Digital-First-Strategie des Spiegels: Acht Blattmacherinnen und Blattmacher berufen, darunter erstmals auch eine Expertin für Video und Audio @derspiegel @katschca

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Dirk Kurbjuweit ist seit Mai 2023 Chefredakteur des SPIEGEL. Er hat Melanie Amann und Thorsten Dörting zu seinen Stellvertretern ernannt. Clemens Höges, der bisher ebenfalls Mitglied der Chefredaktion war, hat beschlossen, den SPIEGEL zu verlassen.

Kurbjuweit äußerte sich zur Ernennung seiner Stellvertreter: „Mit der Ernennung meiner Stellvertreterin und meines Stellvertreters ist die neue SPIEGEL-Chefredaktion nun komplett, ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Melanie Amann und Thorsten Dörting. Gemeinsam werden wir den SPIEGEL auf Digital First umstellen und unser publizistisches Angebot erweitern und vertiefen“

Die Chefredaktion hat ein neues Editorial Desk eingeführt, das als zentrale Steuerungs- und Planungsinstanz für alle Inhalte des SPIEGEL fungiert. Es wurden acht Blattmacherinnen und Blattmacher berufen, darunter erstmals auch eine Expertin für Video und Audio. Im Editorial Desk werden die Themenvorschläge aus den Ressorts zusammengeführt und die Ressourcen für Recherche und Produktion entsprechend verteilt. Sowohl Texte als auch Videos und Audioprodukte werden hier in Zukunft abgenommen.

Kurbjuweit betonte: „Wir erwarten uns vom Editorial Desk eine gleichbleibend gute Versorgung unserer digitalen Angebote und unseres Hefts mit ausgezeichnetem Journalismus.“

Das Editorial Desk besteht aus sechs Blattmachern für Text: Barbara Hardinghaus, Judith Horchert, Cordula Meyer, Alexander Neubacher, Oliver Trenkamp und Stefan Weigel. Carolin Katschak ist Blattmacherin für Audio und Video mit dem speziellen Fokus auf junge Nutzer. Ferdinand Kuchlmayr ist der optische Blattmacher, zuständig für visuelles Storytelling, datengetriebenen Journalismus sowie das Aussehen von Homepage und Heft. Judith Horchert leitet das Team für ein Jahr, danach wird es eine rotierende Teamleitung geben.

Dr. Melanie Amann, geboren 1978, studierte Jura in Trier, Aix-en-Provence und Berlin und promovierte an der LMU München. Sie absolvierte ein Jahr an der Deutschen Journalistenschule in München. Nach Stationen bei der „Financial Times Deutschland“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ wechselte sie 2013 zum SPIEGEL nach Berlin. Aufgrund ihrer Recherchen und Enthüllungen über die AfD veröffentlichte sie 2017 das Buch „Angst für Deutschland Die Wahrheit über die AfD“. Seit Februar 2019 leitete sie gemeinsam mit Sebastian Fischer, Martin Knobbe und Philipp Wittrock das Hauptstadtbüro des SPIEGEL. 2021 wurde sie Mitglied der SPIEGEL-Chefredaktion.

Thorsten Dörting, geboren 1974, studierte Geschichte, Philosophie und Psychologie in Hamburg und Bristol. Er forschte unter anderem an einem Graduiertenkolleg in Göttingen und war Stipendiat am Deutschen Historischen Institut in London. Nach seinem Besuch der Evangelischen Journalistenschule in Berlin wechselte er in den Journalismus. Ab 2005 arbeitete er beim Nachrichtenmagazin „Facts“ in Zürich, zuletzt als Co-Ressortleiter Kultur & Gesellschaft. Dörting kam 2007 zu SPIEGEL ONLINE, wo er das Kulturressort und später zusätzlich das Stilressort verantwortete. Danach war er Leiter strategische Projekte. Im März 2017 wurde er geschäftsführender Redakteur und begleitete in dieser Funktion die Einführung des Digitalabo-Angebots SPIEGEL+. Seit Januar 2019 ist er Blattmacher des SPIEGEL und ebenfalls Mitglied der SPIEGEL-Chefredaktion.

Clemens Höges, geboren 1961, studierte Politikwissenschaften und Publizistik und besuchte die Henri-Nannen-Schule. Er kam 1990 zum SPIEGEL und war zunächst Korrespondent in Leipzig und Redakteur im Deutschlandressort, dessen stellvertretender Leiter er 1994 wurde. 1997 ging er als Korrespondent nach Washington und wurde Ende 1998 Leiter des Deutschlandressorts. 2008 wechselte er als Reporter ins Auslandsressort und übernahm dessen Leitung im September 2012. Von 2014 bis 2015 war er stellvertretender Chefredakteur des SPIEGEL. Anschließend arbeitete er als Autor im Auslandsressort. Während seiner gesamten Zeit beim SPIEGEL schrieb er diverse Titelgeschichten und war als Kriegsreporter unter anderem in Somalia, Libyen und Syrien tätig. Anfang 2019 war er Teil einer dreiköpfigen Kommission zur Aufklärung des Falls Relotius. Im April 2019 wurde er Blattmacher und Mitglied der SPIEGEL-Chefredaktion.

Die Blattmacherinnen und Blattmacher im Editorial Desk sind:
– Barbara Hardinghaus, geboren 1975, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Hamburg und Bremen. Sie absolvierte die Axel-Springer-Journalistenschule und arbeitete zunächst als Lokalreporterin für das „Hamburger Abendblatt“. Seit September 2005 war sie Redakteurin im Reporter-Ressort des SPIEGEL.
– Judith Horchert, geboren 1981, studierte Nordamerikawissenschaften, Politik und Germanistik in Bonn. Sie absolvierte die Henri-Nannen-Schule und war danach Redakteurin bei „geo.de“. Ab Mai 2012 war sie Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE im Ressort Netzwelt. Ab Juni 2014 war sie stellvertretende Ressortleiterin und seit März 2017 ist sie Ressortleiterin. Seit 2022 ist sie Blattmacherin.
– Carolin Katschak, geboren 1988, studierte Skandinavistik in Berlin und Reykjavik. Sie absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Seit Januar 2018 ist sie Redakteurin im Ressort Video des SPIEGEL. Ab März 2021 ist sie leitende Redakteurin und seit März 2022 Teamleiterin für Talkformate.
– Ferdinand Kuchlmayr, geboren 1991, studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Wien. Er arbeitete anschließend als Videoredakteur und Motion Designer bei der „Neuen Zürcher Zeitung“. Seit Dezember 2017 ist er im Ressort Grafik und Multimedia des SPIEGEL tätig. Ab Juni 2019 leitet er die SPIEGEL-Grafik und seit Januar 2021 ist er Ressortleiter Grafik und Interactive.
– Cordula Meyer, geboren 1971, studierte Politik und Kommunikation in Hamburg und Tucson, Arizona. Seit Dezember 1999 ist sie beim SPIEGEL tätig. Sie arbeitete zunächst als Redakteurin im Deutschlandressort und später als Korrespondentin in Washington. 2009 wechselte sie als Redakteurin ins Ressort Wissenschaft und Technik. Ab Januar 2012 war sie stellvertretende Leiterin des Deutschlandressorts. Seit Juli 2015 war sie Leiterin des Deutschlandressorts.
– Alexander Neubacher, geboren 1968, studierte Volkswirtschaftslehre an der
Universität Köln und absolvierte die Kölner Journalistenschule. 1999 kam er als Korrespondent im Hauptstadtbüro zum SPIEGEL. Ab Mai 2017 war er leitender Redakteur bei SPIEGEL+. Im Juni 2022 wurde er Leiter Meinung & Debatte.
– Oliver Trenkamp, geboren 1979, studierte Politikwissenschaft in Berlin und
absolvierte die Henri-Nannen-Schule. Seit 2008 ist er bei SPIEGEL ONLINE tätig, zunächst im Bildungsressort, dann im Hauptstadtbüro in Berlin und später als Chef vom Dienst in Hamburg. Ab 2018 war er Textchef bei SPIEGEL ONLINE und ab Herbst 2018 geschäftsführender Redakteur. Seit Januar 2019 ist er Blattmacher.
– Stefan Weigel, geboren 1965, studierte Jura in Göttingen und absolvierte nach dem 1. Staatsexamen die Henri-Nannen-Schule. Er hatte Redakteursstellen bei „Capital“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Woche“. Ab 1999 war er im Gründungsteam der „Financial Times Deutschland“ tätig, wo er später stellvertretender Chefredakteur wurde. Ab Mai 2014 war er stellvertretender Chefredakteur der „Rheinischen Post“. Im Januar 2019 wurde er Nachrichtenchef beim SPIEGEL.

Bin vor allem gespannt auf die Audio-Video-Strategie des Spiegels.

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