
Bislang arbeiteten wir vor allem mit Sentiment-Analysen in den vergangenen Wochen, also die Tendenz, die wahrnehmbar ist in klassischen Medien und im Netz – positiv, negativ und neutral. Daraus haben wir nun eine konkrete Prognose errechnet. Das ist natürlich nicht zu vergleichen mit der berühmten 18-Uhr-Prognose von ARD und ZDF nach Schließung der Wahllokale. Dort werden bekanntlich so genannte Exit-Polls eingesetzt. Die Befragung erfolgt am Wahltag in einer repräsentativen Stichprobe von Wahlbezirken. Bei einer Hochrechnung liegen in einigen Stimmbezirken die Stimmen fertig ausgezählt vor, so dass man schon genauer abschätzen kann, wie am Ende das Wahlergebnis aussehen wird. All das liegt bei unserer Prognose nicht vor. Wir bauen auf unsere Sentiment-Rechnung. Am 23. Februar könnt Ihr das ja abgleichen.
1. CDU/CSU – 32,4 % (stärkste Kraft, stabiler Vorsprung)
Die Union bleibt mit deutlichem Abstand vorn. Die politische Unsicherheit und die Schwäche der geplatzten Ampel-Koalition helfen der CDU/CSU, als Stabilitätsanker zu wirken. Friedrich Merz hat sich als klarer Kanzlerfavorit positioniert, was seiner Partei Rückenwind verschafft.
➡ Fazit: Klare Führung, stark in der Wählergunst, Merz als Favorit für das Kanzleramt.
2. AfD – 17,3 % (Zweitstärkste Kraft, aber unter Höchstwerten)
Die AfD bleibt stabil, jedoch unter ihrem bisherigen Spitzenwert von über 20 % – in den Meinugsumfragen..
- Gegenwind durch Medien und politische Konkurrenz zeigt Wirkung.
- Trotzdem mobilisieren AfD-Wähler stark – viele sind entschlossen, ihre Stimme abzugeben.
➡ Fazit: Bleibt zweitstärkste Partei, verliert aber etwas Momentum.
3. SPD – 14,3 % (Rückhalt schwindet, Mobilisierungsschwäche)
Die Sozialdemokraten verlieren weiterhin an Unterstützung.
- Olaf Scholz ist als Kanzler schwach positioniert.
- Die SPD schafft es nicht, neue Wählergruppen zu erreichen.
➡ Fazit: Rückhalt nimmt weiter ab.
4. Grüne – 14,3 % (Stagnation, schwächer als 2021)
Die Grünen kämpfen mit dem Rückgang ihrer einst starken Mobilisierung.
- Klimathemen sind nicht mehr alleiniger Wahltreiber.
- Umstritten und blass vor allem in wirtschaftspolitischen Fragen.
➡ Fazit: Keine dynamische Entwicklung, aber stabile Kernwählerschaft.
5. FDP – 5,1 % (Knapp über der Mandatsschwelle, aber gerettet)
Die FDP schafft es mit knapp über 5 % in den Bundestag, nach einer langen Durststrecke.
- Höhere Gewichtung spiegelt leicht positive Medienberichterstattung wider.
- Wähler nehmen FDP wieder als eigenständige Kraft wahr.
➡ Fazit: Rückkehr in den Bundestag wahrscheinlich, aber kein großer Einfluss auf Koalitionsoptionen.
6. Die Linke – 6,1 % (Überraschender Aufwärtstrend, aber unsicher)
Die Linke profitiert von ihrer starken Position als Protestpartei.
- Enttäuschte SPD-Wähler könnten zur Linken wechseln.
- Soziale Themen bleiben ihre Stärke.
➡ Fazit: Überlebt, aber keine Machtperspektive.
7. BSW – 4,6 % (Droht an der 5 %-Hürde zu scheitern)
Sahra Wagenknechts Partei kann sich nicht klar über der Mandatsschwelle positionieren.
- Themen haben nicht die erwartete Breitenwirkung.
- Mediale Berichterstattung bleibt neutral bis kritisch.
➡ Fazit: Wackelkandidat, Einzug in den Bundestag ungewiss.
8. Sonstige – 4,6 % (Freie Wähler, Volt, Kleinparteien stagnieren)
- Keine Überraschungen, keine Partei über 5 %.
- Regionale Erfolge, aber keine bundesweite Bedeutung.
➡ Fazit: Kleinparteien spielen keine entscheidende Rolle.