#Notizzettel: Globaler Handel in Gefahr – Livetalk mit @profholm #EconTwitter

Seit Wochen und Monaten steigen die Preise für Vorprodukte und Rohstoffe auf immer neue Höchststände. Ein Grund: Rohstoffkonzerne und Anbieter von Vorprodukten haben in der Pandemie ihre Produktion eingeschränkt. Die reduzierten Kapazitäten treffen nun auf eine hohe Nachfrage vor allem in den USA und Asien. Zudem gibt es massive Störungen der Lieferketten. Explosion der Container-Kosten für den Schifftransport, Halbleiter-Produktion kommt nicht nach, zu wenig LKW-Fahrer und, und, und. Der globale Handel ist in Gefahr.

„Die Kombination aus Lieferengpässen und steigenden Preisen hat auch den Mittelstand alar-
miert. Laut einer neuen KfW-Umfrage kämpft knapp jedes zweite der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mit Lieferengpässen. „Das nimmt der gerade wieder an-
gesprungenen Konjunktur ihren Schwung“, so KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Die Ent-
wicklung führt zu einer Preisspirale: 26 Prozent. der befragten Mittelständler sehen sich gezwungen, infolge höherer Kosten die Preise für eigene Produkte anzupassen. Nur fünf Prozent erwarten eine Entspannung bis zum Jahresende.

Alles nur temporär?

Laut VDMA werden sogar schon Liefertermine erst für 2023 genannt. In der Politik gibt es Pläne, mit Fördermitteln eine Rückverlagerung der Produktion von Asien nach Europa in Gang zu setzen – beispielsweise die Chipproduktion. Der Ökonom Jens Südekum setzt auf solche Förderprogramme: Wenn Deutschland das führende Autoland der Welt bleiben wolle, könne es nicht Herzstück des Antriebsstranges aus Asien importieren, argumentiert er nach einem Bericht der FAZ.

Wir debattieren das um 11 Uhr.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

1 Kommentar zu "#Notizzettel: Globaler Handel in Gefahr – Livetalk mit @profholm #EconTwitter"

  1. 1980 zählte der Industriesektor das erst Mal nicht mehr zur dominanten Branche in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Den Gipfelpunkt hatte das produzierende Gewerbe 1960 erreicht, seit dem geht es stetig bergab.

    Seit den neunziger Jahren sind mehr als 75 Prozent der Erwerbstätigen und ein ebenso hoher Prozentsatz der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung durch immaterielle und nachindustrielle Produktion entstanden.

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