Von der Abfallentsorgung zur Ressourcenwirtschaft: Die zirkuläre Revolution – Livetalk mit dem UBA-Präsidenten @DirkMessner

Die Kreislaufwirtschaft steht im Zentrum einer der dringlichsten Debatten um Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Deutschland und Europa. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, hebt im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview die mangelnde Effizienz der aktuellen Systeme hervor: Trotz Jahrzehnte langer Bemühungen liegt die Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland bei bescheidenen 13 Prozent, sogar über dem europäischen Durchschnitt. Eine Zahl, die nachdenklich stimmt und dringenden Handlungsbedarf signalisiert.

Das Gespräch zeichnet ein Bild von den Herausforderungen und Chancen, die die zirkuläre Ökonomie für die Gesellschaft bereithält. Reflexionen über die Entwicklungen der letzten vier Jahrzehnte, beginnend mit der Gründung der ersten Umweltabteilung unter dem Innenminister Hans-Dietrich Genscher, über die Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in der Amtszeit von Bundesumweltminister Klaus Töpfer bis hin zu den heutigen Bemühungen, verdeutlichen, wie sehr der Fokus bisher auf End-of-Pipe-Lösungen lag. Die Notwendigkeit, den Blickwinkel zu erweitern und eine umfassende Strategie zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien betrachtet, wird deutlich.

Im Zentrum der Diskussion stehen die sogenannten „dicken Fische“ – jene Bereiche, die den größten Anteil am Ressourcenverbrauch haben. Besonders im Bauwesen, einem Sektor, der für die Hälfte des Ressourcenverbrauchs und Abfallaufkommens verantwortlich ist, liegen enorme Potenziale für die Kreislaufwirtschaft. Die Förderung von Recycling by Design und die Vermeidung von Verbundstoffen könnten wesentlich dazu beitragen, die Zirkularitätsrate zu steigern.

Darüber hinaus betont Messner die Bedeutung von Innovationen und neuen Technologien wie digitalen Wasserzeichen und digitalen Pässen, die es ermöglichen, Materialflüsse präziser zu verfolgen und Recyclingprozesse effizienter zu gestalten. Die Rolle der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz als Treiber für eine nachhaltige Entwicklung wird hervorgehoben.

Die Diskussion weist auf die Bedeutung eines integrativen Ansatzes hin, der die Ziele des European Green Deals berücksichtigt. Die zirkuläre Ökonomie muss als Teil einer größeren Agenda für Klimaneutralität, den Schutz der Ökosysteme und Zero Pollution verstanden werden. Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und die Umsetzung gemeinsamer Strategien kann eine nachhaltige Zukunft gesichert werden.

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Dirk Messner unterstreichen die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels: weg von einer linearen Abfallwirtschaft hin zu einer zirkulären Ökonomie, die nicht nur ökologisch nachhaltig ist, sondern auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bietet. Die Überwindung bestehender Herausforderungen erfordert Mut, Kreativität und die Bereitschaft, bestehende Systeme grundlegend zu überdenken. Der Weg ist lang und die Zeit drängt, doch die Diskussion zeigt, dass das Bewusstsein und die Bereitschaft zum Wandel wachsen.

Auf Facebook gibt es das Gespräch auch.

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