
Jean-Pol Martin betonte in der Next-Economy-Session, dass Lernen durch Lehren (LDL) trotz seiner jahrhundertealten Wurzeln oft in der pädagogischen Praxis übersehen wird. Er kritisierte, dass Bildungsinstitutionen und Pädagogen dieses Konzept nicht ausreichend fördern. LDL zeichnet sich durch die aktive Einbindung von Schülerinnen und Schülern in den Lernprozess aus, wodurch deren Potenziale gefördert werden.
Simon Kolbe hob hervor, dass LDL gerade in der heutigen Bildungsdebatte eine zentrale Rolle spielen sollte. Er verwies auf Studien, die belegen, dass Schulen mit mehr Autonomie und bestimmten Rahmenbedingungen besser mit der Heterogenität ihrer Schülerschaft umgehen können. LDL bietet hierbei innovative Ansätze, die bisher in der Bildungslandschaft nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Das neue LDL-Handbuch ist nicht nur eine Sammlung von Theorien und Prinzipien, sondern auch ein praktischer Leitfaden mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, kritischen Analysen und Lösungsansätzen. Es richtet sich an Lehrkräfte, Hochschuldozenten, Forscher sowie Praktiker im Bildungsbereich und reagiert auf Defizite, die in aktuellen Bildungsstudien, wie der PISA-Studie, aufgedeckt wurden.
Ein besonderer Fokus der Session lag auf dem Konzept des „Flows“ als Belohnung für die Konzeptualisierung und Informationsverarbeitung im Lernprozess. Darüber hinaus wurde der praktische Nutzen des neuen Menschenrechtsansatzes diskutiert, der die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in eine praxisnahe Form bringt.
Die Next-Economy-Session mit Jean-Pol Martin und Simon Wilhelm Kolbe war mehr als eine Diskussion über ein pädagogisches Konzept. Sie war ein Aufruf zur Transformation des Bildungswesens durch „Lernen durch Lehren“, ein Ansatz, der das Potenzial hat, das Lehren und Lernen grundlegend zu verändern. Das LDL-Handbuch ist dabei ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der in der Bildung tätig ist und sich für innovative Lehrmethoden interessiert.
Das neue Opus erscheint im Mai.