
Wer sich durch die Videoarchive von Zukunft Personal Europe, Süd und Nord klickt, unternimmt eine Zeitreise durch die bewegte Topografie der Arbeitswelt. Seit Jahren ist unser Messe-TV Studio nicht nur Kulisse, sondern Seismograf für das, was HR und Unternehmensführung bewegt – von disruptiven Technologien bis zu leisen Kulturrevolutionen.
Dietrich Grönemeyer sprach bei uns über betriebliches Gesundheitsmanagement, Bewegung als Lebenselixier und darüber, warum Sitzen „das neue Rauchen“ ist. Er machte deutlich, dass schon 70 % der Jugendlichen unter Rückenproblemen leiden und zeigte, wie regelmäßige Bewegung Stress abbaut, den Stoffwechsel aktiviert und Krankheiten vorbeugt – mit klaren Appellen an Unternehmen, Schulen und Eltern, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.
Walter Kohl analysierte im Studio die geopolitische Großwetterlage mit unmissverständlicher Klarheit: „Das Putin-Regime ist unser Feind.“ Er erinnerte an Deutschlands jahrelanges Ignorieren der Warnungen aus dem Baltikum und Polen, die Fehlentscheidung Nord Stream 2 und die Verharmlosung russischer Aggressionen – von der Krim-Annexion bis zu politischen Morden. Kohl zeichnete das Bild einer wirtschaftlich schwachen, korrupten Rohstoffmacht, deren Superreiche ihr Vermögen ins Ausland flüchten. Seine Warnung: Appeasement ermutigt nur zu weiterer Aggression. „Es geht um die existenzielle Frage, welches Europa wir an die nächste Generation weitergeben wollen – eines unter russischem Einfluss oder eines, das selbstbewusst seinen demokratischen Weg geht.“
Sven Gabor Janszky brachte die Perspektive des Zukunftsforschers ein: das Ende der Wissensgesellschaft, Homeoffice als „Arbeitslosigkeit auf Raten“ und die Automatisierung von 70 % der HR-Aufgaben – nicht als Bedrohung, sondern als Chance, das Menschliche neu zu erfinden. Seine Vision von „KI-Schwärmen“ verschiebt die Rolle des Menschen hin zu Kreativität, Empathie und Innovation.
Almut Rademacher erläuterte die Notwendigkeit, HR, Unternehmenskultur und Nachhaltigkeit als Einheit zu denken. „Wir haben uns für eine radikale Öffnung entschieden – von Hidden Champion zu Open Champion.“ Zusammenarbeit sei essenziell, starre Strukturen hingegen bremsend. „Unternehmen, die sich in Silos verlieren, können nicht überleben. Nachhaltigkeit ist mehr als ein Schlagwort – sie muss in der Unternehmensstrategie verankert sein.“ Sie wies darauf hin, dass HR im Mittelstand oft unterschätzt wird: „Viele Unternehmen betrachten HR als reine Servicefunktion, dabei ist sie strategischer Kern jeder Transformation.“ Und mit einem humorvollen Seitenhieb machte sie deutlich, was Innovation bedeutet: „Muss meine Kaffeemaschine wirklich von innen beleuchtet sein? Muss ein Einhorn herausspringen, wenn der Kaffee fertig ist? Innovation heißt nicht, Features aufzurüsten, sondern sie klug zu reduzieren.“
Rupert Felder setzte den Fokus auf Werte und warnte vor der Erosion der Diskurskultur in Unternehmen. „Ein Unternehmen ohne Diskurskultur kann keine Resilienz aufbauen“, betonte er und warb für die Renaissance des Ehrbaren Kaufmanns sowie die Sozialpartnerschaft als strategische Ressource in Krisenzeiten.
Zwischen diesen großen Bögen fanden sich immer wieder prägnante Impulse:
- „Mut zum Mutausbruch“ – warum Veränderung oft an der eigenen Haltung scheitert.
- „Storytelling ohne Heldenreise“ – neue Narrative für komplexe Zeiten.
- „Landkarte der Persönlichkeit“ – Selbstkenntnis als strategischer Vorteil.
- „KI zwischen Hype und Wirklichkeit“ – jenseits der Tech-Euphorie.
- „Lern- und Experimentierkultur“ – Roman Rackwitz und Sabria David über Fehler als Innovationsmotor.
- „Kunst des Paradoxie-Managements“ – Prof. Karlheinz Schwuchow über die Balance von Kontrolle und Freiraum.
- „Organisational Performance“ – Marc Wagner und Sven Semet über kollektive Intelligenz als Erfolgsfaktor.
Ob auf der ZP Süd mit der Renaissance des Analogen, auf der ZP Nord mit generationenübergreifenden Arbeitsmodellen und Recruitingstrategien jenseits des Einheitsbreis oder auf der ZP Europe mit Debatten über Employer Branding, psychische Gesundheit und Benefit-Strategien – das Studio hat sich als Ideenlabor und Chronik des HR-Wandels etabliert.
Und weil Wandel keine Momentaufnahme, sondern Dauerzustand ist, schreiben wir nun das nächste Kapitel: Vom 9. bis 11. September 2025 senden wir wieder live aus der Kölnmesse – Halle 4.2, Stand G.59 – unter dem Dachthema „25 Jahre Wandel gestalten“. Mit neuen Gästen, neuen Perspektiven und dem Anspruch, wieder die entscheidenden Fragen zu stellen.