriebliche Praxis zu integrieren. Dies betrifft das Gesundheitsmanagement, das Recruiting, die Arbeitgebermarke, die Vergütungskonzepte, die Mitarbeiterbeteiligung und alle HR-Produkte und -Prozesse. HR ist eine Querschnittsabteilung, die alle Bereiche des Unternehmens abbildet und daher eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Nachhaltigkeit spielt.

HR kann die Chance nutzen, durch Nachhaltigkeit einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. „Personalverantwortliche sollten das Thema ernst nehmen und sich damit auseinandersetzen. Es ist ein interessantes Thema, aber vor allem eines, das über die Zukunft des Unternehmens entscheidet. Ohne Nachhaltigkeit gibt es keine Zukunft. Personalmanagement war schon immer Zukunftsvorsorge. Es geht darum, sich auf die Zukunft einzustellen, Vorhersagen zu treffen und als Seismograf zu erkennen, in welche Richtung sich das Thema entwickelt.

Die Verbindung von Nachhaltigkeit und HR ist eine gute Symbiose, und es gibt keinen Grund zur Scheu oder Angst. Es mag schwierig sein, alle Vorschriften und Abkürzungen wie CSR und SDG zu verstehen, aber sobald man es verstanden hat, kann man es anwenden. Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Daher sollten HR-Verantwortliche das Thema angehen und Nachhaltigkeit im HR-Bereich etablieren.

Bei der Positionierung von HR in der deutschen Unternehmenslandschaft stellt sich die Frage, wie Unternehmen mit den Anforderungen des ESG-Reportings umgehen. Es gibt verschiedene Druckquellen für Unternehmen. Erstens der Gesetzgeber, der Vorschriften und Regulierungen erlässt, wie den EU Green Deal und das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz. Zweitens der Finanzbereich, der nur noch nachhaltige Produkte und Unternehmen finanziert. Drittens die Kunden, die wissen möchten, wie nachhaltig die Produkte sind, die sie kaufen. Und viertens die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Die Arbeitgebermarke muss glaubwürdig sein und die Nachhaltigkeit muss in allen Prozessen und Produkten des Unternehmens verankert sein.

Diese Druckquellen wirken auf Unternehmen ein und erfordern eine Anpassung und eine klare Positionierung. Die Unternehmen müssen lernen, mit diesen Anforderungen umzugehen und sie in ihre Prozesse zu integrieren. Es gibt bereits Veränderungen, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele in ihre Vorstandsvergütung aufnehmen müssen. Dies hat zu einer Veränderung der Unternehmenskultur geführt und beeinflusst auch andere Unternehmen. Es ist wichtig, dass Unternehmen aus den Erfahrungen anderer lernen und diese Veränderungen in ihren eigenen Prozessen umsetzen. Es geht darum, eine Reife zu erreichen, bei der Nachhaltigkeit nicht nur ein Projekt ist, sondern eine Veränderung von Prozessen, Produkten und letztendlich des gesamten Unternehmens.

Bei der Betrachtung der Twin Transformation, also der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wird deutlich, dass Unternehmen bereits Kompetenzen im Bereich Digitalisierung aufgebaut haben, während es beim Thema Nachhaltigkeit noch großen Nachholbedarf gibt. Es ist wichtig, beide Bereiche im Blick zu behalten und die Transformation in beiden Bereichen voranzutreiben. Eine Studie von Mind Business, die im Frühjahr veröffentlicht wird, zeigt, dass Unternehmen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht haben, aber noch viel Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit bevorsteht.

Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die sich aus den drei Ds ergeben: Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Diese drei Bereiche verändern Unternehmen grundlegend. Die demografische Entwicklung, die Dekarbonisierung und die Digitalisierung sind die treibenden Kräfte hinter der Nachhaltigkeit. Unternehmen müssen sich diesen Herausforderungen stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Man hört, sieht und streamt sich mit Rupert Felder und Co. bei Zukunft Personal Nachgefragt.

Und natürlich beim #GreenMonday heute in Düsseldorf. Von der Praxis für die Praxis – alles rund um ESG-Reporting. Kostenlos. Jetzt noch schnell anmelden und am frühen Abend vorbeikommen.

Agenda:
17:30 Uhr Check-in

18:00 Uhr Begrüßung und Speed Dating
Nicole Dorazil, Innovation Evangelist
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft

18:20 Uhr Die Twin Transformer: Doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand – Studienhighlights
Bernhard Steimel, Studienleiter, mind digital

18:40 Uhr Panel Talk mit Twin Transformern
Bernhard Steimel im Gespräch mit Studienteilnehmern

19:00 Uhr Breakout-Sessions „Machen statt Reden“
Zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis – Cradle-to-Cradle Zertifizierung: Lars Baumgürtel, CEO, ZINQ
Wesentlichkeitsanalyse in der Praxis: Alexander Rausch, Head of ESG-Consulting, Drees+Sommer
Die Rolle des CDOs in der Twin Innovation: Tom Oelsner, CDO, GEA

19:40 Uhr Abschlussdiskussion im Plenum
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft

20:00 Uhr Demo-Night mit den Telekom-Partnern aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager Ecosystem
Interviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV

Veranstaltungsort

TechHub.K67
Kasernenstr. 67
40213 Düsseldorf

studio condenser microphone in close up photography

Über Echtzeit-Daten im Nachhaltigkeitsmanagement #SmarterServiceTalk- Podcast Folge 1

Um was geht es in dieser Podcast-Folge: Die Siegenia Gruppe setzt auf Datenanalyse, um die Nachhaltigkeit in der Baubranche voranzutreiben. Markus Bade, Chief Business Development Officer, betont die Bedeutung von Daten für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks und die Etablierung nachhaltiger Prozesse. Die Digitalisierung ermöglicht es, Nachhaltigkeitsdaten wie CO2-Emissionen und Energieverbrauch zu ermitteln. So können Klimaziele durch Maßnahmen wie die Senkung der Heiztemperatur, die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder die Investition in Solartechnik erreicht werden. Die Ermittlung der tatsächlichen CO2-Emissionen von Produkten zeigt die Überlegenheit realer Daten gegenüber generischen Datenbankwerten. Die Einführung eines digitalen Produktpasses unterstützt die Kreislaufwirtschaft. 

Letzteres ist superwichtig, um endlich bei der Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland auf den grünen Zweig zu kommen.

Wer das Ganze vertiefen möchte, sollte am Montag zum #GreenMonday nach Düsseldorf kommen. Schnell noch anmelden.

Siehe auch:

Auch ein wichtiger Punkt: Open Source trägt global 8,8 Billionen Dollar zur Wirtschaftskraft bei

Rohstoffgewinnung und Kreislaufwirtschaft: Deutschlands Herausforderungen und Potenziale #SZGipfel @SteffiLemke #SchubkraftTV @DEKRA_Germany @suez

Um die grüne Wende zu schaffen und neue Wachstumsimpulse zu entfalten, braucht man überprüfbare Daten, so Annette Dési, Leiterin Nachhaltigkeit bei der DEKRA Germany, im Schubkraft-TV-Interview auf dem Wirtschaftsgipfel der SZ.

Es geht um harte Fakten, die überprüft und verifiziert werden müssen. Unternehmen müssen sich zertifizieren lassen und klare Daten liefern. Es geht um Datenmanagement und die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass nur Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern Berichtspflichten auf dem Feld der Nachhaltigkeit haben. Auch kleinere Unternehmen müssen sich an die Spielregeln halten, weil sie Teil der Lieferkette sind. Wir werden das auf dem am 20. November in Düsseldorf vertiefen.

Annette Dési wünscht sich von der Wirtschaftspolitik, dass sie die heute gemachten Aussagen evaluiert und umsetzt. Sie hofft, dass die Politik die Möglichkeiten und Potenziale erkennt und die richtigen Anreize für Investitionen setzt.

Die Maßnahmen zu überprüfen und anzupassen, ist besonders in der Umweltpolitik vonnöten. Das sollte man bei der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie der Bundesregierung, die Anfang des nächsten Jahres vorgestellt werden soll, unbedingt in den Beratungen beherzigen. Die Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland liegt bei mageren 13 Prozent. „Wenige Länder verbrauchen so viele primäre, also neue Rohstoffe wie die Bundesrepublik. Seit 2010 ist der Verbrauch sogar noch weiter gestiegen“, berichtet die SZ. Weltweit, sagt Lemke auf dem Wirtschaftsgipfel, sei mindestens die Hälfte aller Emissionen auf Rohstoffgewinnung zurückzuführen. „Dabei geht es nicht um den einzelnen Joghurtbecher, sondern um Masseströme wie im Baustoffsektor.“

Seit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung (jetzt Verpackungsgesetz) im Jahre 1991 und dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz im Jahre 1996 wird am Prinzip der Produktverantwortung und den ökologisch ehrlichen Marktpreisen gearbeitet. Einen richtigen Durchbruch erzielte die Umweltpolitik in den vergangenen 30 Jahren nicht wirklich. Der Ansatz, möglichst viele Prozesse von vornherein so zu gestalten, dass die Wiederverwertung aller Rohstoffe und Bestandteile mitbedacht wird und Abfälle erst gar nicht entstehen, ist immer noch nicht sonderlich verbreitet. Da sei, so Lemke, „wahnsinnig viel Luft nach oben“. Es fehle ein strategischer Rahmen, „und diese Lücke versuchen wir zu schließen“.

Man könnte klare Vorgaben machen, einen bestimmten Prozentanteil an Sekundärrohstoffen bei der Produktion einzusetzen, auf die Langlebigkeit zu achten und die Wiederverwendung von bestimmen Produktteilen zu ermöglichen. Einen ähnlichen Gedanken äußerte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegenüber der SZ:

„Wenn man sich an Maximalforderungen nicht herantraut, dann kann man mit Mindeststandards, beispielsweise Mindestquoten für Rezyklatanteile, starten und dann sukzessive erweitern, das wäre denkbar.“ Zudem sieht er den Staat als Auftraggeber in der Pflicht, der zirkuläres Wirtschaften zur Bedingung macht. „Das fängt bei Ausschreibungen im Bauwesen an. Aber da passiert bis heute viel zu wenig“, sagt Fischer. „Aber wenn der Staat vorpredigt, aber nicht vorlebt – wer fängt dann damit an?“ Gerade wenn wir an die Wirtschaftssicherheit denken, muss mehr gemacht werden: Betrachten wir zum Beispiel Batterien für Elektrofahrzeuge. Sie enthalten wertvolle Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel. Können wir diese Materialien wiederverwenden?

Wenn ja, könnten wir in Europa einen großen Schritt in Richtung Autarkie machen. Dies ist besonders wichtig angesichts der aktuellen Konflikte mit Russland und China. Das diskutierten wir mit Sabrina Soussan, Chairman und CEO von SUEZ.

Am 20. November nehmen wir diesen Faden wieder auf beim ersten in Düsseldorf.

Auf der Teilnehmerliste Top-Entscheider und ESG-Verantwortliche aus dem Mittelstand:

Achenbach |AOK | auxmoney | Bundesanzeiger | DB Schenker | DDP GRUPPE | Deichmann | dhpg | Dillenberg | Douglas | Dr. Ganteführer, Marquardt & Partner | Drees + Sommer | Düsseldorf Congress | EDE |ElectronicPartner | Fahrzeugwerke Lueg | Falke | Flughafen Düsseldorf | Fraisa | FUNKE Mediengruppe | Gea | GPTW Deutschland | Hauck Aufhäuser Lampe | HKM | ISEKI |ista | Kaiser Real Estate | Konecranes | Kreissparkasse Düsseldorf | Materna | Messe Düsseldorf | Phoenix Contact | pixum | Scheidt & Bachmann | Siegenia Gruppe | Siemens AG |SMS Group | VOSS Automotive | Wilh. Werhahn | Wirtschaftsförderung Düsseldorf | WKW | WR Legal | ZINQ

Auf dem Programm stehen Impulse für erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategien, Erfahrungsaustausch und Networking. Weitere Informationen findet Ihr hier.

Siehe auch: Handeln statt nur Ideen: Zusammenarbeit für wirtschaftlichen Erfolg #SZGipfel in #Berlin #SchubkraftTV

Deutschland braucht eine neue Innovationskultur: Wie die Technologieökonomik helfen kann @FraunhoferIMWL #GreenMonday

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Was steckt hinter Technologie-Ökonomik und der doppelten Transformation? Dazu befragten wir Christian Growitsch, Leiter des Fraunhofer-Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie.

Die doppelte Transformation beziehe sich auf die gleichzeitige Veränderung wirtschaftlicher Strukturen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Auf der einen Seite gehe es um den Ersatz fossiler Rohstoffe und energieintensiver Prozesse durch erneuerbare Energien und nachhaltige Rohstoffe. Auf der anderen Seite gehe es um die Transformation unternehmerischer und gesamtwirtschaftlicher Prozesse hin zu digitalen Strukturen. „Diese Kombination aus Nachhaltigkeitstransformation und digitaler Transformation wird als doppelte Transformation bezeichnet. Für den deutschen Mittelstand stellt dies eine große Herausforderung dar, bietet aber auch Chancen, wenn sie schnell und effektiv umgesetzt wird“, so Growitsch.

Besonders in Anbetracht des Ukrainekrieges, der Coronapandemie und den aktuellen Problemen werde deutlich, wie brüchig diese Themen sind und wie dringend daran gearbeitet werden muss. Die Globalisierung, von der Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten profitiert hat, zeigte nun ihre Grenzen auf und offenbart die Verwundbarkeit der deutschen Volkswirtschaft. „Um diese Verwundbarkeit zu verringern, müssen wir uns von bisherigen Lieferstrukturen unabhängiger machen. Dies war ohnehin Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, wird aber nun beschleunigt. Wir benötigen eine nachhaltige Rohstoffversorgung, um unsere industriellen Strukturen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, beim Wiederaufbau der Ukraine zu helfen“, erläutert der IMW-Leiter.

Die Technologieökonomik spiele dabei eine wichtige Rolle. Sie beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der technoökonomischen Zusammenhänge und insbesondere mit den volkswirtschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien. In einer Zeit der Unsicherheit und technologischen Risiken könne die Technologieökonomik Politik und Unternehmen dabei unterstützen, die Transformation zu beschleunigen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Es ist wichtig, dass verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten und dass wir über den Tellerrand hinausblicken. Die Verbindung von Verteidigungsforschung und Energieversorgungssicherheit ist ein Beispiel dafür. Es müssen neue Regeln und Ansätze entwickelt werden, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig positive Impulse für Innovation und Wachstum zu generieren. Eine deutsche Version der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) ist dabei nicht unbedingt erforderlich, aber bestimmte Elemente und Denkweisen können durchaus genutzt werden“, betont Growitsch.

Es sei auch wichtig, dass wir eine Hightech-Armee entwickeln, die sowohl militärische als auch zivile Werkzeuge nutzt. Dies könne zu einer Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und zu Innovationen führen. Allerdings müssten dafür auch die entsprechenden Regeln und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das deutsche Haushaltsrecht und das restriktive Vergaberecht stellen hierbei oft Hindernisse dar. Es braucht eine neue Kultur der Forschungsförderung, die auch Scheitern zulässt und hochriskante Innovationen ermöglicht.

Insgesamt ist die doppelte Transformation eine große Herausforderung, aber auch eine Chance für Deutschland. Durch eine enge Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft könnten wir die Transformation beschleunigen.

Im November besprechen wir diesen Themenkomplex beim ersten in Düsseldorf.

Am 20. November 2023, um 17.30 Uhr. TechHub.K67, Kasernenstr. 67, 40213 Düsseldorf. Teilnahme kostenfrei. Jetzt anmelden.